Autor Thema: Krebsschmerzen wirksam bekämpfen, Vortrag, bzw. Schmerzambulenzen wie AKH, ff.  (Gelesen 3204 mal)

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Gitti

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Krebsschmerzen wirksam bekämpfen, Vortrag, bzw. Schmerzambulenzen wie AKH, ff.


KREBSSCHMERZEN WIRKSAM BEKÄMPFEN
Die Diagnose Krebs ist bei vielen Menschen verständlicherweise
mit großer Angst verbunden, irgendwann
im Laufe der Erkrankung bzw. der Therapien unter
großen Schmerzen leiden zu müssen. Da aber auch die
Einnahme von Schmerzmitteln häufig immer noch
mit großen Bedenken und Furcht verbunden ist, ist
eine gute Aufklärung über die individuelle Schmerztherapie
unbedingt erforderlich.
Oft können auch in der Folge von Krebsbehandlungen,
also wenn die Krankheit hinter einem liegt,
Schmerzen auftreten, die zum Teil langanhaltend
sind: zum Beispiel durch Chemotherapie ausgelöste
neuropathische Schmerzen, Schmerzen durch
Gewebsschädigungen nach Strahlentherapie oder
Narbenschmerzen nach Operationen.
Deren Behandlung ist eine zunehmend größer
werdende Herausforderung in der Schmerztherapie
von Krebspatienten. Moderne Behandlungsmethoden
können gute Perspektiven für die Betroffenen bieten.
REFERENT: Univ. Prof. Dr.
Burkhard Gustorff
Vorstand der Abteilung für
Anästhesie, Intensivund
Schmerzmedizin im
Wilheminenspital
TERMIN: Montag, 24. April 2017,
18.30–20.00 Uhr
ORT: Österreichische Krebshilfe Wien,
1200 Wien, Democenter,
Brigittenauer Lände 50–54/
6. Stiege/EG

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Wann hilft welche Narbentherapie?
« Antwort #1 am: 23. Dezember 2020, 14:14 »



 15. Dezember 2020 S2k-Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft:  15. Dezember 2020 S2k-Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft: Wann hilft welche Narbentherapie?


Narben sind das Ergebnis des Wundheilungsprozesses. Sie belasten Patientinnen und Patienten nicht nur aus ästhetischen Gründen, sondern können auch mit Schmerzen, Juckreiz und Funktionsbeeinträchtigungen einhergehen. Die aktualisierte S2k-Leitlinie „Behandlung pathologischer Narben“ der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft e.V. (DDG) klärt, wann eine Behandlung angezeigt ist und welche therapeutischen Optionen empfehlenswert sind. Erstmalig erwähnt werden in der Leitlinie die Therapieoptionen Hyaluronidase, Kalziumkanalblocker und Plasmamedizin. Allerdings reichen die Daten und Erfahrungen für eine Empfehlung bisher nicht aus. Chirurgische Interventionen sollten weiterhin nur nach intensiver Abwägung und mit zusätzlicher Anschlussbehandlung erfolgen.
 
Nach jeder Verletzung setzt ein komplexer Reparaturmechanismus ein. Als Ergebnis der Wundheilung entsteht eine Narbe. Dermatologen sprechen von einer Funktionswiederherstellung der Oberflächenintegrität. „Allerdings ist das Resultat ein faserreiches Ersatzgewebe, das gesunder Haut unterlegen ist. Zudem leiden manche Patientinnen und Patienten an Juckreiz, Schmerzen, den ästhetischen Veränderungen und sind eventuell in ihrer Bewegung eingeschränkt“, erklärt Prof. Dr. med. Peter Elsner, Direktor der Klinik für Hautkrankheiten am Universitätsklinikum Jena und Beauftragter für die Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG). Pathologische, also krankhafte Narben müssen behandelt werden.

