Autor Thema: Darmkrebs? Koloskopie!  (Gelesen 15729 mal)

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hilde

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Darmkrebs? Koloskopie!
« am: 27. April 2008, 13:24 »
Wahre Kompetenz erst nach 150 Koloskopien

24.04.08 - Um das diagnostische Potenzial einer Koloskopie wirklich nutzen zu können, brauchen Ärzte einige Erfahrung. Koreanische Mediziner haben in einer Studie herausgefunden, dass mindestens 150 Untersuchungen erforderlich sind.

Nur in der Hand des erfahrenen Untersuchers erreicht die Endoskopie sicher ihr Ziel. Foto: KES / Reinbacher

Die Koloskopie gilt als Goldstandard des Darmkrebs-Screenings. Doch um die Möglichkeiten des Verfahrens ausschöpfen zu können, muss erst einmal die Technik beherrscht werden.

Ein Team um um Dong Soo Han von der Hanyang-Universität ging in einer Studie der Frage nach, wie viele Endoskopien nötig sind, damit die Technik in Fleisch und Blut übergeht (Gastrointestinal Endoscopy 67 [2008] 683-689).

An der Untersuchung nahmen 24 Ärzte in Ausbildung teil, die zwischen Juni 2006 und Januar 2007 insgesamt 4.315 Koloskopien durchführten. Als Ziel war vorgegeben, innerhalb von 20 Minuten das Caecum zu erreichen.

Während der ersten 150 Untersuchungen verbesserten die Probanden ihre Fertigkeiten rasch, danach nur noch sehr langsam.

Edi

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Darmkrebs? Koloskopie!
« Antwort #1 am: 06. Juni 2008, 14:59 »
    
Virtuelle Coloskopie – keine Angst mehr vor der Darmspiegelung    
      
Mit der Coloskopie, besser als Darmspiegelung bekannt, wird der Dickdarm nach Polypen, einer Vorstufe des Dickdarmcarcinoms, untersucht.
Der Gedanke daran ist vielen Menschen unangenehm und schreckt vor lebenserhaltenden Vorsorgeuntersuchungen zurück.

Die Radiologie des Krankenhauses der Elisabethinen, bietet Abhilfe. Mit dem Einsatz der CT-Colonographie (CTC) wird durch den Körper hindurch der Darm durchleuchtet und davon ein perfektes dreidimensionales Bild erstellt.

   
Vorsorge

Die überwiegende Zahl von Dickdarmkarzinomen entwickeln sich aus ursprünglich gutartigen Polypen über einen Zeitraum von mehreren Jahren bis Jahrzehnten.
Aus dem Wissen heraus, dass Polypen mit großer Wahrscheinlichkeit entarten, sollten sie im Sinne der Vorbeugung ab einer gewissen Größe entfernt werden. Die Größe, ab der eine Entfernung des Polys dringend zu empfehlen ist, liegt bei einem Durchmesser von 10mm.
Die herkömmliche Methode der Darmuntersuchung ist die Coloskopie, bei der ein bewegliches schlauchförmiges Instrument an deren Spitze sich eine kleine Kamera befindet den Darm durchwandert.
Diese Untersuchungsmethode, die grundsätzlich sehr zuverlässig ist, ist vielen Patienten aber eher unangenehm. Sinnvolle Vorsorgeuntersuchungen ab einem gewissen Alter werden daher nur unzureichend in Anspruch genommen.

CT Colonographie

Bei der CT Colonographie werden ca. 1000 bis 1500 dünne axiale Querschnittsbilder des Dickdarms aufgenommen. Dieses Datenmaterial wird anschließend an einen Rechner verschickt, der mit Hilfe einer speziellen Auswertungskonsole ein dreidimensionales Bild des Darm erstellt, das ermöglicht, die gesamte Schleimhaut
nach krankhaften Veränderungen zu untersuchen.
Während das Endoskop bei der Coloskopie mit seiner Kamera nicht hinter Darmfalten blicken kann, bleiben beim „virtuellen Flug“ durch den Darm auch Polypen nicht unentdeckt, die sich an unübersichtlichen Stellen befinden.
Auch wenn das Endoskop nicht eingesetzt werden kann, weil ihm Darmverengungen den Weg versperren bietet die CTC eine optimale Behandlungsalternative.

