Autor Thema: Blasenkrebs, News allgemein  (Gelesen 18868 mal)

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Dietmar E.

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Blasenkrebs, News allgemein
« am: 12. Mai 2008, 11:33 »

 Steigerung der Wirksamkeit von Chemotherapeutika     


Wang D, et al. Two hour exposure to sodium butyrate sensitizes bladder cancer to anticancer drugs. Int J Urol 2008;15(5):435-41.

Natriumbutyrat (NaB), das Natriumsalz der Buttersäure, hemmt die Zellteilung.
(Wer sich für die molekularen Mechanismen bei der Karzinogenese und die Wirkung der Buttersäure hierbei näher interessiert:
http://www.diss.fu-berlin.de/2008/123/Kapitel1.pdf
http://www.clautex.de/files/dissertation.pdf )

Die chinesischen Forscher habe die Hemmwirkung von NaB auf menschliche Blasenkrebszellen und den synergetischen Effekt von NaB in Kombination mit Mitomycin C, Cisplatin und Adriamycin bei intravesikaler (in der Blase) Anwendung untersucht.

Ergebnisse: NaB hemmte signifikant, konzentrations- und zeitabhängig das Wachstum von Blasenkrebszellen.
Noch bessere tumorhemmende Ergebnisse wurden von NaB in Kombination mit den genannten Zytostatika erreicht.
Eine 2-stündige NaB-Exposition sensibilisiert die Krebszellen für die nachfolgende Chemotherapie.
Instillationen von NaB und Chemotherapeutika hemmen signifikant Tumorwachstum und Tumorprogression.

Schlußfolgerung: NaB zeigt direkte antikanzerogene Wirkung und erhöht merklich die Wirkung verschiedener Chemotherapeutika.
Eine 2-stündige Vorbehandlung der Blase vor der eigentlichen Chemo-Instillation erhöht die Anfälligkeit der Krebszellen auf das Chemotherapeutikum.
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Dietmar E.

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Blasenkrebs, COX-2-Spiegel
« Antwort #1 am: 12. Mai 2008, 11:35 »
 COX-2-Hemmer     Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen
EAU-Kongress 2008 Mailand

Management of superficial bladder tumors: Celecoxib for the treatment of non-muscle invasive bladder cancer.
Studie von Dr. V. Pagliarulo

CYCLOOXYGENASEN (COX) sind sehr vielseitige Enzyme, die der menschliche Körper beispielsweise bei ENTZÜNDUNGEN bildet ("exprimiert").
Medikamente, die diese Enzyme hemmen, bekämpfen die Entzündungsschmerzen und sind schon lange als antirheumatisch wirkende Schmerzmittel in Gebrauch ("Aspirin", Ibuprofen, "Voltaren" u.v.a.). Weniger lang sind Schmerzmittel im Gebrauch, die speziell die Cyclooxygenase-2 hemmen, z.B. Celecoxib (selektive COX-2-Hemmer).
Da die Cyclooxygenase-2 besonders auch IN KREBSZELLEN produziert wird, ist man seit vielen Jahren dabei, den Einsatz von COX-2-Hemmern bei vor allem Darm- und Blasenkrebs zu erforschen.

Der COX-2-Spiegel steigt in Blasentumorzellen mit dem Tumor-STADIUM und dem TumorGRAD.
Zwischen 2003 und 2006 wurde eine klinische Studie zur Sicherheit und Wirksamkeit von zweimal täglich 400 mg Celecoxib durchgeführt (nach TUR 61 COX-behandelte und 56 nicht-COX-behandelte Ta/T1-Patienten).

Nach einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von knapp 30 Monaten waren die ALLGEMEINEN Rezidiv- und Progressionsraten in beiden Gruppen nicht signifikant unterschiedlich.
Wenn aber nach Stadium und nach Grad differenziert wurde, zeigte sich,
daß PATIENTEN MIT HÖHEREM RISIKO durch Celecoxib einen signifikant größeren REZIDIV- UND PROGRESSIONSSCHUTZ als die unbehandelten hatten.
Auch die ZEIT bis zur Rezidiventwicklung war unter Celecoxib signifikant verlängert gegenüber nur-TUR-Behandlung.
Das Medikament wurde gut vertragen -
allerdings waren Herz- und Gefäßkranke bereits im Vorfeld ausgeschieden worden.
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 BCG-Therapiepläne     

EAU-Kongress 2008 in Mailand
26. März

Dr. L. Martinez-Pineiro präsentiert Studiendaten über ein neues BCG-Erhaltungstherapie-Schema, mit dem
die Patienten (TaG3, T1G3, Tis)
weniger belastet sein sollten:
Nach dem 6-wöchigen Induktionszyklus, den ALLE Patienten erhielten,
wurden die Patienten aufgeteilt in 196 Personen OHNE und 202 Personen MIT ERHALTUNGSTHERAPIE:
alle 3 Monate EINE Instillation, 3 Jahre lang.

