Autor Thema: Schlafapnoe  (Gelesen 11895 mal)

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Tanja

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Schlafapnoe
« am: 13. April 2008, 22:27 »
Schlafapnoe bei Frauen unterdiagnostiziert

   Nächtliche Atemaussetzer können die Lebenserwartung stark verringern

   Werne, Nordrhein-Westfalen (12.04.2008) - Die Deutsche
   Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP)
   http://www.pneumologie.de kommt zu dem Schluss, dass Frauen viel häufiger
   als bisher angenommen von pathologischen Atemaussetzern im Schlaf
   betroffen sind.

Etwa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung leiden an dem
   sogenannten Schlafapnoe-Syndrom. Bis dato waren die Mediziner aber davon
   ausgegangen, dass es durchschnittlich doppelt so viele Männer wie Frauen
   mit Schlafapnoe gibt. "Jetzt weiß man aber, dass insbesondere Frauen nach
   der Menopause sowie Frauen, die übergewichtig sind, vergleichbar häufig
   wie Männer an der Schlafapnoe leiden", sagt Dieter Köhler vom
   wissenschaftlichen Beirat der DGP.

   Die Schlafapnoe werde bei Frauen aber häufig deshalb nicht erkannt, weil
   die zu beobachtenden Krankheitsbeschwerden nicht dem klassischen Bild
   entsprächen. Bei Männern äußerten sich die gefährlichen Atemaussetzer
   häufig durch lautes Schnarchen, das bis zu 90 Dezibel erreichen kann. Die
   betroffenen Frauen hingegen zeigten diese Symptome nicht. Hier stünden
   Ein- und Durchschlafstörungen im Vordergrund. Auch seien häufig
   Depressionen beteiligt. "Das kann leicht zu einer falschen Therapie mit
   Schlafmitteln und Antidepressiva veranlassen", erklärt Köhler.

   Dabei sei es von großer Wichtigkeit die Schlafapnoe richtig zu
   diagnostizieren, denn durch die Atemunterbrechungen und -stillstände kann
   es nicht nur zu Tagesschläfrigkeit und Konzentrationsschwäche mit
   erhöhter Unfallgefahr kommen. Auf Dauer führe die Unterversorgung mit
   Sauerstoff auch zur Verkalkung der Herzkranzgefäße und zu Bluthochdruck,
   womit sich das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte erhöhe. Bleibt
   die Schlafapnoe schließlich unerkannt und unbehandelt könne sich die
   Lebenserwartung der Betroffenen um bis zu zehn Jahre verringern, warnt
   die DGP.

   Bei Auftreten von Symptomen wie Einschlafschwierigkeiten, Tagesmüdigkeit
   oder nächtlichen Atemauffälligkeiten sollte daher der Hausarzt oder ein
   Facharzt konsultiert werden. Zur Behandlung der Schlafapnoe wird heute
   meist die "Continuous Positive Airway Pressure"(CPAP)-Therapie angewandt.
   Dabei werden die Patienten mittels Nasenmaske während des Schlafens mit
   einem leichten Überdrück beatmet, sodass die Atemwege offen bleiben und
   einem Sauerstoffmangel vorgebeugt wird.

Tanja

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Wie wirkt Schlafapnoe auf Herzfunktion?
« Antwort #1 am: 07. Juni 2008, 14:00 »


MÜNCHEN (hub). Um die Auswirkungen schlafbezogener Atemstörungen auf die diastolische Herzfunktion zu untersuchen, wurde ein Forschungsstipendium von dem Unternehmen GlaxoSmithKline vergeben. Der Forscher Ralf Strehmel aus Frankfurt am Main hat die mit 10 000 Euro dotierte Förderung erhalten.

Strehmel wird vor allem bestimmen, welche unabhängige Bedeutung die Abnahme der Sauerstoffsättigung im Blut während Apnoe- und Hypopnoe-Phasen auf die diastolische Herzfunktion hat. Untersucht werden Patienten mit Verdacht auf obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (OSAS). Die Studie hat als Endpunkt die Bestimmung mehrerer echokardiografischer Parameter der diastolischen Herzfunktion sowie die Messung des natriuretischen Peptids NT-proBNP im Blut. Das Forschungsstipendium wird jährlich in Kooperation mit der Deutschen Atemwegsliga verliehen.

Dietmar E.

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Schlafapnoe schädigt das Gehirn
« Antwort #2 am: 12. Juni 2008, 14:54 »

Aha,
deswegen vermehrt Vergesslichkeit ..............