Durchführung der CTC

Die Aufnahmen erfolgen in Rücken- und Bauchlage des Patienten. Durch die unterschiedlichen Positionen wird die Genauigkeit in der Erkennung von Polypen erhöht.
Vor der Untersuchung, die für den Patienten insgesamt 10-15 Minuten dauert, ist eine gründliche Reinigung des Darm durch vorzeitige Verabreichung eines Abführmittels notwendig.
Ein Beruhigungsmittel, wie es oft bei der Coloskopie verabreicht wird, ist bei der CTC nicht notwendig, weil diese Untersuchungsmethode völlig schmerzfrei ist.
Die Untersuchung wird in „low dose“-Technik durchgeführt und stellt für den Patienten eine möglichst geringe Strahlenbelastung dar.

Weitere Informationen bei:

Prim. Dr. Manfred Gschwendtner
Radiologie

Tel: 0732 / 7676 / 3815
E-mail: manfred.gschwendtner@elisabethinen.or.at
   

OA. Dr. Gernot Böhm
Radiologie

Tel: 0732 / 7676 / 3825
E-mail: gernot.boehm@elisabethinen.or.at
   
   

Dietmar E.

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Darmkrebs? CT-Koloskopie
« Antwort #2 am: 23. September 2008, 16:58 »

23/09/08  Elsevier Von Mary Ann Moon

CT-Kolonographie identifiziert 90 Prozent großer Karzinome und Adenome


Eine computertomographische Kolonographie identifizierte laut einem Bericht im New England Journal of Medicine vom 18. September in einer klinischen Studie 90 Prozent der Patienten mit großen kolorektalen Karzinomen oder Adenomen; seine Genauigkeit als Screeninginstrument bei asymptomatischen Erwachsenen ist jedoch noch nicht gut definiert.

Zur Identifizierung von Läsionen von 5-9 mm Durchmesser sei die CT-Kolonographie weniger akkurat gewesen, erklärten Dr. C. Daniel Johnson von der Mayo Clinic Arizona in Scottsdale und seine Kollegen. „Hauptziel dieser prospektiven Studie war, die Screenig-Qualität der CT-Kolonographie mit Einsatz von optimierten, aber dennoch reproduzierbaren Methoden von Bildgebung und -interpretation in einem breit gefächterten Multicentersetting zu untersuchen und diese Beobachtungen mit Ergebnissen zur Screening-Koloskopie mit histologischer Beurteilung – dem Referenzstandard – zu vergleichen“, erklärten die Wissenschaftler.

Die Studie umfasste 2531 asymptomatische Personen ab 50 Jahren, bei denen keine bekannten Risikofaktoren für ein Kolonkarzinom vorlagen und die für eine routinemäßige Screeningkoloskopie vorgesehen waren. Die Personen wurden in Bauch- und Rückenlage per CT-Kolonographie untersucht, gefolgt von einer optischen Koloskopie.

Bei insgesamt 109 Patienten (vier Prozent) wurden zusammen 128 große Adenome oder Karzinome entdeckt. Die CT-Kolonographie identifizierte 98 dieser Patienten korrekt, übersah jedoch die Läsionen der übrigen elf, sagten Dr. Johnson und seine Kollegen (N. Engl. J. Med. 2008;359:1207-17).

Die CT-Kolonographie identifizierte bei 66 Prozent der Untersuchten Auffälligkeiten außerhalb des Kolons, einschließlich möglicher Probleme im Thorax, Gastrointestinaltrakt, Urogenitaltrakt, Gefäßsystem oder muskuloskelettalen System. In 16 Prozent dieser Fälle wurden eine sofortige Versorgung oder Zusatzuntersuchungen für erforderlich gehalten.

Die CT-Kolonographie hat eine „erheblich höhere Sensitivität als andere Screeningtests für das Kolorektal-Karzinom, die verbreitet eingesetzt werden, wie fäkale Okkultbluttests und Sigmoidoskopie“, erklärte Dr. Robert H. Fletcher, emeritierter Professor der Harvard Medical School in Boston, in einem begleitenden Editorial. Die CT-Kolonographie nutzt Bildgebungstechnologie zur minimal-invasiven Beurteilung des gesamtem Kolorektums. Sie erfordert keine Sedierung und hat eine geringe Komplikationsrate.