Nach einer Nachuntersuchungszeit von 33,5 Monaten zeigte sich,
daß sowohl die rezidivfreie Zeit als auch die Zeit bis zur Tumorprogression in beiden Gruppen etwa gleich war.
Damit hatte sich dieses Therapieschema NICHT als HILFREICH für G3-Patienten erwiesen.

----------------------

Dr. R.J. Sylvester präsentierte eine Vergleichsstudie, in der
bei Patienten (Ta/1 G2/3, nur papilläre Tumoren)
Erhaltungsinstillationen (3 Jahre lang) mit
dem Chemotherapeutikum Epirubicin (ähnlich Mitomycin),
BCG und
BCG plus Isoniazid verglichen wurden.
Isoniazid ist ein Tuberkulose-Antibiotikum, das manchmal zur Abmilderung der BCG-Nebenwirkungen eingesetzt wird.

Die Studie bestätigt eindeutig die Überlegenheit von BCG mit und ohne Isoniazid gegenüber Epirubicin - nicht nur bei Hochrisiko- sondern auch bei Patienten mittleren Risikos.

Leider finde ich in dem Bericht keinerlei Angaben darüber, inwieweit das Isoniazid hilfreich war.
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Blasenkrebs, BCG
« Antwort #3 am: 12. Mai 2008, 11:40 »
BCG-Ergebnisse aus Warschau    

Demkow T, et al. Intravesical Bacillus Calmette-Guérin therapy for T1 superficial bladder cancer. Urol Int 2008;80:74-9.

Blasenkrebs, der in die Lamina propria eindringt (T1), neigt stark zur Rezidivierung und zur Progression. Ohne adjuvante Behandlung kann die Rezidivrate bis zu 80% und die Progressionsrate bis zu 50% betragen.

77 Patienten mit T1-Tumoren (davon 12 G1, 50 G2 und 15 G3) erhielten nach der vollständigen TUR-B BCG-Instillationen.

51 Patienten (66,2%) waren während der Behandlung und in der Nachuntersuchungszeit (durchschnittlich 45 Monate) rezidivfrei.
8 Patienten (10,4%) hatten Rezidive während der Behandlung, blieben aber NACH der letzten Instillation frei von Rezidiven.
16 Patienten (20,8%) erlebten innerhalb von 17 Monaten Rezidive
und 2 G3-Patienten (2,6%) starben.
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Blasenkrebs, Epirubicin (ähnl. Mitomycin) und Yakult
« Antwort #4 am: 12. Mai 2008, 11:42 »
 Rezidivprophylaxe mit Epirubicin und Yakult     

Koga NS, et al. Prevention of recurrence with epirubicin and Lactobacillus casei after transurethral resection of bladder cancer. J Urol 2008

Zwischen August 1999 und Dezember 2002 wurden 207 Patienten mit oberflächlichem Blasenkrebs einer TUR unterzogen, gefolgt von einer intravesikalen Instillation von 30 mg Epirubicin.
Nach histologischer Bestätigung des oberflächlichen Befundes erhielten
102 Patienten 6 weitere Epirubicin-Instillationen (Epi-Gruppe) und
100 Patienten zusätzlich zum Epirubicin-Regime 1 Jahr lang täglich 3 mg eines Lactobacillus-casei-Präparates (Yakult) (Lacto-Gruppe).
Die Patienten wurden hinsichtlich Rezidiven, Krankheitsprogression, Prognose und unerwünschten Medikamentenwirkungen bewertet.

