Autor Thema: Gehirntumor: Untersuchungsmöglichkeiten  (Gelesen 6699 mal)

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Gitti

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Gehirntumor: Untersuchungsmöglichkeiten
« am: 11. Mai 2008, 11:55 »
TUMORE IM KOPF

Hirnscan weist Krebs nach

Eine zuverlässige Diagnose von Hirntumoren - diesem Ziel sind US-Forscher ein ganzes Stück näher gekommen. Sie nutzen die Magnetresonanztomografie, um Krebsgeschwüre zu erkennen. Proben müssen so nicht mehr entnommen werden.

Mit einem Hirnscanner kann man keine genetischen Informationen auslesen - zumindest nicht direkt. Wissenschaftler der University of California in San Diego haben nun jedoch eine Methode entwickelt, um mit der sogenannten Magnetresonanztomografie (MRT) typische Gene der häufigsten Hirnkrebsvariante nachweisen zu können.

Michael Kuo und seine Mitarbeiter analysierten die Gen-Expression verschiedener Tumortypen mit Hilfe von Gewebeproben. Diese glichen sie anschließend mit MRT-Bildern der gleichen Tumorarten ab. Dabei erkannten sie Eigenheiten der Tumore, über die eine genaue Diagnose möglich werden soll. Bisher sei die Erkennung derartiger bösartiger Geschwulste nur durch die Entnahme von Proben und sehr teure, nicht standardisierte Tests möglich gewesen, sagte Kuo.

"Wir haben ein Mittel gefunden, das es dem MRT erlaubt, molekulare Informationen hinsichtlich dieser Tumore sichtbar zu machen", erklärte der Forscher. Das Verfahren könne nicht nur für die untersuchte Art der Hirntumore, sondern auch zur Erkennung anderer Tumore, insbesondere in der Leber, entwickelt werden, schreiben die Forscher im Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences".

Glioblastoma multiforme (GBM) ist der verbreitetste bösartige Hirntumor. Die Wissenschaftler analysierten mehr als 2000 Gene, von denen bereits bekannt war, dass sie bei GBM-Tumoren eine veränderte Expression zeigen. Kuos Team konnte dabei eine Korrelation dieser GBM-Charakteristika mit fünf verschiedenen per MRT ermittelten Eigenschaften feststellen.

Auch ein Team britischer Ärzte berichtet über einen Durchbruch bei der Hirntumordiagnose mit der Magnetresonanztomografie. Mithilfe der sogenannten Perfusions-MRT sei es gelungen, Veränderung in der Durchblutung des Gehirns zu erkennen, die oft im Vorfeld einer Krebserkrankung auftreten, berichten die Forscher im Fachblatt "Radiology". Die per MRT gemessene Erhöhung des Blutvolumens würden mindestens ein Jahr früher auftreten als andere Marker bösartiger Geschwulste, sagte Adam Waldman vom University College in London. Allerdings sind die Ergebnisse noch nicht durch eine größere Studie abgesichert: Waldmans Team untersuchte nur 13 Patienten.

Die Methode könnte vor allem bei der Früherkennung sogenannter Gliome helfen, eine sehr langsam im Gehirn heranwachsende Tumorart. "Patienten mit frühen Gliom-Formen sind oft jung und über Jahre gesundheitlich unauffällig", sagte Waldman. Zu einem nicht vorhersagbaren Zeitpunkt wandle sich der Tumor jedoch in eine sehr aggressive Variante. Die Diagnose per MRT ermögliche eine frühere Behandlung der Gehirntumore.

hda/AFP

hilde

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Gehirntumor: Untersuchungsmöglichkeiten
« Antwort #1 am: 18. August 2008, 22:17 »
18/08/08,15:37, Elsevier Von Amy Rothman Schonfeld

Magnetresonanz-Spektroskopie verbessert die diagnostische Genauigkeit bei pädiatrischen Hirntumoren

NEW ORLEANS (EGMN) – Die Kombination einer Magnetresonanz-Spektroskopie mit einer Magnetresonanz-Tomografie erhöhte laut Ergebnissen einer retrospektiven Studie die prätherapeutische Genauigkeit bei pädiatrischen Hirntumoren signifikant.

