Autor Thema: Allgemeine Informationen zu Gehirntumor  (Gelesen 8587 mal)

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Allgemeine Informationen zu Gehirntumor
« am: 22. April 2007, 18:04 »

Hier könnte ich Ordner von Unterlagen eintippen; meine ältere Tochter ist vor etlichen Jahren daran erkrankt.
Zwischenzeitlich hat sich in allen Bereichen, von der Diagnostik bis zur Therapie, sehr viel getan, vor allem bei einer Gehirntumorerkrankung von Kindern.

Eine kurze Zusammenfassung der Problematik fand ich hier:



Hirntumoren

Ursachen

genetische Faktoren
Strahlenexposition
Chemikalien


Epidemiologie


Inzidenz: je nach Art zwischen 4 und 20/100.000/ Jahr
Hirntumoren machen 10% aller Tumore aus, davon sind 2/3 gutartig


Stadien


Die sonst übliche TNM- Klassifikation ist auf die sehr heterogene Gruppe der Hirntumore nicht sinnvoll anwendbar. Für die verschiedenen histologischen Typen gibt es jeweils WHO- Klassifikationen, die auch die Pürognose mit einbeziehen.


Metastasierung

sehr selten
Hirntumoren sind häufig auch Metastasen anderer maligner Prozesse, vor allem bei Lungen-, Brust- und Hautkrebs


Genetik


gehäuftes Auftreten von malignen Hirntumoren beim Li Fraumeni Syndrom und beim Morbus Recklinghausen ( das ist ein Syndrom, bei dem Haut- und Nervenschäden auftreten)
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Geri

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Ein Gehirntumor ist Schicksal - aber auch bei starken RaucherInnen?
« Antwort #1 am: 16. September 2016, 23:15 »




 Hirntumoren

Ein Tumor im Sitz der Seele

Interview mit Professor Wolfgang Wick, Leiter der Klinischen Kooperationseinheit Neuroonkologie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und Geschäftsführender Direktor der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg.

Herr Professor Wick, viele Menschen empfinden Hirntumoren als besonders unheimlich. Woran liegt das?

Das Gehirn gilt als Sitz der Seele, es macht unsere Persönlichkeit aus. Patienten, bei denen ein Hirntumor diagnostiziert wurde, haben Angst vor Persönlichkeitsveränderungen. Oder sie befürchten, als veränderte Persönlichkeit wahrgenommen zu werden. Zu solchen Veränderungen kommt es aber tatsächlich nur in ganz seltenen Fällen.

Es gibt zahlreiche Arten von Hirntumoren. Wie unterscheiden sich die Erkrankungen?

Zunächst einmal:
Über die Hälfte aller Tumoren im Gehirn sind gar keine Hirntumoren im eigentlichen Sinne, sondern Absiedlungen von Krebserkrankungen im Körper. Sie werden völlig anders behandelt als die „echten“ Hirntumoren. Bei den eigentlichen Hirntumoren handelt es sich wiederum in der Hälfte der Fälle um meist gutartige Tumoren der Hirnhäute, die Meningeome, die meist durch eine Operation geheilt werden können. Die andere Hälfte sind die problematischen Fälle: die diffus wachsenden Gliome, in der Mehrzahl die besonders aggressiven Glioblastome.

Was macht Glioblastome so gefährlich?

Glioblastome haben viele Eigenschaften, die es uns wirklich schwermachen, sie erfolgreich zu bekämpfen. Zunächst einmal wachsen sie sehr diffus in das Gehirn ein, so dass es unmöglich ist, sie bei einer Operation vollständig zu entfernen oder präzise zu bestrahlen. Unsere eigenen aktuellen Ergebnisse zeigen sogar, dass die Krebszellen untereinander eine das gesamte Gehirn durchziehende Netzstruktur ausbilden. Wir gehen daher davon aus, dass ein Glioblastom auf mikroskopischer Ebene das gesamte Zentralnervensystem infiltriert. Der Tumor, den wir im Röntgenbild sehen, ist nur die Spitze des Eisbergs! Dazu kommt: Die Glioblastomzellen sind extrem resistent gegen alle Therapien und sie sind molekular sehr vielgestaltig. Darüber hinaus beuten sie sehr geschickt das umgebende gesunde Gewebe für ihr Wachstum aus.