   Mamillarkörper bei Patienten mit Schlafstörung um 20 Prozent kleiner

   Los Angeles (pte/12.06.2008/13:37) - Durch eine Schlafapnoe können Areale
   des Gehirns, die am Gedächtnis beteiligt sind, nachhaltig geschädigt
   werden. Das berichten Neurobiologen der University of California in Los
   Angeles (UCLA) http://www.ucla.edu im Wissenschaftsjournal Neuroscience
   Letters. Sie verglichen mittels funktionaler Magnetresonanztomographie
   die Hirnaktivität von 43 Schlafapnoe-Patienten mit einer Kontrollgruppe.
   Dabei zeigte sich, dass die Mamillarkörper, Erhebungen an der Unterseite
   des Gehirns, um bis zu 20 Prozent kleiner waren als bei Menschen ohne
   nächtliche Atemaussetzer. "Diese Erkenntnis ist ziemlich wichtig, denn
   auch Patienten, die aufgrund anderer Syndrome wie Alkoholismus oder
   Alzheimer an Gedächtnisverlust leiden, weisen eine derartige Degeneration
   der Mamillarkörper auf", sagt Studienleiter Rajesh Kumar. Umso wichtiger
   sei es also die Atemstörung so früh wie möglich zu diagnostizieren und zu
   therapieren.

   Bei der Schlafapnoe sind die Atemwege der Betroffenen so verengt, dass
   die Atmung nicht nur deutlich erschwert ist, sondern sogar vollständig
   aussetzt. Dieser Atemstillstand kann von zehn Sekunden bis zu einer
   Minute dauern. Lautes Schnarchen, Tagesmüdigkeit und zeitweise
   Gedächtnisverlust sind nicht selten die Folge. "Unser Fund beweist nun,
   dass beeinträchtigte Atmung während des Schlafs zu schweren Hirnschäden
   führen können, die Gedächtnis und Denken stören", berichtet Projektleiter
   Ronald Harper. Verantwortlich für den nicht geringen Gewebsverlust der
   Mamillarkörper und damit einhergehendem möglichen Funktionsverlust sei
   höchstwahrscheinlich die wiederholt reduzierte Sauerstoffzufuhr im
   Gehirn, die zum Zelltod führe. Dieser Prozess würde auch Entzündungen
   zusätzlich anheizen, was das Hirngewebe weiter beschädige, so Harper.
   "Auch der Fakt, dass sich die Gedächtnisprobleme der Patienten trotz
   Behandlung fortgesetzt haben, lässt darauf schließen, dass es sich um
   eine langanhaltende Hirnschädigung handelt."

   Die Wissenschaftler wollen nun genau untersuchen, wie die Schlafapnoe zum
   Gewebsverlust beiträgt und ob die Verabreichung von Vitamin B1 in hohen
   Dosen, wie sie bei alkoholismusbedingtem Gedächtnisverlust erfolgt, auch
   bei diesem Störungsbild helfen kann, die Gedächtnisleistung wieder zu
   verbessern. "Wir vermuten, dass sich dadurch die Zellen regenerieren und
   das Gehirn sie wieder verwenden kann", so Harper. Zwischen zwei und drei
   Prozent der Bevölkerung leiden unter den nächtlichen Atemstörungen,
   betroffen sind dabei vor allem übergewichtige Männer ab dem 40.
   Lebensjahr. Allerdings sind neueren Studien zufolge auch Frauen in den
   Wechseljahren eine Risikogruppe.

http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=080612037
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Geri

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Re: Schlafapnoe, Schlafmangel
« Antwort #3 am: 17. Juli 2008, 01:05 »

http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=080716028

   Schlafmangel führt zu falscher Erinnerung

   Gehirn versucht mit verstärkter Aktivität zu kompensieren


   Washington/Lübeck (pte/16.07.2008/13:55) - Schlaflose Nächte können dazu
   führen, dass man sich an Einzelheiten falsch erinnert. Zu diesem Schluss
   kommt ein Forscherteam der Universität Lübeck in der Online-Ausgabe des
   Wissenschaftsmagazins Nature. Obwohl Neurologen davon ausgehen, dass
   Erinnerungen im Schlaf vertieft werden können, war bis dato unklar, ob
   sich falsche Erinnerungen durch den Schlaf konsolidieren, oder erst dann,
   wenn die Informationen am nächsten Morgen wieder abgerufen wird.