Allerdings „sollten sich Patienten und Ärzte der Konsequenzen bewusst sein, die die Wahl der CT-Kolonographie mit sich bringt“, sagte Dr. Fletcher. So habe tatsächlich nur einer von vier Patienten, bei dem laut Kolonographie ein Polyp vorlag, in der Bestätigungs-Koloskopie auch tatsächlich einen Polyp gehabt, merkte er an (N. Engl. J. Med. 2008;359:1285-7).

16 Prozent [der Patienten] hatten Befunde außerhalb des Kolons, „die genug Sorge bereiteten, um weitere Untersuchungen oder unverzügliche Behandlung zu veranlassen.“ Und zusätzlich zum Übersehen von zehn Prozent der großen Läsionen, die per Koloskopie gefunden wurden, könnte die CT-Koloskopie „auch einige flache oder eingesunkene Adenome übersehen haben“, ergänzte Dr. Fletcher.

"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Tanja

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Darmkrebs? Koloskopie!
« Antwort #3 am: 29. Oktober 2008, 08:17 »

Darmreinigung vor Koloskopie jetzt einfacher 

In Deutschland steht eine neue Option für die Darmreinigung vor der Koloskopie zu Verfügung.

Die Patienten brauchen bei der Einnahme nicht mehr so viel zu trinken wie
bei konventionellen Präparaten,
der Geschmack ist angenehm.

Josef

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Darmkrebs? Schon wieder Koloskopie?
« Antwort #4 am: 23. November 2008, 12:05 »
Koloskopie-Screening: Was ist das richtige Zeitintervall bei Darmkrebs-Vorsorge?

http://www.medknowledge.de/abstract/med/med2008/11-2008-1-koloskopie-screening.htm

Bei Fünfjahres-Koloskopie-Intervallen hatten nur 1% der 1250 Teilnehmer fortgeschrittene Neoplasien

Darmkrebsfrüherkennung wird in Deutschland erst ab 55 Jahren (in den meisten Ländern ab dem 50. Lebensjahr) angeboten. Bisherige Leitlinien empfehlen im Allgemeinen ein 5- bis 10-Jahresintervall nach der ersten normalen Koloskopie-Screening für Darmkrebs. Es wird derzeit unter den Fachkreisen diskutiert, ob dieses Intervall noch sicher und ausreichend ist (Anmerkung: Über die Leitlinien-Empfehlungen zur Kontroll-Koloskopie bei Polypen hatten wir bereits berichtet (2))

In einer aktuellen NEJM-Studie (1) untersuchten die Mediziner den richtigen Zeitintervall nach einer normalen Koloskopie-Erstuntersuchung. Die 2436 asymptomatische Teilnehmer (älter als 50 Jahre) waren Angestellte einer Firma, bei denen zwischen 1995 und 2000 eine Koloskopie-Screening durchgeführt wurde und dabei keine adenomatösen Polypen festgestellt wurden.

Insgesamt 1256 von den ursprünglichen Teilnehmern hatten eine zweite Koloskopie (Rescreening) nach 5 Jahren. Einer oder mehrere neoplastische Polypen wurden bei 201 (16%) der rescreenten Personen diagnostiziert; Indes hatten nur 16 (1,3%) von denen fortgeschrittene Neoplasien (tubuläre Adenome ≥1 cm, Polypen mit villösen Anteilen, Polypen mit hochgradiger Dysplasie)

Fazit: Die Autoren schlussfolgern, dass bei Personen mit einer normalen Koloskopie-Erstuntersuchung das Fünfjahres-Risiko für Darmkrebs sehr niedrig ist. Das Risiko für fortgeschrittene adenomatöse Polypen ist ebenfalls niedrig, dabei ist das Risiko bei Frauen niedriger als bei Männern. Die Ergebnisse unterstützen ein Koloskopie-Rescreening-Intervall von 5 Jahren oder länger nach einer unaffälligen Koloskopie-Erstuntersuchung.

