Autor Thema: Melanom, Therapien  (Gelesen 7078 mal)

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christina62

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Melanom, Therapien
« am: 16. Mai 2007, 12:04 »
Zielgerichtete Therapien


Auf der Suche nach spezifischen Krebstherapien, die im Vergleich zur Chemotherapie wenig oder keine (Neben-)Wirkungen auf gesundes Gewebe haben, sind in den letzten Jahren wesentliche Fortschritte erzielt worden.

Zunächst wurde nach spezifischen Merkmalen von Krebszellen geforscht, die, wenn man sie gezielt beseitigt, zu einem Wachstumsstopp führen. Solche Strukturen sind als »Achillesferse« anzusehen; werden sie von einer Therapie getroffen, kommt es zur Vernichtung der Krebszellen.

Beispiele für diese Therapien sind die gezielte Unterdrückung/Blockade von Wachstumssignalen in Krebszellen oder die Hemmung der Ausbildung einer tumoreigenen Gefäßversorgung sowie die Aktivierung des programmierten Zelltods von Krebszellen, der nicht richtig funktioniert oder »deaktiviert« ist.

»Kleine Moleküle« (zur oralen Anwendung in Tablettenform) und auch verschiedene Antikörper wurden entwickelt, um diese für Krebszellen wichtigen Signalwege zu unterbrechen. Mehrere dieser Ansätze  sind in der klinischen Entwicklung bzw. bereits als Arzneispezialität in Österreich bei bestimmten Krebsformen zugelassen und damit in klinischer Anwendung.

Angriffspunkte für diese Therapien sind häufig die Bindungsstellen (Rezeptoren) für Wachstumsfaktoren. Antikörper, die eine Gefäßneubildung in Tumoren hemmen – so genannte Angiogeneseinhibitoren – haben sich ebenfalls bei bestimmten Krebserkrankungen bewährt.

Weitere neue Substanzen zur zielgerichteten Therapie sind derzeit zur Melanombehandlung in Erprobung.

Quelle: Krebshilfe.net
« Letzte Änderung: 19. Mai 2013, 20:23 von Werner »
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christina62

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Re: andere Therapien
« Antwort #1 am: 16. Mai 2007, 12:07 »

Freier Gewebetransfer

Bei sehr ausgedehnten und tiefreichenden Defekten nach Tumorentfernungen an der Körperoberfläche kann es notwendig werden, große, auch zusammengesetzte Gewebeblöcke wie Haut und Unterhaut, kombiniert mit Muskel-, Knorpel-, Knochen- oder Schleimhautgewebe aus weiter entfernten Körperregionen zu übertragen.

Beim freien Gewebetransfer werden mittels mikrochirurgischer Technik kleine Blutgefäße des übertragenen Gewebeblocks unter dem Operationsmikroskop wieder an den Körperkreislauf angeschlossen. Dieses Verfahren wird allerdings nur nach der Entfernung sehr ausgedehnter Geschwülste angewendet.

Naturgemäß steigt mit der Größe des zu entfernenden Tumors der operative Aufwand und die damit verbundene stärkere Belastung des Betroffenen einerseits, bei gleichzeitig eingeschränkten Möglichkeiten der kosmetischen Ergebnisse andererseits.

gefunden:krebshilfe
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Evi

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Hautkrebs: Kampf mit der Tube
« Antwort #2 am: 06. Oktober 2008, 12:29 »

Häufigkeit Österreichweit leiden 200.000 Menschen an weißem Hautkrebs.
Tendenz deutlich steigend.



"Kurier" vom 06.10.2008

Hautkrebs - Die Therapie aus der Tube

Er verläuft zwar nur in seltenen Fällen tödlich, ist aber dennoch alles andere als harmlos: Der sogenannte weiße Hautkrebs. Diese umgangssprachliche Bezeichnung ist ein Sammelbegriff für bösartige Hautwucherungen, allen voran das Basaliom und das Plattenepithelkarzinom (PE).

"Betroffen sind vor allem die Sonnenterrassen des Körpers", sagt Werner Saxinger, Dermatologe im Klinikum der Kreuzschwestern in Wels. "Das sind jene Stellen, die besonders der Sonne und damit der UV-Strahlung ausgesetzt sind." Also Gesicht, die Glatze oder die Handrücken.

Anders als beim Melanom (schwarzer Hautkrebs) erkranken überwiegend ältere Menschen: Jeder Fünfte über 60 muss irgendwann mit der Diagnose Basaliom oder PE rechnen. Im Gegensatz zum Melanom bildet weißer Hautkrebs in der Regel keine lebensbedrohlichen Metastasen (Tochtergeschwüre) aus. "Unbehandelt kann er aber lokal massive Schäden anrichten", sagt der Hautarzt. Die Geschwüre können zum Beispiel die Nase völlig zerstören.

Um dies zu verhindern, gibt es zahlreiche Möglichkeiten: Der Tumor kann mittels Skalpell, Laser, Hitze- oder Kältebehandlung beseitigt werden.

