Autor Thema: Mehr Bewegung sehr wichtig - aber wie .....?  (Gelesen 3144 mal)

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Mehr Bewegung sehr wichtig - aber wie .....?
« am: 06. November 2015, 00:32 »





So bringen Sie Bewegung in Ihren Alltag

Mehr Bewegung bedeutet nicht unbedingt (mehr) Sport. Der ganz normale Alltag bietet viele Möglichkeiten, um körperlich aktiver zu werden. Warum die Schritte zwischendurch so wichtig sind


Gehören Sie auch zu den Menschen, die entnervt abwinken, wenn Sie das Wort „Sport“ nur hören? Auf dem Hometrainer strampeln, an Fitnessgeräten schwitzen oder sich auf Joggingschuhen durch den Park plagen – alles haben Sie schon probiert, aber es ist einfach nichts für Sie?

Und trotzdem werden Sie das ungute Gefühl nicht los, dass Sie sich dringend mehr bewegen müssten. Zum Beispiel, weil Ihnen das Treppen steigen zunehmend schwerer fällt oder Sie selbst bei kurzen Wegen außer Puste kommen.

Nun, vielleicht haben Sie einfach noch nicht die richtige Sportart für sich gefunden. Heutzutage gibt es so viele Möglichkeiten – da ist wahrscheinlich auch für Sie etwas Passendes dabei. Aber dazu lesen Sie mehr im Artikel „Die richtige Sportart finden“.
Worauf wir an dieser Stelle hinauswollen: Sie brauchen nicht unbedingt eine neue Sportart, um etwas gegen Ihren Bewegungsmangel zu tun. Der ganz normale Alltag bietet zahlreiche Möglichkeiten, sich mehr zu bewegen. Aufzug, Auto, automatische Fensterheber – Hand aufs Herz: Unser Alltag ist schrecklich bequem geworden. Die Lebensgewohnheiten haben sich verändert. Alles muss schnell gehen, und darum fährt man eben lieber mit dem Auto zum Bäcker, als die paar Meter zu Fuß zu gehen.
Treppe laufen statt Fahrstuhl fahren

„Die fehlenden Alltagsbewegungen sind der Hauptgrund für unseren Bewegungsmangel“, sagt Professort Klaus Bös, ehemaliger Leiter des Institutes für Sport und Sportwissenschaft am Karlsruher Institut für Technologie. Bös hat ausgerechnet, dass wir allein dadurch, dass unser Alltag passiver und bequemer geworden ist, am Tag 400 bis 500 Kilokalorien weniger verbrennen. Wir fahren Fahrstuhl oder Rolltreppe, die Garagentür funktioniert genauso wie die Rollläden elektrisch und sogar das Autofahren ist dank Servolenkung, Automatikgetriebe und elektrische Fensterheber noch bequemer geworden.

Studien haben gezeigt, dass besonders bewegungsarme Menschen nur 1000 bis 2000 Schritte am Tag gehen, Menschen mit Bürojob bringen es in der Regel auf gerade mal 3000 Schritte. Aber 10.000 Schritte am Tag sollten es sein, um sich ausreichend zu bewegen!

„Das ist zwar eine vernünftige, aber auch stolze Forderung, die für viele Menschen im Alltag nicht leicht zu erreichen ist“, sagt Bös. „Gut wären wenigstens 3000 Schritte extra am Tag. Das schaffen Sie zum Beispiel mit einer halben Stunde flottem Spazierengehen.“

3000 Schritte extra am Tag, das können Sie mit ein bisschen Kreativität aber auch mit ganz normalen Alltagsbewegungen hinbekommen. Ganz nebenbei, in kleinen Portionen über den ganzen Tag verteilt – und ohne sich extra Zeit dafür nehmen zu müssen.