Medknowledge-Anmerkung.: Es wäre sicherlich von Interesse, in einer weiteren randomisierten Studie, das 5-Jahres- mit 10-Jahresintervall zu vergleichen.

   1.

      Imperiale TF et al. Five-year risk of colorectal neoplasia after negative screening colonoscopy. N Engl J Med 2008 Sep 18; 359:1218
   2.

      Darmkrebsfrüherkennung: Adenom-Rezidiv nach Polypektomie und US-Leitlinien für Kontroll-Koloskopie, 2008
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

Tanja

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Darmkrebs? Gefährliche Koloskopie!
« Antwort #5 am: 26. November 2008, 00:12 »

VISITE

Special: Darmspiegelung - Vorsorge mit Nebenwirkungen?

NDR, Dienstag, 25. November 2008, 20.15 Uhr

Öffentlichkeitswirksame Kampagnen enthalten die Botschaft: Eine Darmspiegelung kann Leben retten! Ohne Zweifel stimmt das, wenn bei einer vorsorglichen Darmspiegelung ein Frühstadium von  Darmkrebs festgestellt und rechtzeitig entfernt wird. Was ist aber, wenn ein gesunder Mensch nur wegen dieser Vorsorgeuntersuchung krank wird?
Wenn es zu, zwar seltenen, aber doch möglichen, und in extrem seltenen Fällen lebensgefährlichen Komplikationenen kommt?
Blutungen, Verletzungen, ein Durchbruch der Darmwand - bei einer von 2.000 Darmspiegelungen passiert das. Ein Risiko, das jeder Mensch für sich abwägen muss gegen die Chance auf Früherkennung von Darmkrebs. 'Visite' mit Pro-und-Contra-Argumenten. [...]

........ http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/0,3147,OID5122740_REF2478,00.html

Sissi

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Darmkrebs? Koloskopie! Nierenschäden durch Darmreinigung
« Antwort #6 am: 16. Dezember 2008, 02:21 »
Nierenschäden durch Darmreinigung mit Natrium-Phosphat-Lösungen

Montag, 15. Dezember 2008

Washington – Der Einsatz des Laxans Natrium-Phosphat zur Darmreinigung vor Koloskopien birgt das Risiko einer akuten Phosphatnephropathie (Nephrokalzinose). Nach mehreren Zwischenfällen hat die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA jetzt Warnhinweise (Boxed-Warning) verfügt.

Die sogenannte Darmreinigung ist für viele Patienten der unangenehmste Teil der koloskopischen Darmkrebsfrüherkennung.
Denn ..... http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=34780

Dietmar E.

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Darmkrebs, Koloskopie - Nierenversagen bei Darmspülungen
« Antwort #7 am: 20. Dezember 2008, 15:11 »
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=081218026 [ Pressemappe ]

   Risiken bei der Darmkrebsvorsorge

   Sicherheitsbedenken aufgrund von Todesfällen und Nierenversagen bei Darmspülungen

   Wien/London (pts/18.12.2008/13:00) - Der US-Hersteller C.B.Fleet hat
   heute mit sofortiger Wirkung seine verschreibungsfreien Produkte zur
   Darmspülung, Fleet Phospho-soda und Fleet Phospho-soda EZ-Prep vom Markt
   genommen und eine landesweite Rückrufaktion bei Apotheken gestartet.
   Diese Notfallmaßnahme war die Folge einer Sicherheitswarnung der FDA, in
   der gefordert wurde, dass Produkte zur Darmvorbereitung, die
   Natriumphosphat enthalten, nur noch nach Verschreibung eingesetzt werden
   sollen, da das Risiko von Nierenschäden durch diese Substanzen besteht
   (1,2).

   Ähnliche Sicherheitsbedenken wurden in einem systematischen Review im
   August 2008 publiziert, in dem publizierte Berichte über
   lebensbedrohliche Nebenwirkungen, einschließlich Nierenversagen und
   Todesfällen bei Patienten analysiert wurden, die Präparate zur
   Darmspülung erhalten hatten (3). Ungefähr 10 Millionen Patienten in
   Europa werden jährlich einer solchen Behandlung unterzogen (etwa 7
   Millionen Polyethylenglykol-Präparate und etwa 3 Millionen
   Natriumphosophat-Präparate), so dass Bedenken hinsichtlich der Sicherheit
   besonders ernst zu nehmen sind (4). Im Vergleich zu Polyethylenglykol
   (PEG) wurden unter Natriumphosphat (NaP) fünfmal häufiger über
   signifikante Nebenwirkungen berichtet. (109 Patienten unter NaP und 22
   PEG-Patienten)(3).

