Autor Thema: Probleme mit Medikamente und ....  (Gelesen 3279 mal)

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Geri

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Probleme mit Medikamente und ....
« am: 15. Oktober 2012, 22:34 »



Weitere Todesfälle an Meningitis in den USA

Montag, 15. Oktober 2012

Atlanta – Die Zahl der Patienten, die in den USA nach epiduraler Injektion eines mit Pilzen kontaminierten Steroidpräparats gestorben, ist am Wochenende auf 15 gestiegen. Insgesamt sind 205 Menschen in 14 US-Staaten an einer Pilzmeningitis erkrankt. Weitere Fälle sind wegen der längeren Inkubationszeit möglich.

Das New England Compounding Center, eine Apotheke, die sich auf die Produktion von Arzneimitteln spezialisiert hat, hatte seit Ende Mai kontaminierte Injektionslösungen mit Methylprednisolon an mindestens 76 Kliniken in 23 US-Staaten geliefert (von einem Versand ins Ausland ist nichts bekannt). Wie sich später herausstellte, waren die drei Chargen des konservierungsmittelfreien Präparats mit Pilzen kontaminiert. Ein Rückruf erfolgte am 8. Oktober.
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Weitere Erkrankungen sind wahrscheinlich, da die Inkubationszeit bei epiduraler Injektion bei den bisherigen Patienten zwischen einer und vier Wochen betrug. Es könnte auch sein, dass in der Vergangenheit Erkrankungen als Schlaganfall fehldiagnostiziert wurden. Die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) und die Arzneibehörde FDA haben inzwischen eine Falldefinition herausgegeben.

Sie fordert neben dem Zusammenhang mit der Injektion eines der folgenden Meningitis-Symptome: Kopfschmerz, Fieber, Nackensteifigkeit, Photophobie sowie einen für eine Meningitis charakteristischen Liquorbefund (Pleozytose, niedriger Glukose-, erhöhter Proteingehalt). Verdächtig ist zudem, wenn es ein bis 4 Wochen nach einer epiduralen Injektion zu einem Schlaganfall im Basilarisstromgebiet oder zu einer spinal Osteomyelitis gekommen ist.

blog.aerzteblatt.de

    Meningitis durch Apotheken-Eigenproduktion

zum Thema

    FDA-Informationen
    Falldefinition
    New England Compounding Center

Die CDC untersucht derzeit auch die Möglichkeit, dass es nach Gelenkinjektionen zu Infektionen gekommen ist. Verdächtig sind hier septische Komplikationen ein bis 4 Wochen später. Hier gibt es bisher einen Verdachtsfall.

In anderen Präparaten des New England Compounding Center wurden bisher keine Kontaminationen gefunden. Die CDC hat die Ärzte aber aufgerufen, bis auf weiteres keine Präparate des Herstellers mehr zu verwenden. Bei Patienten, die mit den betroffenen Präparaten behandelt wurden, aber nicht erkrankt sind, rät die CDC zur Vorsicht bei weiteren Injektionen, da Steroide aufgrund ihrer immunsupprimierenden Wirkung die Ausbreitung einer bereits erfolgten Infektion begünstigen.

Eine antifungale Prophylaxe oder eine diagnostische Lumbalpunktion zum Ausschluss einer Meningitis werden nicht empfohlen. Die Gefahr einer Übertragung auf weitere Patienten in der Klinik besteht nicht, da die Pilze außerhalb des Körpers harmlos sind.

© rme/aerzteblatt.de

Jutta

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Medikamentencocktail mit Risiken - Ältere nehmen oft viele Pillen
« Antwort #1 am: 12. Juni 2013, 23:11 »



12.06.2013
   
Gesundheitspolitik   
   
   
Medikamentencocktail mit Risiken - Ältere nehmen oft viele Pillen

Viele Ältere nehmen einer Studie zufolge einen riskant großen Mix verschiedener Medikamente ein. Ein Drittel der Menschen ab 65 Jahren bekommt fünf oder mehr verschiedene Mittel zur gleichzeitigen Einnahme verschrieben, wie der Arzneimittelreport 2013 der Krankenkasse Barmer GEK zeigt.

Das berge Gefahren, warnt die Studie, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Patienten könnten leicht den Überblick verlieren, Wechselwirkungen würden wahrscheinlicher. Zur Abhilfe fordert die Kasse eine bessere Vernetzung zwischen den verschiedenen Ärzten und Apothekern - und ein offenes Auge der Betroffenen.

Mehr als jeder zehnte Ältere nimmt den Angaben zufolge sogar mindestens acht Wirkstoffe. Laut den Experten sind diese teilweise unnötig, zugleich leide aber auch die regelmäßige Einnahme unter der großen Menge. "Dass das die Akzeptanz der Patienten einschränken kann, liegt auf der Hand", sagte der stellvertretende Vorstandschef der Kasse, Rolf-Ulrich Schlenker. Grundlage der Studie sind die Daten der neun Millionen Versicherten der Barmer GEK. Die Aussagen zu den Älteren beziehen sich auf das zweite Quartal 2012.