Simone Herzner / www.apotheken-umschau.de; aktualisiert am 30.06.2014, erstellt am 25.11.2013
Bildnachweis: W&B/Simon Katzer

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Brustkrebs und Bewegung - dem Körper Gutes tun

Für den Heilungsprozess spielt sowohl die körperliche Verfassung der Brustkrebs-Patientin als auch der seelische Zustand eine sehr wichtige Rolle. Schon im Krankenhaus erhalten die Patientinnen Tipps für anschließende Rehabilitations-Maßnahmen, die vor allem eine schnelle Reintegration der Betroffenen in das Arbeits- und Sozialleben zum Ziel haben. Leider nehmen immer noch zu wenige Frauen die Möglichkeit wahr, an diesen weiterführenden Maßnahmen für eine Verbesserung des allgemeinen körperlichen und psychischen Befindens bei Brustkrebs teilzunehmen. Viele Patientinnen mit Brustkrebs sind infolge der Therapie müde und fühlen sich schlapp oder scheuen sich davor, sich zu bewegen, aus Angst, etwas falsch zu machen.
Aber oft reichen schon Spaziergänge, um in Bewegung zu kommen. So steigern ein leichtes Ausdauertraining (z.B. Wandern, Walking, Joggen, Schwimmen und Radfahren) und auch eine effektive Gymnastik das Selbstbewusstsein, erhöhen die Widerstandsfähigkeit gegen Stress und bauen Ängste ab. Das richtige Maß spielt hier eine wichtige Rolle, damit sich die Betroffenen von Brustkrebs nicht überfordern. In jedem Fall sollte der behandelnde Arzt der Patientin raten, was sie sich zumuten darf. Die Bewegung sollte nicht als Leistungssport betrachtet werden, sondern vor allem dazu dienen, das Allgemeinbefinden zu verbessern.

Was hat Bewegung mit Krebs zu tun?

Lange Zeit verkannte man den tatsächlichen Nutzen von Bewegung und Sport in der Krebsbehandlung. Gingen skeptische Mediziner noch vor 20 Jahren davon aus, dass durch Bewegung Metastasen entstehen könnten, zeigt sich aktuell ein anderes Bild. Inzwischen gilt der positive Einfluss von Bewegung und Sport auf Krebspatienten als gesichert. Körperliche Aktivitäten sind heute ein wichtiger Bestandteil in der Therapie. Sie dienen der Kräftigung und Wiederherstellung von Körper und Seele.

Die ersten Erfahrungen mit Bewegungstherapie in der Nachsorge und Rehabilitation bei Krebspatienten wurden in Deutschland vor etwa 25 Jahren gemacht. Zu dieser Zeit entstanden auch die ersten Krebsnachsorge-Sportgruppen. In einer ersten Studie untersuchten Wissenschaftler der Deutschen Sporthochschule Köln die Einflüsse körperlicher Aktivitäten in der Rehabilitation bei Patientinnen mit Brustkrebs. Die Ergebnisse waren erfreulich und es zeigte sich, dass Bewegung einen positiven Effekt auf die körperliche und psychische Konstitution der Patientinnen mit Brustkrebs hatte. Durch diese und weitere Studien erhielten die Bewegungstherapie und der Rehabilitationssport in der Behandlung von Krebs einen wachsenden Stellenwert.

Inzwischen existieren in Deutschland etwa 650 spezielle Krebssportgruppen. Mehr als 90 Prozent der Teilnehmer sind Patientinnen mit Brustkrebs.

Die Bewegungstherapie bei Krebs verfolgt die Ziele, die physischen, psychischen und psychosozialen Ebenen der Patientin positiv zu beeinflussen

Physische Ebene:

    Thrombose-Prophylaxe und Förderung des lymphatischen Rückflusses
    Mobilisation des Schultergelenkes und Vermeidung von Kontrakturen
    Vorbeugung von Lungenentzündungen
    Erhalt oder (Wieder-)Gewinn von Kraft, Ausdauer und Koordination
    Stimulierung des Herz-Kreislaufsystems
    Bekämpfung des Fatigue-Syndroms (chronische Erschöpfung)
    Stärkung des Immunsystems

Psychische Ebene:

    Förderung der Motivation der Patientin und aktive Teilhabe am Genesungsprozess
    Stress-Abbau
    Nutzen der eigenen Stärken
    Ablenkung vom "Problem"
    Förderung des Selbstbewusstseins und Selbstwertgefühls, vor allem nach Brust-Amputation

Psychosoziale Ebene:

    Appell an die persönliche Verantwortung
    Förderung der sozialen Unabhängigkeit
    Teilhabe am gesellschaftlichen Leben
    Soziales Miteinander in einer Gruppe als Ergänzung oder Alternative zur Selbsthilfegruppe
    Positives, gemeinschaftliches Erleben von Bewegung und Sport

Welche Sportarten eignen sich wofür?


