Autor Thema: Fisch, welchen, Omega3, und dann?  (Gelesen 2126 mal)

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Sissi

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Fisch, welchen, Omega3, und dann?
« am: 28. Mai 2016, 23:32 »



Fisch aus Aquakultur: Ist er wirklich so gesund?

Video verfügbar bis 25.05.2017

Die beliebten Fischsorten kommen fast nur noch aus Zuchtbetrieben. Doch ist der Fisch aus Aquakulturen überhaupt so gesund wie wir glauben?
Wie gesund ist Zuchtfisch?

In einer der größten Fischzuchtanlagen an der griechischen Ägäis gibt es Doraden und Wolfsbarsche. 90 Prozent dieser beliebten Mittelmeerfische stammen bereits aus der Zucht. Kein Lebensmittelbereich wächst so rasant. Denn Wildfischbestände sind überfischt, daher sind sie selten und teuer. Der Fisch gilt als besonders gesund. Vor allem wegen der Fettsäuren, die für unseren Körper lebensnotwendig sind. "Wir brauchen Fettsäuren, um die Energiezufuhr abzudecken. Wir unterscheiden dabei die essentiellen und die nicht-essentiellen Fettsäuren", sagt Sportmedizinerin Christine Graf. "Die nicht-essentiellen kann der Körper selbst herstellen und die essentiellen muss er mit der Nahrung zuführen, das sind die bekanntesten Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren."
Doch wie viele der gesunden Fettsäuren stecken im Zuchtfisch? Kann er halten, was wir uns gesundheitlich von ihm versprechen? Und gibt es einen Unterschied zum Wildfisch? Wir vergleichen eine Dorade aus der Mittelmeerzucht mit einer Wildfischdorade ebenfalls aus dem Mittelmeer sowie Lachs ebenfalls aus Aquakultur und als Wildfisch. Bei allen lassen wir den Fettsäuregehalt messen.

EU fördert Fischzucht

Rund 70 Millionen Tonnen Fisch und andere Meerestiere wurden im letzten Jahr gezüchtet. Der Großteil in Asien, aber auch in Europa reihen sich zehntausende Fischzuchten an den Küsten des Mittelmeers. Für Griechenland ist Zuchtfisch ein wichtiges Exportprodukt. Die EU fördert vielerorts die Produktion. Denn große Teile der Ozeane sind dramatisch überfischt und Fisch aus der Zucht soll die Wildbestände entlasten. Industrielle Fischzucht bedeutet Massentierhaltung unter Wasser. In einem einzigen Netzkäfig leben mitunter 200.000 Fische. Bereits nach 18 Monaten sind die schlachtreif. Wie gesund der Fisch für den Verbraucher ist, hängt auch mit der Fütterung zusammen.

Bildunterschrift: Rund 70 Millionen Tonnen Fische werden jährlich gezüchtet.

Einer der renommiertesten Forscher auf diesem Gebiet ist Ulfert Focken. Er entwickelt neue Zusammensetzungen und testet sie an verschiedenen Fischarten. Die Industrie sieht sich das sehr genau an, denn das Futter ist teuer und macht bis zu 60 Prozent an den Produktionskosten aus. "Entsprechend ist der Anreiz dort an den Futterkosten zu sparen sehr hoch", sagt Focken. "Aktuell ist das Fischöl mehr als doppelt so teuer wie das Sojaöl. Wenn der Fischfarmer Sojaöl statt Fischöl einsetzt, hat er seine Produktionskosten deutlich gesenkt."

Auf das richtige Verhältnis kommt es an

Dann ändert der Farmer aber auch die Qualität seines Fischs. Mit einem hohen Anteil an Fischöl im Futter erhöht sich der Anteil an Omega-3-Fettsäuren im Fisch. Das macht ihn besonders wertvoll und gesund. Aber eben auch teuer. "Wir können derzeit mit natürlichen Pflanzen kein Öl erzeugen, dass Fischöl vollständig ersetzen kann", so Focken. Pflanzenöle liefern kaum Omega 3, dafür hauptsächlich Omega 6. Die Fettsäure ist zwar wichtig für das Wachstum unserer Zellen. Nehmen wir aber zu viel davon auf, kann das Krankheiten fördern. "Die aus Omega 6 erhöhen die Entzündungen und können auch die Blutgerinnungsrisiken erhöhen", sagt Peter Stehle, Ernährungswissenschaftler der Uni Bonn. "Es ist glücklicherweise so, dass die Omega-3-Fettsäuren besser umgesetzt werden als die Omega 6. Und deshalb brauchen wir nur ein Verhältnis von fünf zu eins in der Zelle, also fünf mal mehr Omega 6 im Vergleich zu Omega 3."

