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Allgemeine Informationen
« am: 22. April 2007, 17:37 »
Der Gallenblasenkrebs ist eine sehr seltene Krebserkrankung. Er tritt meistens nach dem 60. Lebensjahr auf. Dabei sind Frauen gegenüber Männern etwa doppelt so oft betroffen.
Die Ursachen sind nicht hinlänglich bekannt, allerdings begünstigen Gallensteine und andere Gallenerkrankungen das Entstehen.

Eine sehr umfangreiche Zusammenfassung fand ich hier:


Gallenblasenkrebs

Die ersten Beschwerden sind oft Verdauungsstörungen und Beschwerden im Oberbauch. Da diese oft ignoriert werden, schreitet der Krebs meist rasch voran. Die Heilungschancen sind dann nicht gut.
Chirurgische Maßnahmen sind die Standardtherapie. Von allen Gallenblasentumoren haben die sogenannten Klatskin-Tumore die besten Operations- und Heilungsaussichten.
Für Patienten, bei denen eine Operation nicht möglich ist, stehen zahlreiche Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden sowie ergänzende Maßnahmen zur Verfügung. Außerdem ist für viele dieser Patienten eine Betreuung zu Hause möglich.
•   URSACHEN
•   BESCHWERDEN
•   DIAGNOSE
•   BEHANDLUNG
•   LEBEN MIT DER KRANKHEIT

Zu Gallenblasenkrebs werden drei Krebsarten gezählt, die nach ihrem Entstehungsort eingeteilt werden. Der Tumor kann zum einen direkt in der Gallenblase (Gallenblasenkrebs) entstehen. Er kann sich aber auch in den äußeren Gallengängen bilden, die von der Leber weg zur Gallenblase und weiter durch die Bauchspeicheldrüse in den Zwölffingerdarm führen (Gallengangkrebs). Eine besondere Form dieser Krebsart ist der Klatskin-Tumor. Sind dagegen die Gallengänge betroffen, die innerhalb der Leber verlaufen, wird der Krebs zum Leberkrebs gezählt und auch so behandelt.
Im deutschen Sprachraum erkranken derzeit rund sechs von 100.000 Menschen pro Jahr. Diese Krebsart ist selten und steht derzeit an 18. Stelle aller bösartigen Erkrankungen. Die Häufigkeit von Gallenblasenkrebs hat außerdem in den letzten 15 Jahren deutlich abgenommen. Der Grund dafür ist nicht bekannt. Frauen betrifft Gallenblasenkrebs etwa doppelt so häufig wie Männer.
Gallengangkrebs dagegen ist selten und tritt bei Männern etwas häufiger als bei Frauen auf.
Oft entstehen diese Erkrankungen zwischen dem 60. und 80. Lebensjahr.    
Ursachen   
Wie Krebs entsteht, ist nicht restlos geklärt. Viele unterschiedliche Faktoren, darunter genetische Defekte, Lebensgewohnheiten, psychische Probleme und Umweltbelastungen tragen zur Krebsentstehung bei.
Die Rolle der Psyche bei Krebs ist nicht eindeutig geklärt. Es gibt jedoch viele Anhaltspunkte dafür, dass seelische Belastungen als Auslöser der Erkrankung nicht unbedeutend sind, dass ein Zusammenhang zwischen Krankheit und Psyche besteht,
Ein hoher Fett- und Fleischkonsum begünstigt die Entstehung von Gallenblasenkrebs möglicherweise, weil dadurch die Cholesterinwerte im Blut steigen. Daraus können sich im Laufe der Zeit Gallensteine bilden.    

Begünstigende Krankheiten   
•      Gallensteine können das Entstehen von Krebs begünstigen. Bei Gallensteinen, die keine Beschwerden verursachen und größer als 3 Zentimeter werden, besteht ein 10-fach erhöhtes Risiko.
•      Bei einer Porzellangallenblase, einer Erkrankung, bei der es zur Verkalkung der Wand der Gallenblase kommt, liegt das Krebsrisiko zwischen 20 und 60 Prozent.
•      Auch bei Polypen der Gallenblase kommt Gallenblasenkrebs häufiger als bei Gesunden vor.
•      Eine Entzündung der Gallenwege mit Verhärtungen der Gefäße erhöht das Karzinomrisiko ebenfalls.
•      Eine Colitis ulcerosa erhöht das Erkrankungsrisiko.