   Das Forscherteam unter der Leitung von Jan Born, Direktor des Department
   für Neuroendokrinologie an der Uni Lübeck http://www.kfg.uni-luebeck.de
   hat Probanden eine ganze Reihe von Worten lernen lassen, die alle mit
   einem bestimmten Überbegriff zusammengefasst werden konnten. Zum Beispiel
   waren es Worte wie "Nacht", "dunkel", "Katze" und "weiß", die alle mit
   dem Wort "schwarz" in Verbindung gebracht werden könnten. "Doch das Wort
   'schwarz' war nicht dabei", so der Forschungsleiter Jan Born im
   pressetext-Interview.

Anschließend fragten die Forscher ihre Probanden ab
   - eine Gruppe von ihnen war ausgeschlafen, die andere hatte eine
   schlaflose Nacht hinter sich. "Wir haben festgestellt, dass jene, die
   nicht ausgeschlafen waren, ziemlich häufig dazu neigten, Worte, die nie
   vorgekommen waren, als vorher genannt anzugeben", erklärt der Forscher.
   Viele waren sogar felsenfest davon überzeugt, dass diese Worte vorher
   gefallen sind. Die Forscher nannten dieses Paradigma "False Memory". "Es
   ist sehr interessant festzustellen, dass der Schlafmangel das gesamte
   Grob-Konzept des Denkens offensichtlich nicht beeinflusst, allerdings im
   Detail zu falschen Angaben führt."

   Interessant war auch das Ergebnis einen weiteren Tag später. "Selbst
   dann, wenn die schlaflosen Probanden nach einem Schlaf noch einmal
   befragt wurden, waren die falschen Erinnerungen immer noch vorhanden", so
   der Forscher. Wahrscheinlich sei es nicht der Schlafentzug, der zu diesen
   falschen Erinnerungen führt, sondern der Akt die abgespeicherte
   Information wieder herauszuholen, glauben die Forscher. Untersuchungen
   des Gehirns haben darauf hingewiesen, dass im Gehirn auch bei
   Schlafentzug kein Mangel an Energie vorhanden war."

Beobachtet wurde
   sogar eine verstärkte Hirnaktivität. Schlafentzug wirkt demnach negativ
   auf die exekutiven Funktionen - damit werden kognitive Prozesse
   bezeichnet, die zum Erreichen eines definierten Ziels die flexible
   Koordination mehrerer Subprozesse steuern. Das geschieht in einer
   Hirnregion, die Vorderer Kortex genannt wird. "Die verstärkte
   Gehirnaktivität ist ein Versuch die mangelnde Leistung zu kompensieren",
   meint der Experte abschließend gegenüber pressetext.

Richi

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Schlafapnoe und Demenz
« Antwort #4 am: 06. Dezember 2008, 17:38 »

Sauerstoffzufuhr könnte auch Demenz-Symptomen entgegenwirken

CPAP-Therapie gegen Schlafapnoe lindert auch Alzheimer-Symptome

05.12.08 - Bei Alzheimer-Patienten, die gleichzeitig an obstruktiver Schlafapnoe leiden, hilft eine CPAP-Therapie (Continuous Positive Airway Pressure) nicht nur gegen die Schlafstörung, sondern lindert auch Demenz-Symptome.

Ein Forscherteam ............. http://www.aerztlichepraxis.de/artikel_neurologie_alzheimer_alzheimer_122848018886.htm

hilde

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Schlafapnoe und Übergewicht
« Antwort #5 am: 01. März 2009, 11:06 »
Gewichtsverlust führt bei leichter Schlafapnoe bei Erwachsenen zu Verbesserung

Ein Programm zum Erreichen eines gesunden Gewichtsverlusts führte in einer Studie mit übergewichtigen Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren zu einer Verbesserung einer leichten obstruktiven Schlafapnoe.

Adipositas sei ein bekannter Risikofaktor für obstruktive Schlafapnoe (OSA), jedoch sei bisher in noch keiner randomisierten Studie untersucht worden, ob eine Gewichtsreduktion das Leiden lindert, betonen Dr. Henri P. I. Tuomilehto von der Universität Kuopio (Finnland) und Kollegen.

http://www.univadis.de/medical_and_more/de_DE_News_Article_Medical?profileAOI=24&profileAOIName=HNO-Heilkunde&articleItemId=4a101815775564b67716e65b26e14807

Geri

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Schlafapnoe: Herzinfarkt/Schlaganfall-Risiko erhöht
« Antwort #6 am: 07. März 2009, 00:09 »
Schnarchen: Apnoe erhöht Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko

Während Schnarchen an sich ungefährlich ist, sind längere Atemaussetzer sowie lautes und unregelmäßiges Schnarchen Hinweise auf die ernstzunehmende Krankheit Schlafapnoe. Das betonen Mediziner der University of Michigan gegenüber ScienceDaily. "Unregelmäßige Schlafatmung rückt zunehmend ins Interesse der Wissenschaft, da ein starker Zusammenhang mit Gehirnschlag, Herzinfarkten und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen erkennbar ist", sagt die Kardiologin Melvyn Rubenfire. Damit sei tiefes Schnarchen ebenso ein Risikofaktor für das Herz-Kreislaufsystem wie Rauchen, Diabetes, hoher Blutdruck und eine erbliche Disposition.

