Autor Thema: Weißer Hautkrebs ist auch Krebs!  (Gelesen 9883 mal)

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Geri

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Weißer Hautkrebs ist auch Krebs!
« am: 08. Mai 2008, 14:01 »
Auch „weißer“ Hautkrebs ist auf dem Vormarsch

Hautspezialisten warnen zu Beginn der Sonnen-Saison davor, den sogenannten weißen Hautkrebs zu unterschätzen. Während die Aufklärung über den schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) in den vergangenen Jahren kontinuierlich verbessert wurde, werde die Gefahr des weißen Hautkrebs von vielen Menschen noch ignoriert, erklärte der österreichische Universitätsprofessor Paul Mischer.

Beide Krebsarten seien stetig im Vormarsch, die Zahl der Neuerkrankungen bei den Nicht-Melanom-Hautkarzinomen stiege jedoch besorgniserregend stark an. Dabei seien jährliche Zuwachsraten von sieben bis zehn Prozent zu verzeichnen. Vor allem ältere Menschen würden zu den Betroffenen zählen. Mischer geht deshalb davon aus, dass bei steigender Lebenserwartung mit einem weiteren Anstieg der Erkrankungsrate zu rechnen ist.

Besonders verbreitet seien die "aktinischen Keratosen". Diese machen sich durch hautfarbene bis rötliche, raue Flecken und schuppige Hauterhebungen bemerkbar. Vielen Betroffenen sei dabei aber nicht bewusst, dass es sich nicht nur um eine Alterserscheinung, sondern um Hautkrebs im Frühstadium handelt. Ein weiterer Hautkrebstyp, der sehr häufig auftritt, ist laut dem Experten das Basalzellkarzinom, für das hautfarbene oder rötlich-braune Knoten typisch sind.

Der Dermatologe unterstreicht in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit von regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen. "Alle Hautkrebsformen müssen unbedingt behandelt werden", betont Mischer.
Je früher dies möglich sei, desto besser fielen die Heilungschancen aus. "In der Regel sollte man einmal im Jahr die Haut kontrollieren lassen. Sind schon einmal bösartige Veränderungen aufgetreten, dann natürlich dementsprechend öfter", rät Mischer.

Allerdings sei der Gang zur Vorsorgeuntersuchung in der Bevölkerung noch nicht sehr beliebt. Laut einer Studie der österreichischen Ärztekammer waren 60 Prozent der Erwachsenen noch nie bei einer Haut-Vorsorge-Untersuchung.

Infos auch unter:
http://www.mdr.de/hier-ab-vier/natuerlich-gesund/1362812.html
« Letzte Änderung: 08. Mai 2008, 14:02 von Geri »

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Weißer Hautkrebs ist auch Krebs!
« Antwort #1 am: 21. Mai 2011, 00:40 »

20.05.2011
   
   
   Schlüsselposition bei der Entstehung von weißem Hautkrebs

Die Zunahme der UV-Strahlung und das steigende Lebensalter der Bevölkerung lassen die Häufigkeit von Hautkrebserkrankungen weiter ansteigen. Noch häufiger als der sehr bösartige schwarze Hautkrebs, das maligne Melanom, ist der weiße Hautkrebs. Dazu zählen die sogenannten Basalzellkarzinome und das Plattenepithelkarzinom, auch Spinaliom genannt. Sie machen etwa 15 Prozent aller bösartigen Tumore des Menschen aus.

Abb.: Die elektronenmikroskopische Darstellung zeigt eine Hauttumorzelle, die durch Stimulation eines Oberflächenrezeptors in die Apoptose gebracht wurde und dadurch die typischen „Apoptose-Bläschen“ zeigt.Die elektronenmikroskopische Darstellung zeigt eine Hauttumorzelle, die durch Stimulation eines Oberflächenrezeptors in die Apoptose gebracht wurde und dadurch die typischen „Apoptose-Bläschen“ zeigt. (Foto: UMM)

Ob eine Hautzelle einen normalen Lebenszyklus durchläuft oder zum weißen Hautkrebs führt, darauf hat das Eiweiß cFLIP einen entscheidenden Einfluss. Wie Forscher der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) unter der Leitung von Professor Dr. Martin Leverkus zeigen konnten, nutzt cFLIP zwei Mechanismen, um eine normale Hautzelle zur Tumorzelle zu transformieren: Zum einen kann das Protein den programmierten Zelltod verhindern, indem es in der Zelle Signale der sogenannten „Todesrezeptor“-Familie blockiert. Zum anderen kann es eine den Tumor abstoßende Immunantwort unterdrücken, indem es entzündungsfördernde Signale hemmt.

Der programmierte Zelltod (Apoptose) ist ein körpereigener Mechanismus, durch den einzelne überflüssige oder störende Zellen sich selbst eliminieren. Im gesunden Organismus sorgt die Apoptose für die Vernichtung schädlicher Zellen sowie für ein ausgewogenes Verhältnis von Zellvermehrung (Proliferation) und Zelltod. Ist der programmierte Zelltod fehlerhaft reguliert, kann dies zur Bildung von Tumoren führen.

Normalerweise binden die Botenstoffe der „Todesrezeptor“-Familie an Oberflächenmoleküle der Tumorzellen und können dadurch Apoptose auslösen. Ist der Inhibitor cFLIP jedoch in den Hautzellen stark exprimiert, verhindert dieses blockierende Eiweiß, dass der programmierte Zelltod ausgelöst wird.

Die exakten Mechanismen, wie Hauttumorzellen durch cFLIP das unkontrollierte Wachstum von Tumorzellen anregen, sind bislang nicht aufgeklärt. Bekannt ist allerdings, dass das Protein in der Zelle in verschiedenen Isoformen, also mit etwas unterschiedlichem Aufbau, vorkommt. Um deren Bedeutung bei der Entwicklung von Hautkrebs weiter aufzuklären, schleusten die Wissenschaftler um Professor Dr. Martin Leverkus, Leiter der Sektion für Molekulare Dermatologie an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), verschiedene Isoformen von cFLIP mittels viraler Vektoren in Tumorzellen ein. Auf diese Wiese konnten sie einzelne Signale identifizieren, die durch cFLIP moduliert werden.

„Mit der Kenntnis der beteiligten Signale können wir nach Wegen suchen, wie wir diese in den Hautkrebszellen abschalten und auf diese Weise sowohl den Zelltod als auch eine Immunantwort auslösen können, die den Tumor vernichtet“, so Leverkus.

cFLIP isoforms block CD95- and trail death receptor-induced gene induction irrespective of processing of caspase-8 or cFLIP in the death-inducing signalling complex
Shyam M. Kavuri, Peter Geserick, Daniela Berg, Diana Panayotova Dimitrova, Maria Feoktistova, Daniela Siegmund, Harald Gollnick, Manfred Neumann, Harald Wajant and Martin Leverkus
The Journal of Biological Chemistry, Vol. 286, Issue 21, 18614-18622, MAY 27, 2011
http://www.jbc.org/content/early/2011/03/22/jbc.M110.148585.abstract

Quelle: Universitätsmedizin Mannheim

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