Autor Thema: COPD  (Gelesen 8160 mal)

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Josef

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COPD
« am: 09. April 2008, 22:23 »

Pneumologie: COPD kommt oft gemeinsam mit Diabetes

Es gibt einen deutlichen Zusammenhang zwischen chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD) und Diabetes mellitus vom Typ 2.03.04.2008

Der Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen Lungenerkrankungen und Diabetes mellitus vom Typ 1 gibt, gingen russische Wissenschaftler nach. Die Ergebnisse ihrer Untersuchung haben sie jetzt auf dem Internistenkongress in Wiesbaden vorgestellt.

Durch eine randomisierte Auswahl bildeten sie zwei Kohorten von Patienten. Die erste umfasste 431 Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen: 192 Patienten mit COPD, die entweder selbstständig verlief (bei 119 Patienten) oder in Kombination mit Asthma bronchiale (BA; bei 73 Patienten), 15 Patienten mit chronischer nicht obstuktiver Bronchitis (CNOB), 224 Patienten mit BA, die entweder selbstständig (bei 167), oder in Kombination mit COPD (bei 57) verlief. Die zweite Kohorte umfasste 300 Diabetes mellitus (DM) Typ 1-Patienten und 200 Diabetes mellitus Typ 2-Patienten. Die Prävalenz dieser Erkrankungen wurde mittels Umfrage und Untersuchung der Krankheitsgeschichten in jeder Kohorte kreuzweise bewertet.

In der ersten Kohorte hatten 9,15 Prozent DM 2 und nur 0,47 Prozent DM 1. Im Unterschied zu DM 1 war die Häufigkeit von DM 2 in dieser Kohorte bei COPD (9,24 Prozent) mehr als 2,5 mal höher im Vergleich zu BA (3.59 Prozent; p kleiner 0,05) und überschritt die Populationswerte (p kleiner 0,05). DM 2 kam häufiger bei Verbindung von COPD und BA (16,92 Prozent) vor als nur mit COPD (p größer 0,05) oder nur mit BA (p kleiner 0,05). Bei CNOB konnte kein Diabetes festgestellt werden.

In der zweiten Kohorte sah man eine geringere Prävalenz von Lungenerkrankrungen. Bei DM 2 gab es diese bei 2,6 Prozent der Patienten, darunter fielen jeweils 1,04 Prozent auf COPD und BA (p kleiner 0,5) und 0,52 Prozent auf CNOB. Bei DM 1 waren diese Werte noch niedriger – ein Prozent, darunter litten 0,67 Prozent an COPD und 0,33 Prozent an BA (p kleiner 0,001).

Quelle: 114. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) Poster Discussion
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

Geri

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COPD ?
« Antwort #1 am: 23. April 2008, 18:29 »
Atemwegserkrankungen - 50% aller COPD-Erkrankungen werden zunächst nicht richtig diagnostiziert

Die bakteriell bedingten Atemwegsinfektionen stellen einen hohen Risikofaktor für die Patienten dar, da sie vor der Ersttherapie richtig erkannt und schnell therapiert werden müssen. Diese Aussage mag banal erscheinen. Wenn aber fast 50% aller COPD-Erkrankungen zunächst nicht richtig diagnostiziert und demnach auch falsch oder gar nicht therapiert werden, gewinnt die Aussage für jeden neuen Patienten mit einer Lungenerkrankung an Bedeutung.

Grundsätzlich ist bei einer chronischen Bronchitis, einer ambulant erworbenen Pneumonie oder der Exazerbation einer diagnostizerten COPD eine schnelle und effiziente Antibiotikatherapie zur Hilfe des Patienten unabdingbar. Die Anforderungen an das Antibiotikum steigen mit der Dringlichkeit der Diagnose: hochwirksam und schnell in der Wirkung muß das Antibiotikum sein und zudem gut verträglich. Der Einsatz von Moxifloxacin hat sich bei diesen Patientengruppen in Klinik und Praxis als prognoseorientierte und wirtschaftliche Antibiotikatherapie bewährt.

Krankheitssituation in Deutschland bei bakteriell bedingten Atemwegsinfektionen
In Deutschland versterben jährlich nahezu 21.000 Menschen an einer akuten Exazerbation einer chronischen Bronchitis. 19.000 Todesfälle resultieren durch eine ambulant erworbene Pneumonie. Unter COPD leiden keineswegs nur Raucher. Rund 60 Prozent der Patienten haben früher einmal geraucht, jedoch nur 20 Prozent der Erkrankten rauchen noch aktuell. Leider gehen viele Patienten erst zu ihrem Arzt, wenn bereits ein hartnäckiger Infekt aufgetreten ist und die Diagnose COPD als Grunderkrankung gestellt werden muss.