In der Lacto-Gruppe war die rezidivfreie Überlebensrate signifikant höher
als in der Epi-Gruppe (74,6% vs 59,9%, p=0,0234),
weshalb die japanischen Autoren diese Behandlung
als vielversprechende Rezidivprophylaxe für oberflächlichen Blasenkrebs qualifizieren.
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Blasenkrebs, Gemcitabin bei BCG-Resistenz
« Antwort #5 am: 12. Mai 2008, 11:54 »
Intravesikales Gemcitabin bei BCG-resistentem BK     

Gunelli R, et al. Activity of endovesical gemcitabine in BCG-refractory bladder cancer patients: a translational study. www.bjcancer.com (British Journal of Cancer advance online-Veröffentlichung)

Die vorliegende Phase-II-Studie bewertete die Aktivität von Gemcitabin-Instillationen
nach einem Behandlungsschema, das direkt von vorklinischen in-vitro-Studien abgeleitet war.

Patienten mit BCG-resistenten TaG3- und T1G1-3-Tumoren bekamen nach der TUR über 6 Wochen hinweg zweimal pro Woche Instillationen mit 2000 mg Gemcitabin in 50 ml Salzwasser gelöst.

38 von 40 Patienten (95%) hatten danach (allerdings nur 6 Monate danach!) negative Zystoskopien und Zytologien.
Die lokale und systemische Giftigkeit war sehr gering.

Die Autoren schließen daraus, daß die Substanz aktiv in der Bekämpfung BCG-refraktärer Ta/T1G1-3-Tumoren ist.
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Blasenkrebs, Protein SURVIVIN zur zusätzl. Einstufung
« Antwort #6 am: 12. Mai 2008, 12:10 »
Oberflächliches BC     

Karam JA, et al. Survivin expression in patients with non-muscle-invasive urothelial cell carcinoma of the bladder. Urology 2007;70:482-6.

Das Protein SURVIVIN ist ein anti-apoptotisch (gegen den Zell-Selbstmord [abartiger Zellen] gerichtet, also eine Eigenschaft von KREBSZELLEN) wirkendes Genprodukt, das die Invasion von Tumorzellen induziert.

Die texanischen Ärzte untersuchten Gewebeproben von TURs bei Patienten mit Ta, Tis und/oder T1 mittels immunhistochemischer Färbemethode auf Survivin.

- In gesunden Urothelzellen war kein Survivin vorhanden.
- Bei 53% nicht-muskelinvasiver Tumoren wurde Survivin gefunden.
- Je höher das Tumorgrading (G), desto mehr Survivin wurde gefunden.

Die Autoren folgern daraus,
daß die Analyse der durch TURs gewonnenen Gewebeproben auf Survivin-Bildung dabei helfen könnte,
Patienten mit hohem Rezidiv- und Progressionsrisiko zu identifizieren,
die dann von engmaschigerer Überwachung und aggressiverer Therapie profitieren könnten.
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Blasenkrebs: Gen-Tumormarker
« Antwort #7 am: 09. Januar 2009, 19:01 »
Das cer b2 (= HER2/neu) ist ein Protein, das man mittels Immunhistologie nachweisen kann.
Es wird von einem bestimmten Gen "kodiert".
Beim Mammakarzinom (Brustkrebs) hat man es genauer erforscht, hier gibt es Hinweise für die Prognose
und auch für die Therapie (bei Patientinnen, die zuviel von diesem Protein aufweisen, kann man mit dem
Rezeptorblocker Herceptin therapieren).

Beim Blasenkrebs befindet sich dieser Marker noch in der Erforschung. Es gibt aber eine Dissertation, bereits
von 2005, zum nachlesen:
http://www.students.informatik.uni-luebe...hb/ediss102.pdf

Bei wem wurde HER2/Neu auf Blasenkrebs bestimmt?
Wie erfolgte dann die Therapie?
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admin

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Blasenkrebs, News allgemein
« Antwort #8 am: 20. Mai 2011, 12:07 »

Urologe im Gespräch

"Wege für geschlechtsspezifische Behandlung"

13. März 2011, 17:04

    Artikelbild: Shahrokh Shariat (37), Professor für Urologie und Onkologie am Memorial-Sloan Kettering Cancer Center und am Weill Cornell Medical Center in New York. Er ist in Wien aufgewachsen und hat an der Med-Uni Wien studiert. - Foto: Standard

    Shahrokh Shariat (37), Professor für Urologie und Onkologie am Memorial-Sloan Kettering Cancer Center und am Weill Cornell Medical Center in New York. Er ist in Wien aufgewachsen und hat an der Med-Uni Wien studiert.

Bei der Behandlung von Blasenkrebs ist Teamwork entscheidend, sagt der Urologe Shahrokh Shariat

Bei der Behandlung von Blasenkrebs ist Teamwork entscheidend, sagt der Urologe Shahrokh Shariat. Mit Karin Pollack sprach er über seine genetischen Forschungsprojekte, Awareness unter Ärzten und fächerübergreifendes Denken.