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=24673


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Schlafapnoe
« Antwort #7 am: 11. Februar 2010, 18:26 »
   11.02.2010 
   
   Schlafstörungen als Herzrisiko

Kardiologen befassen sich immer häufiger mit Schlafstörungen ihrer Patienten. Nach einer Umfrage verfügt jeder dritte Kardiologe über Geräte zur Schlafuntersuchung. An einigen kardiologischen Kliniken gibt es sogar Schlaflabors. Schnarchen und häufige Atemaussetzer in der Nacht verhindern nicht nur einen erholsamen Schlaf. Sie sind auch ein wichtiger Risikofaktor für Herzkreislauferkrankungen, erläutert Privatdozent Olaf Oldenburg vom Herz- und Diabeteszentrum in Bad Oeynhausen.


Bluthochdruck, Herzinfarkte, Herzrasen und Herzschwäche werden durch den wiederkehrenden nächtlichen Sauerstoffmangel im Gehirn begünstigt. Zu ihr kommt es immer dann, wenn im Schlaf die Wände des Rachenraums erschlaffen. Die Folge ist eine vorübergehende Verlegung der Atemwege mit Atemaussetzern. Die Leitlinien raten bei der sogenannten "obstruktiven Schlafapnoe" zu einer nächtlichen Maskenbeatmung. Sie bessert die Lebensqualität der Patienten und mindert das Risiko tödlicher Herzkrankheiten, schreibt Dr. Oldenburg.

Kardiologen sind deshalb aufgefordert, ihre Patienten auf Schlafstörungen hin zu untersuchen. Dies geschieht zumeist mit der Polygrafie, die mehrere Parameter gleichzeitig erfasst. Der Patient trägt dabei über Nacht ein kleines Gerät, das mit Gurten am Brustkorb befestigt wird. Es misst den Luftstrom an Mund und Nase und nimmt über ein Mikrofon die Schnarchgeräusche auf. Ein Clip am Finger bestimmt Sauerstoffsättigung und Herzfrequenz. Dehnungsstreifen in den Gurten registrieren die Atembewegungen, Bewegungssensoren erkennen die Körperlage. Die Ergebnisse werden kontinuierlich von einem kleinen Messgerät erfasst und für die spätere Auswertung gespeichert.

.............. http://www.journalmed.de/newsview.php?id=28643

Richi

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Schnarchen
« Antwort #8 am: 31. März 2010, 00:03 »

Schnarchen - das Sägewerk im Schlafzimmer
Jeder dritte Mann schnarcht regelmäßig - und ist damit häufiger Auslöser weiblicher Schlafstörungen.

Schnarchen Schlafforschung: Die sägenden Schnarchgeräusche können eine Lautstärke von 95 Dezibel erreichen. Das entspricht dem Lärm eines Presslufthammers. DruckenSendenLeserbrief
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Wegen nächtlicher Lärmbelästigung hat vor Kurzem ein Student in China die Nerven verloren: Er tötete seinen 22-jährigen Zimmerkollegen mit fünf Messerstichen, weil dieser so laut schnarchte.

Aus Österreich sind bisher noch keine Fälle überliefert, dass jemand wegen der Sägegeräusche seines Partners zum Messer griff. Dennoch handle es sich beim Schnarchen um ein ernstes gesundheitliches Problem, das Angehörige massiv in Mitleidenschaft ziehen kann, betont Univ.-Prof. Manfred Walzl, Schlafexperte an der Landesnervenklinik in Graz. "Heute klagen bereits 37 Prozent der Europäer über Schlafstörungen. 30 Prozent der betroffenen Frauen geben als Ursache das Schnarchen ihres Partners an." Bei den Männern sind es gerade einmal acht Prozent. Frauen geben deutlich seltener Schlafgeräusche ab, deren Lautstärke im Extremfall an einen Presslufthammer oder eine Kettensäge heranreicht. Während der Schnarcher oft von alldem nichts mitbekommt, findet sein Partner keinen Tiefschlaf und ist tagsüber wie gerädert.
Ursachen

Die Ursachen des Schnarchens sind mittlerweile bekannt. Die Atemluft bringt die erschlafften Rachen-Weichteile zum Schwingen. "Ganz so, wie wenn Wäsche im Wind flattert", sagt Walzl.
Viele Faktoren können zu der Gewebeschwäche führen: Angeborene anatomische Besonderheiten, Übergewicht, der Genuss von zu viel Alkohol, aber auch die Einnahme von Schlafmitteln.

