Autor Thema: Behandlungsfehler - Wenn Ärzte pfuschen  (Gelesen 8658 mal)

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Werner

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Behandlungsfehler - Wenn Ärzte pfuschen
« am: 13. Dezember 2012, 22:51 »



BehandlungsfehlerWenn Ärzte pfuschen

aus der Sendung vom Donnerstag, 13.12. | 21.00 Uhr | SWR Fernsehen

http://www.swr.de/marktcheck/gesundheit-ernaehrung/aerztefehler/-/id=2248976/sdpgid=735725/nid=2248976/did=10534988/jm94h1/index.html

Ärztepfusch ist ein Massenphänomen. Genaue Zahlen gibt es nicht. Auch weil die Dunkelziffer bei Behandlungsfehlern hoch ist. Denn viele Betroffene glauben, dass sie gegen die "Halbgötter in Weiß" sowieso nichts ausrichten können. MARKTCHECK zeigt, wie sich Betroffene wehren können.


Dirk T. ist das Opfer von Ärztepfusch. Er fühlt sich psychisch belastet, weil sein Oberkörper nach einer Operation nicht mehr symmetrisch aussieht.

Operation mit schweren Folgen

Er war ein richtig dickes Kind. In seinen Hochzeiten wog er 110 Kilo. Mit 15 hat dann er rapide abgenommen: 40 Kilo. Übrig blieben Hautlappen und Fettschürzen, die vor sechs Jahren operativ entfernt wurden.

Behandlungsfehler spät entdeckt

Jahrelang hat er unter seinem verpfuschten Oberkörper gelitten. So will er nicht mehr weitermachen. Im Internet findet er auf einem Portal Leidensgenossen, die ihm Dr. Dirk Richter empfehlen. Er ist Spezialist für Bauchstraffungen und die Entfernung von Fettschürzen. Dirk T. macht einen Termin aus. Lässt sich von Dr. Richter beraten.

Der Arzt erklärt ihm, dass noch einmal eine größere Operation nötig sein wird, um seinen Bauch zu korrigieren. Das hätte man viel besser machen können, erklärt er. Und erst jetzt wird Dirk T. klar: Das, was mit ihm passiert ist, war wirklich Pfusch.
 
Verjährung läuft erst ab Erkennen

Jetzt entschließt er sich, zum Anwalt zu gehen. Die Frage ist, ob er nach sechs Jahren überhaupt noch gegen den Arzt vorgehen kann. Oder ob das nicht viel zu lange her ist. Dirk T. will vor allem eines - Gerechtigkeit dafür, dass er so viele Jahre mit seinem verpfuschten Oberkörper leben musste.

Boris Meinecke, Fachanwalt für Medizinrecht, macht ihm Mut. Und erklärt Dirk T., dass es noch nicht zu spät ist, um etwas zu unternehmen. Im Bereich der Arzthaftung gilt eine dreijährige Verjährungsfrist. Diese Frist beginnt erst dann zu laufen, wenn der Geschädigt erkennen konnte, dass es einen Behandlungsfehler gab.

Chance auf Schadenersatz und Schmerzensgeld

Der Anwalt hält es im Fall von Dirk T. für möglich, dass er Schadensersatz für den verpfuschten Oberkörper und Schmerzensgeld für das Leid bekommt. DaDirk T. erst durch Dr. Richter realisiert hat, dass etwas schief gelaufen ist, tickt die Verjährungsuhr für ihn auch erst jetzt.
 










Korrektur-OP erfolgreich

Medizinisch zeichnet sich für Dirk T. bereits eine Lösung ab. Sein Fall erscheint Dr. Richter so extrem, dass er den jungen Mann im Rahmen eines Ärztekongresses operiert und dafür kein Geld verlangt. Über vier Stunden hat er angesetzt, um Dirk T. wieder ansehnlich zu gestalten. Der Nabel wird jetzt an die anatomisch richtige Stelle versetzt.

Mit Haftpflichtversicherung verhandeln

Vier Wochen später ist Dirk T. wieder bei seinem Anwalt. Die Operation ist gut verlaufen.

Boris Meinecke empfiehlt, ohne Strafanzeige nur zivilrechtlich gegen den Arzt vorzugehen. Also erst einmal mit der Haftpflichtversicherung zu verhandeln. Die wird für genau für solche Kunstfehler von den Ärzten abgeschlossen. Ohne Prozess außergerichtlich ist das viel kostengünstiger und hat gute Erfolgsaussichten, so der Anwalt. 30.000 Euro Schmerzensgeld fordern sie von der Haftpflichtversicherung des Arztes. Plus mehrere tausend Euro für Krankenhausaufenthalte und Verdienstausfall.

Bis zu einem Jahr wird es noch dauern, bis Dirk T.s Bauch ganz in Ordnung ist. Auch wenn er auf Schmerzensgeld und Schadensersatz noch länger wird warten müssen, der erste Schritt ist gemacht.


Ihr Recht als Patient: Haben Sie Zweifel an einer Arztbehandlung? Wurden Sie bei einer OP nicht richtig aufgeklärt? Leiden Sie unter den Folgen von Behandlungsfehlern? MARKTCHECK gibt Tipps zum Thema Patientenrechte [mehr]


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Patientenrechte in DeutschlandBroschüre des Bundesministerium für Gesundheit, kostenlos, auch zum Herunterladen im pdf-Format
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Patientenrechte in Deutschland heuteKassenärztliche Bundesvereinigung
Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V.Für Patientinnen und Patienten, Betroffene und deren Angehörige
Kleines Lexikon der PatientenrechteInfos der Verbraucherzentrale Bremen
Allianz pro Gesundheit e.V.Nachfolge der Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten e.V. - DGVP

http://www.swr.de/marktcheck/gesundheit-ernaehrung/aerztefehler/-/id=2248976/sdpgid=735725/nid=2248976/did=10534988/jm94h1/index.html


Behandlungsfehler
Wenn Ärzte pfuschen


Ärztepfusch ist ein Massenphänomen. Genaue Zahlen gibt es nicht. Auch weil die Dunkelziffer bei Behandlungsfehlern hoch ist. Denn viele Betroffene glauben, dass sie gegen die "Halbgötter in Weiß" sowieso nichts ausrichten können. MARKTCHECK zeigt, wie sich Betroffene wehren können.

 Marktcheck,  13.12.2012 | 5:49 min

Wiederholung:am 15.12.2012, 16.00 Uhr im SWR Fernsehenam 20.12.2012, 17.30 Uhr in EinsPlusam 21.12.2012, 10.45 Uhr in EinsPlusam 22.12.2012, 07.45 Uhr in EinsPlusam 23.12.2012, 04.00 Uhr in EinsPlus

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