Dietmar E.

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COPD-Therapie, aber .....
« Antwort #2 am: 30. März 2009, 22:04 »
COPD: Sauerstofftherapie über 16 Stunden nötig

NEU-ISENBURG (ikr). Für eine Langzeit-Sauerstofftherapie, etwa bei COPD-Patienten, ist ein medizinischer Nutzen nach wie vor nur dann erwiesen, wenn sie täglich über mehr als 16 Stunden angewendet wird. Diese Empfehlung ist daher auch in der neu überarbeiteten Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin aufrechterhalten worden (Pneumologie 62, 2008, 748). Von der Langzeit-Sauerstofftherapie profitieren die Patienten allerdings nur dann, wenn sie einen sehr niedrigen Sauerstoff-Partialdruck (PaO2) von 55 mmHg oder weniger haben.
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Werner

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Re: COPD
« Antwort #3 am: 22. Juni 2009, 02:09 »

COPD: Entzündung betrifft Gesamtorganismus

08. Juni 2009, 16:12

Der Standard

Abhilfe bei "Überblähung" der Lunge mit Ventilen und "Bypass"

Wien - In Österreich sind rund eine Million Menschen von der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) betroffen, berichteten Experten der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) in Wien. Ursache ist ein Entzündungsprozess der peripheren Atemwege und des Lungengewebes. Studien zufolge betrifft der Entzündungsprozess nicht nur die Lungen, sondern den Gesamtorganismus: Die COPD als "chronisch systemisches, entzündliches Syndrom" ist Schwerpunktthema der ÖGP-Jahrestagung, die von Donnerstag bis Samstag in Salzburg stattfindet.

Von der rund einer Million Betroffenen sind etwa 400.000 behandlungsbedürftig, 50.000 leiden an COPD in ihren schwersten Formen, so ÖGP-Präsident Otto Burghuber und Sylvia Hartl, Generalsekretärin der European Respiratory Society, beide vom Wiener Otto Wagner Spital. Hauptrisikofaktor ist Zigaretten- bzw. Passivrauchen.

Hohe Ko-Morbidität

"Wir glauben heute, dass die COPD nicht isoliert als Lungenerkrankung zu sehen ist", sagte Burghuber. Vorgeschlagen werde der Terminus "chronisch systemisches Inflammationssyndrom" aufgrund der häufigen Ko-Morbiditäten wie z. B. Diabetes, koronare Herzerkrankungen, Krebs und Osteoporose. Dies beeinflusse die Prognose bei COPD: "Tatsächlich sterben Patienten häufiger an nicht pneumologischen Erkrankungen", berichtete der Experte. So starben einer Studie zufolge bei fortgeschrittener COPD 27 Prozent der Betroffenen an kardiologischen und 21 Prozent an Krebserkrankungen.

Systemische Entzündung

Experten gehen von der Hypothese aus, dass die bei der Erkrankung vorliegenden lokale Entzündung auf den Gesamtorganismus übertragen wird. Die nachfolgende systemische Entzündung führe demnach zu einer Funktionsstörung der systemischen Gefäße, vor allem des Endothels (Innenwand der Gefäße, Anm.), und zu einer erhöhten Steifheit der gesamten Gefäßwand. Manche Studienautoren würden die Steifheit als Hinweis auf beschleunigtes Altern sehen, meinte Burghuber. Als "chronisch systemisches entzündliches Syndrom" fordere die Erkrankung in der Praxis "Ganzheitlichkeit".

Beim Jahreskongress werden auch Neuigkeiten in der Behandlung diskutiert: In Folge von COPD leiden viele Patienten an einem Emphysem - sozusagen einer Überblähung der Lunge. Dem verschaffte man bisher Abhilfe, in dem man die am stärksten betroffenen Lungenteile herausschnitt. Nun werden kleine Ventile in jene Bronchien eingeführt, die zu den am stärksten betroffenen Lungenareale führen: Sie ermöglichen, dass Luft entweichen, aber nicht einströmen kann. Ähnlich auch das "Atemweg-Bypass-Verfahren": Mittels Bronchoskopie wird eine Verbindung zwischen zentralen Bronchien und verändertem Lungengewebe geschaffen, damit Luft entweichen kann. (APA)