Viel heikler als das Schnarchen sind die manchmal damit gemeinsam auftretenden nächtlichen Atemaussetzer (Schlafapnoe). "Dabei ist die Luftzufuhr im Extremfall bis zu zwei Minuten unterbrochen - und das mitunter 50- bis 60-mal während einer einzigen Nacht", so der Neurologe. Durch die mangelhafte Sauerstoffzufuhr erhöhe sich das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Krankheiten enorm.

Abhilfe schaffen spezielle Atemmasken, die während des Schlafs getragen werden und mit leichtem Überdruck das Zusammenklappen der schlaffen Weichteile verhindern. Weil das recht unbequem sein kann, entscheiden sich manche Patienten für eine Operation, bei der Ober- und Unterkiefer nach vorne verschoben werden. "Die Erfolgsrate liegt bei 90 Prozent, allerdings handelt es sich um einen recht aufwendigen Eingriff", sagt Klaus Sinko, Kieferorthopäde an der Wiener MedUni.

Schienen

Einen ähnlichen Effekt haben Schnarchschienen, die vom Zahnarzt individuell angepasst werden. Seit Kurzem wird in Österreich auch die Velumount-Methode aus der Schweiz angeboten. Das ist ein Drahtgestell, das im Mund getragen wird und die Weichteile im Gaumen stützt. Bevor solche Geräte verwendet werden, sollte der Patient aber genau vom Arzt untersucht werden, rät der Wiener Schlafforscher Univ.-Prof. Josef Zeitlhofer: "Es kann bei solchen Behandlungen vorkommen, dass das Schnarchen verschwindet, nicht aber die Apnoe. Denn nicht immer stehen die beiden Störungen in einem direkten Zusammenhang."
Schnarchen: Frauen seltener betroffen

Männerleiden 30 Prozent der Männer und rund zehn Prozent der Frauen schnarchen regelmäßig. Dass Frauen seltener betroffen sind, hat vermutlich hormonelle Gründe.

Velumount-Methode Die Schnarchspange aus der Schweiz wird im Rahmen von mehrstündigen Workshops individuell angepasst. Kosten: 300 Euro. Infos: 01 / 581 05 33.

Buchtipp Gabriele Rossbach, Endlich wieder gut schlafen, O. W. Barth, 223 S., 17,50 Euro.


Artikel vom 25.03.2010 16:16 | KURIER | Josef Gebhard

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Schlafapnoe und Herzinsuffizienz
« Antwort #9 am: 18. März 2011, 17:07 »


15/03/2011

Zusammenhang zwischen obstruktiver Schlafapnoe und Herzinsuffizienz

Artikeltyp: Review

Artikel von Sandy Field, for Excerpta Medica

aus J Am Coll Cardiol. 2011;57:119-27.

PMID 21211682

" Wirkt sich die Behandlung der einen Erkrankung auf die Outcomes der anderen aus? "
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Wirkt sich die Behandlung der einen Erkrankung auf die Outcomes der anderen aus?

Hintergrund

Obstruktive Schlafapnoe (OSA) kann aufgrund von kardiovaskulären Erkrankungen – wie z. B. intermittierender Hypoxie, oxidativem Stress, systemischen Entzündungen, Überaktivierung des Sympathikus, zu stark negativem intrathorakalem Druck und erhöhtem Blutdruck – zu Herzinsuffizienz führen. Jüngere Studien weisen darauf hin, dass die Behandlung von OSA mit kontinuierlichem Atemwegsüberdruck (engl. continuous positive airway pressure , CPAP) die Therapieergebnisse bei Herzinsuffizienz verbessern kann, indem die Sympathikusaktivität gedämpft, der Blutdruck gesenkt und die systolische Myokardfunktion verbessert wird.

.................. http://www.univadis.de/medical_and_more/JustPublished_Detail?link=/DE/content/view/justpublished/34083/%28language%29/ger-DE&id=34083