   Diese Sicherheitsbedenken können möglicherweise für tausende von
   Patienten, die sich derzeit an einem landesweiten Screeningprogramm zur
   Darmkrebsvorsorge beteiligen, lebensbedrohliche Folgen haben.

   Dr. Jonathan Belsey und seine Kollegen untersuchten in einem
   systematischen Review(3) in Alimentary Pharmacology & Therapeutics, das
   Auftreten unerwünschter Wirkungen bei der Vorbereitung von
   Darm-Untersuchungen mit PEG (Polyethylenglykol) und NaP
   (Natriumphosphat), vorrangig im Rahmen von Screenings. Sie fanden 58
   Publikationen, in denen bei 109 Patienten, denen Natriumphosphat gegeben
   wurde und bei 22 Patienten, denen PEG verabreicht wurde, signifikante
   Nebenwirkungen auftraten.

   Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen bei der Einnahme von
   Natriumphosphat waren Störungen im Elektrolythaushalt, Nierenversagen und
   Darm-Geschwüre. Bei der Einnahme von PEG wurden ebenso Störungen im
   Elektrolythaushalt, sowie gravierende gastrointestinale Schäden und
   allergische Reaktionen beobachtet.

   Darmkrebs betrifft 5% der Bevölkerung in England und ist mit über 16.000
   Todesfällen jedes Jahr die zweithäufigste Todesursache bei
   Krebserkrankungen (5). Durch reguläre Screenings kann Darmkrebs in einem
   frühen Stadium erkannt und damit das Risiko, an Krebs zu erkranken um 16%
   reduziert werden. Darmkrebs-Screening-Programme haben in England höchste
   Priorität und werden ab 2009, sowohl Männern als auch Frauen im Alter
   zwischen 60 und 69 Jahren, alle zwei Jahre angeboten.

   Vorbereitungen für Darm-Untersuchungen sind ausschlaggebend um eine gute
   Darstellung der Darm-Mukosa, beispielsweise bei einer Darmspiegelung, zu
   erzielen. Polyethylenglykol und Natriumphosphat sind zwei häufig
   verwendete Lösungen bei Darmspiegelungen.

   Verschiedene Nebenwirkungen stehen in Zusammenhang mit diesen Lösungen,
   wie zum Beispiel Übelkeit und Abdominalschmerzen, was viele Patienten
   davon abhält, sich einem Screening zu unterziehen. Auch einige
   Arzneimittelbehörden außerhalb USA haben bereits auf die potenzielle
   Gefahr schwerwiegender Nebenwirkungen unter NaP hingewiesen (6-8).

   Von den insgesamt 131 Patienten mit Nebenwirkungen, die im Review
   beschrieben wurden, litten 51 an Stoffwechselstörungen (46 Patienten, die
   mit NaP und 5 Patienten, die mit PEG behandelt worden sind). 11 der 46
   NaP-behandelten Patienten und 1 der 5 PEG-behandelten Patienten
   verstarben.

   Professor Owen Epstein, Professor für Gastroenterologie am Royal Free
   Hospital (London) und Coautor des Reviews kommentierte die Ergebnisse:"
   In Großbritannien werden jedes Jahr bei 35.000 Personen Colon- oder
   Rektal-Karzinome diagnostiziert. Daher wird ein Darmkrebsscreening
   zunehmend auch von gesunden Erwachsenen genutzt. Allerdings könnte es
   eine unwillkommene Botschaft sein, dass - obwohl klinisch bedeutsame
   Folgeschäden nach Darmvorbereitungen selten sind - diese dennoch ernst
   sein könnten. Geht man davon aus, dass die meisten Personen, die an einem
   Screening teilnehmen, gesund sind, ist es besonders wichtig, bei der Wahl
   der eingesetzten Präparate Risiken und Nutzen sorgfältig abzuwägen."