•      Auch Morbus Crohn fördert die Entstehung von Gallenblasenkrebs.

•      Nicht normal gebildete Gallengänge, eine seltene angeborene Erkrankung, bei der es zu einem Rückfluss von Bauchspeicheldrüsensaft in die Gallengänge kommt, erhöhen ebenfalls das Risiko, später an Krebs zu erkranken.
   
Vorbeugung
Eine echte Vorbeugung für Menschen, die nicht an einer der begünstigenden Krankheiten leiden, ist derzeit nicht möglich.   
•      Es gibt aber Hinweise darauf, dass regelmäßige Bewegung und gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten das Risiko reduzieren, an Krebs zu erkranken, denn dadurch kann das Cholesterin im Blut gesenkt werden.
   
Vorbeugung ist für Menschen mit Porzellangallenblase und nicht normal gebildeten Gallengängen möglich.    
•      Die angeborene Missbildung der Gallengänge wird meist schon innerhalb der ersten drei Lebensjahre entdeckt, da sie in 90 Prozent aller Fälle mit Diabetes einhergeht. In Ausnahmefällen wird sie erst bei Erwachsenen festgestellt.
•      Die Diagnose einer Porzellangallenblase erfolgt durch eine Röntgenuntersuchung.
   
Um Krebs vorzubeugen, werden bei beiden Erkrankungen chirurgische Eingriffe durchgeführt, um die Gallenblase zu entfernen.
Sind bei einer Untersuchung Gallensteine festgestellt worden sein, ist eine umgehende Behandlung zu empfehlen.   
Früherkennung
Eine echte Früherkennung ist nicht möglich, da die Krankheit lange keine Beschwerden verursacht. Bei immer wiederkehrenden Beschwerden im oberen Bauchbereich sowie bei einer Gelbverfärbung der Haut oder der Augen ist es wichtig, bald zum Arzt zugehen.

Vorsorgeuntersuchungen gibt es derzeit nicht.   


Beschwerden    
Gallenblasenkrebs ist schwer zu erkennen, da am Beginn der Erkrankung nur selten Beschwerden auftreten.
Häufige Beschwerden bei Gallenblasenkrebs:   
•      Verdauungsstörungen
•      Beschwerden im oberen Bauchbereich kommen bei der Hälfte bis drei Viertel aller Patienten vor.
•      Unter Umständen treten Schmerzen in der rechten oberen Bauchhälfte auf.
•      Hautjucken, mit dem ständigen Zwang sich zu kratzen.
•      Eine Gelbsucht mit einer Gelbverfärbung der Haut und der Augen, dunklem Harn und hellem Stuhl tritt bei ungefähr der Hälfte aller Patienten auf und ist in einigen Fällen das erste Symptom der Erkrankung.
•      Ein Drittel der Betroffenen leidet unter einem unerklärlichen Gewichtsverlust.
   

Weniger häufige Beschwerden sind:   
•      Müdigkeit
•      Antriebslosigkeit
•      Blutarmut
   
Es muss sich nicht unbedingt um Gallenblasenkrebs handeln, wenn diese Beschwerden auftreten. Häufig sind Gallensteine oder eine Entzündung der Gallenblase die Ursache dafür.
Bis das endgültige Ergebnis einer vollständigen Diagnose vorliegt, ergibt sich eine für den Patienten schwierige Situation. Von vielen Patienten wird diese Zeit als die schwierigste empfunden. Gespräche mit Angehörigen, Freunden können helfen, Ordnung in die Gedanken zu bringen. Unter Umständen ist es sinnvoll, professionelle psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.   

