Autor Thema: Nephrologie: Geschädigte Nieren  (Gelesen 3694 mal)

0 Mitglieder und 2 Gäste betrachten dieses Thema.

Dietmar E.

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 1.889
  • Geschlecht: Männlich
Nephrologie: Geschädigte Nieren
« am: 17. April 2008, 22:43 »
Chronische Nierenerkrankungen können unabhängig von anderen Risikofaktoren
das Risiko für einen Myokardinfarkt und Schlaganfälle erhöhen.


Darauf deuten Daten des „Kidney Early Evaluation Program (KEEP)“ hin, die jetzt bei den „National Kidney Foundation 2008 Spring Clinical Meetings“ in Dallas, Texas, in den USA vorgestellt wurden. Außerdem flossen in diese Untersuchung auch umfangreiche Angaben aus dem „National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES)“ ein.

An KEEP hatten 69.244 freiwillige Probanden im Durchschnittsalter von 53,4 Jahren teilgenommen, die sich regelmäßig untersuchen ließen. Dazu gehörten auch Parameter der Nierenleistung wie die glomeruläre Filtrationsrate. In NHANES flossen Daten von 17.061 Teilnehmern ein.

Bei 26,8 Prozent der KEEP-Teilnehmer diagnostizierten die Wissenschaftler eine chronische Nierenerkrankung, die mitunter nur labormedizinisch nachweisbar war. Unter den NHANES-Teilnehmern galt dies für 15,3 Prozent der Probanden.

Die KEEP-Datenbank zeigte, dass 16,5 Prozent aller Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung einen Myokardinfarkt oder Schlaganfall erlitten, aber nur 7,8 Prozent jener Probanden, deren Nierenwerte völlig in Ordnung waren. In der NHANES-Datenbank lagen die entsprechenden Werte bei 15,1 Prozent beziehungsweise 3,7 Prozent. KEEP zeigte auch, dass das Mortalitätsrisiko bei einer chronischen Nierenerkrankung vierfach erhöht ist.

Auf der Basis dieser Daten schließen die Studienleiter, dass chronische Nierenerkrankungen in der Normalbevölkerung unabhängige Prädiktoren für Myokardinfarkte und Schlaganfälle sind. Vor dem Hintergrund dieser Befunde schreiben die Autoren, dass der Normalbürger dem Zustand seiner Nieren mehr Aufmerksamkeit widmen sollte. Außerdem fordern sie von der Industrie die Entwicklung neuer und besserer Testverfahren, um nachlassende Nierenleistungen schon bei jüngeren Patienten nachweisen zu können.

"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Gitti

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 1.339
  • Geschlecht: Weiblich
Nephrologie: Harnsäurewert
« Antwort #1 am: 18. April 2008, 12:52 »

Weist hoher Harnsäurewert auf Nephropathie hin?

WASHINGTON (ob). Hochnormale Harnsäurewerte scheinen ein frühes Warnzeichen für eine diabetische Nierenschädigung zu sein. In einer neuen Studie spiegelte sich darin der renale Funktionsverlust bei Typ-1-Diabetikern bereits zu einem Zeitpunkt wider, als noch keine Albuminurie bestand.

Bisher ging man davon aus, dass die Nierenfunktion bei Diabetes dann abzunehmen beginnt, wenn die Albuminausscheidung im Urin langsam zunimmt. Neue Daten einer Forschergruppe an der Harvard-Universität in Boston wecken allerdings Zweifel an dieser Sichtweise. So konnten Dr. Elisabeth T. Rosolowsky und ihre Kollegen bei immerhin jedem fünften Typ-1-Diabetiker einen renalen Funktionsverlust objektivieren - obwohl bei den Patienten noch keine Proteinurie als Zeichen für eine diabetische Nephropathie auszumachen war.

In einer Studie hat das Bostoner Forscherteam 675 Typ-1-Diabetiker untersucht, von denen 346 eine normale Albuminausscheidung und 311 eine Mikroalbuminurie aufwiesen. Die mittlere glomeruläre Filtrationsrate (GFR) betrug in beiden Gruppen 119 respektive 99 ml/min. Gemessen an der GFR (< 90 ml/min) als wichtiger Kenngröße für die renale Funktion hatten insgesamt 22 Prozent dieser Patienten bereits eine leichte bis mittelschwere Einschränkung der Nierenfunktion (bei Normalbuminurie 10 Prozent, bei Mikroalbuminurie 38 Prozent).

Außer einigen anderen Faktoren stand auch der Serumharnsäurespiegel in enger und unabhängiger Beziehung zum Nierenfunktionsverlust: Je höher die Harnsäurespiegel, um so niedriger war die GFR. Bei Harnsäurewerten unter 4 mg/dl betrug die GFR im Schnitt 117,4 ml/min, bei Werten über 5,3 mg/dl dagegen nur noch 97,5 ml/min.

Ob Harnsäure kausal an der diabetischen Nierenschädigung mitbeteiligt ist, lässt sich mit der jetzt im Journal der amerikanischen Gesellschaft für Nephrologie (CJASN) vorab online veröffentlichen Beobachtungsstudie nicht klären. Sollte sich ein kausaler Zusammenhang bestätigen, wäre mit der Harnsäure ein gut beeinflussbarer Risikofaktor gegeben, um einer Nierenschädigung vorzubeugen.