Autor Thema: Prof. Greil, Salzburg, weltbekannter Forscher und Onkologe (mit Herz!)  (Gelesen 9600 mal)

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Als wir uns beim Onkologiekongress trafen, erzählte er mir interessante Forschungstätigkeiten,

sowie über seinen Einsatz für uns Krebspatienten in Salzburg! DANKE, Sie sind unersetzbar!

Dietmar Erlacher


Dabei erfuhr ich auch von einer großangelegten US-Studie zwecks Krebs-Vorbeugung:
Was setzen die Amerikaner an seltensten um?

1) Rauchen aufhören
2) Jeden 2. Tag 30 min Bewegung
3) 5 x täglich Obst/Gemüse

Ergebnis:  5 x täglich Obst/Gemüse!

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Dieser Artikel ist nicht neu, die aktuellen sind meist in Englisch!
http://www.salzburger-fenster.at/rubrik/gesundheit/3006/neueste-therapien-und-intensive_3888.html

Therapien und intensive Forschung im Kampf gegen Krebs

Die steigende Zahl von Neuerkrankungen, sowie immer längere Überlebenszeiten bei Krebs, stellen hohe Anforderungen an die moderne Medizin. Die III. Medizin unter Leitung von Prof. Greil zählt gerade im Bereich der Onkologie absolut zur Weltspitze.

Seit Jahren ist Univ. Prof. Dr. Richard Greil Vorstand der Universitätsklinik für Innere Medizin III am St.-Johanns-Spital in Salzburg. „In dieser Zeit“, so der Mediziner, der zu den führenden Krebsspezialisten weltweit zählt, „hat sich die Patientenzahl an unserer Abteilung annähernd verdoppelt!“ Die Gründe dafür seien einerseits in der stetigen Zunahme von Tumorerkrankungen zu suchen, andererseits habe auch der medizinische Fortschritt dazu geführt, dass Patienten längere Überlebenszeiten haben und im Verlauf ihrer Erkrankung mehrmals behandelt werden können. Zudem würden heute sehr viele Tumorpatienten – zusätzlich zu anderen Therapieformen wie Operation – auch medikamentös behandelt. Und schließlich können heute immer mehr ältere Patienten einer sinnvollen Therapie zugeführt werden.Um den Patientenzustrom besser bewältigen zu können, aber auch, um die Unterbringung der Erkrankten den heute üblichen Standards anzupassen, wurden in den vergangenen zwei Jahren an der III. Medizin viele bauliche und inhaltliche Verbesserungen durchgeführt.

Laufende Verbesserungen

Neben einer Modernisierung der Patientenzimmer und der Errichtung einer Tagesklinik, wurde die onkologische Ambulanz für die Krebspatienten flächenmäßig verdoppelt. Dazu kamen die Neuerrichtung bzw. Neuorganisation von hämatologischer, infektiologischer sowie rheumatologischer Ambulanz.
Ein bedeutender Schritt im Hinblick auf moderne Tumorbehandlung war auch die Errichtung einer Aplasie-Einheit, einer nahezu keimfreien Abteilung, an welcher Patienten während der kritischen Phasen ihrer Behandlung, in denen sie über so gut wie gar keine Immunabwehr verfügen, vor infektiösen Ansteckungen geschützt werden sollen. „Die Aplasieeinheit verfügt derzeit über neun Betten“, so Prof. Greil, „wird aber noch auf 14 Betten ausgebaut.“

Zugang zu modernsten Therapien

Gleichzeitg wurde hier ein spezielles Diagnosezentrum entwickelt, um die Wirkung moderner Therapieformen vorhersagen zu können. Stolz ist Prof. Greil auch auf das eigene Forschungslabor mit einem Schwerpunkt auf Leukämieforschung, in welchem „an vorderster Front gegen den Krebs“ gekämpft wird. Die erstklassige Arbeit, die hier geleistet wird (das Labor wird übrigens zu einem großen Teil über Drittmittel finanziert), führt wiederum dazu, dass die Abteilung für zahlreiche klinische Studien zur Wirkung neuester Medikamente ausgewählt wird. „Unsere Patienten haben die große Chance, neueste und hoffnungsvolle Therapien lange Zeit vor der Markteinführung angeboten zu bekommen“, erklärt Prof. Greil, „und zwar kostenlos!“ Derzeit sind am Haus rund 60 Studien über ein weites Spektrum verschiedenster Krebserkrankungen im Gange, wenn man die Nachbeobachtungen hinzurechnet, erhöht sich die Zahl gar auf hundert.
Eines der Medikamente, welches derzeit im Rahmen einer Gehirnmetastasierungsstudie am St.-Johanns-Spital getestet wird, ist Lapatinib. „Das ist weltweit extrem früh und das Medikament ist extrem erfolgversprechend!“, so Prof. Greil. Zudem wurde ein landesweites und enges Netz interdiszilinärer Kooperation geknüpft, um Erfahrungen und neueste Erkenntnisse der Onkologie der III. Medizin allen Patienten des Bundeslandes zur Verfügung stellen zu können.