Diagnose    

Die genaue Diagnose zur Feststellung der Lage und Ausbreitung des Tumor sowie des Stadiums ist entscheidend für die Wahl der richtigen Behandlung.
Untersuchungen sollten von einem darauf spezialisierten Arzt durchgeführt werden.
Folgende Untersuchungen geben Aufschluss über das Stadium der Erkrankung. Allerdings werden nicht alle diese Untersuchungen durchgeführt. Manche sind nur notwendig, wenn bestimmte Fragen, die für die Behandlung wichtig sind, beantwortet werden müssen.   
•      Bei einer ersten Untersuchung tastet der Arzt den Bauchraum nach Schwellungen ab und versucht festzustellen, ob neben den vom Patienten angegebenen Beschwerden auch andere Probleme bestehen .
•      Mit einer Ultraschalluntersuchung des Bauches kann der Arzt die Lage und Ausbreitung des Tumors bestimmen. Zusätzlich kann ein Befall von Lymphknoten und Leber festgestellt werden. Während der Untersuchung wird auch eine Gewebeentnahme (Biopsie) durchgeführt. Im Labor kann der Pathologe dann feststellen, ob der Tumor gutartig oder bösartig ist.
•      Auch mit einer Computertomografie (CT) des Bauches kann der Arzt die Lage und Ausbreitung des Tumors bestimmen. Zusätzlich kann ein Befall von Lymphknoten und Leber festgestellt werden. Ultraschalluntersuchung und Computertomografie können ergänzend zueinander eingesetzt werden.
•      Eine Endoskopie der Gallenblase mit einer Röntgenuntersuchung und einem Kontrastmittel (ERCP-Untersuchung) wird durchgeführt, wenn ein so genannter Papillentumor vorliegt oder wenn eine sichere Diagnose mit anderen Verfahren nicht möglich war. Kann nicht endoskopisch vorgegangen werden, oder war dies erfolglos, kann die Gallenblase mit einen kleinen Eingriff (Laparoskopie) durch die Bauchdecke (PTCD) untersucht werden.
•      Eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs wird zur Beobachtung des Krankheitsverlaufs gemacht oder bei Schmerzen, um entfernt liegende Metastasen zu entdecken.
•      Mit einer labormedizinischen Untersuchung des Blutes auf Tumormarker kann der Krankheitsverlauf beobachtet werden.
•      Eine Angiografie dient zur Untersuchung der Blutgefäße. Durch diese Untersuchung kann festgestellt werden, ob operiert werden kann oder nicht.
•      Vor einer Operation wird die Lungenfunktion des Patienten überprüft, ein Belastungs-EKG gemacht und die Funktion der Leber und der Nieren durch eine Blutuntersuchung festgestellt.
   
Ergebnisse der Untersuchungen
Viele Gallenblasentumoren werden erst bei einer Operation entdeckt. Meistens wird diese bei einem Verdacht auf Gallensteine gemacht. Allerdings weisen nur ein Prozent aller bei diesen Operationen entfernten Gallenblasen ein Karzinom auf. Der Boden- und der Körperbereich der Gallenblase sind die Teile, in denen der Tumor am häufigsten auftritt. Die dort entstandenen Tumore machen zwischen 80 und 90 Prozent aller Erkrankungen aus. Die Krebszellen werden von dort leicht durch das Blut oder die Lymphflüssigkeit fortgerissen und breiten sich über die Lymph- oder Blutbahnen aus, bis sie sich meist in Leber oder im Bauchfell festsetzen und dort Metastasen bilden. Bei einem Fünftel aller Patienten werden bei der Diagnose Metastasen im Bauchraum festgestellt.
Ist der Tumor in den Gallengängen entstanden, ist die genaue Lage entscheidend. Die Gallengänge verzweigen sich wie ein Baum von unten nach oben. Etwa die Hälfte aller Tumoren entstehen im oberen Drittel der Gallengänge.
Der sogenannte Klatskin-Tumor entsteht in dem Bereich, wo sich die Gallengänge das erste Mal gabeln. Er wächst nur langsam und hat dadurch bessere Heilungschancen.   
Stadien bei Gallenblasenkrebs
Auch nachdem die vollständige Diagnose durchgeführt wurde, steht das Stadium der Krebserkrankung nicht unbedingt fest. Oft kann dieses erst nach einer Operation mit Bestimmtheit angegeben werden, wenn entnommene Lymphknoten oder andere Gewebeproben durch einen Pathologen untersucht worden sind.
Die Stadien bei Gallenblasenkrebs werden nach der internationalen TNM-Klassifikation eingeteilt. Diese richtet sich vor allem danach, wie tief der Tumor in das Organ eingedrungen ist, ob Lymphknoten befallen sind oder Metastasen in anderen Organen vorliegen.
Auch die Stadien bei Gallengangkrebs werden nach der internationalen TNM-Klassifikation eingeteilt. Die Stadien bei Klatskin-Tumoren werden dagegen in vier Typen unterteilt.    
 