Das klingt, als könnte man bislang wenig gegen die Krankheit ausrichten?

Operation des sichtbaren Tumors – ohne dabei Schäden anzurichten, Bestrahlung und das Medikament Temozolomid sind heute die Standardbehandlung. Trotz dieser Therapien überleben leider bislang im Schnitt deutlich weniger als zehn Prozent der Glioblastompatienten die ersten fünf Jahre nach der Diagnose.

Aber das ist ein Mittelwert. Durch die großen Fortschritte in der molekularen Tumordiagnostik, die gerade auch in Heidelberg im DKFZ und im NCT erreicht wurden, können wir heute viele Patienten molekular definierten Subgruppen zuordnen, die viel besser zu behandeln sind. In diesen Fällen kennen wir die veränderten Zellstrukturen, die das Tumorwachstum antreiben. Die können wir teilweise jetzt schon, aber vor allem zukünftig, mit neuen, zielgerichteten Medikamenten präzise angreifen, die oftmals deutlich besser wirken als die Standardtherapie. Diese Patienten haben oft eine viel günstigere Prognose und leben teilweise viele Jahre beschwerdefrei.

Welchen Patienten können Sie eine molekulare Tumoranalyse anbieten?

Wir bieten für Glioblastompatienten an allen Standorten des Deutschen Krebskonsortium DKTK bereits bei der Erstdiagnose eine umfassende molekulare Untersuchung. Durch den breiteren Einsatz der molekularen Diagnostik und auch durch die enormen Fortschritte der bildgebenden Verfahren erwarten wir, in Zukunft deutlich mehr Tumoren präziser einordnen zu können. Dann könnten wir mehr Patienten besser helfen. Damit werden wir nicht das Glioblastom insgesamt besiegen, aber einzelne Patienten werden davon profitieren.

In Heidelberg wird sehr viel an Hirntumoren geforscht. Gibt es Aussicht auf neuartige Behandlungen?

Wir erproben derzeit, vor allem im Labor, eine Kombination der Protonen-Präzisionsstrahlen-Therapie mit zielgerichteten Medikamenten und erwarten, dass Glioblastome darauf besser ansprechen als auf die konventionelle Bestrahlung. Auch die derzeit vieldiskutierten Methoden, das Immunsystem gegen den Tumor zu aktivieren, halte ich für aussichtsreich.

Darüber hinaus gab es in den letzten Jahren einige erfreuliche und vielversprechende Entwicklungen von ganz neuen therapeutischen Ansätzen. Weit fortgeschritten ist etwa der Wirkstoff APG101 der DKFZ-Ausgründung Apogenix, der Wachstumssignale an die Glioblastomzellen unterdrückt. Diesen Wirkmechanismus haben ursprünglich Wissenschaftler im DKFZ entdeckt. In einer Phase II-Studie konnten wir zeigen, dass APG101 in Kombination mit der Strahlentherapie das Gesamtüberleben einer bestimmten Gruppe von Glioblastompatienten signifikant steigern konnte.

Ebenfalls im DKFZ wurde eine Methode entwickelt, um Glioblastome mit Parvorviren zu bekämpfen. Diese Virustherapie hat sich in einer ersten klinischen Prüfung als sicher erwiesen und soll nun weiter erforscht werden.

Außerdem konzentrieren wir uns derzeit auf das Enzym IDH1, das bei einigen wenigen Glioblastomen sowie vor allem bei der Mehrzahl der niedriggradigen Gliome charakteristisch und tumorspezifisch verändert ist: Heidelberger Kollegen ist es kürzlich gelungen, einen mutationsspezifischen Impfstoff zu entwickeln, der eine Immunreaktion gegen Tumorzellen hervorruft, die dieses veränderte Protein tragen. Wir prüfen nun in einer klinischen Phase I-Studie, ob dieser Impfstoff verhindern kann, dass Gliome nach der Behandlung wieder auftreten. DKFZ-Forscher haben außerdem gemeinsam mit der Firma Bayer einen Wirkstoff entwickelt, der die tumortypisch veränderte Variante der IDH1 blockiert. Auch diese Substanz können wir in Heidelberg bald erstmals klinisch prüfen.