Schonend behandeln

Hinzu kommt neuerdings die Therapie aus der Tube - Hautcremes, mit denen das Karzinom schonend behandelt werden kann. Gängig sind zwei Wirkstoffe: Imiquimod regt das Immunsystem an, die Tumorzellen anzugreifen. Laut internationalen Studien bleiben 87 Prozent der Patienten nach einer Behandlung fünf Jahre lang ohne Rückfall.

Eine zweite Salbe enthält das altbewährte Anti-Rheumamittel Diclofenac, kombiniert mit Hyaluronsäure. Hautkrebs-Experte Saxinger: "Dieses Mittel hemmt das Wachstum der Tumorzellen."


Tanja

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Hautkrebs - Therapien mit Medikamente
« Antwort #3 am: 09. Juni 2011, 00:40 »

Hautkrebs: Guter Therapieerfolg mit Medikamenten

Testergebnisse für Forscher überraschend besser als Chemotherapie

Labor: Vielversprechende Ergebnisse bei Hautkrebs (Foto: pixelio.de/M. Bührke)


Chicago (pte018/08.06.2011/11:05) - Patienten mit fortgeschrittenem Hautkrebs könnten von zwei neuen Behandlungsansätzen profitieren, die die Lebenserwartung erhöhen. Die beiden Medikamente Vemurafenib und Ipilimumab wurden auf einer Tagung der American Society of Clinical Oncology http://www.asco.org der Öffentlichkeit präsentiert. Experten gehen davon aus, dass Vemurafenib den Patienten eine bessere Überlebenschance ermöglicht als eine Chemotherapie. Das Medikament wurde an insgesamt 675 Personen mit fortgeschrittenen Melanomen getestet. Ipilimumab, das intravenös verabreicht wird, soll die Lebenserwartung erhöhen.

84 Prozent der Patienten, die Vemurafenib zwei Mal täglich einnahmen, lebten sechs Monate später noch. Bei der normalen Chemotherapie liegt dieser Wert bei durchschnittlich 64 Prozent. Das Medikament zielt auf das fehlerhafte Gen BRAF ab, das bei der Hälfte der unheilbar Kranken nachgewiesen werden kann, bei denen sich der Krebs bereits auf andere Organe ausgebreitet hat. Die Ergebnisse der Studie waren so gut, dass die britischen Forscher die Tests vorzeitig beendeten, damit alle Patienten das Medikament erhalten konnten. Tests ergaben auch, dass das Medikament im Vergleich mit einer Chemotherapie das Risiko einer Verschlechterung des Krankheitszustandes um 74 Prozent verringerte

Die Ergebnisse einer weiteren Studie zeigten, dass eine einmalige Infusion mit Ipilimumab die Lebenserwartung von Patienten mit fortgeschrittenen Melanomen erhöhen kann. Mehrere Patienten lebten Jahre nach der Behandlung noch. Sie wären sonst laut den Wissenschaftlern innerhalb von einigen Wochen oder Monaten gestorben. Zumindest ein Patient lebt fünf Jahre nach der Behandlung noch.

Extrem teure Arznei

Derzeit wird laut BBC erforscht, ob Vemurafenib auch bei anderen Krebsformen wie Eierstock-, Schilddrüsen oder Darmkrebs wirksam ist. Beide Medikamente werden derzeit von den zuständigen europäischen Behörden überprüft und könnten, wenn sie zugelassen werden, in Großbritannien innerhalb von wenigen Monaten auf den Markt kommen. Derzeit ist noch unklar, ob das National Health Service http://www.nhs.uk diese relativ teuren Medikamente finanzieren kann. Sie kosten mehrere Zehntausend Pfund.

Richard Marais vom Institute of Cancer Research http://www.icr.ac.uk hat die Bedeutung von BRAF bei Melanomen nachgewiesen. Für ihn sind diese Studienergebnisse der größte Durchbruch bei der Behandlung von Melanomen seit 30 Jahren. Sie zeigten erstmals, dass eine gezielte Behandlung wirksam sein kann und hätten dadurch auch den Behandlungsansatz verändert. Allein in Großbritannien sterben jährlich mehr als 2.000 Menschen an malignen Melanomen. Mehr als 11.000 Personen erkranken pro Jahr.

(Ende)
Aussender:    pressetext.redaktion

http://www.pressetext.com/news/20110608018

admin

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Melanom fortgeschritten - neues Krebsmittel
« Antwort #4 am: 25. März 2012, 18:19 »

Vermurafenib

wurde jetzt von der EU als völlig neues Arzneimittel zur Behandlung der inoperablen, metastasierenden Form des Melanoms zugelassen.


Richi

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Melanom: Immuncocktail lässt Tumore schrumpfen
« Antwort #5 am: 16. Januar 2014, 23:49 »
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Immuncocktail lässt Tumoren schrumpfen

Foto: Deutsche Krebshilfe

08.01.2014
Forscher entwickeln neue Therapiestrategie gegen Schwarzen Hautkrebs

Heidelberg (gb) – Wie wird das Immunsystem schlagkräftiger gegen Krebs? Heidelberger Wissenschaftler sind der Antwort auf diese Frage ein gutes Stück näher gekommen. Sie haben die Natürlichen Killerzellen des Immunsystems mit Hilfe eines Cocktails aus verschiedenen Botenstoffen so gestärkt, dass diese Tumoren zerstören konnten. Derzeit entwickeln die Forscher Strategien, um ihre Erkenntnisse in den klinischen Alltag umzusetzen. Die Deutsche Krebshilfe hat das Projekt mit 248.000 Euro gefördert.