Hohe Qualität der Behandlung

Die rege Teilnahme an klinischen Studien und damit verbunden die Teilnahme an neuesten medizinischen Forschungen kommt nicht von ungefähr. Es bedarf einer hohen Qualität bei der Ausarbeitung und Durchführung der Studien, um von den Pharmafirmen, welche ihre Auswahl nach allerstrengsten Kriterien treffen, überhaupt zugelassen zu werden. „Damit“, so Prof. Greil, „können wir absolut sicher stellen, dass unsere Patienten nicht nur auf der Ebene modernster wissenschaftlicher Forschungsergebnisse behandelt werden, sondern auch die Qualität und Sorgfältigkeit der Behandlung eine ausgezeichnete ist.“

Intensive Stammzellenforschung

Neueste wissenschaftliche Forschungen haben ergeben, dass sich ein Tumorgewebe aus unterschiedlichen Zellarten zusammensetzt. Neben den „gewöhnlichen“ Tumorzellen gibt es auch noch Tumor-Stammzellen mit zwei besonderen Eigenschaften: Zum einen können sie sich endlos teilen und neue Stammzellen bilden, zum anderen können sie zu verschiedenen Zelltypen (z. B. Herz-, Muskel- oder Leberzellen) ausreifen und damit selbst unterschiedliche Gewebe und Organe bilden. Diese Tatsache ist Grundlage für Forschungstätigkeiten in verschiedenen Richtungen, welche am Labor der III. Medizin intensiv betrieben werden. Zentrale Fragen dabei sind etwa: „Wie können Tumorstammzellen gezielt bekämpft werden?“ oder „Wie können die Zellen zur Rekonstruktion zerstörten Gewebes oder geschädigter Organe eingesetzt werden?“
Schließlich wird das Stammzellenlabor auch dazu verwendet, die für die Immunabwehr wichtigen Stammzellen des Knochenmarks während hochaggressiver Tumortherapiephasen außerhalb des Körpers vor deren Vernichtung zu schützen (in dieser Zeit wird der Patient auf der Aplasiestation untergebracht) und sie dem Patienten hinterher wieder einzusetzen.

Sterben in Würde

Trotz aller Hoffnungen, die die Medizin aus der intensiven Forschung und Entwicklung von Methoden im Kampf gegen Krebs bezieht, ist die Krankheit trotzdem immer noch eng mit dem Tod und dem Sterben verbunden. Um Patienten, bei denen die Krankheit so weit fortgeschritten ist, dass medizinische Maßnahmen keine Besserung mehr erzielen können und der Kampf somit verloren ist, dennoch würdig in dem Sterbeprozess begleiten zu können, ist auf der III. Medizin die Errichtung einer speziellen Palliativ-Einheit geplant. „Neben der Schmerzbekämpfung geht es hierbei um die Berücksichtigung vieler anderer Faktoren, die“, so verrät Prof. Greil, „für die Patienten noch bedeutender sind, wie Studien gezeigt haben. Dazu zählen etwa der Verlust von Selbstständigkeit, Würde und Geborgenheit.“
Speziell geschulte Mitarbeiter, darunter auch Psychologen und Sozialarbeiter, werden die Betroffenen gerade in diesen Punkten stützen. Eine würdevolle Umgebung mit eigenem Gartenbereich und nicht mehr als zwei Patienten pro Zimmer sollen helfen, die „letzte Zeit“ weitgehend leidensfrei zu erleben. Geplant ist die Errichtung der Station für Mitte nächsten Jahres, sie soll sechs bis zehn Betten umfassen.

Univ.-Prof. Dr. Richard Greil und Team. (Fotos (3): SALK)