Standard: Was ist die größte Herausforderung bei Blasenkrebs?

Shariat: Es ist sehr wichtig, Blasenkarzinome in einem möglichst frühen Stadium zu erkennen, um die Heilungschancen zu erhöhen. Dafür sollten wir Urologen intensiver als bisher mit den Hausärzten zusammenarbeiten. Frauen mit Blasenkrebs etwa werden oft fälschlicherweise wegen Harnwegsinfekten behandelt.

Standard: Was macht die Behandlung schwierig?

Shariat: Patienten mit Blasentumoren müssen sich, weil der Krebs oft wiederkommt, oft einer Blasenspiegelung unterziehen. Das ist nicht nur unangenehm, sondern auch teuer. Amerika denkt hier sehr kostenbewusst. Es geht darum, mit Biomarkern das Procedere der Blasenspiegelung präziser zu machen. Wenn sich Krebszellen im Harn nachweisen lassen, können Patienten zu Hause oder beim Hausarzt solche Biomarker-Tests durchführen. Nur auffällige Befunde müssen ins Spital. An den großen Zentren hier wird bei Früherkennung, Behandlung und Nachsorge bereits mit Biomarkern gearbeitet.

Standard: Warum entstehen Blasenkarzinome?

Shariat: Durch eine Kombination verschiedener Faktoren. Der größte Risikofaktor ist Rauchen. Kampagnen vor allem bei Jugendlichen sind extrem wichtig. Es gibt aber auch molekulare Voraussetzungen. Wir haben eine DNA und RNA-Typisierung von Blasenkarzinomen durchgeführt und konnten eine Reihe von Fusionsgenen und Translokationen entdecken. Die Tumorentstehung ist ein komplexes Zusammenspiel von fehlgeleiteten Signalwegen. Wenn wir einen Durchbruch in Diagnose und Therapie wollen, geht es darum, diese Signalwege zu entschlüsseln, in Gruppen zu teilen und spezifische Therapieprotokolle zu erarbeiten. Ich denke, dass auch molekulargenetische Prognosefaktoren wichtig sind. Nicht jeder Blasentumor ist aggressiv, hier sollten wir stärker als bisher differenzieren.

Standard: Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede?

Shariat: Ja. Blasenkrebs ist bei Frauen seltener, dafür molekular oft aggressiver, etwa jene Tumore, die Her2, Östrogene und Androgene exprimieren. Sie müssen aggressiv behandelt werden. Je fortgeschrittener ein Tumor, umso schlechter die Überlebensrate. Wege für geschlechtsspezifische Behandlung sind daher wichtig.

Standard: Gibt es schon Ansätze?

Shariat: Unterschiedliche Fachrichtungen wie Onkologie, Radiologie, Pathologie und Gynäkologie sollten viel intensiver mit der Urologie zusammenarbeiten. Hier an der Cornell University haben wir gerade ein Exzellenzzentrum gegründet und arbeiten stark fächerübergreifend. Nur im Teamwork sind gute Ergebnisse möglich. Die Integration von Gesundheitsorganisationen und die Partnerschaft mit der Industrie sind wichtig, um für Blasenkrebserkrankte neue Therapien zu schaffen. Aber auch Selbsthilfegruppen spielen eine große Rolle.

Standard: Ist urologische Onkologie auch High-Tech-Medizin?

Shariat: In der Diagnostik sicherlich, auch bei Operationen arbeiten wir Roboter-assistiert, weil wir so weniger Komplikationen, kürzere Spitalsaufenthalte und weniger postoperative Schmerzen nach den Eingriffen haben. Ich denke, dass bei der Entfernung der Blase, der Zystektomie, Lebensqualität Priorität hat und möglichst organerhaltend und schonend operiert werden sollte. (Karin Pollack, DER STANDARD Printausgabe, 14.3.2011)

http://derstandard.at/1297820130604/Urologe-im-Gespraech-Wege-fuer-geschlechtsspezifische-Behandlung#forumstart

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Anmerkung:

Zudem: jeder 5. Mann bekommt dann auch noch deswegen Prostatakrebs!
Blasenkrebs ist, neben Lungenkrebs, der RaucherInnenkrebs! Da die Feststellung durchschnittlich 20 Jahre nach der Entstehung ist, www.krebsforum.at , kann man schnell erkennen, dass das Rauchen mit 15, 20, 25 Jahren der Grund für "10 Jahre später Blasenkrebs" ist!
Am 31.5.11 ist Weltnichtrauchertag - "Krebspatienten für Krebspatienten" bitten um Ihre Hilfe!

