Autor Thema: Röntgen  (Gelesen 3865 mal)

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Dietmar E.

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Röntgen
« am: 16. Mai 2007, 01:09 »

Von der Krebsdiagnostik bis zur minimal-invasiven Therapie

Berlin, 15. Mai 2006. Mit den Bildern, die Conrad Wilhelm Röntgen 1895 aufnahm, hat die Radiologie von heute kaum noch etwas gemein. Innovative Schnittbildverfahren ermöglichen dreidimensionale Aufnahmen in Sekundenschnelle. Neueste Verfahren machen Krankheitsvorboten bereits auf zellulärer Ebene sichtbar. Auch in der Therapie – zum Beispiel von Schlaganfällen – sind Radiologen heute gefragter denn je. Die jüngsten Entwicklungen in der Radiologie stehen im Mittelpunkt des 88. Deutschen Röntgenkongresses, der vom 16. bis 19. Mai in Berlin stattfindet. Zu den Schwerpunkten zählen die molekulare Bildgebung, die Frühdiagnostik von Prostatakrebs sowie neue Behandlungsverfahren bei Gefäßerkrankungen des Gehirns. Mit ca. 7.000 Besuchern ist der Röntgenkongress der bedeutendste Fachkongress seiner Art im deutschsprachigen Raum. Neben den wissenschaftlichen Veranstaltungen präsentieren ca. 140 Aussteller auf einer Fläche von über 5.000 m2 Produktneuheiten aus allen Bereichen radiologischer Diagnostik und Therapie.

Die Früherkennung von Krankheiten mit bildgebenden Verfahren ist vorwiegend eine Domäne der Radiologen. Auf dem Weg, Krankheiten noch früher, präziser und schneller zu erkennen, stoßen diese mittlerweile in ganz neue Dimensionen vor. So können sie inzwischen selbst kleinste Krebsherde – zum Beispiel in Brust oder Prostata – detailliert sichtbar machen. Ein Verfahren, das in diesem Zusammenhang zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist die Magnetresonanztomographie (MRT). Sie bildet Organe und andere Weichteile in einer exzellenten Qualität ab und kommt zudem ohne Röntgenstrahlung aus.

Doch das Innovationspotenzial radiologischer Verfahren ist damit noch längst nicht ausgeschöpft. „Molekulare Bildgebung“ lautet das neue Zauberwort. Diese Methode ermöglicht es, Krankheiten auf zellulärer Ebene aufzuspüren, noch bevor sich die ersten Symptome zeigen. Die größten Fortschritte sind derzeit bei der Früherkennung von Krebs, der Alzheimer-Krankheit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verzeichnen. „Die molekulare Bildgebung birgt ein enormes Potenzial. Sie wird unseren Begriff von Diagnostik grundlegend verändern“, erklärt Prof. Ulrich Mödder, Direktor des Instituts für Diagnostische Radiologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Präsident des diesjährigen Röntgenkongresses.

Mithilfe bildgebender Verfahren können minimal-invasive Behandlungsverfahren schonend und mit bisher nicht für möglich gehaltener Präzision durchgeführt werden. In vielen Bereichen haben diese Methoden mittlerweile komplizierte Operationen abgelöst. So behandeln interventionelle Radiologen heute Gefäßerkrankungen des Gehirns ebenso wie die Osteoporose und gutartige Gebärmuttertumoren. Gemeinsam ist all diesen Verfahren der minimal-invasive Ansatz: Der Eingriff wird durch einen winzigen Schnitt in der Haut durchgeführt. Oftmals genügt hierfür eine lokale Betäubung. „Minimal-invasive Eingriffe, die von Radiologen durchgeführt werden, sind bereits jetzt integraler Bestandteil einer optimalen medizinischen Versorgung. Sie bieten vielen Patienten eine schonendere Behandlung als klassische chirurgische Verfahren“, so Prof. Mödder.

Diese und weitere Informationen sowie Bildmaterial zum 88. Deutschen Röntgenkongress finden Sie in digitaler Form unter: http://www.ipse.de/RoeKo2007/index.php.