   Im Jahre 2001 hat die amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde
   Leitlinien in Bezug auf das renale Risiko bei der Anwendung von
   Natriumphosphat veröffentlicht. Zu diesem Zeitpunkt gab es nur wenige
   Berichte über Nierenversagen oder einem erhöhten Kalziumspiegel in der
   Niere (Nephrokalzinose), was zu Nierenversagen führen kann.

   Zwischen Januar 2006 und Dezember 2007 wurden von über 171 Fällen mit
   Nierenversagen in Zusammenhang mit Natriumphosphat berichtet, aber von
   nur 10 Fällen mit PEG. Im gleichen Zeitraum wurden 51 Fälle von
   Nephrokalzinose mit Natriumphosphat beschrieben und kein einziger in
   Zusammenhang mit PEG.

   Die höhere Anzahl unter NaP reflektiert wahrscheinlich eine größere
   Wahrnehmung der Sicherheitsproblematik in Bezug auf Natriumphosphat
   aufgrund der Warnhinweise der Hersteller (9).

   Die FDA (Food and Drug Administration) hatte eine so genannte
   "Black-Box"-Warnung hinsichtlich des Risikos von akuten Nierenschäden für
   zwei NaP-Produkte (Visicol) und Osmoprep der Firma Salix Pharmaceuticals)
   gefordert und Ärzte aufgefordert, Patienten nicht mehr den Gebrauch von
   verschreibungsfreien laxierenden, oral einzunehmenden flüssigen Produkten
   zur Darmreinigung zu empfehlen2. Die Firma C.B. Fleet hat darauf hin auf
   freiwilliger Basis ihre verschreibungsfreien Produkte Fleet Phospho-soda
   und Fleet Phospho-soda EZ-Prep vom Markt genommen (1).

   Die britischen Behörden (National Patient Safety Agency) bereiten derzeit
   ebenfalls einen "Rapid Response Report" vor, der für sichere Anwendungen
   im Bereich der Vorbereitung für Darm-Untersuchungen sorgen soll (10).

   Dazu Jonathan Belsey, Direktor für Gesundheitsökonomie bei KB Medical und
   Erstautor des Reviews:" Alle berichteten Fälle von Nebenwirkungen sollten
   ernst genommen werden. Obwohl ich in vollem Umfang ein frühzeitiges
   Darmscreening unterstütze - und der Gebrauch von Darmpräparaten ist zur
   Vorbereitung ist dazu wichtig - würde ich verlangen, dass alle Kliniker,
   die in Screeningaktionen involviert sind, sich der Sicherheitsaspekte
   hinsichtlich der verschiedenen Präparate bewusst sind."

   Literaturangaben
   1.C.B. Fleet. Important Prescribing And Safety Information Letter.
   December 2008.
   2.U.S. Food and Drug Administration. Oral Sodium Phosphate (OSP) Products
   for Bowel Cleansing (marketed as Visicol and OsmoPrep, and oral sodium
   phosphate products available without a prescription).
   http://www.fda.gov/cder/drug/infopage/osp_solution/default.htm (Date
   accessed: 15/12/08).
   3.Belsey J, Epstein O, Heresbach D. Systematic review: adverse event
   reports for oral sodium phosphate and polyethylene glycol. Alimentary
   Pharmacology & Therapeutics. August 2008. [Epub ahead of print].
   4.Calculations based on IMS unit sales data. MAT September 2008.
   5.Cancer Research. CancerStats: Large bowel cancer - UK. June 2006.
   Available at:
   http://publications.cancerresearchuk.org/WebRoot/crukstoredb/CRUK_PDFs/CSBOW06.pdf
   (Date accessed: 01/12/08).
   6.Adverse Drug Reactions Advisory Committee (ADRAC). Electrolyte
   disturbances with oral phosphate bowel preparations. Australian Adverse
   Drug Reactions Bulletin. 1997;16(1). Available at:
   http://www.tga.gov.au/adr/aadrb/aadr9702.htm#elect (Date accessed:
   01/12/08).
   7.Agencia Espaňola de Medicamentos y Productos Sanitarios. Laxantoes
   con alto contenido en fosfatos: riesgo de hiperfosfatemia. Nota
   Informativa 2004;16. Available at:
   http://www.farmacovigilanciacantabria.com/alertas/alerta55-diciembre04.htm
   (Date accessed: 01/12/08).
   8.Health Canada. Oral sodium phosphate solutions. Canadian Adverse
   Reaction Newsletter. 2002;12(2). Available at:
   http://www.hc-sc.gc.ca/dhp-mps/medeff/bulletin/carn-bcei_v12n2-eng.php#sodium_phosphates
   (Date accessed: 01/12/08).
   9.U.S. Food and Drug Administration. Center for Drug Evaluation and
   Research. Food and Drug Administration Science Background Paper: Acute
   Phosphate Nephropathy and Renal Failure Associated with the Use of Oral
   Sodium Phosphate Bowel Cleansing Products. Washington 2006. Available at:
   http://www.fda.gov/cder/drug/infopage/OSP_solution/backgrounder.htm (Date
   accessed: 01/12/08).
   10.National Patient Safety Agency. National Reporting and Learning
   Service. Bowel cleansing medication: Reducing Risk of Harm. Available at:
   http://www.npsa.nhs.uk/nrls/medication-zone/patientsafety-medication-zone-work-in-progress/
   (Date accessed: 01/12/08).