"Sie wissen ja, Sie haben Krebs", und "Sie wissen ja, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, warum Sie den Lungenkrebs bekommen haben.", das können drei Passivrauchtote, täglich, nicht mehr hören.
Und weiter: "Sie waren zwar nie Raucher, aber der oft stundenlange Aufenthalt in - gesetzwidrigen - Raucherlokalen "erzeugte" bei Ihnen Krebs, wie bei rund der Hälfte ALLER Krebspatienten!", siehe www.krebsforum.at und www.sis.info !
Sorgen Sie vor, die Politiker sind - wie hieß es - zu blöd, zu feige, zu einfallslos, auch Gesundheitsminister, denn Österreich ist der Aschenbecher Europas.
Melden Sie rund 75 % aller Wirte, - http://rauchersheriff.at/rauchfrei/index.php?topic=570.msg2202#msg2202 - täglich, und alle 2 Wochen wiederholend.
Am 31.5.11 ist Weltnichtrauchertag - Ihr Beitrag, dass Krebs gar nicht erst entsteht? Gesetzwidrige Wirte anzeigen! Schützen Sie damit sich, Ihre Familie, Kinder, Enkel, Verwandte, Bekannte!
WIR haben gerade Informationen für ein neues Tabakgesetz ins Netz gestellt, auf: www.rauchnet.at - Fragen bitte an: krebspatienten@gmail.com


Jutta

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Blasenkrebs? Gold derzeit billig, aber ......
« Antwort #9 am: 10. April 2014, 23:29 »





Goldteilchen machen Blasenkrebszellen den Garaus

Nanostangen werden durch Laser erhitzt und zerstören mutierte Zellen


Aurora (pte004/10.04.2014/06:05) - Blasenkrebszellen lassen sich durch das Anheften von goldenen Nanostangen abtöten. Das hat ein Forscher-Team am Krebszentrum der University of Colorado http://cu.edu festgestellt. Die neue Technik wird dadurch ermöglicht, dass Blasenkrebszellen ein besonders hohes Level an EGF-Rezeptoren aufweisen - diese Proteine führen zum Wachstum von (Krebs-)Zellen. Nanostangen aus Gold können so manipuliert werden, dass sie sich an diese Proteine anheften. Durch einen sehr schwachen Laserstrahl kann das Gold erhitzt werden, was die daran angehefteten Krebszellen abtötet.

Therapie anders als gängige Medizin

"Ich weiß, dass sich das futuristisch anhört, aber das Konzept ist ziemlich unkompliziert: EGF-Rezeptoren heben Blasenkrebszellen vom umgebenden gesunden Gewebe ab, und unsere Strategie verwendet Nanotechnologie, um nur diese Zellen zu töten", erklärt Thomas Flaig vom Krebszentrum. Es gibt bereits einige zugelassene Medikamente, bei denen ebenfalls die EGF-Rezeptoren im Vordergrund stehen. Aber der Ansatz von Flaig und seinen Kollegen ist trotzdem neu.

"Blasenkrebszellen sind im Frühstadium nicht unbedingt von EGF-Rezeptoren abhängig - sie brauchen sie nicht zum Überleben oder zum Wachsen, wie viele von EGF-Rezeptoren abhängige Krebsarten. Deswegen hilft ein Medikament, das die Versorgung von EGF-Rezeptoren unterbindet, nicht viel", erklärt Flaig. Und fährt fort: "Jedoch werden die Zellen durch eine Überexpression von EGF-Rezeptoren gekennzeichnet. Unser Ansatz hängt nur davon ab, diese Kennzeichnung zu erkennen und auszunutzen."

Einfache Behandlung zeigt Erfolge

Zur Behandlung muss lediglich eine Suspension in die Blase injiziert werden, die die winzigen goldenen Nanostangen enthält. An die Nanostangen angeschlossen sind Antikörper, die bei den EGF-Rezeptoren andocken. So werden die Nanostangen an den Krebszellen befestigt. Ein Laser mit niedriger Intensität versetzt dann die Goldteilchen in Schwingung - und die Schwingung erzeugt wiederum Hitze, die die Krebszelle absterben lässt.