Wenn Sie Fragen haben oder zusätzliche Informationen benötigen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Pressekontakt:

Silke Stark
ipse Communication
Tel. 030 288846-22
Fax 030 288846-47
Mail s.stark@ipse.de

Patrick Torka
ipse Communication
Tel. 030 288846-28
Fax 030 288846-47
Mail p.torka@ipse.de

Bei Veröffentlichung bitten wir Sie um die Zusendung eines Belegexemplars. Vielen Dank!

Wissenschaftlicher Ansprechpartner:

Prof. Dr. Ulrich Mödder
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Institut für Diagnostische Radiologie
Tel.: 0211 811 77 52
E-Mail: moedder@uni-duesseldorf.de

Die Deutsche Röntgengesellschaft e.V. (DRG) gehört zu den bedeutendsten und traditionsreichsten medizinischen Gesellschaften Deutschlands. Sie widmet sich der Förderung der Radiologie in allen ihren Bereichen, einschließlich der wissenschaftlichen Grundlagenforschung, dem Strahlenschutz sowie der Strahlenbiologie und -physik.
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Dietmar E.

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Röntgen-Geschichte(n)
« Antwort #1 am: 16. Mai 2007, 18:27 »

Als Wien Strahlen-Zentrum war

Neben der chirurgischen Entfernung des Tumors und der Chemotherapie ist die Strahlenbehandlung die dritte Säule im Kampf gegen Krebs.

Was fast vergessen ist: Vor genau 110 Jahren wurde am Wiener AKH die weltweit erste Strahlentherapie durchgeführt. Ein Jahr nach deren Entdeckung behandelte der junge Arzt Leopold Freund mit Röntgenstrahlen erfolgreich ein fünfjähriges Mädchen, das an einer dichten Behaarung am Rücken litt. "In einer Zeitung hatte er zuvor gelesen, dass das Hantieren mit Röntgen-Röhren zu Haarausfall führen kann ", erzählt Univ.-Prof. Richard Pötter, Leiter der Uniklinik für Strahlentherapie.

Dank Freunds Pioniertat wurde Wien innerhalb weniger Jahre zum weltweiten Zentrum der Strahlentherapie und blieb es bis zur NS-Zeit, als viele jüdische Ärzte fliehen mussten.

Leichtsinn
Zunächst als Mittel gegen Hauterkrankungen eingesetzt, begann man bald mit Strahlen auf Krebsgeschwüre zu schießen. Dass sie auch Schaden anrichten können, war zunächst nicht bekannt. "Es gab keine Schutzmaßnahmen. Viele Patienten, aber auch medizinisches Personal bekamen infolge der Strahlenbelastung Tumore."

Gleichzeitig ermöglichten es immer neue Technologien, tiefer ins Körperinnere vorzudringen. "Das brachte einen Durchbruch in der Behandlung von Prostatakrebs, der nur schwer zu operieren war", so der Experte.

Inzwischen sei die Therapie sehr nebenwirkungsarm geworden. Möglich seien vor allem Reizungen der Haut oder des Darms. Eine Gefahr, die aber in keinerlei Verhältnis zu den Vorteilen stehe: "Dass mittlerweile bei Brustkrebs zu 80 Prozent brusterhaltend operiert werden kann, ist vor allem der Strahlentherapie zu verdanken."

Heute wird sie zunehmend mit bildgebenden Verfahren (z. B. Computertomografie) kombiniert. Sie ermöglichen, dass die Strahlen millimetergenau dorthin gelangen, wo sie hingehören, und gesundes Gewebe geschont wird.
Bleibt der Mensch als Fehlerquelle: Durch die Atmung verschieben sich laufend die Organe, wodurch exaktes Anvisieren schwierig wird.

Ab Mai arbeitet die Wiener Strahlenklinik mit Systemen, die dieses Problem beseitigen. Eine Kombination aus Röntgen und Infrarot misst die Bewegungen und sorgt dafür, dass nur dann bestrahlt wird, wenn sich der Tumor im Zentrum der Strahlen befindet.
Kurier, 10.4.07

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