Auch schon das erwähnte bösartige Netzwerk der Glioblastomzellen, das wir kürzlich entdeckt haben, gibt uns Hinweise auf einige neue Angriffspunkte für Medikamente, die wir vorher noch nicht kannten. Aber das ist derzeit noch Zukunftsmusik.

Lässt sich das persönliche Risiko, an einem Hirntumor zu erkranken, verringern?

Da ist leider nichts bekannt. Die Daten zum Zusammenhang von Handystrahlen und Hirntumoren sind allerdings immer noch zu vorläufig, um dieses Risiko abschließend zu beurteilen.

Auf der anderen Seite bedeutet das aber, dass wir unseren Patienten sagen können: Machen Sie sich keine Vorwürfe, Sie haben nichts falsch gemacht! Ein Hirntumor ist eben Schicksal.

(Quelle: DKFZ Heidelberg Presse)

Geri

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D - 8.000 Gehirntumore / Jahr - Hirntumor-Informationsdienst
« Antwort #2 am: 16. September 2016, 23:17 »



Engagement für Hirntumorpatienten: Deutsche Hirntumorhilfe e.V.

Jährlich erkranken in Deutschland etwa 8.000 Menschen an einem primären Hirntumor. Ein Vielfaches höher ist die Zahl der Patienten mit Hirnmetastasen, die sich infolge von Lungenkrebs, Brustkrebs oder anderen Krebserkrankungen entwickeln.

Sowohl Hirnmetastasen als auch bösartige Gliome, die häufigsten primären Hirntumoren, stellen Patienten, Angehörige und behandelnde Ärzte vor besondere Herausforderungen. Seit fast zwei Jahrzehnten engagiert sich die Deutsche Hirntumorhilfe für die Betroffenen.

Mit der Intention, Wissenschaft und Forschung zur Therapie von Hirntumoren zu fördern sowie die medizinische Versorgung von Hirntumorpatienten zu verbessern, wurde die Deutsche Hirntumorhilfe am 1. August 1998 in Leipzig von Patienten, Angehörigen und Wissenschaftlern nach dem Vorbild großer amerikanischer Stiftungen gegründet. Heute ist die Deutsche Hirntumorhilfe eine wichtige zentrale Anlaufstelle für alle Menschen, die mit der Diagnose Hirntumor konfrontiert sind. Die unabhängige, gemeinnützige Organisation ist die einzige dieser Art im deutschsprachigen Raum, die sich speziell für die Belange von Hirntumor- und Hirnmetastasen-Patienten einsetzt. Ihre Projekte werden ausschließlich durch Spenden, Mitgliedsbeiträge und projektbezogene Fördermittel finanziert.

Hirntumor-Informationsdienst und Sorgentelefon

Als eines der Projekte zur Verbesserung der Patientenversorgung fördert die Deutsche Hirntumorhilfe einen zentralen Hirntumor-Informationsdienst. Dieser dient jährlich mehr als 3.000 Betroffenen als Wegweiser und vermittelt qualitätsgesicherte Informationen über Leistungsdaten, Therapieoptionen und Krankheitsbilder. Zusätzlich wird seit Mai 2006 mit dem Sorgentelefon für die seelischen Nöte der Betroffenen eine psychoonkologische Beratung angeboten.

Hirntumor-Informationsdienst: 03437.702 702 (wochentags von 10 bis 16 Uhr)

Sorgentelefon: 03437.999 68 67 (dienstags von 10 bis 15 Uhr)

Weitere Informationen finden Sie auch unter www.hirntumorhilfe.de.

admin

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Gehirntumor durch starkes Rauchen
« Antwort #3 am: 12. November 2020, 20:51 »
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