In einer Auswertung zu 122 Kindern mit neu diagnostizierten Hirntumoren verglich Dr. Mark S. Shiroishi die bildgebenden Befunde mit den histopathologischen Ergebnissen. Dabei fand er heraus, dass die korrekte Diagnose mittels Kontrast-MRT in 63 Prozent der Fälle (38/60) gemacht wurde. Wurde eine Magnetresonanz-Spektroskopie (MRS) mit der Kontrast-MRT kombiniert, erhöhte sich die Genauigkeitsrate auf 87 Prozent (54/62). Die MRT führte bei zehn Prozent der Fälle (sechs von 60) zu einer teilweise korrekten Diagnose, diese Rate fiel bei Hinzunahme der MRS auf fünf Prozent (drei von 62) ab.

Ein wichtiges Ergebnis war, dass 27 Prozent der Tumore (16 von 60) mittels MRT alleine inkorrekt klassifiziert wurden, verglichen mit acht Prozent (fünf von 62), die auch eine MRS erhielten. Der Unterschied in der diagnostischen Genauigkeit zwischen den beiden Gruppen war statistisch signifikant (p< 0,01), sagte Dr. Shiroishi, Neuroradiologe am Childrens Hospital Los Angeles.

Mittels MR-Spektroskopie können die biochemischen Komponenten in normalem und abnormem Hirngewebe noninvasiv ermittelt werden. Die MRS verwendet die selben Prinzipen wie die MRT, aber bei der MRS wird eine Kurve der chemischen Zusammensetzung einer Region erstellt und keine Abbildung. Die MRS hat sich bei der Darstellung von Tumoren, Infarkten und Epilepsie-Foki als hilfreich erwiesen.

„Die Spektroskopie erlaubt uns, Medulloblastome, pilozytische Astrozytome, Plexuspapillome und Plexuskarzinome einfach voneinander abzugrenzen“, sagte Dr. Shiroishi bei ........ http://www.univadis.de/medical_and_more/de_DE_News_Article_Medical?profileAOI=15&profileAOIName=P%C3%BDdiatrie&articleItemId=e7ebe40a301b03de024700bd9f723243

admin

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WissenschafterInnen bringen Gehirntumore zum Leuchten
« Antwort #2 am: 05. Mai 2013, 00:01 »




WissenschafterInnen bringen Gehirntumore zum Leuchten

Wien (OTS) - Stereotaktische Nadel-Biopsien sind ein etabliertes
Standardverfahren bei der Diagnosestellung von Hirn-Lymphomen und
bestimmten hirneigenen Tumoren (Gliomen). Die entnommenen
Gewebeproben mussten bisher während des Eingriffs an der
Neuropathologie auf Tumorzellen untersucht werden. Um diagnostische
Sicherheit zu erlangen, waren zudem oft mehrfache Biopsien, und somit
die mehrfache Entnahme von Gewebe, nötig. Mit dem Fluoreszenzmarker
5-ALA kann die korrekte Entnahmestelle der Tumorbiopsie und damit
exakte Diagnose sofort im Operationssaal bestätigt werden. Das zeigt
eine aktuelle Studie der Universitätsklinik für Neurochirurgie der
MedUni Wien/AKH Wien. Dabei bringen die WissenschafterInnen
Gehirntumore zum Leuchten.

Der Patient oder die Patientin des AKH Wien müssen dafür die
5-Aminolävulinsäure (5-ALA), einen Fluoreszenzmarker in Pulverform,
in Wasser aufgelöst rund vier Stunden vor der Operation zu sich
nehmen. Durch die tumorbedingte Störung der Blut-Hirn-Schranke (das
ist die physiologische Barriere zwischen Blutkreislauf und
Zentralnervensystem) sowie vermutete Enzymdefekte in der Tumorzelle
reichert sich 5-ALA dort selektiv an. Während der Operation wird dann
ein Blaulicht vom Operationsmikroskop ausgesendet, das die
Tumorzellen bei Verwendung von 5-ALA in roter Farbe fluoreszieren
lässt.