"Wir sprechen in der Pharmakologie davon, dass man relativ gut drei bis vier Wirkstoffe aushalten kann", sagte der Bremer Versorgungsforscher Gerd Glaeske, einer der Autoren der Studie. Alles darüber sei problematisch.

Glaeske sieht das Problem vor allem in der mangelnden Abstimmung zwischen verschiedenen Ärzten: "Jeder hat im Schnitt vier Ärzte, die aus ihrer Sicht wahrscheinlich auch alle das Richtige tun." Doch das passe nicht immer zusammen, "weil dann zu viele Arzneimittel zusammenkommen und dann natürlich das Problem von Wechselwirkungen auftritt". Ärzte müssten deshalb wissen, was ihre Kollegen dem Patienten bereits verordnet haben.

Die Barmer GEK setzt als Konsequenz auf eine bessere Vernetzung der Behandlungsdaten, die dann jeder behandelnde Arzt abrufen könnte: "Wir brauchen die elektronische Gesundheitskarte, das elektronische Rezept und die elektronische Patientenakte", sagte Schlenker. Die bereits millionenfach verteilte Gesundheitskarte ist bei Medizinern umstritten. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung kritisiert, das IT-Projekt nütze nur den Interessen der gesetzlichen Krankenkassen. Sie hatte Ende Mai gedroht, aus dem Vorhaben auszusteigen. Glaeske empfahl Patienten, selbst Buch über ihre Medikamente zu führen - und Ärzte und Apotheker bewusst darauf anzusprechen.

Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller hielt entgegen, im Alter steige das Risiko für viele Krankheiten. "Für die Patienten ist es ein Segen, dass man diese inzwischen medikamentös behandeln oder ihnen vorbeugen kann", teilte Forschungs-Geschäftsführer Siegfried Throm mit. Das gehe aber oft nur mit der dauerhaften Einnahme mehrerer Medikamente. Listen und Klassifikationen könnten helfen, Wechselwirkungen zu vermeiden.

Bei der Behandlung junger Menschen und Demenzkranker prangern die Autoren der Studie einen zu häufigen Griff zum Rezeptblock an. Glaeske kritisierte, Ärzte verschrieben Demenzkranken oft bestimmte Schlaf- oder Beruhigungsmittel (Benzodiazepine). So würde etwa in manchen Pflegeheimen versucht, mit Medikamenten das nicht vorhandene Personal zu ersetzen. "Pflegerische Leistungen werden ausgetauscht, wenn Sie so wollen, durch billige Arzneimittel."

Auch bei der Verschreibung einiger Psychopharmaka an Kinder und Jugendliche sieht der Report Grund zur Besorgnis. 2012 wurden ihnen demnach gut 40% mehr Antipsychotika verordnet als 2005 - etwa 3 von 1000 Unter-19-Jährigen. Dabei seien nicht mehr psychische Störungen diagnostiziert worden, sagte Glaeske.

Gitti

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Medikament gegen Restless-Legs. DIE HÖLLE FOLGTE: SPIELSUCHT
« Antwort #2 am: 24. Januar 2015, 00:28 »



Medikament trieb Frau in die Spielsucht

Die Sucht nach schnellem Geld kam über Nacht.

Den Grund erfuhr die Patientin erst nach Jahren.

      

Eigentlich sollte für Annemarie Krichi durch das Medikament Sifrol Retard alles besser werden. Die Wienerin leidet seit Jahren am Restless-Legs-Syndrom, einer Krankheit, bei der die Beine der Patienten unkontrolliert zucken. Dass ausgerechnet die Medizin sie in den Ruin treiben würde, hätte Frau Krichi nie gedacht. 2011 wurde der damals 47-Jährigen Sifrol Retard verschrieben, die Tabletten werden vor allem bei Parkinson-Patienten angewendet.


"Dann hat für mich die Hölle begonnen", erzählt Krichi. "Ich hatte noch nie in meinem Leben ein Problem mit dem Spielen oder sonst irgendeine Sucht in der Art." Das Einzige, das Frau Krichi spielte, war Bingo, ein Mal die Woche. "Daher hatte ich einen Account bei einer Online-Spielseite. Und als ich dann die Tabletten genommen habe, konnte ich einfach nicht mehr aufhören."

Keine Warnung

Was folgte, war ein jahrelanger Leidensweg. "Ich habe alles verspielt, mein Partner und ich sind mehrmals vor der Delogierung gestanden, aber ich konnte einfach nicht aufhören."