Es kommt also auf das richtige Verhältnis der Fettsäuren an, um gesund zu bleiben. Doch durch unser Essverhalten liegt es häufig bei mindestens zehn zu eins. Omega 6 ist fast überall versteckt. Zum Beispiel in Fleisch oder Milchprodukten wie Käse, aber auch in Eiern oder Pflanzenöl. Mediziner raten zu mehr Omega 3. "Also wir wissen, dass vor allem dieses Verhältnis mehr Omega 3 und ein niedriger Omega 6 Spiegel vor Herzinfarkten schützt, Schlaganfälle, Alzheimer bis hin zu kognitiver Leistungsfähigkeit bei Kindern", sagt Graf. "Deshalb ist es ganz entscheidend, auf das Verhältnis zwischen Omega 3 und Omega 6 zu schauen."

Wie gesund ist der Fisch?

Um dieses Verhältnis zu verbessern, raten Experten zu mehr Fisch. Doch ist der wirklich so gesund? In unserer Stichprobe ist bei den Doraden der Zuchtfisch besser als Omega-3-Lieferant geeignet. Pro 100-Gramm-Portion liefert er doppelt soviel wie der Wildfisch. Durch das Futter enthält der Zuchtfisch aber auch deutlich mehr Omega 6. Der Wildfisch hat das dagegen kaum. Beim Lachs liefert der Wildfisch mehr Omega 3 als der Zuchtfisch. Besonders gravierend sind aber auch hier die Unterschiede beim Omega 6. Der Zuchtlachs aus unserer Stichprobe enttäuscht.

Bildunterschrift: Lachs gehört zu den wichtigsten Omega-3-Lieferanten

Wir testen noch einen weiteren Fisch, der das Siegel "Label Rouge", verliehen vom französischen Landwirtschaftsministerium, trägt. Es steht für besonders naturnahe Aufzucht. Das Ergebnis: Viel Omega 3 und wenig Omega 6 – fast wie beim Wildlachs.

Alternativen zum Fisch

Die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren ist also aus gesundheitlicher Sicht wichtig. Doch nicht jeder mag Fisch. Es gibt aber zahlreiche Alternativen, um den Bedarf zu decken. Rapsöl, Walnussöl, Leinsamenöl und Sojaöl eignen sich zum Beispiel bei der Zubereitung der Speisen. Auch einige Gemüsesorten wie Paprika, Rosenkohl, Spinat oder Sojabohnen enthalten die wichtige Fettsäure. Auch Milchprodukte und Fleisch können als Omega-3-Lieferant dienen, wenn die Rinder mit frischem Gras gefüttert werden. Eine weitere Alternative sind Nüsse. Zum Beispiel Wallnüsse, Pinienkerne oder Pecan-Nüsse, aber auch die Samen der mexikanischen Chia-Pflanze. Allerdings ist die richtige Dosierung nicht ganz einfach.

Autor: Fabian Nast

http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/aquakultur-100.html



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http://edubily.de/2015/08/omega-3-blutfettwerte-insulin/