Jeder Tag einer Krebspatientin ist anders. Auch wenn sich die betroffenen Frauen müde und erschöpft fühlen, kann ein wenig Bewegung wahre Wunder vollbringen. Aber es sollte nicht übertrieben werden oder gar bis zur totalen Erschöpfung trainiert werden. Krebs-Betroffene brauchen länger, um sich zu erholen, als Nicht-Betroffene. Für eine sinnvolle Bewegungsempfehlung sollten folgende Therapiephasen unterschieden werden:

1. Akut-Phase
Die Patientinnen sollten direkt nach der Operation (Akut-Phase) mit einer gezielten Physiotherapie (Krankengymnastik) beginnen. Hier werden in der Regel ab dem zweiten Tag nach der Operation, unter Anleitung einer speziell geschulten Therapeutin, erste Dehn- und Mobilisierungsübungen durchgeführt.

Grundsätzlich sollte die operierte Seite genauso wie die gesunde mit einbezogen werden. Kleine Pumpbewegungen mit den Händen und Unterarmen beugen einer Ödembildung vor - zusätzlich kann eine Lymphdrainage helfen. Das Bewegungsausmaß orientiert sich am Schmerz und der Narbenspannung der Patientin. Eine anschließende Hockergymnastik und Gangschule sorgt für eine verbesserte Haltung und Koordination. Wenn sich die betroffenen Frauen sicher fühlen, sollten sie sich schon im Krankenhaus so viel wie möglich bewegen, am besten täglich. Treppensteigen, das Krankenhaus von außen anschauen - Bewegung und frische Luft tun in jedem Fall gut.

Auch während der Chemotherapie, die über mehrere Monate gehen kann, ist gezielte Bewegungstherapie möglich. Die Patientinnen sollten sich auf keinen Fall in ihrem Krankenbett verkriechen. In vielen Krankenhäusern zeigen Bewegungstherapeuten den Betroffenen, wie bestimmte Bewegungen richtig durchgeführt werden. Falls die gewählte Chemotherapie keinen Einfluss auf das Herz-Kreislaufsystem hat, kann die Patientin sechs Stunden nach der Chemo-Gabe mit einem Ausdauertraining z.B. auf dem Fahrradergometer beginnen.

Während der Bestrahlung und Hormontherapie spricht grundsätzlich nichts gegen bewegungstherapeutische Aktivitäten. Das individuelle Empfinden und die Nebenwirkungen sind hier die entscheidenden Faktoren.

2. Reha-Phase

Die stationäre oder auch ambulante Anschlussheilbehandlung sollte in der Regel nicht später als 14 Tage nach der Entlassung aus der Akut-Klinik begonnen werden. Die dreiwöchige Rehabilitation sorgt für eine schnelle Wiedereingliederung in das Berufsleben, in die Gesellschaft und in den Alltag. Dort kümmern sich erfahrene Therapeuten und Ärzte um die Patientinnen, die langsam und behutsam an das Training herangeführt werden. Hier sollte auch der erste Kontakt zu den Nachsorge-Krebssportgruppen in Wohnortnähe geknüpft werden. Den meisten Kliniken liegen dazu Adressenlisten vor.