In einem Experiment an Mäusen konnte bei 13 von 16 Tieren das Krebswachstum durch die neue Behandlungstechnik reduziert werden. Bei sieben der 14 lediglich mit Laser behandelten Mäuse schritt die Erkrankung fort und nur bei zwei von ihnen ging das Wachstum zurück. "Der Weg zur Anwendung beim Menschen ist nicht so weit, wie er scheinen mag", erläutert Flaig.

(Ende)
Aussender:    pressetext.redaktion

Josef

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Blasenkrebs: Immuntherapie mit PD-L1-Hemmer erfolgreich
« Antwort #10 am: 30. November 2014, 00:04 »




Immuntherapie mit PD-L1-Hemmer bei Blasenkrebs erfolgreich


Freitag, 28. November 2014

London – Das Urothelkarzinom der Blase scheint auf die Immuntherapie mit sogenannten PD-L1-Antagonisten ausgesprochen gut anzusprechen. In einer Phase 1-Studie in Nature (2014; 515: 558–562) wurden bei austherapierten Patienten mit dem experi­mentellen Wirkstoff MPDL3280A langdauernde Remissionen erzielt – sofern der Tumor das Merkmal PD-L1 trug. Nachdem die US-Arzneibehörde FDA dem Wirkstoff eine „Breakthrough Therapy Designation“ zugeschrieben hat, hofft der Hersteller auf eine baldige Zulassung.

Dass Urothelkarzinome für eine Immuntherapie geeignet sind, zeigen die guten Erfahrungen, die in den letzten Jahrzehnten mit der BCG-Behandlung gemacht wurden. Die Instillation des abgeschwächten Tuberkulose-Erregers Bacillus Calmette-Guérin (BCG), der ursprünglich als Impfstoff eingeführt wurde, löst eine relativ unspezifische Immunantwort gegen den Tumor aus, die die Wirkung der Chemotherapie unterstützt.

Wesentlich spezifischer – und auch raffinierter – ist der Angriff von PD-L1-Antagonisten. Bei PD-L1 (für: Programed Death Ligand-1) handelt es sich vermutlich um einen Selbst­schutz des Körpers gegen Autoimmunreaktionen. Die Liganden, die ......
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/61048
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

Josef

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Blasenkrebs, News allgemein
« Antwort #11 am: 30. November 2014, 00:18 »
A4814B



Krebs: Immuntherapie macht Tumore angreifbar

Patienten hoffen auf Paradigmenwechsel bei spezifischer Behandlung


New Haven (pte021/28.11.2014/10:37) - Ein neues Medikament, das eine ganze Reihe von Krebserkrankungen für das Immunsystem des Körpers angreifbarer macht, hat bei Blasenkrebs sehr gute Ergebnisse erzielt. Im Rahmen einer internationalen Studie unter der Leitung des Yale Cancer Centre http://yalecancercenter.org konnten einige Patienten sogar geheilt werden. Das Medikament Anti-PDL1 (MPDL3280A) nimmt den Krebszellen die "Tarnung", die sie einsetzen, um Angriffe des Immunsystems zu verhindern. Die Details wurden in "Nature" http://nature.com publiziert.

Roche-Präparat blockiert PD-L1

Tumore umgehen das Immunsystem unter anderem mit Hilfe des Proteins PD-L1, das normalerweise hilft, Autoimmunerkrankungen zu verhindern. Für die aktuelle Studie testeten die Forscher ein Roche-Präparat, das PD-L1 blockiert, an 68 Personen mit fortgeschrittenem Blasenkrebs. Diese hatten bereits eine Chemotherapie hinter sich. Ihre Lebenserwartung lag bei sechs bis acht Monaten. Bei mehr als der Hälfte der Patienten, deren Tumore PD-L1 zur Umgehung des Immunsystems einsetzten, kam es zu einer Verbesserung des Zustandes. Bei zwei Patienten konnte nach der Behandlung kein Krebs mehr nachgewiesen werden. Einer von zehn reagierte auf den neuen Ansatz, obwohl PD-L1 nicht im Tumor vorhanden war.

Laut Tom Powles vom Barts Cancer Institute, http://bci.qmul.ac.uk , einem der Autoren der Studie, hat es in den vergangenen 30 Jahren keine neuen Medikamente gegen Blasenkrebs gegeben. Das Medikament hat in den USA den Status eines Therapiedurchbruchs erhalten und könnte für Patienten bereits Ende 2015 zur Verfügung stehen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass weitere Studien zu den gleichen Ergebnissen kommen. Für einen Einsatz in Europa wären jedoch viel größere randomisierte klinische Studien erforderlich.

