Autor Thema: Tumorboard, was ist denn das?  (Gelesen 177 mal)

0 Mitglieder und 2 Gäste betrachten dieses Thema.

admin

  • Administrator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 4.497
  • Geschlecht: Männlich
Tumorboard, was ist denn das?
« am: 10. Oktober 2017, 21:50 »



Krankenhäuser haben (fast) immer die Verpflichtung Tumorboard einzurichten.

Dabei kommen meist verschiedene Fachleute zusammen, z. B.

Betreffender Facharzt, Operateur, Strahlentherapeut, Chemotherapeut, ff., und die erarbeiten einen Plan, der dem Patienten nachvollziehbar erklärt werden muss.


Etliche Links hier: 
https://www.google.at/search?client=firefox-b&dcr=0&biw=1920&bih=971&q=AKH+Tumorboard&oq=AKH+Tumorboard&gs_l=psy-ab.3..0.249615.257012.0.257564.14.14.0.0.0.0.366.2077.0j13j0j1.14.0....0...1.1.64.psy-ab..0.14.2072...0i131k1j0i67k1j0i22i30k1j0i22i10i30k1.0.DFgiQxO4KEY

admin

  • Administrator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 4.497
  • Geschlecht: Männlich
Tumorboard, Leitlinie
« Antwort #1 am: 11. Oktober 2017, 13:12 »


