Autor Thema: Lungenkrebs - melekulare Diagnostik  (Gelesen 48 mal)

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Lungenkrebs - melekulare Diagnostik
« am: 08. Februar 2019, 16:43 »




Lungenkrebs-Therapie mit molekularer Diagnostik passgenau zuschneiden

31. Januar 2019

Grafik: © Axel Kock/Fotolia

Aussagekräftige Daten zu genetischen Veränderungen im Tumor sind die Basis einer erfolgreichen zielgerichteten Therapie. Die Teams um Prof. Albrecht Stenzinger (Institut für Pathologie) und Prof. Michael Thomas (Thoraxklinik) am Universitätsklinikum Heidelberg haben in einer Studie Gewebeproben von 3000 Lungenkrebs-Patienten mit einer kombinierten DNA- und RNA-Analytik untersucht. Anhand dieser weit über aktuelle internationale diagnostische Standards und Leitlinien hinausgehenden Diagnostik konnten sie Hochrisikopatienten frühzeitig erkennen, die Behandlung verbessern und Hinweise auf neue Therapieansätze gewinnen.

Die Analysen von Mutationen und Genfusionen basieren auf der so genannten Next-Generation Sequencing-Technik (hierbei werden Millionen von DNA- und RNA-Fragmenten gleichzeitig analysiert) und benötigen nur kleinste Mengen an Gewebe. Diese weltweit größte Studie zur kombinierten genetischen Analyse von DNA und RNA im Rahmen der Routinediagnostik des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) wurde aktuell in der Fachzeitschrift „International Journal of Cancer” veröffentlicht.
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Molekulare Daten der Patienten sind entscheidend für die Wahl der Therapie

Neue zielgerichtete Krebstherapien entwickeln sich rasant. Dadurch steigen die Anforderungen an die Molekulardiagnostik, die wichtige Daten für die patientenspezifische Behandlung liefert. „Zielgerichtete Therapien können nur dann erfolgreich sein, wenn sie passgenau auf den Tumor des einzelnen Patienten zugeschnitten sind“, sagt Stenzinger. “Ähnliche Entwicklungen werden wir in naher Zukunft auch im Bereich der Immunonkologie erleben.“ Hier greifen Medikamente nicht den Tumor selbst an, sondern aktivieren das Immunsystem, Krebszellen zu bekämpfen

In der Heidelberger Studie wurden 3000 Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC Stadium IIIb und IV) mittels Next-Generation Sequencing untersucht. Die Analysen umfassten zum einen DNA-Regionen, die das Tumorwachstum fördern und als Angriffspunkt verschiedener zielgerichteter Therapien gelten (u.a. EGFR, BRAF) oder Biomarker beinhalten, die eine verbesserte Prognoseabschätzung und Therapievorhersage auch für Immuntherapien ermöglichen können. Zum anderen wurden mittels RNA-Sequenzierung sogenannte Genfusionen analysiert, Veränderungen, die das Tumorwachstum vorantreiben und derzeit Zielscheibe für Therapien mit Tyrosinkinase-Inhibitoren sind. „Die Analyse von Genfusionen auf RNA-Ebene ist im Gegensatz zu herkömmlichen Diagnostikverfahren sensitiver und genauer, weil die tatsächlich transkribierten, also im Patienten auch wirklich aktiven Gene bestimmt werden“, sagt Stenzinger. Damit lassen sich unter anderem Hochrisikogruppen identifizieren.

Die kombinierte DNA/RNA-Analyse ist mit kleinsten Probenmengen im Rahmen der Routinediagnostik durchführbar. „Durch eine gezieltere Auswahl der Therapie lässt sich beim Lungenkarzinom die Ansprechrate auf die Therapie sowie die Zeit ohne Fortschreiten der Erkrankung – im Vergleich zur Chemotherapie – zumindest verdreifachen“, sagt Thomas.

Lungenkrebs ist eine der häufigsten Ursachen für krebsbedingte Todesfälle

Lungenkrebs zählt weltweit zur häufigsten Ursache für Tod durch Krebs, wobei etwa 80 bis 85 Prozent aller Fälle zum Typ des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) gehören. Die Lebenserwartung liegt im fortgeschrittenen Stadium trotz Chemotherapie unter 1,5 Jahren. Einige Patienten profitieren von der Entwicklung der Tyrosinkinase-Inhibitoren, andere von Ansätzen aus der Immunonkologie, wie den Checkpoint-Inhibitoren. Zur Verbesserung der Lebenserwartung aller Patienten sind dringend weitere Therapieansätze erforderlich.

„Unsere Analysen erlauben einen tiefen Blick in die molekularen Grundlagen der einzelnen Erkrankung. Das ermöglicht nicht nur eine verbesserte Therapieauswahl, sondern auch die Entwicklung neuer translationaler Ansätze für die Zukunft“, sagt Thomas.

An dem aktuell veröffentlichten Projekt waren auch Kollegen aus dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen NCT Heidelberg, dem Universitätsklinikum Freiburg und den peripheren klinischen Lungenzentren in Esslingen und Löwenstein beteiligt. Darüber hinaus werden derzeit in einem größeren Projekt Daten zu Hautkrebs (Melanom), Leberkrebs, Prostatakrebs und CUP (cancer of unknown primary) erarbeitet. Das Universitätsklinikum Heidelberg stellt dafür eine Plattform für den raschen Einschluss von Patienten in klinische Studien zur Verfügung.
Via
Volckmar AL et al. Combined targeted DNA and RNA sequencing of advanced NSCLC in routine molecular diagnostics: Analysis of the first 3,000 Heidelberg cases. Int J Cancer. 2019 Jan 17. [Epub ahead of print]
Quelle
Universitätsklinikum Heidelberg, 31.01.2019

https://biermann-medizin.de/lungenkrebs-therapie-mit-molekularer-diagnostik-passgenau-zuschneiden/