3. Rehabilitationssport zu Hause
Zu Hause angekommen, fühlen sich viele Patientinnen zunächst erleichtert. Andererseits ist diese Situation nicht selten auch mit Unsicherheit und Ängsten verbunden, die es zu bewältigen gilt. Bewegung kann in diesem Zusammenhang helfen, Ängste abzubauen, depressive Verstimmungen zu vermeiden, soziale Kontakte zu knüpfen und das Erschöpfungssyndrom (Fatigue), unter dem viele Patientinnen weiterhin leiden, zu mindern. Wichtig dabei ist, dass nur regelmäßige Bewegung den weiteren Genesungsprozess fördert. Es sollten Bewegungsformen gewählt werden, die Spaß machen, denn nur so bleibt die Motivation zur ständigen und regelmäßigen Bewegung erhalten. Wenn Bewegung und Sport alleine langweilig und monoton sind, so sind die Krebsnachsorge-Sportgruppen sehr zu empfehlen.

Nach §44 Sozialgesetzbuch IX wird der Rehabilitationssport in der Krebssportgruppe bezuschusst, und damit hat jede Patientin das Recht, diese finanziellen Zuwendungen zu erhalten. In einer Krebsnachsorge-Sportgruppe können die Patientinnen unter Anleitung speziell ausgebildeter Übungsleiter Bewegung erleben. Hier spielen die Freude, die sozialen Kontakte und das positive Erleben von Bewegung eine zentrale Rolle.

Folgende körperlichen Aktivitäten sind empfehlenswert:

    Allgemeine Ausdauersportarten (Fahrrad bzw. Standfahrradfahren)
    Walken, Nordic-Walken (mit geringem Armeinsatz)
    Ski-Langlauf (mit geringem Armeinsatz)
    Schwimmen und Aquagymnastik
    Modifizierte Mannschafts- und Gruppenspiele (z.B. Volleyball mit Softball)
    leichtes Krafttraining im Fitness-Studio
    Gymnastik
    Entspannungsverfahren (z.B. nach Jacobson)

Worauf Patientinnen achten sollten

In der Akut-Behandlung im Krankenhaus sollte nicht an den Tagen trainiert werden, an denen die Patientin Chemotherapeutika erhält, die Herzrhythmusstörungen auslösen. Bei anderen Chemotherapien können nach sechs Stunden Pause körperliche Aktivitäten wieder aufgenommen werden. Zwischen einer Bestrahlung oder Tabletteneinnahme und dem Bewegungsprogramm sollte mindestens eine Stunde liegen.

Übungen, die ruckartig mit den Armen ausgeführt werden oder schnelles Kreisen mit den Armen sind zu vermeiden, um einen "dicken Arm" (Lymphödem) vorzubeugen. Jede körperliche Aktivität sollte mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.
Weitere Artikel
Übungsprogramm bei Brustkrebs
Digitale Mammographie
Gebärmutterhalskrebs


Hier sollte auf jeden Fall intensive körperliche Anstrengung vermieden werden:

In der Akut-Phase:

    Starke Schmerzen
    Kreislaufbeschwerden, Schwindel
    Fieber, Temperatur über 38,0° C
    Übelkeit, Erbrechen

Im Reha-Sport:

    Knochenmetastasierungen
    Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems
    Fortgeschrittene Tumorstadien

Quellen: Schüle, K. (2005): Sport- und Bewegungstherapie. In: UNGER, C.; WEIS, J. (Hrsg.): Onkologie. Unkonventionelle und supportive Therapiestrategien. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart: 7-25.

Schüle, K. (2001): Bewegung und Sport in der Krebsnachsorge. Forum DKG, 2 (16): 39-41

Lötzerich H, Peters Ch, Seiler R (1996): Sport und Krebs. Der Einfluss von Sport auf die Psyche und das Immunsystem von Mammacarcinompatientinnen. Forschung Innovation Technologie: das F.I.T.-Wissenschaftsmagazin der Deutschen Sporthochschule Koeln. (1), 1-4
Aktualisiert: 10.04.2014 – Autor/Quelle: Initiative "Brustkrebs bewegt“

http://www.gesundheit.de/krankheiten/krebs/krebs-bei-der-frau/brustkrebs-und-bewegung-wie-kann-ich-meinem-koerper-etwas-gutes-tun