Behandlung    
Die Wahl der Behandlungsmethoden hängt vor allem vom Krebsstadium, von der Lage des Tumors, zum Teil aber auch vom Gesundheitszustand des Patienten und weiteren individuellen Faktoren ab. Nachdem die Diagnose vorliegt, schlägt der Arzt die weitere Behandlung vor. Die Auswirkungen der jeweiligen Methoden sind unterschiedlich, daher ist es sinnvoll, eine zweite ärztliche Meinung über die weitere Vorgangsweise einzuholen.
Um Heilung zu erreichen ist für jede Art von Gallenblasenkrebs die vollständige Entfernung des Tumors und in seiner Nähe liegenden Lymphknoten durch eine Operation die Therapie der Wahl. Das ist meist bis ins Stadium 3 möglich.
Ist das nicht möglich, sind Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden das Standardverfahren.   

Heilungschancen
Grundsätzlich gilt: Je früher der Krebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen.
Die Heilungschancen bei Gallenblasenkrebs sind zur Zeit sehr schlecht. Patienten, bei denen der Krebs nicht geheilt werden kann, leben heute allerdings länger und mit einer besseren Lebensqualität als früher.
Der wichtigste Prognosefaktor für eine Heilung ist eine vollständige Entfernung des Tumors.
Da ein Gallenblasenkarzinom oft erst spät entdeckt wird, kann nur bei 15 bis 20 Prozent aller Patienten operiert werden. Die Heilungsrate hängt dann vor allem von der vollständigen Entfernung des Tumors ab.
Stadium 1: Kann der Tumor vollständig entfernt werden, liegt die Heilungsrate zwischen 60 und 80 Prozent.
Stadium 2: Kann der Krebs vollständig entfernt werden, liegt die Heilungsrate zwischen 20 und 30 Prozent.
Stadium 3: Nach der vollständigen Entfernung des Tumors liegt die Heilungsrate etwa bei 10 Prozent.
Stadium 4: Auch nach einer erfolgreichen Operation liegt die Heilungsrate nur unter fünf Prozent.
Bei etwa fünf Prozent aller Patienten wird ein so genanntes Papillenkarzinom festgestellt. dieses hat eine insgesamt günstigere Prognose. Auch die Heilungschancen für ein Gallengangkarzinom sind derzeit schlecht. Sie hängen vom Entstehungsort des Tumors in den Gallengängen, vor allem aber davon ab, ob der Tumor vollständig entfernt werden konnte.
Oberer Teil: Ist der Tumor oberhalb der Gallenblase in der Nähe der Leber entstanden, liegt die Heilungsrate nach einer erfolgreichen Operation abhängig vom Stadium zwischen 5 und 25 Prozent.
Unterer Teil: Nach einer Operation bei einem Tumor im unteren Bereich sind die Heilungschancen besser. Sie liegen zwischen 20 und 40 Prozent. Klatskin-Tumore haben von allen Gallengangtumoren die beste Aussicht auf Heilung. Die Heilungsrate nach einer erfolgreichen Entfernung liegt je nach Typ zwischen 10 und 50 Prozent.