Optimaler Einsatz im Mittelpunkt

Dem leitenden Forscher Roy Herbst nach ist mit dem Mittel ein neues Paradigma für die Krebstherapie gefunden. "Eine Immuntherapie gegen Krebs ermöglicht neben Chemotherapie, Strahlentherapie und Chirurgie neue Ansätze. Die Herausforderung besteht jetzt darin herauszufinden, wie ein optimaler Einsatz gewährleistet werden kann." Die Studie konzentrierte sich auf das Umfeld des Tumors und seine Immunzellen. Ziel war es vorherzusagen, welche Patienten auf die Behandlung ansprechen würden. Die Erhebung wurde vom britischen National Health Service http://nhs.uk finanziert und erhielt kein Geld vom Hersteller.

Bereits im Juni wurden Studienergebnisse veröffentlicht, bei denen ein ähnlicher Behandlungsansatz bei fortgeschrittenem Hautkrebs ebenfalls erfolgreich getestet worden war. Von den 411 Patienten, die das Medikament Pembrolizumab erhalten hatten, überlebten 69 Prozent zumindest ein Jahr. Eine weitere Studie unter der Leitung der Yale University zeigte, dass Patienten mit nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen, Melanomen, Nierenzellkarzinomen und anderen Krebsarten ebenfalls auf das Medikament ansprachen.

(Ende)

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« Letzte Änderung: 30. November 2014, 00:31 von Josef »
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Blasenkrebs, News
« Antwort #12 am: 19. Juli 2015, 18:02 »



Harnblasenkarzinom

In der Praxis gibt es nach wie vor keine relevanten Tests bzw. Marker für die Diagnose von Harnblasenkarzinomen als Alternative zur Zystoskopie und Harnzytologie.
Verbesserungen in der Diagnostik von flachen Läsionen könnten durch Anwendung des NBI (Narrow Band Imaging) erzielt werden.

Unverändert gilt, dass muskelinvasive Karzinome möglichst früh einer radikalen Zystektomie unterzogen werden.
Die Ergebnisse sind auch für ältere Patienten nicht nur hinsichtlich des Gesamtüberlebens,
sondern auch hinsichtlich der Lebensqualität deutlich günstiger als bei Strahlentherapie (mit und ohne Chemotherapie).

Josef

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Blasenkrebs, Daten zu Nivolumab beim metastasierten Urothelkarzinom
« Antwort #13 am: 28. Juni 2016, 22:06 »



CheckMate 032: Erste Phase-I/II-Daten zu Nivolumab beim metastasierten Urothelkarzinom


http://www.medmedia.at/spectrum-urologie/checkmate-032-erste-phase-iii-daten-zu-nivolumab-beim-metastasierten-urothelkarzinom/


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Blasenkreba - Atezolizumab in der Erstlinientherapie
« Antwort #14 am: 28. Juni 2016, 22:08 »




Fortgeschrittenes/metastasiertes Urothelkarzinom: IMvigor 210: Atezolizumab in der Erstlinientherapie


http://www.medmedia.at/spectrum-urologie/fortgeschrittenesmetastasiertes-urothelkarzinom-imvigor-210-atezolizumab-in-der-erstlinientherapie/




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« Letzte Änderung: 19. Juli 2016, 00:00 von admin »

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Blasenkrebs, S3-Leitlinie Harnblasenkrebs
« Antwort #16 am: 23. August 2016, 13:53 »




S3-Leitlinie Harnblasenkrebs jetzt als Konsultationfassung online - DGU erweitert Leitlinien-Angebot