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Ein wirklich guter Vorsatz: Regelmäßig Sport treiben
« Antwort #2 am: 12. März 2016, 00:50 »




    

Ein wirklich guter Vorsatz: Regelmäßig Sport treiben



http://www.eanu.de/news/regelmaessig-sport-treiben.html

Evi

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Bewegungstherapie bei Krebs
« Antwort #3 am: 01. Juni 2016, 14:55 »




https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/aktuelle-themen/aktuelle-themen-2016/sport-gegen-krebs-bewegungstherapie-hilft-bei-nebenwirkungen.html

Bewegungstherapie bei Krebs

Körperliche Aktivität kann helfen das Risiko, an Krebs zu erkranken, zu minimieren. Ein regelmäßiges Bewegungstraining trägt aber auch dazu bei, die Begleiterscheinungen einer Krebserkrankung sowie der Therapie besser zu überstehen. Neue Studien zeigen wie bedeutsam Bewegung für das körperliche und seelische Wohlbefinden, nicht nur von Krebspatienten, ist. Wissenschaftler gehen davon aus, dass in Europa 14 Prozent aller Krebsfälle bei Männern und 16 Prozent bei Frauen durch ausreichende körperliche Aktivitäten vermieden werden könnten [1]. Was passiert jedoch in unserem Körper wenn wir aktiv sind und warum ist Bewegung, auch bei einer Krebserkrankung, so wichtig?

Seit Jahrtausenden ist der menschliche Organismus auf Bewegung programmiert. Körperliche Aktivität bringt das Immunsystem auf Touren, verbessert die Sauerstoffversorgung, unterstützt Reparaturprozesse und beflügelt den Geist. So kann die Lebenserwartung um drei Jahre gesteigert werden, wenn man sich täglich fünfzehn Minuten sportlich betätigt [1]. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt in ihrem Gesundheitsreport des Jahres 2015 mindestens 150 Minuten moderate oder 75 Minuten intensive körperliche Aktivität pro Woche [1]. Diese positiven Effekte von Bewegung werden zunehmend auch in der Krebstherapie eingesetzt. Denn das noch vor wenigen Jahren geltende Motto „Absolute Schonung für Krebspatienten“ ist von den neuesten Forschungsergebnissen widerlegt worden.
Körperliche Aktivität ist ein Wundermittel
Quelle: © ChiccoDodiFC - fotolia.com, Renner
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Bewegung ist ein elementarer Bestandteil um gesund zu bleiben und um sich wohlzufühlen. Deren Effekte erstrecken sich bis auf die physische, psychische und soziale Ebene. Die Aufrechterhaltung der unterschiedlichsten körperlichen Funktionen ist ohne Bewegung nicht möglich. Bewegung unterstützt den Körper dabei, dass Organe und Muskeln besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden, das Fettgewebe abgebaut, der Blutzuckerspiegel reguliert, der Bewegungsapparat gefestigt und die Gehirnleistung gefördert wird. Zudem wirkt sich Bewegung positiv auf das Seelenleben aus. Körpereigene, stimmungssteigernde Botenstoffe, wie Endorphine und Adrenalin werden, während wir uns bewegen, verstärkt ausgeschüttet. Und das Immunsystem profitiert ebenfalls: Natürliche Killerzellen werden angeregt, schädliche Zellveränderungen zu vernichten bevor diese entarten können oder sich unkontrolliert vermehren [2].

Sogar auf molekularer Ebene lässt sich die Wirkung von körperlicher Aktivität nachweisen. Forscher einer schwedischen Studie konnten aufzeigen, dass bei Probanden nach einem Fahrradfahrtraining die genetischer Struktur der DNA umprogrammiert worden ist. So wurden Blockade-Moleküle von jenen Genen entfernt, von denen bekannt ist, dass diese eine Rolle bei der Steigerung der Leistungsfähigkeit spielen [3].
Bewegungstraining steigert das Wohlbefinden
Quelle: © deanml1974 - fotolia.com, Physiotherapie
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Menschen mit einer Krebserkrankung leiden aufgrund der Erkrankung oder den Nebenwirkungen der Therapie an einer Vielzahl von belastenden Begleiterscheinungen. Diese können sich u.a. äußern in: Blutarmut (Anämie), Muskelveränderungen, Schmerzen, Veränderungen an den Nervenbahnen in Händen und Füßen, einer verringerten Lungenfunktion und einem Erschöpfungssyndrom. Die Fähigkeit am Alltag teilzunehmen ist für diese Menschen stark eingeschränkt. Auch sind die psychischen Belastungen groß. Ein Trainingsprogramm kann während und unmittelbar nach der Behandlung die Intensität und Häufigkeit der Nebenwirkungen deutlich verringern [4].