Bisher wurde 5-ALA bei der neurochirurgischen Entfernung von
aggressiven Hirntumoren (Glioblastomen) bereits erfolgreich
eingesetzt. "Mit unserer Studie haben wir nachgewiesen, dass es auch
bei der Biopsie nützlich und effizient ist", sagt Studienautor Georg
Widhalm. "Bei klarer 5-ALA Fluoreszenz der Tumorprobe kann nun die
Biopsie beendet werden, ohne eine neuropathologische Untersuchung
während des Eingriffes und eine Serienbiopsie durchführen zu müssen.
Daraus resultiert eine deutlich verkürzte Eingriffsdauer und erhöhte
Sicherheit des Eingriffs."

Zusätzlich konnte erstmals nachgewiesen werden, dass nur die
aggressiven Tumoranteile bei hirneigenen Tumoren leuchten. Das
ermöglicht die Entnahme der Tumorprobe exakt an der richtigen Stelle,
dem so genannten Hot Spot - sowohl bei der Entfernung als auch bei
der Biopsie von Tumoren.

Dadurch wird eine exakte Bestimmung des Tumorgrades entsprechend der
Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ermöglicht.
Stefan Wolfsberger, Studienleiter: "Liegt bereits ein WHO-Grad III
und damit ein rasch wachsender Tumor vor, kann man sofort die
richtige Therapie nach dem neurochirurgischen Eingriff veranlassen."
Das reicht von der Chemo- bis hin zur Strahlentherapie mit dem Ziel
der Maximierung der Lebenserwartung der Betroffenen.

Multidisziplinäre Zusammenarbeit an der MedUni Wien/AKH Wien
Die Studie, die nun im Fachmagazin Neurosurgical Review erschienen
ist, basiert auf der interdisziplinären Kooperation zwischen
Neurochirurgie, Neuropathologie, Onkologie, Strahlentherapie,
Radiodiagnostik und Comprehensive Cancer Center (CCC) an der
Medizinischen Universität Wien und im AKH Wien.

Das Paper entstand im Rahmen des Doktoratsstudiums "Clinical
Neurosciences" (CLINS) an der Universitätsklinik für Neurochirurgie.
Georg Widhalm ist gemeinsam mit Andreas Hahn (Psychiatrie), Angelika
Mühlebner-Fahrngruber (Pädiatrie) und Adelheid Wöhrer
(Neuropathologie) einer der vier ersten Absolventen des CLINS.

Service: Neurosurgical Review

"Strong 5-aminolevulinic acid-induced fluorescence is a novel
intraoperative marker for representative tissue samples in
stereotactic brain tumor biopsies." G. Widhalm, G. Michev, A.
Woehrer, M. Preusser, B. Kiesel, J. Furtner, A. Mert, A. Di Ieva, B.
Tomanek, D. Prayer, C. Marosi, J. Hainfellner, E. Knosp, S.
Wolfsberger. Neurosurgical Review 2012; 35 (3): 381-91.

admin

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Hirnmetastasen? Analyse der Blutwerte!
« Antwort #3 am: 26. September 2015, 01:18 »




Analyse der Blutwerte ermöglicht verbesserte Prognoseabschätzung bei Hirnmetastasen


Wien (OTS) - Eine neue Studie der MedUni Wien im Comprehensive Cancer Center (CCC) Vienna belegt, dass bestimmte Laborwerte, die bisher nicht konkret zu diesem Zweck herangezogen wurden, bei PatientInnen mit neu diagnostizierten Hirnmetastasen helfen können, die Überlebensprognose besser abzuschätzen und die richtige Behandlungsstrategie zu wählen.

Die Studie wird im Rahmen des europäischen Krebskongress ECC2015, der von 25. bis 29. September 2015 in Wien stattfindet, präsentiert.

Hirnmetastasen sind Absiedlungen von Tumoren, die sich zuvor an anderen Stellen im Körper (zum Beispiel in der Lunge, in der Brust oder der Haut) gebildet haben. Etwa 40 Prozent aller PatientInnen mit einer metastasierten Krebserkrankung entwickeln Metastasen im Gehirn. Diese stellen die häufigsten bösartigen Hirntumoren dar, sind schwer zu behandeln, verursachen oft ernste Beschwerden wie zum Beispiel starke Kopfschmerzen, neurologische Ausfälle oder Epilepsie und sind meist mit einer eingeschränkten Lebenserwartung verbunden. Dennoch gibt es PatientInnen, die trotz ihrer Hirnmetastasen lange überleben.