Chirurgische Maßnahmen
Je nachdem, ob der Tumor in der Gallenblase oder in den Gallengängen aufgetreten ist, wird unterschiedlich operiert.   
Gallenblasentumor
Ist der Tumor in der Gallenblase entstanden, ist die vollständige Entfernung nur bei etwa einem Viertel aller Patienten möglich, da der Gallenblasenkrebs meist erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt wird. Wurde der Tumor erst durch Zufall im Labor nach einer Operation der Gallenblase entdeckt, ist eine nochmalige Operation erforderlich. Bei dieser werden die Lymphknoten entfernt und je nach Lage und Ausbreitung des Tumors auch Teile der Leber.
Hat sich der Krebs in der Gallenblase gebildet, sind die folgenden Verfahren die derzeitige Standardvorgangsweise:
Stadium 1: Die vollständige Entfernung der Gallenblase ist das Therapieverfahren der Wahl. Ist der Tumor in dem Teil der Gallenblase entstanden, der an die Leber grenzt, ist unter Umständen ein größerer Eingriff notwendig. Um bei diesen Patienten sicherzugehen, dass der Tumor vollständig beseitigt wird, müssen die Gallenblase und Teile der Leber entfernt werden. Das zusätzliche Entfernen der Gallenwege und der Lymphknoten, die um die Gallenwege liegen, erhöht die Heilungschancen beträchtlich und sollte deshalb immer gemacht werden.
Stadium 2 und 3: Das Entfernen der Gallenblase und von Teilen der Leber ist Therapie der Wahl bei Krebs in diesen Stadien. Außerdem erhöhen sich die Heilungschancen, wenn Gallengänge und die um sie liegenden Lymphknoten entfernt werden.   
 
Gallengangtumor
Hat sich der Tumor in den Gallengängen gebildet, hängt die weitere Vorgangsweise davon ab, ob der Tumor im oberen oder unteren Drittel der Gallengänge liegt, oder ob ein Klatskin-Tumor vorliegt.
Wenn sich der Tumor im oberen Drittel gebildet hat, ist das Ziel seine vollständige Entfernung. Die Vorgangsweise ist dabei ähnlich der, wenn sich der Tumor in der Gallenblase gebildet hat. Um alle bösartigen Zellen zu entfernen, wird sicherheitshalber ein größerer Bereich um den Tumor herum entfernt. Dabei werden auch die in der Nähe liegenden Lymphknoten entnommen. Unter Umständen müssen noch befallene Blutgefäße entfernt und ersetzt werden.
Hat sich der Krebs im unteren Drittel der Gallengänge gebildet, befindet er sich im Bereich des Kopfs der Bauchspeicheldrüse. Bei der Behandlung wird deshalb wie beim Bauchspeicheldrüsenkrebs vorgegangen. Die Therapie der Wahl ist die Whipple-Operation.


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Allgemeine Informationen, Fortsetzung
« Antwort #1 am: 22. April 2007, 17:39 »

Fortsetzung:



Klatskin-Tumore
Die Behandlung von Klatskin-Tumoren hängt vom Typ des Tumors ab. Klatskin-Tumoren bilden erst spät Metastasen, daher ist eine Operation bei fast der Hälfte aller Patienten möglich. Die Gallengänge ähneln in diesem Bereich einem Baum mit einem "Stamm", der sich nach oben zur Leber hin verzweigt. Klatskin-Tumore entstehen an der ersten dieser Verzweigungen.
Typ 1 und Typ 2: Die Therapie der Wahl ist die vollständige Entfernung der Verzweigung. Damit die von der Leber gebildete Gallenflüssigkeit abfließen kann, werden die beiden Enden der Gallengänge wieder miteinander verbunden. Bei einem Klatskin-Tumor vom Typ 2 kann es notwendig sein zusätzlich auch einen Teil der Leber zu entfernen.
Typ 3: Neben der Entfernung des Tumors und der Verzweigung ist eine teilweise Entfernung der Leber die Therapie der Wahl. Falls die Blutgefäße in dieser Region mit betroffen sind, müssen sie ebenfalls entfernt und ersetzt werden.
Typ 4: Eine Operation ist in der Regel nicht möglich. Bei einzelnen Patienten kann jedoch eine Lebertransplantation versucht werden.
Es kann jedoch sein, dass operiert wurde, weil ein niedrigerer Typ vermutet wurde. In diesem Fall wird der Tumor soweit es geht entfernt und nach der Operation unter Umständen eine Strahlentherapie durchgeführt. Durch diese Vorgangsweise kann eine lang anhaltende Beschwerdefreiheit erreicht werden.   

