Autor Thema: Strahlenschäden  (Gelesen 3985 mal)

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Gitti

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Strahlenschäden
« am: 11. Mai 2008, 11:53 »
Medikament soll vor Strahlenschäden schützen

Es wäre eine Hoffnung für viele Krebspatienten: US-Forscher haben einen Wirkstoff gegen radioaktive Strahlung entwickelt. Er soll vor den schädlichen Nebenwirkungen von Strahlentherapien schützen - könnte aber auch bei Reaktorunfällen oder gar Atombombenangriffen eingesetzt werden.

Washington - Will man Körperzellen vor radioaktiver Strahlung schützen, muss man einen Trick des Körpers nachahmen, den sich auch Krebszellen zunutze machen: Die Zellen müssen daran gehindert werden, im Zweifelsfall ihr eingebautes Selbstmordprogramm auszulösen. Denn genau das tun vor allem Zellen im Knochenmark und im Magen-Darm-Trakt nach einer erhöhten Strahlendosis in vielen Fällen - und schädigen Gewebe und Organe auf diese Weise schwer.

Krebspatientin: Erfolge in der Strahlentherapie müssen oft mit starken Nebenwirkungen erkauft werden

Angeschlagene Körperzellen verhielten sich wie Selbstmordkandidaten, sagte Andrej Gudkow vom Roswell Park Cancer Institute in Buffalo, der mit Kollegen an dem Wirkstoff forscht und im Fachmagazin "Science" (Bd. 320, S. 226) über die bisherigen Erkenntnisse schreibt. Angeschlagene Zellen, so Gudkow, dächten zwar über Selbstmord nach, legten diesen Plan jedoch auf Eis und mobilisierten alle möglichen Ressourcen, wenn sie angegriffen würden.

Genau solch eine Verteidigungsstrategie ist etwa der zellinterne Signalweg NF-kappaB: Er wird bei einem Angriff von außen vorübergehend aktiviert, löst dann eine Entzündungsreaktion aus und blockiert gleichzeitig das zelluläre Selbstmordprogramm, die sogenannte Apoptose. Ist die Gefahr vorüber, stellt er sich wieder ab und gibt auch das Selbstmordprogramm wieder frei.

In Tumorzellen ist NF-kappaB hingegen ständig aktiv - und gaukelt der Zelle einen Angriff vor. Die Zellen bleiben so resistent gegen die Apoptose und vermehren sich weiter. Diesen Mechanismus nutzt auch die von Gudkow und Kollegen gefundene Substanz mit dem Namen CBLB502, die aus dem Eiweiß eines Bakteriums gewonnen wurde.

Erste Tierversuche erscheinen vielversprechend: Zunächst erprobten die Forscher die Substanz an Mäusen. Fast 90 Prozent der Versuchstiere, die den Wirkstoff eine halbe Stunde vor einer Bestrahlung verabreicht bekamen, überlebten mit seiner Hilfe eine ansonsten tödliche Strahlendosis. Bei bisher getesteten Schutzwirkstoffen lag die Rate nur bei 54 Prozent.

Nach den Versuchen an Mäusen bestätigten die Wissenschaftler die Wirkung an Rhesusaffen. Bei diesen stieg die 40-Tage-Überlebensrate nach einer Bestrahlung von 25 auf 64 Prozent an. Die festgestellten Schäden an Knochenmark und blutbildendem System waren bei den überlebenden Tieren deutlich geringer als bei bestrahlten Kontrolltieren, die die Substanz nicht erhalten hatten.

Schutz nur für gesunde Zellen

Die Forscher konnten auch zeigen, dass der Wirkstoff lediglich gesunde Zellen vor der Strahlung schützt; Tumorzellen hingegen wurden durch die Strahlung zerstört. Dieses Ergebnis bestätige das Potential des Wirkstoffs für die Krebstherapie.