So zeigt eine aktuelle Studie unter der Leitung von Prof. Karen Steindorf am Universitätsklinikum Heidelberg, dass Brustkrebspatientinnen, die eine Strahlentherapie erhalten haben und ein Krafttraining absolvierten, signifikant weniger unter einem Erschöpfungssyndrom litten als Patientinnen, die nur Entspannungsübungen machten, zudem verbesserten sich wichtige Aspekte der Lebensqualität. "Krafttraining ist offenbar eine wirksame Methode, um den belastenden Fatigue-Symptomen bei Brustkrebspatientinnen vorzubeugen oder sie zu lindern. Zudem profitieren die Patientinnen auch in ihrem Alltagsleben von einer besseren körperlichen Leistungsfähigkeit“, so Karen Steindorf [5].
Lässt sich Krebs durch Sport verhindern?
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Die Wahrscheinlichkeit an Dickdarmkrebs zu erkranken, lässt sich durch regelmäßige Bewegung um zwanzig bis dreißig Prozent reduzieren. Denn die Menge an Fettgewebshormonen, die im Verdacht stehen das Tumorwachstum zu begünstigen, sinkt. Außerdem regt ein bewegungsreicher Lebensstil die Motorik des Darms an, d.h. die Passage des Darminhaltes wird beschleunigt und die Kontaktzeit zwischen schädlichen Substanzen und der Darmschleimhaut verkürzt sich [1].

Das Risiko einen bösartigen Brusttumor zu entwickeln, lässt sich ebenfalls durch viel Bewegung mindern. Denn Bewegungsarmut und Gewichtszunahme können einen steigenden Östrogenspiegel zur Folge haben und ein erhöhter Östrogenspiegel vergrößert das Risiko einer postmenopausalen Brustkrebs- und Gebärmutterschleimhautkrebserkrankung. Studien zeigen, dass bei körperlich aktiven Frauen das Brustkrebsrisiko nach den Wechseljahren um zwanzig bis dreißig Prozent sinkt. [1].

Um das Risiko einer Bauchspeicheldrüsenkrebserkrankung zu minimieren, wirkt sich eine, durch physische Aktivitäten bedingte, Reduktion des Blutzucker- und Insulinspiegel positiv aus. Das Erkrankungsrisiko kann, gemäß epidemiologischer Studien, durch körperliche Aktivität um 20 bis 30 Prozent sinken [1].

Bei Lungenkrebs zeigen Studien, dass bei einem intensiven Bewegungstraining das Erkrankungsrisiko um bis zu dreißig Prozent reduziert werden kann. Forscher vermuten als Ursache dafür, die verkürzte Kontaktzeit von krebserregenden Substanzen im Lungengewebe, da ein Bewegungstraining mit einer verbesserten Lungenfunktion einhergeht [1].
Welche Art von Bewegung ist die richtige?
Quelle: © Robert Kneschke - fotolia.com, Paar beim Tanzen
Quelle: © Robert Kneschke - fotolia.com

Nicht jede Art von körperlicher Aktivität ist für jeden Krebspatienten angemessen. An der Deutschen Sporthochschule Köln wurde daher unter der Leitung von PD Dr. Freerk Baumann die „Onkologische Trainingstherapie“ ins Leben gerufen, ein deutschlandweit einzigartiges wissenschaftliches Projekt, das die Interaktionen zwischen einer Krebstherapie und körperlicher Aktivität wissenschaftlich untersucht. Sportwissenschaftler, Mediziner und Psychologen arbeiten in dem Projekt zusammen und stimmen sich zu den körperlichen Möglichkeiten und den Trainigszielen ihrer Patienten regelmäßig ab. Schließlich muss eine Bewegungstherapie auf den einzelnen Patienten und seine physische bzw. psychische Verfassung individuell abgestimmt sein, so dass die Art und Intensität der Bewegung mit der individuellen Krankheits- und Therapiesituation variiert.