Die Wahl der Betäubung
Für die Operation ist eine Vollnarkose notwendig.
Eine gut durchgeführte Schmerzbehandlung während und nach der Operation verringert die Beschwerden danach beträchtlich.   

Risiken und Komplikationen

Ein bis zwei Tage nach der Operation kann es zu Nachblutungen kommen. Diese können durch genaue Nachkontrollen erkannt und beseitigt werden.
Als Folge der Operation können eine Störung der Lungenfunktion und eine Flüssigkeitsansammlung im Brustfell auftreten. Um dies rechtzeitig zu erkennen, werden Röntgenaufnahmen gemacht.
In für diese Operationen spezialisierten Kliniken liegt die Sterblichkeitsrate unter 5 Prozent. Daher ist es wichtig, eine geeignete Klinik aufzusuchen.   
 
Nach der Operation
Anfangs wird der Patient über eine Magensonde ernährt. Am zweiten Tag wird diese in der Regel entfernt und es kann schluckweise Tee getrunken werden. Daraufhin folgt flüssige, später passierte Nahrung und danach Schonkost.
Palliative Maßnahmen bei nicht heilbarem Krebs
Stadium 4:
Kann der Tumor nicht durch eine Operation entfernt werden, kommt es durch das Wachstum und durch die Bildung von Metastasen zu erheblichen Beschwerden. Oft verschließt der Tumor durch sein Wachstum die Gallengänge, Gelbsucht entsteht. Die dadurch auftretenden Beschwerden reichen über eine Gelbfärbung von Augen und Haut bis zu schweren Verdauungsstörungen. Diese können aber durch die folgenden Methoden entweder ganz oder zum zumindest Großteil beseitigt werden.    
 
Endoskopische Verfahren
Endoskopische Verfahren sind das Mittel der Wahl, um den Gallengang wieder durchgängig zu machen und so das Entstehen einer Gelbsucht zu verhindern.
Wenn möglich wird das Endoskop über den Darm an die gewünschte Stelle gebracht. Das hat den Vorteil, dass keine Schnitte notwendig sind. Mit dem Endoskop kann ein Plastikröhrchen oder Stent (Metallnetz) an die verengte Stelle gebracht werden. Diese kleiden den Gallengang aus. Die Gallengänge bleiben auf diese Weise etwa zwei bis drei Monate offen, werden Metallstents verwendet, auch länger. Der Eingriff kann, wenn es zu einem neuerlichen Verschluss kommt, wiederholt werden.
Wenn der Tumor groß ist, müssen diese Röhrchen so angelegt werden, dass dieser umgangen wird. Der Gallensaft fließt dann direkt durch diese Prothesen in den Zwölffingerdarm, wo er zur Verdauung verwendet wird. Wenn die Röhrchen den Gallensaft nach außen abgeben, benötigen sie einige Pflege. Um sie zu reinigen müssen sie mit einer Kochsalzlösung ausgespült werden. Das kann entweder der Hausarzt machen oder auch der Patient selbst. Nach etwa drei Monaten müssen die Röhrchen ausgewechselt werden.   

Chirurgische Maßnahmen
Zur Linderung der Beschwerden werden endoskopische Verfahren bevorzugt. Wenn der Tumor die Gallengänge blockiert, kann bei manchen Patienten trotzdem eine Operation notwendig werden. Bei dieser Operation werden die Gallengänge oberhalb und unterhalb der Engstelle abgetrennt und es wird ein Umgehungskanal angelegt. Dadurch kann der Gallensaft wieder fließen, wodurch eine normale Verdauung möglich ist.   