Jahreskongress der ÖGP "Die Lunge im Zentrum" knüpft thematisch am Kongress des Vorjahres in Wien an und findet vom 11. bis 13. Juni im Salzburg Congress statt.
« Letzte Änderung: 22. Juni 2009, 02:13 von Werner »

Edi

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COPD - Rauchen meist die Schuld!
« Antwort #4 am: 28. Juni 2009, 13:45 »
COPD tobt nicht nur in der Lunge

SALZBURG – Die COPD als „chronisch systemisches inflammatorisches Syndrom“ sowie neue Entwicklungen in der interventionellen Bronchologie
waren Hauptthemen des diesjährigen Pulmologen-Kongresses in Salzburg.

„Bei Diagnose und Behandlung der COPD sind Interaktionen mit anderen Organsystemen zu beachten“, forderte ÖGP- und Kongress-Präsident Univ.-Prof. Dr. Otto C. Burghuber, Vorstand der 1. Internen Lungenabteilung, Otto-Wagner-Spital, Wien. Ein ganzheitlicher Ansatz sei unabdingbar, zumal die COPD häufig mit Komorbiditäten wie KHK, Hypertonie, Krebs und Osteoporose einhergeht.

Auch an Magen und Leber denken
Zu den Organen, an die im Zusammenhang mit Lungenkrankheiten ebenfalls gedacht werden sollte, gehören auch der Magen und die Leber.

Tot: Alle Versuche, eine wirksame Pharmakotherapie zu entwickeln, sind bisher fehlgeschlagen. Zwar vermag eine Sauerstofftherapie die Beschwerden zu lindern, die für das Überleben entscheidende Normalisierung der Oxygenation lässt sich allerdings nur durch eine Lebertransplantation erzielen.



http://www.medizin-medien.at/dynasite.cfm?dsmid=98946&dspaid=798428
« Letzte Änderung: 28. Juni 2009, 13:48 von Edi »

admin

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COPD - Raucherkrankheit - schädigt Herz SOFORT !
« Antwort #5 am: 26. Januar 2010, 00:46 »
Montag, 25. Januar 2010
Medizin COPD schädigt früh die Herzfunktion

New York City – Chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD) schädigen das Herz nicht erst im Spätstadium, dem Cor pulmonale. Nach den Ergebnissen einer prospektiven Kohortenstudie im New England Journal of Medicine (2010: 362: 217-227) ist die Herzfunktion in allen Phasen der COPD beeinträchtigt.

Das Cor pulmonale ist eine gefürchtete Komplikation der COPD. Das zunehmende Emphysem erhöht den Gefäßwiderstand im Lungenkreislauf. Es kommt zum Rechtsherzversagen mit der Folge, dass die Füllung des linken Ventrikels beeinträchtigt ist. Dies wiederum vermindert das Schlagvolumen und die Pumpleistung des linken Ventrikels.

Bisher ging man davon aus, dass diese Phänomene erst eintreten, wenn der Patient starke Symptome einer Atemnot zeigt, wobei sich verminderte Oxygenierung des Blutes (infolge Emphysems) und verminderter Sauerstofftransport (infolge des zunehmenden Herzversagens) in fataler Weise gegenseitig verstärken. Die Daten der “Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis” oder MESA-Studie zeigen indes, dass die Herzfunktion bereits bei leichten Formen der Erkrankung gestört ist.

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/39801/COPD_schaedigt_frueh_die_Herzfunktion.htm

Jutta

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COPD
« Antwort #6 am: 06. Oktober 2010, 00:52 »
Lungenerkrankung
Neues Medikament für COPD-Patienten
01. Oktober 2010, 11:23
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Progression der Erkrankung verlangsamt

Berlin - Für Patienten mit einer schweren chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) gibt es jetzt ein neues Medikament mit dem Wirkstoff Roflumilast, der das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt. "Die bisher verfügbaren Medikamente wirken weitgehend symptomatisch und konnten weder den krankheitsbedingten Verlust der Lungenfunktion noch die Entzündungsprozesse in der Lunge effektiv eindämmen", erklärte Helgo Magnussen vom wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). "Demgegenüber ist der Wirkstoff Roflumilast (PDE 4 Hemmer) ein Enzym, das in die Entzündungsprozesse bei der COPD eingreifen kann, so dass sowohl die pulmonale als auch die systemische Entzündung zurückgehen."

................................http://derstandard.at/1285199750173/Lungenerkrankung-Neues-Medikament-fuer-COPD-Patienten#forumstart