http://donko.or.at/wp-content/uploads/2013/05/donko_leitlinie2.pdf


Leitlinie des DONKO zur Erstellung einer
Gesch
ä
ftsordnung f
ü
r
Tumorboards
1.  Präambel: 
Der Österreichische Strukturplan Ge
sundheit (ÖSG) beinhaltet seit der
Revisonsfassung zum ÖSG 2010  als allgemeine Vorgabe die
Institutionalisierung eines inte
rdisziplinären Tumorboards an
onkologischen Referenzzentren (ONKZ) und Fachbereichen mit
onkologischem Schwerpunkt (ON
KS). Für Krankenanstalten der
Versorgungsstruktur „Assoziierte onk
ologische Versorgung (ONKA)“ laut
ÖSG bedarf es zumindest einer Kooper
ation mit dem ONKZ und/oder
ONKS und dem jeweiligen Tumorboard.
2.  Ziele 
Ziel ist die optimierte Versorgung von TumorpatientInnen durch
regelmäßige interdisziplinäre
Fallbesprechungen und zu beschließenden
Empfehlungen für die weiter
e Diagnostik und Therapie.
Ferner dient das Tumorboard
dem Erfahrungsaustausch der
verschiedenen, an der Versorgung onkologischer Patien
tInnen beteiligten
Fachdisziplinen, sowie der Aus- und
Weiterbildung von Mitarbeitern der
verschiedenen Versorgungsbereiche. Du
rch frühzeitige Kooperation aller
onkologisch tätigen Disziplinen
soll die optimale onkologische
Behandlungsqualität erzielt werden.
3.  Kriterien für die Patientenvorstellung
Dem Tumorboard sollen alle PatientInnen mit invasiven
Tumorerkrankungen vorgestellt werden,
die von einer interdisziplinären
bzw. multimodalen Therapie profitie
ren oder dieser bedürfen könnten.
Prinzipiell ist eine Geschäftsor
dnung zwischen den Kernpartnern eines
Tumorboards sinnvoll, in der
 insbesondere geregelt werden:
o
Frequenz und Verortung des Treffens; 
o
Vorgaben für Mindestdiagnostik zum Zeitpunkt der Einbringung,
insbesondere die für eine Therapi
eentscheidung relevanten Daten;
o
Gemeinsame Vidierung tumorrelevanter Befunde und Bildmaterialen;
o
Dokumentation, KIS-Archivierung und Zugriff auf
Besprechungsergebnisse; 
o
Vorgehen im Falle eines Dissenses;
o
Maßnahmen der Qualitätskont
rolle inklusive Rückmeldung
hinsichtlich Einhaltens oder
 Abweichens von getroffenen
Empfehlungen;
o
Regelwerk, welche Patienten ggf. keiner (routinemäßigen)
Vorstellung bedürfen. Bei klarer
Evidenzlage hinsichtlich der
Suffizienz einer monomodalen Tumortherapie können entsprechende
interne Vereinbarungen konsensual getroffen werden.
Die Vorstellung hat idealerweise durch den Case Manager vor dem
Therapiebeginn zu erfolgen. Ist dies
aus medizinischen (z.B. Notfall) oder
aus Kapazitätsgründen nicht möglich, sollte rechtzeitig vor
Behandlungsbeginn ein individuelles
interdisziplinäres Tumorkonsil
eingeholt werden. 
4.  Mitglieder 
Namentlich festzuhaltende Mitglieder im Tumorboard sind:
o
Vertreter aller Organfächer bzw. operativen Disziplinen, die
Tumorpatienten betreuen
o
      FA/FÄ      für      Radiother
apie und Radioonkologie
o
FA/FÄ für Innere Medizin mit dem Zusatzfach Hämatologie und
Internistische Onkologie
o
      FA/FÄ      für      Radiologie     
o
      FA/FÄ      für      Pathologie     
Ein persönliches physisches Zusamm
entreffen ist wünschenswert, aber
bei Etablierung eines digitalen Konf
erenzsystems, das
allen qualitativen
Vorgaben entspricht, nicht zwingend
erforderlich. Die jeweiligen
Teilnehmer  im Tumorboard, die
protokollarisch jeweils namentlich
anzuführen sind, sind zumindest: 
o
Ein Vertreter des zuständigen Organfaches bzw. der jeweiligen
operativen Disziplin
o
Ein/e FA/FÄ für Radiother
apie und Radioonkologie
o
Ein/e FA/FÄ für Innere Medizin mi
t dem Zusatzfach Hämatologie und
Internistische Onkologie
o
Ein/e FA/FÄ für Radiologie
o
Ein/e FA/FÄ für Pathologie (ggf. optionale Regelung der Teilnahme,
bspw. durch Rufbereitschaft während Tumorboard)
Die Mitglieder des Tumorboards mü
ssen für die jeweilige Disziplin
Fachärzte sein, über eine tumorentit
äts-spezifische Expertise verfügen
und seitens ihrer Fachdisziplin mit
Richtlinienkompetenz innerhalb ihrer
Organisationseinheit ausgestattet sein.
Mitglieder anderer Disziplinen wie z.B.
Nuklearmedizin, Gastroenterologie,
ggf. Pharmazeuten etc. können nach Bedarf und Möglichkeit beigezogen
werden. Ferner steht das Tumo
rboard allen an der Versorgung von
Tumorpatienten beteiligten Mitarbeitern offen. 
5.  Patientenaufklärung 
Die Patienten sind darüber zu informieren, dass ihr Fall in einer
interdisziplinären Tumorkonferenz
 besprochen wird, um dort die
bestmöglichen Behandlungsempfehlungen festzulegen.
Dafür ist dem Patienten ein Dokument
zur Information über
 die Vorstellung
seines Falls in Tumorboard unter Bekanntgabe der beteiligten
Fachdisziplinen und Institutionen der teilnehmenden Krankenanstalten
verbindlich vorzulegen. Darin ist ve
rmerkt, dass auf Patientenwunsch die
Möglichkeit einer persönlichen Beratung durch die einzelnen Vertreter der
unter Pkt. 4 genannten Fachdisziplin
en in Anspruch genommen werden
kann.
In einem obligaten Aufklärungsgespräch ist der Patient / die Patientin
ausreichend über das Behandlungsk
onzept laut Entscheidung im
Tumorboard sowie im Falle eines Dissens
es im Tumorboard je nach intern
vereinbartem Vorgehen ggf. über al
ternativ vorgeschlagene
Behandlungsmöglichkeiten zu informi
eren. Das Aufklä
rungsgespräch wird
in der Krankenakte dokumentiert, wobei klar ersichtlich sein muss, ob der
Patient mit der primären Behandlu
ngsempfehlung einverstanden ist oder
sich unter Angabe einer Begründ
ung für eine Behandlungsalternative
entscheidet.