Strahlentherapie
Eine Strahlentherapie kann bei nicht operierbaren Tumoren verwendet werden, um den Tumor zu verkleinern. Etwa die Hälfte aller Patienten spricht auf diese Behandlung an. Bei diesen bildet sich der Verschluss der Gallengänge zurück, die Beschwerden verschwinden, was zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität führt. Die äußere Bestrahlung kann bei diesem Verfahren mit einer direkten Bestrahlung, der Brachytherapie, kombiniert werden. Die Brachytherapie ist eine besondere Form der Strahlentherapie, bei der für kurze Zeit mit hohen Strahlendosen behandelt wird. Die Strahlungsquelle wird dabei direkt an den Ort gebracht, der bestrahlt werden soll.   

Chemotherapie

Gallenblasen und Gallengangtumore sprechen sehr schlecht auf eine Chemotherapie an. Daher wird sie nur sehr selten und auf den Patienten abgestimmt durchgeführt.

Ergänzende Maßnahmen

Komplementärmedizinische Verfahren können helfen, die Lebensqualität zu verbessern oder die Nebenwirkungen der Standardtherapie zu reduzieren. Eine vollständige Auflistung und Einteilung der komplementärmedizinischen Verfahren in anerkannte, zweifelhafte, nicht allgemein anerkannte oder gesichert nutzlose therapeutische Verfahren ist angesichts der mangelhaften Datenlage kaum durchführbar. Eine Auswahl und Bewertung bestimmter Therapieformen wird aber dennoch angeführt: Diese Bewertung der Einschätzung kann sich in den nächsten Jahren sicherlich wieder verändern und stellt auch derzeit keine Konsensmeinung dar.

Die Akupunktur kann Schmerzen lindern und die oft durch die Chemotherapie verursachte Übelkeit und das Erbrechen verringern, Entspannungstechniken können Muskelverspannungen lösen, Angst und Hoffnungslosigkeit reduzieren. Autogenes Training zusammen mit Hypnose verringert die Nebenwirkungen der Chemotherapie. Außerdem kann der Patient durch diese Verfahren lernen, seine Schmerzen zu kontrollieren und auch selbst zu lindern.
Die Misteltherapie kann bei einer Chemotherapie als Ergänzung hilfreich sein.
Biofeedback kann Schmerzen, Schlafstörungen, Nervosität und Angst, die durch die Erkrankung entstanden sind, lindern.

Günstig auf die Heilung
wirkt sich eine vollwertige Ernährung bei Krebs aus. Jede Art von Fasten dagegen ist bei einer Krebserkrankung gefährlich, da das zu einer Schwächung des Immunsystems führt.
Weil zwischen Krankheit und Psyche Zusammenhänge bestehen, ist auch eine psychologische Begleitung von Krebspatienten heilungsfördernd. Eine Beratung durch einen Psychoonkologen oder einen speziell ausgebildeten Psychologen kann helfen, das seelische Gleichgewicht wieder zu finden.
Physikalische Medizin kann die Durchblutung fördern, Entspannung bringen und die Regulierung des Lymphsystems nach der Operation deutlich beschleunigen.
Krebsschmerztherapie kann Schmerzen deutlich lindern.

Rehabilitation

Ob es für den Patienten Vorteilhaft ist, nach der Behandlung eine Rehabilitationsklinik aufzusuchen, hängt von seiner Situation ab. Viele Patienten sehnen sich danach, wieder in den Kreis der Familie zurückzukehren, andere ziehen den Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik vor. Aber auch ambulante Rehabilitationsmaßnahmen sind möglich.
Ziel von Rehabilitationsmaßnahmen nach der Behandlung ist es, dem Patienten wieder die Teilname am Berufs-, Familien- und Sozialleben zu ermöglichen.
Je nach Patient und Schwere der Erkrankung bzw. der Krankheitsfolgen liegt der Schwerpunkt auf einer Wiedereingliederung in das Berufsleben oder auf einer Förderung sozialer Kontakte.
Durch Rehabilitationsmaßnahmen kann der Patient lernen, sein Leben an die neue Situation anzupassen, mögliche Beschwerden zu lindern und mit Problemen richtig umzugehen.
Eine gute Rehabilitation kann erfolgreich Schmerzen bekämpfen, die Lebensmöglichkeiten durch spezielles Training verbessern und neue Lebenserfahrungen ermöglichen. Auf den Patienten abgestimmte Übungen lassen diesen wieder an Körperkraft gewinnen, tragen aber auch dazu bei, das Selbstbewusstsein zu steigern. Dadurch kann Mobilität und Selbständigkeit erreicht werden, wodurch weniger Pflege nötig wird. Bevorzugt wird die aktive Bewegungstherapie, aber auch passive Behandlungen sind möglich.   