Anna Sophie Berghoff, Universitätsklinik für Innere Medizin I der MedUni Wien und des AKH Wien, Mitglied des Comprehensive Cancer Center (CCC) Vienna und Erstautorin der Studie: "Für uns hat sich die Frage gestellt, ob es objektive Parameter gibt, die uns eine stabilere Grundlage für die richtige Abschätzung der Prognose der Betroffenen liefern. Das ist nicht nur in Bezug auf ihre Lebenserwartung oder die Aufnahme in klinische Studien wichtig, sondern auch für die Therapieentscheidung."
1.201 PatientInnen untersucht

In ihrer Studie, in die 1.201 PatientInnen mit unterschiedlichen primären Krebserkrankungen eingebunden waren, untersuchten die ForscherInnen rund um Berghoff daher Blutwerte, die bisher nicht in onkologische Prognose Scores einbezogen wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass unter dem Normalwert liegende Werte für den roten Blutfarbstoff (Hämoglobin), Blutplättchen (Thrombozyten), weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und Albumin (das wichtigste Plasmaeiweiß) sowie erhöhte Serumkreatinin-, Lactatdehydrogenase- und Entzündungswerte (C-reaktives Protein; CRP) mit einem schlechteren Überleben bei Hirnmetastasen verbunden waren.

Berghoff: " Mit der vorliegenden Studie haben wir aber den Beleg, dass die untersuchten Werte einzeln eine starke, unabhängige prognostische Aussage haben und somit objektive Parameter darstellen. Das gilt vor allem für die Hämoglobinwerte und die Konzentration von CRP und Lactatdehydrogenase."

Die ForscherInnen empfehlen nun, vor allem die drei letztgenannten Parameter im Rahmen von Folgestudien für die Aufnahme in Prognose Scores zu testen.
PatientInnentag am ECC2015

Der European Cancer Congress (ECC) zählt weltweit zu den größten Fortbildungsveranstaltungen im Bereich der Onkologie. Auch 2015 richtet er sich nicht nur an medizinisches Fachpersonal und an onkologische ForscherInnen, sondern auch an PatientInnen. Am 29. September um 15.45 Uhr fassen die ExpertInnen des Comprehensive Cancer Center (CCC) die Ergebnisse des Kongresses in leicht verständlicher Sprache für Laien zusammen und präsentieren auch andere Neuigkeiten, die für PatientInnen relevant sind. Der PatientInnentag findet in der Messe Wien statt und wird vom CCC gemeinsam mit dem Verein "Leben mit Krebs" organisiert. Weitere Informationen: www.pan-austria.org/news
Aktiv für die Krebsforschung: "Go the extra mile"

Am ECC2015 werden aber nicht nur wissenschaftliche Ergebnisse präsentiert und diskutiert: Am (morgigen) Samstag, 26. September 2015, findet von 10.00 bis 14.00 Uhr in den Höfen im Alten AKH auch der Krebsforschungslauf des Instituts für Krebsforschung statt. Mitmachen kann jeder/jede, der Erlös geht direkt an die Initiative Krebsforschung der MedUni Wien, die damit neue und aussichtsreiche Forschungsprojekte finanziert.

http://www.initiative-krebsforschung.at/krebsforschungslauf
Service:

"Laboratory parameters have independent prognostic impact in patients with newly diagnosed brain metastases: analysis of 1201 cases". A.S. Berghoff, R. Koller, G. Widhalm, K. Dieckmann, C.C. Zielinski, P. Birner, R. Bartsch, M. Preusser.
Rückfragen & Kontakt:

Medizinische Universität Wien
Mag. Johannes Angerer
Leiter Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
+431 40160 - 11 501
Mobil: +43 664 800 16 11 501
johannes.angerer@meduniwien.ac.at
http://www.meduniwien.ac.at

DI Isolde Fally
Externe und Interne Kommunikation des CCC
Tel.: 0664 / 800 16 57 583
E-Mail: isolde.fally@ccc.ac.at
Spitalgasse 23, 1090 Wien
http://www.ccc.ac.at/

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150925_OTS0038/analyse-der-blutwerte-ermoeglicht-verbesserte-prognoseabschaetzung-bei-hirnmetastasen/?utm_source=2015-09-25&utm_medium=email&utm_content=html&utm_campaign=mailabodigest