Eine pauschale Aussage, welche Bewegungsformen empfehlenswert sind, lässt sich nicht treffen. Qualifiziertes bewegungstherapeutisches Personal mit onkologischen Kenntnissen kann Ihnen bei der Auswahl behilflich sein. Entscheidend ist aber, dass Ihnen die Art der körperlichen Bewegung Spaß macht, denn Bewegungsprogramme können einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung des Behandlungsergebnisses und der Lebensqualität leisten.

(dw)

Fachberatung: PD Dr. Freerk Baumann von der Sporthochschule Köln

Josef

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Bewegung sehr wichtig - nicht nur bei / gegen Krebs
« Antwort #4 am: 17. September 2016, 00:10 »




Kleiner Aufwand – großer Nutzen

Das Ergebnis einer französischen Studie hat´s gezeigt: Schon bei geringer körperlicher Aktivität ist der Effekt gegenüber völlig inaktiven Älteren groß. Ein kurzes Training wie z.B. 15 Minuten zügiges Spazierengehen pro Tag, senkt die Mortalität über einen Zeitraum von zwölf Jahren um 22%.
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

Gitti

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Krebs? Jetzt ist Bewegung besonders wichtig
« Antwort #5 am: 29. März 2017, 20:11 »




Bewegungstherapie bei Krebs


Körperliche Aktivität kann helfen, das Risiko an Krebs zu erkranken, zu minimieren. Ein regelmäßiges Bewegungstraining trägt aber auch dazu bei, die Begleiterscheinungen einer Krebserkrankung sowie der Therapie besser zu überstehen. Neue Studien zeigen, wie bedeutsam regelmäßige Bewegung für das körperliche und seelische Wohlbefinden, nicht nur von Krebspatienten, ist. Was passiert jedoch in unserem Körper, wenn wir Sport treiben, und warum ist Bewegung, auch bei einer Krebserkrankung, so wichtig?
Seit Jahrtausenden ist der menschliche Organismus auf Bewegung programmiert. Sport bringt das Immunsystem auf Touren, verbessert die Sauerstoffversorgung, unterstützt Reparaturprozesse und beflügelt den Geist. Diese positiven Effekte werden auch zunehmend in der Krebstherapie eingesetzt. Denn das noch vor wenigen Jahren geltende Motto „Absolute Schonung für Krebspatienten“ ist von den neuesten Forschungsergebnissen widerlegt worden.

So zeigt eine aktuelle Studie unter der Leitung von Prof. Karen Steindorf am Universitätsklinikum Heidelberg, dass Brustkrebspatientinnen, die eine Strahlentherapie erhalten haben und sich sportlich betätigten, signifikant weniger unter einem Erschöpfungssyndrom litten, als Patientinnen, die nur Entspannungsübungen machten. Bislang gibt es kaum Möglichkeiten die Fatigue, jene starke Müdigkeit, die Krebspatienten häufig während und nach einer Therapie belastet, wirkungsvoll zu bekämpfen.

Aber nicht jede Art von körperlicher Aktivität ist für jeden Krebspatienten angemessen. Eine Bewegungstherapie muss auf den einzelnen Patienten und seine körperliche Verfassung individuell mit den behandelnden Ärzten abgestimmt sein.

Weitere hilfreiche Informationen für Betroffene und ihre Angehörigen zum Thema Sport und Krebs liefert das aktuelle Monatsthema des ONKO-Internetportals unter www.krebsgesellschaft.de/thema_juni2016
ONKO Internetportal in Kooperation mit der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.