Die Wienerin und auch ihr Umfeld konnten sich die akute Wesensänderung nicht erklären. Nach einigen Monaten ließ sich Krichi freiwillig in eine Klinik einweisen, um ihre Spielsucht endlich in den Griff zu bekommen. "Ich habe bei meiner Hausärztin und auch in der Therapie immer wieder angegeben, welche Medikamente ich nehme, aber es hat mir nie wer gesagt, dass die der Auslöser sein können", sagt die Wienerin.

Dass dem aber tatsächlich so ist, bestätigt der medizinische Leiter der Spielsuchthilfe Wien, der Psychiater Peter Berger: "Diese Nebenwirkungen treten etwa bei fünf bis sieben Prozent der Patienten auf und können verschiedene Auswirkungen haben." Von Spiel-, Kauf,- Ess- und Sexsucht ist die Rede. Das Problem ist laut dem Mediziner aber vor allem, dass es wenig Alternativen zur Behandlung von Parkinson und Restless-Legs-Syndrom gibt.

Trotzdem hätten die Mediziner zumindest die Dosierung der Medikamente bei Frau Krichi ändern müssen und sie über den Auslöser ihrer Sucht aufklären, sagt Berger. Weil das nicht passierte, kam Frau Krichi dem Auslöser ihrer Spielsucht erst nach mehr als zwei Jahren auf die Spur. "Ich habe auf eigene Faust im Internet recherchiert und mir alle Informationen mühsam zusammengetragen. Es kommt mir vor, als ob das Thema totgeschwiegen wird."
Erfolgreicher Selbsttest

Psychiater Berger rät zur Achtsamkeit im Umgang mit dem Medikament: "Wenn man eine Veränderung im eigenen Verhalten merkt, dann sollte man sofort den behandelnden Arzt darauf ansprechen. Der kann dann dementsprechend handeln und man ist der Situation nicht hilflos ausgeliefert." Annemarie Krichi hat das Medikament abgesetzt und versucht es mit einem leichteren Präparat – und wagt ein Mal im Monat einen Selbsttest: "Ich kaufe mir 10 Euro Guthaben bei meiner Casino-Plattform. Das war am Anfang ganz schön riskant, aber ich habe die 10 Euro noch nie verspielt. Vielleicht macht meine Geschichte aufmerksam und meine Qualen waren nicht ganz umsonst."

 
(kurier) Erstellt am 18.01.2015, 06:00


http://kurier.at/chronik/wien/medikament-trieb-frau-in-die-spielsucht/108.680.689

Josef

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Pfusch mit Medikamente - auch Österreich (Deutschland) betroffen
« Antwort #3 am: 24. Januar 2015, 17:19 »


Mangelhafte Zulassungsstudien aus Indien alarmieren die Europäische Arzneimittelagentur.

23.01.2015 | 18:38 |   (Die Presse)

Wien. Laut der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) sollte die Zulassung vieler Medikamente – allesamt Nachahmpräparate (Generika) – wegen unzureichender Studien durch ein indisches Unternehmen ruhend gestellt werden. Das trifft auch 52 Medikamente in Deutschland und elf in Österreich. Es handelt sich um häufig verwendete Medikamente. Die EMA veröffentlichte eine Liste der betroffenen Präparate. Grund seien die möglichen Mängel bei den Zulassungsstudien, teilte die EMA am Freitag in London mit. Ausgenommen seien für Patienten lebensnotwendige Arzneimittel.

Hinweise auf Gesundheitsgefahren gebe es aber nicht. Hintergrund sind Vorwürfe gegen die indische Firma GVK Biosciences (GVK BIO), von der die Studien durchgeführt wurden. Die französische Arzneimittelbehörde ANSM stellte bei dem Unternehmen schwere Mängel bei der Studiendurchführung und der Zuverlässigkeit der Daten fest. Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück.

Auf Bitten der EU-Kommission hatte die EMA mehr als 1000 Zulassungen überprüft. Das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hatte bereits im Dezember vergangenen Jahres für zahlreiche Arzneimittel das Ruhen der Zulassung angeordnet.

 
Auch Österreich betroffen

Die Liste der EMA ist 125 Seiten lang. Es finden sich in ihr elf Arzneimittel, die in Österreich zugelassen sind. Es sind Magenschutzmedikamente (Esomeprazol Arcana und Neximyl mit dem Wirkstoff Esomeprazol), weiters Blutdruckmittel mit dem Wirkstoff Candesartan von Arcana – jeweils in unterschiedlicher Dosierung. Das Unternehmen ist der Zulassungsinhaber. Hinzu kommt ein Blutdruckmittel mit dem Wirkstoff Nebivolol Genericon (Genericon Pharma). Bei Nebivolol handelt es sich um eine der am häufigsten verwendeten Substanzen aus der Klasse der Betablocker. Schließlich ist auch das Antihistaminikum Desloratadin ratiopharm in zwei Dosierungen (von Ratiopharm) auf der Liste zu finden. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.01.2015)


http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/4646028/EMA-streicht-Generika?from=suche.intern.portal

Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke


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