Pathologische Narben
 
Zu den pathologischen Narben gehören „hypertrophe“ Narben. Anders als die eingesunkenen („atrophen“) Narben, sind sie rot und erhaben. Wenn es zu einer überschießenden Narbenbildung kommt, also der ursprüngliche Bereich der Verletzung überschritten wird, sprechen Medizinerinnen und Mediziner von einem Keloid, einer gutartigen Geschwulst, die nur in geringem Maße zur Rückbildung neigt. Hypertrophe Narben hingegen können sich nach Monaten von allein zurückbilden.
„Auch wenn hypertrophe Narben und Keloide zu den gutartigen Hautveränderungen gehören, sind viele Betroffene behandlungsbedürftig, denn die Symptome können ihre Lebensqualität stark beeinträchtigen und zu ihrer Stigmatisierung führen“, erklärt Professor Dr. med. Uwe Paasch, Dermatologe an der Universität Leipzig und niedergelassener Hautarzt in Jesewitz. „Es gibt bei Narben keine Behandlungsmethode der ersten Wahl, jedes Therapieziel muss individuell mit dem Patienten festgelegt werden“, so Paasch.
Unterstützung bei der Frage, welche Therapie gewählt werden sollte, gibt die aktualisierte S2k-Leitlinie „Therapie pathologischer Narben (hypertrophe Narben und Keloide)“ der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG), an der Paasch auch in seiner Funktion als Mitglied der Deutschen Dermatologischen Lasergesellschaft (DDL) beteiligt war.

Kombinationstherapie Triamcinolon + Kryotherapie
 
Da in den letzten Jahren neue Therapieoptionen hinzukamen und wissenschaftlich ausgewertet werden konnten, wurde die Leitlinie aus dem Jahr 2014 nun aktualisiert. Prof. Dr. med. Alexander Nast, Leitender Oberarzt an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, und Leiter der DDG-Kommission für Qualitätssicherung in der Dermatologie: „Die wichtigsten Behandlungsoptionen bleiben: Die Injektion von Triamcinolon in Kristallsuspension und die Kryotherapie.“ Das synthetische Glukokortikoid („Kortison“) Triamcinolon wird direkt in die Narbe gespritzt. Es reduziert das exzessive Narbenwachstum, indem es die Kollagensynthese hemmt. Bei der Kryotherapie handelt es sich um eine Vereisung der Narbe mit flüssigem Stickstoff. In der aktualisierten Leitlinie wird empfohlen, beides in Kombination anzuwenden.

Microneedling und Kompressionstherapie

Zum Thema chirurgische Behandlung von Keloiden und hypertrophen Narben kommt die Leitlinie zu einer klaren Einschätzung. Da eine alleinige und nicht sachgemäße chirurgische Intervention mit einem hohen Rezidivrisiko einhergeht, werden operative Maßnahmen nur nach intensiver Abwägung und mit zusätzlicher Anschlussbehandlung (beispielsweise Bestrahlung, Druckbehandlung und Triamcinoloninjektion) empfohlen. Professor Paasch ergänzt: „Bei hypertrophen Narben nach Verbrennung oder Verbrühung haben sich die fraktionierte ablative Lasertherapie, das Microneedling und die Kompressionstherapie bewährt.“ Bei der fraktionierten Lasertherapie wird eine Wundheilungssequenz angestoßen, bei der Hitzeschockproteine eine entscheidende Rolle spielen. Microneedling bedeutet, dass die Haut mit vielen kleinen Nadeln durchstochen wird, was zu sogenannten Mikrotraumen führt. Diese stoßen eine Wundheilungskaskade an, was ebenso wie die Lasertherapie zu einem „Remodeling“ in der Haut führt.

Keine Empfehlung für oder gegen Hyaluronidase, Kalziumkanalblocker und Plasma
 
Neu in der Leitlinie sind die Therapieoptionen Hyaluronidase, Kalziumkanalblocker und Plasma. Die Leitlinie gibt aufgrund der geringen Datenlage für diese Behandlungsoptionen keine Empfehlung für oder gegen die Anwendung. Die Aufnahme lädt aber zu klinischen Studien ein und zeigt den Forschungsbedarf an. „Festzuhalten bleibt, dass es bei der Behandlung hypertropher Narben immer um eine individuell auf die Patientin/den Patienten abgestimmte Therapie handeln muss. Mit nur einem Therapieansatz wird häufig keine ausreichende Wirksamkeit erzielt. Eine Kombination mehrerer Therapien ist erforderlich“, bilanziert DDG-Medienbeauftragter Elsner. Hierzu gibt die Leitlinie klare Empfehlungen.

Quelle: Deutsche Dermatologische Gesellschaft