   Für weitere Informationen, bitte kontaktieren Sie uns unter:
   PR Kontakt für Österreich - GlobalCom PR-Network
   Ralf Hartmann +49 172 810 2646 (ralf@gcpr.net) oder Wibke Sonderkamp (Wibke@gcpr.net).
   PR Kontakt Europa - Medicom Group:
   Sharmila Blows +44 (0)208 481 8138 (sharmilab@medicomgroup.com) oder
   Chris Bartley +44 (0)208 481 8115 (cbartley@medicomgroup.com).

   Über Norgine
   Norgine ist ein unabhängiger, erfolgreicher europäischer Pharmakonzern,
   der vor über 100 Jahren gegründet worden und in allen großen europäischen
   Märkten vertreten ist. Im Jahre 2007 erwirtschaftete Norgine 220
   Millionen Euro Umsatz und hatte das 21. aufeinanderfolgende Jahr mit
   zweistelligem Wachstum. Der Konzern beschäftigt mehr als 1000 Personen,
   von denen ungefähr 400 im Bereich Verkauf und Marketing tätig sind.

   Norgine's Schwerpunkt sind pharmazeutische Produkte für bisher noch
   unzureichend abgedeckte Therapiefelder, vor allem in Bereichen der
   Gastroenterologie, der Hepatologie und Schmerztherapie.

   Der Konzern vermarktet derzeit eine Reihe an Produkten in seinen
   Hauptbereichen, wie zum Beispiel MOVICOL®, ein
   Polyethylenglykol--Präparat für die Behandlung von chronischer
   Verstopfung und fäkaler Einklemmung, MOVIPREP® eine neue Generation von
   PEG-basierender Präparaten für Darm-Spülungen, KLEAN-PREP® für
   Vorbereitung für Darm-Untersuchungen, vorrangig für Kolonoskopie, und
   ORAMORPH® für die Behandlung bei akuten Schmerzen bei Krebspatienten.

   Norgine betreibt eine aktive Forschung und Entwicklung und hat derzeit
   mehrere Pharmaka in verschiedenen Stadien der klinischen Entwicklung.
   Neben seinem Standort in Hengoed hat Norgine noch eine Produktionsstätte
   in Dreux in Frankreich.

   Norgine's Website ist http://www.norgine.com (Ende)

     Aussender: GlobalCom PR-Network
   Ansprechpartner: Ralf Hartmann
   email: ralf@gcpr.net
   Tel. +49 172 810 2646
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Josef

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Re: Darmkrebs? Koloskopie!
« Antwort #8 am: 25. Januar 2009, 12:35 »
CT-Koloskopie bei Darmkrebsfrüherkennung: Management von Patienten mit 6- bis 9-mm großen Polypen, 2008

Das Vorgehen bei Patienten, bei denen im Rahmen der Darmkrebsfrüherkennung mittels CT-Koloskopie (virtuelle Koloskopie) kleine Polypen diagnostiziert wurde, ist noch umstritten: Sollten sie beobachtet werden, oder umgehend koloskopiert werden? Die Entscheidung hängt vor allem dann davon ab, wie wahrscheinlich eine fortgeschrittene Neoplasie hinter den kleinen Polypen sich versteckt.

