Autor Thema: Zu wenige Studien .........  (Gelesen 3720 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

hilde

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 572
  • Geschlecht: Weiblich
Zu wenige Studien .........
« am: 27. April 2008, 18:32 »

Kritik an frühzeitigen Studienabbrüchen in der Krebsforschung, 9. April 2008


Eine Übersicht in den Annals of Oncology (1) zeigt, dass Krebsstudien immer häufiger vorzeitig abgebrochen werden. Die Autoren vermuten dahinter wirtschaftliche Motive der Hersteller und äußern die Befürchtung, dass die Arzneimittelsicherheit darunter leiden könnte...

Es häufen sich nicht nur die Abbrüche. Auch die Dauer bis zum Abbruch wird offenbar immer kürzer. Laut Apolone wurden die Studien im Mittel nach 30 Monaten (zwölf bis 60 Monaten) abgebrochen. Ein Vorteil einer neuen Therapie kann nach Ansicht des Onkologen häufig jedoch erst nach mehreren Jahren abschließend beurteilt werden. In fünf Studien seien weniger als 40 Prozent der geplanten Patienten in die Studie eingeschlossen worden. Auch dies erhöht nach Ansicht von Apolone die Gefahr, dass die Wirkung eines neuen Medikamentes überschätzt werde. Das ethische Argument, dass den Teilnehmern der Placebo- oder Kontrollgruppe bei Fortsetzung der Studien ein Vorteil vorenthalten wurde, treffe im Prinzip zu. Nach den Berechnungen von Apolone hat der vorzeitige Abbruch in allen Studien 3.300 Patienten Nachteile erspart. Angesichts der Häufigkeit von Krebserkrankungen ist dies aber eine kleine Zahl, und falls beim frühzeitigen Abbruch einer Studie Risiken eines neuen Medikamentes übersehen werden sollten, wäre die Zahl der Geschädigten um ein Vielfaches höher...

http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=31970


      1- F. Trotta et al: Stopping a trial early in oncology: for patients or for industry? Annals of Oncology 2008; doi:10.1093/annonc/mdn042
    *

      2- Stopping a cancer trial early: is it for the benefit of patients or industry?