Seit Längerem verfolgen Forscher den Ansatz, Krebs mithilfe des körpereigenen Abwehrsystems zu bekämpfen. Vor allem die Natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) der angeborenen Immunabwehr gelten als vielversprechende Kandidaten. Sie sind die erste Instanz im Körper, wenn es darum geht, Krankheitserreger wirksam zu bekämpfen und Infektionen in Schach zu halten. Auch gegen Tumoren sind die Killerzellen im Einsatz. Bisher allerdings mit eher mäßigem Erfolg. Dies könnte sich nun ändern.

„Wir haben Wege gesucht, die es den Killerzellen ermöglich, ihr ganzes Potential gegen den Schwarzen Hautkrebs auszuschöpfen“, erläutert Dr. Adelheid Cerwenka vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Fündig wurde Cerwenkas Team bei den sogenannten Interleukinen, den Botenstoffen des Immunsystems. Sie steuern das Verhalten von Abwehrzellen und spielen eine wichtige Rolle bei der Immunantwort. Mit ihrer Hilfe ist es Wissenschaftlern nun gelungen, die bisher wenig angriffslustigen Killerzellen zu einer scharfen Waffe im Einsatz gegen Hautkrebstumoren zu machen.

Die Wissenschaftler um Cerwenka mixten einen Cocktail aus den Interleukinen 12, 15 und 18 und behandelten damit Natürliche Killerzellen. Das Gemisch erwies sich im Labor als sehr stimulierend: Anschließend waren die Killerzellen dazu in der Lage, das Wachstum von Tumoren aufzuhalten. In vielen Fällen wurde die Geschwulst zurückgedrängt oder verschwand sogar vollständig.

Die stimulierten Killerzellen blieben zudem noch lange aktiv – sogar, nachdem die Tumoren bereits zerstört worden waren. „Zukünftig könnten wir so sicherstellen, dass der Krebs auch wirklich vollständig besiegt wurde und keine bösartigen Zellen mehr übrig sind“, so Cerwenka weiter. Allerdings braucht es weitere Mithilfe von außen: Die NK-Zellen konnten die Tumoren nur dann erfolgreich bekämpfen, wenn diese vorher bestrahlt wurden.

„Derzeit entwickeln wir Strategien, um unsere Erkenntnisse aus dem Labor in der klinischen Praxis einzusetzen“, erläutert Cerwenka. „Eine Kombination aus stimulierten Natürlichen Killerzellen und einer Strahlentherapie wäre ein schlagkräftiges Duo gegen Schwarzen Hautkrebs.“

Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, betont: „In der Nutzung der körpereigenen Abwehrkräfte liegt sehr viel Potential im Kampf gegen Krebs. Ziel der von uns geförderten Forschungsprojekte ist es, innovative Strategien zu entwickeln, die der unmittelbaren Patientenversorgung zugutekommen.“

Interviewpartner auf Anfrage!

 

Hintergrundinformation: Malignes Melanom

Am Malignen Melanom — dem Schwarzen Hautkrebs — erkranken in Deutschland jedes Jahr 28.000 Menschen neu. Diese besonders gefährliche Hautkrebsart führt jährlich bei rund 3.000 Betroffenen zum Tod. Im Vergleich zu anderen Hauttumoren bildet das Maligne Melanom relativ früh Absiedlungen in anderen Organen (Metastasen). Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt für Männer bei 64 Jahren und für Frauen bei 58 Jahren. UV-Strahlung ist der größte Risikofaktor für die Tumorerkrankung.


Projektnr.: 109174


Bonn, 8. Januar 2014

http://www.krebshilfe.de/startseite/aktuelle-themen/article/immuncocktail-laesst-tumoren-schrumpfen.html

hilde

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Melanom, Therapien
« Antwort #6 am: 02. Juli 2014, 01:02 »




Die Therapieresistenz des malignen Melanoms gegenüber Chemotherapeutika frustrierte lange Zeit die medizinische Fachwelt. Das verbesserte sich in den letzten fünf Jahren zwar, aber ein Melanompatient im Stadium IV der Erkrankung kann in der Regel weiterhin nicht geheilt werden. Die Ausgabe 6/14 von Der Onkologe widmet sich diesem Thema. D. Schadendorf und H. Bernhard fassen in ihrem Beitrag „Medikamentöse Systemtherapie des Melanoms“ die Entwicklung der neuen zielgerichteten Therapeutika zusammen, die aktuell zu einer Reihe von Neuzulassungen geführt hat. Der gesamte Artikel steht für Sie zum Download bereit unter
http://www.krebsgesellschaft.de/zs_deronkologe