In einer aktuellen Studie (1) aus den USA wurden die Daten von asymptomatischen Patienten, die sich einer Koloskopie unterzogen hatten untersucht. Von den 13,992 Patienten hatten 6360 (45%) Polypen. Das Prävalenz der fortgeschrittenen Neoplasien (wie Darmkrebs oder hochgradige Dysplasien) im Verhältnis zur Polyp-Größe war:

    *

      1.7% von 3744 Patienten mit Polypen zwischen 1mm bis 5mm
    *

      6.6% von 1198 Patienten mit Polypen zwischen 6mm bis 9mm
    *

      30.6% von 949 Patienten mit Polypen ≥10 mm

Fazit: Für Patienten, dessen größter Polyp bei CT-Koloskopie <6 mm betrug, sind die Autoren der Ansicht, dass eine Follow-Up-CT-Koloskopie vertretbar sei. Bei Patienten mit Polypen zwischen 6mm bis 9mm sei jedoch ein hohes Risiko gegeben, sodass eine Koloskopie umgehend notwendig sei.

Eine andere ebenfalls kürzlich publizierte Algorithmus-Analyse (2) verglich direkte koloskopische Polypektomie gegen 3-Jahres-Kontroll-CT-Koloskopie bei einer hypothetischen Kohorte von 60-jährigen Patienten mit Polypen zwischen 6mm bis 9mm, die durch CT-Koloskopie diagnostiziert waren. Die Analyse kommt zu einer anderen Schlussfolgerung als die hier zitierte aktuelle Studie (1): Umgehende Koloskopie mit Polypektomie würde ganz wenige Todesfälle durch Darmkrebs verhindern, indes aber hohe Kosten verursachen. Durch den Ausschluss von großen Polypen  (> oder = 10 mm) sei das Risiko für Kolorektales Karzinom sehr  gering. Daher sprechen sich die Autoren bei Patienten mit kleinen Polypen (6- bis 9-mm) für einen 3-Jahres-Kontroll-CT-Koloskopie aus, und gegen eine umgehende Koloskopie.

Medknowledge-Anmerkung: Die zweite Strategie mit der non-invasiven Kontroll-CT-Koloskopie scheint einen vertretbaren und plausiblen Weg zu sein. Was ist aber mit den Strahlenbelastung bei der CT-Koloskopie, erhöht sie nicht wiederum das Krebsrisiko insgesamt? Ist es dann doch nicht besser bei Patienten mit kleinen Polypen (6- bis 9-mm) direkt eine Koloskopie mit der Möglichkeit einer Polypektomie durchzuführen?

   1.

      Lieberman D et al. Polyp size and advanced histology in patients undergoing colonoscopy screening: Implications for CT colonography. Gastroenterology 2008 Oct; 135:1100
   2.

      Pickhardt PJ et al. Clinical management of small (6- to 9-mm) polyps detected at screening CT colonography: A cost-effectiveness analysis. AJR Am J Roentgenol 2008 Nov; 191:1509.
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

Geri

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Re: Darmkrebs? Koloskopie!
« Antwort #9 am: 08. Februar 2009, 21:00 »
06.02.2009
   
   Mediziner: Darmspiegelung bleibt beste Waffe im Kampf gegen Darmkrebs

Die Darmspiegelung bleibt nach Einschätzung von Medizinern weiterhin die beste Waffe im Kampf gegen den Darmkrebs. Allerdings müsse der untersuchende Mediziner über eine gesetzlich genau festgelegte Qualifikation verfügen und sich für die Koloskopie auch genügend Zeit nehmen.


Dies betonte der Chefarzt der Medizinischen Klinik am Evangelischen Krankenhaus Düsseldorf, Prof. Horst Neuhaus, am Donnerstag. Er leitet ein internationales Endoskopie-Symposion, zu dem von Freitag an etwa 1300 Fachmediziner nach Düsseldorf kommen.

Es gebe keine Zweifel, dass http://www.journalmed.de/newsview.php?id=24522