Autor Thema: Ärzte, Wartezeiten auf Termine  (Gelesen 891 mal)

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Ärzte, Wartezeiten auf Termine
« am: 02. Juli 2020, 14:46 »




Liebe Leserinnen und Leser der Urologischen Nachrichten,

immer wieder wurde in der Vergangenheit eine unterschiedliche Vergabepraxis für Termine bei privat und gesetzlich versicherten Patienten behauptet. Eine aktuelle Studie des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und der Cornell University (USA) scheint dies nun zu bestätigen: Die Praxen boten den Privatversicherten mit einer statistisch signifikant höheren Wahrscheinlichkeit einen Termin an. Wenn ein Termin angeboten wurde, mussten gesetzlich Versicherte im Durchschnitt mehr als doppelt so lang darauf warten wie Privatpatienten.
Prompt kam wenig später eine Pressemitteilung des Spitzenverbandes Fachärzte Deutschlands (SpiFa), die in mehrfacher Hinsicht erstaunlich war. Zum einen sind die Fachärzte jetzt offenbar dazu übergegangen, die unterschiedliche Vergabepraxis nicht mehr zu bestreiten. Lange Zeit bestanden sie in der Öffentlichkeit darauf, dass es in Wirklichkeit gar kein Problem gäbe und hielten daher auch das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) mit seinen Terminservicestellen für überflüssig. Stattdessen hält der SpiFa nun der RWI-Studie eine Studie der OECD entgegen, die aussagt, dass es um die Wartezeiten auf Facharzttermine in Deutschland immerhin besser stehe als in anderen Ländern. Zum zweiten konstatiert SpiFa-Hauptgeschäftsführer Lars F. Lindemann, mit dem TSVG seien Lösungsansätze zur weiteren Verkürzung der Wartezeiten gefunden worden – also wird das TSVG inzwischen offenbar doch als sinnvoll angesehen. Ausdrücklich genannt wird als ein solcher Lösungsansatz „die Verpflichtung der grundversorgenden Fachärzte zu mindestens fünf offenen Sprechstunden in der Woche“. Auch mit dieser anfangs schwer kritisierten Regelung haben die Fachärzte also offenbar Frieden geschlossen.