Düsseldorf, 07.03.2016. S3-Leitlinien sind evidenz- und konsensbasiert und von höchster Qualität: Mit der „S3-Leitlinie Früherkennung, Diagnose, Therapie und Nachsorge des Harnblasenkarzinoms“ bringt die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU), nach den S3-Leitlinien zum Prostatakarzinom und zum Nierenzellkarzinom, nun die dritte Leitlinie höchster Klassifikation an den Start. „Wir haben mit der Analyse von über 17.000 wissenschaftlichen Arbeiten und der Erstellung von über 320 Evidenztabellen eine hohe qualitative Messlatte für zukünftige europäische und internationale Leitlinien vorgegeben“, kommentiert die Leitlinien-Koordinatorin Prof. Dr. Margitta Retz. „Damit bieten wir Ärzten und Patienten bei den wichtigsten urologischen Tumoren die bestmöglichen Entscheidungshilfen für das ärztliche Vorgehen auf Basis des aktuell verfügbaren Wissens und schaffen die Voraussetzungen, um die urologische Versorgung in der Breite zu verbessern“, sagt DGU-Generalsekretär Prof. Dr. Oliver Hakenberg. Die finale Publikation der S3-Leitlinie Harnblasenkarzinom, die im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie der AWMF, der Deutschen Krebsgesellschaft und der deutschen Krebshilfe unter Beteiligung von weiteren 31 medizinischen Fachgesellschaften und Patientenvertretern entsteht, wird im Sommer dieses Jahres erwartet. Die Leitlinie ist als Konsultationsfassung erhältlich unter
http://leitlinienprogramm-onkologie.de/Harnblasenkarzinom.92.0.html.
Kommentare und Korrekturen können an das S3-Leitlinien-Sekretariat  LLBCA@MeckEvidence.de  gesendet werden.

Die Bedeutung der neuen Leitlinie ist hoch: Blasenkrebs ist mit rund 28. 000 Neuerkrankungen (inkl. in-situ Tumoren und Neubildungen unsicheren oder unbekannten Verhaltens) pro Jahr die zweithäufigste urologische Tumorerkrankung, deren Bedeutung angesichts eines mittleren Erkrankungsalters von 73 (Männer) bzw. 75 (Frauen) Jahren im Zuge der demografischen Entwicklung weiter zunehmen wird. Vor diesem Hintergrund und aufgrund immer differenzierterer diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen erweitere die Erarbeitung einer ersten S3-Leitlinie für das Harnblasenkarzinom das Leitlinien-Angebot der DGU maßgeblich, so die beiden Leitlinien-Koordinatoren der urologischen Fachgesellschaft, Prof. Dr. Margitta Retz und Prof. Dr. Jürgen E. Gschwend. Beide ermöglichten der medizinischen Öffentlichkeit auf dem 32. Deutschen Krebskongress Ende Februar 2016 erste Einblicke in die Konsultationsfassung. Dabei war den Berichten der einzelnen Arbeitsgruppen unter anderem die konsensbasierte Empfehlung zu entnehmen, bei der epidemiologischen Erfassung alle Tumorstadien, insbesondere auch die nicht-muskelinvasiven Blasenkarzinome und das Carcinoma in situ zu dokumentieren. Weiter wird die neue Leitlinie demnach aufgrund gesicherter beruflich bedingter Expositionen für ein erhöhtes Harnblasenrisiko ebenfalls empfehlen, bei Patienten mit Blasenkarzinom eine Berufsanamnese zu erheben. „Hinsichtlich des vieldiskutierten Screenings zur Früherkennung erteilt die S3-Leitlinie eine klare Absage an die am Markt befindlichen Schnelltests“, kommentiert Prof. Dr. Margitta Retz. Neben der Früherkennung, Diagnostik und Therapie der verschiedenen Stadien des Harnblasenkarzinoms wird die Leitlinie gezielt Fragen der Lebensqualität, der Rehabilitation und der Nachsorge berücksichtigen.

„Auch für diese S3-Leitline der DGU wird nach deren Publikation eine Patientenleitlinie erstellt werden, welche die ärztliche Leitlinie in eine laienverständliche Sprache übersetzt und die Patientenkompetenz stärkt, damit Betroffene nicht zuletzt bei der schwierigen Frage des Blasenerhalts oder der Blasenentfernung informierte Entscheidungen treffen können“, sagt DGU-Pressesprecher Prof. Dr. Christian Wülfing. Die Veröffentlichung der konsentierten ärztlichen Leitlinie sei für Sommer 2016 geplant und werde den Urologinnen und Urologen auf dem 68. DGU-Kongress vom 28. September bis 1. Oktober 2016 in Leipzig vorgestellt, so Prof. Wülfing weiter.   

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Metastasiertes Blasenkarzinom: ctDNA unterstützt Therapiewahl
« Antwort #17 am: 17. Februar 2018, 18:58 »



Metastasiertes Blasenkarzinom: ctDNA unterstützt Therapiewahl

(Clin Cancer Res 2017;23(21):6487-6497.)