Leben mit der Krankheit   
Auch nach einer erfolgreich verlaufenen Gallenblasensoperation bleibt der Patient in einer schwierigen Situation. Spätestens jetzt ist es wichtig, sich mit der Tatsache auseinander zu setzen, dass das Leben nun einen anderen als den früher gewohnten Gang nehmen wird.
Die besten Erfolge mit der Krankheit umzugehen werden durch eine ganzheitliche Herangehensweise erzielt. Eine Umstellung der Ernährung ist sinnvoll, außerdem ist es empfehlenswert, konsequent auf Alkohol zu verzichten, das Rauchen aufzugeben und keine anderen Drogen einzunehmen.
Gespräche mit Angehörigen, Freunden oder auch einem geschulten Therapeuten können helfen, Ordnung in die Gedanken zu bringen.   

Die Schmerzen besiegen

Kann der Krebs durch eine Operation nicht besiegt werden, schreitet er voran, bildet Metastasen und verursacht oft Schmerzen. Doch nur selten sind die Schmerzen stärker als jedes Medikament - eine gut ausgewogene Krebsschmerztherapie kann da viel ausrichten, ohne zusätzlichen Schaden anzurichten.
Physikalische Medizin und eine Massagetherapie können die Beschwerden ebenfalls lindern.    
Isolation vermeiden
Nach einer Gallenblasenoperation ist es bisweilen nicht mehr möglich, weiter im früheren Beruf tätig zu bleiben. Auch körperlich belastende Tätigkeiten sind für die meisten Patienten nicht mehr zumutbar. Dennoch ist es wichtig, dass der Patient einen Teil seines früheren Alltags aufrechterhält, um Selbstwertgefühl und soziale Kontakte zu behalten.

Betreuung zu Hause

Ist eine Heilung von der Krankheit nicht möglich, wünschen sich viele Erkrankte eine Betreuung und Pflege in den eigenen vier Wänden.
Ihnen stehen finanzielle Leistungen und fachliche Unterstützung zu (Pflegeversicherung) . Wenn die persönlichen Voraussetzungen für die häusliche Pflege stimmen, ermöglicht die Zusammenarbeit mit einem ambulanten Pflegedienst eine optimale pflegerische Betreuung auch außerhalb der Klinik. Wer für eine gute Organisation der Pflege sorgt und sich das nötige Wissen über die Pflegepraxis aneignet, kann die Belastungen in Grenzen halten. Dazu trägt auch eine individuelle Anpassung der Wohnung bei.

Nachuntersuchungen

Nachuntersuchungen werden in erster Linie durchgeführt, um die Ursache von Beschwerden herauszufinden, Nebenwirkungen der Behandlung zu erkennen und diese zu beseitigen. Erst in zweiter Linie dienen sie der Früherkennung eines Wiederauftretens des Krebses.

Die Untersuchungen sind:   

•      Eine labormedizinische Untersuchung des Blutes mit einer Messung der Tumormarker alle drei Monate in den ersten beiden Jahren. Diese Untersuchung ist allerdings nicht bei allen Patienten notwendig.
•      Ultraschalluntersuchung des Oberbauchs alle sechs Monate in den ersten zwei Jahren

•      Röntgenuntersuchung des Brustkorbs

•      eventuell eine Computertomografie (CT)