Sogar wenn die Substanz erst nach der Strahlendosis verabreicht wurde, konnten die Wissenschaftler Erfolge beobachten. Bei hohen Strahlungsdosen entfaltete CBLB502 seine schützende Wirkung zwar nur, wenn er den Tieren vor der Bestrahlung gespritzt wurde. Bei geringerer Strahlendosis wirkte er aber auch, wenn er bis zu einer Stunde nach der Bestrahlung gegeben wurde. Deswegen schwebt den Forschern ein Einsatz der Substanz nicht nur in der Strahlentherapie vor, sondern auch nach Unglücken in Kernkraftwerken - oder sogar Atomwaffenbombenexplosionen.

Erste klinische Tests könnten schon bald beginnen, erklärten die Forscher. Dazu gilt es allerdings zu klären, wie wichtig das Problem der Apoptose bei menschlichen Strahlenopfern im Vergleich zu Mäusen und Affen eigentlich ist.

chs/ddp/dpa

admin

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Mammakarzinom: Koronare Herzkrankheit eine Spätfolge der Radiotherapie

Freitag, 15. März 2013

dpa

Oxford – Die Strahlentherapie, die nach einer brusterhaltenden Therapie heute Standard ist, kann das Herz schädigen. Eine Kohortenstudie im New England Journal of Medicine (2013; 368: 987-998) belegt einen dosisabhängigen linearen Anstieg der koronaren Ereignisse ohne Schwellenwert. Das absolute Risiko ist allerdings gering und kann durch moderne Strahlentherapie möglicherweise weiter gesenkt werden.

Die Epidemiologen der Universität Oxford sind für die Sorgfalt bekannt, mit der sie ihre Studien durchführen. Für die aktuelle Untersuchung wurden die Krankenakten von 2.168 Frauen analysiert, die sich zwischen 1958 und 2001 in Schweden und Dänemark im Rahmen einer Brustkrebsbehandlung einer Strahlentherapie unterzogen hatten. Für jede einzelne Patientin wurden Strahlendosis und Bestrahlungsfeld recherchiert, um daraus die Strahlenexposition des Herzens zu rekonstruieren.

Diese Daten ........... http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/53756

Tanja

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Eine Strahlentherapie im Brustbereich, z.B. bei ............
« Antwort #2 am: 11. August 2013, 22:45 »



05.08.2013 - Auf das Herz achten II

Fachgesellschaften veröffentlichen Empfehlungen für die Betreuung von Krebspatienten, die eine Bestrahlung im Brustbereich erhalten haben       
Eine Strahlentherapie im Brustbereich, z.B. bei Brustkrebs, Lungenkrebs, Speiseröhrenkrebs oder einem Lymphom, kann langfristige Herzschäden hervorrufen. Die Patienten haben dann ein erhöhtes Risiko, später an koronarer Herzkrankheit, einem Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen oder Herzklappenstörungen zu erkranken (s. DKG-Meldung vom 2.8.13). Zwei medizinische Fachgesellschaften, die European Association of Cardiovascular Imaging (EACVI) und die American Society of Echocardiography (ASE), veröffentlichten jetzt ein Konsensuspapier, in dem sie Empfehlungen für die Betreuung und regelmäßige Herzvorsorge bei Betroffenen aussprechen (European Heart Journal – Cardiovascular Imaging).

Zwar haben sich die Bestrahlungstechniken in den letzten Jahrzehnten deutlich verfeinert, dennoch bleibt ein Restrisiko für Herzschäden infolge der Bestrahlung bestehen. Wie hoch dieses Risiko ist, hängt davon ab, wieviel Gesamtdosis auf das Herz trifft. Darüber hinaus gibt es bestimmte Chemotherapien, die das Herz zusätzlich schädigen können, z.B. mit Anthrazyklinen.

Dem Konsensuspapier zufolge besteht nach einer Strahlentherapie im Brustbereich ein erhöhtes Risiko, wenn http://www.krebsgesellschaft.de/news_detail,4063,,235395,detail.html