Omega3 für bessere Blutfettwerte, Cholesterin, Trygliceride

Fischöl moduliert Membran-Rezeptor-Funktion

Das „Warum“ habe ich vor ein paar Tage in Facebook angedeutet:
Alle deine Zellen sind umgeben von Membranen. Diese Membranen bestehen aus Phospholipiden.
Mit dem, was wir essen, bestimmen wir maßgeblich Eigenschaft und Funktion der Membranen.
So haben wir selbst in der Hand, ob Membranen fluide, beweglich und funktionsfähig sind.
Denn: Diese molekularen Eigenschaften bestimmen, ob die Zelle überhaupt mit der Umwelt wechselwirken kann.
Der Glukose-Transporter ist ein klassisches Beispiel. Ebenfalls der Insulin-Rezeptor, Serotonin-Rezeptoren (im Gehirn) und viele andere Rezeptoren.
Phospholipide selbst dienen der Signalübertragung in den Zellen.
So kann beispielsweise die Insulin-Sensitivität nur dann funktionieren, wenn ein Inositol-Abkömmling (auch ein Phospholipid) vorhanden ist.
Weitere Beispiele: Phosphatidsäure und langfristige mTOR-Aktivität nach dem Krafttraining. Heute weiß man, dass die Phosphatidsäure mit mTOR wechselwirkt und die langanhaltende Protein-Synthese überhaupt erst ermöglicht.
Das Zell-Signaling spielt eine maßgebliche und hoch unterschätzte Rolle bezüglich der Gesundheit und der allgemeinen Gesunderhaltung.
Omega-3-Fettsäuren, also Docosahexaensäure und Eicosapentaensäure (DHA und EPA), bestimmen ganz wesentlich die Komposition und entsprechend auch die Funktion der Zellmembranen. Diese mehrfach ungesättigten Fettsäuren haben eine chemische Struktur, die ein „Zusammenkleistern“ sowohl untereinander, als auch mit anderen Fettsäuren, verhindert. Dadurch wird die Zellmembran geschmeidig. Viele Arbeiten weisen darauf hin, dass insbesondere der Insulin-Rezeptor gerne in einer fluiden, beweglichen Membran liegt.
Man weiß beispielsweise schon sehr lange, dass man Tiere nicht gut mästen kann, wenn man ihnen gleichzeitig Fischöl verabreicht. Der Stoffwechsel entgleist schlicht nicht so schnell.
Dieses Entgleisen kann man an Muskelzellen wunderbar begutachten: Dort wird der Insulin-Rezeptor unempfindlich, eben wie bei Insulinresistenten, und … das Chaos nimmt seinen Lauf. (Omega-3 wirkt diesem Umstand entgegen.)
Wir kennen einige Studien am Menschen, die zeigen, dass sich n3-Fettsäuren entsprechend positiv auf den Stoffwechsel von beispielsweise Insulinresistenten auswirken (z. B. Albert, 2014).
Zusammengefasst: Forschungen weisen darauf hin, dass der Insulin-Rezeptor nur ordentlich funktioniert (oder viel besser funktioniert), wenn der n3-Gehalt der Zellmembranen ausreichend hoch ist (z. B. Storlien, 1991; Taouis, 2001; Liu, 1994).
Fischöl verbessert Blutfettwerte sehr deutlich. Fischöl wurde in der medizinischen Wissenschaft hauptsächlich deshalb bekannt, weil es (zu hohe) Triglycerid-Werte sehr deutlich senken kann.
Hierzu gibt es viele Studien, aber eine ganz besonders schöne möchte ich heute vorstellen: Sieben gesunde Menschen müssen jeweils drei Ernährungsformen mit unterschiedlichen Makronährstoff-Anteilen „ausprobieren“ – diese führen sie flüssig zu.
Die Ernährungsformen:
45 % Kohlenhydrate, 45 % Fett, 10 % Proteine („baseline“)
75 % Kohlenhydrate, 15 % Fett, 10 % Proteine
Die zweite Ernährungsform gibt es in zwei Ausführungen:
Einmal stammt das Fett aus Erdnussöl und Kakaobutter („Kontrolle“)
Einmal stammt das Fett zu großen Teilen aus Omega-3-Fettsäuren („Fischöl“)
Es ist gemeinhin bekannt, dass ein hoher Kohlenhydrat-Anteil in der Nahrung, die Plasma-Triglyceride ansteigen lässt – allerdings nicht pathologisch.
„Kohlenhydrat-Völker“ – wie die Tarahumara – haben Triglyceride um die 150 mg/dl. Das ist okay und kein Grund zu glauben, man sei insulinresistent.
In unserer Studie passiert das Folgende, wenn die Teilnehmer von der Baseline-Ernährung (mit 45 % KH) auf die Kontroll-Ernährung (75 % KH, kein Fischöl) switchen:
Plasma-Triglyceride von 105 auf 195 mg/dl
VLDL-Triglyceride von 69 auf 156 mg/dl
VLDL-Cholesterin von 18 auf 34 mg/dl
Interessant ist die Entwicklung während der „KH + Fischöl“-Ernährung:
Plasma-Triglyceride von 194 auf 75 mg/dl
VLDL-Triglyceride von 156 auf 34 mg/dl
VLDL-Cholesterin von 34 auf 12 mg/dl
Bemerkenswert ist, dass Fischöl die Anstiege nicht nur verhindert, sondern die Blutfettwerte derart verbessert, dass sie sogar besser sind, als während der Baseline-Ernährung. (Vgl. Harris, 1984)