Autor Thema: Leberkrebs Informationen  (Gelesen 10348 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

admin

  • Administrator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 4.837
  • Geschlecht: Männlich
Leberkrebs Informationen
« am: 22. April 2007, 19:11 »

Leberkrebs?

Bösartige Neubildungen der Leber bezeichnet man als Leberkrebs. Entarten die Leberzellen (Hepatozyten) selbst, spricht man vom hepatozellulären Karzinom (HCC). Seltener sind maligne (bösartige) Tumoren der Zellen der Gallengänge in der Leber (cholangiozelluläre Karzinome), noch seltener die so genannten Hepatoblastome, Angiosarkome und undifferenzierten Karzinome.

Mit über 90 Prozent ist das Leberzellkarzinom die häufigste primäre (vom Lebergewebe ausgehende) bösartige Neubildung der Leber. Als sekundäre Karzinome findet man am häufigsten Tochtergeschwülste (Metastasen) anderer bösartiger Tumorleiden (z. B. Darm-, Brust-, Lungenkrebs).

Interessant sind die erheblichen regionalen Unterschiede bei der Häufigkeit des Leberzellkarzinoms:

Während es in Europa und USA mit rund 5 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohnern relativ selten ist und vor allem bei Männern im höheren Lebensalter (über 50 Jahre) vorkommt, erkranken in Afrika und Asien jährlich mehr als 100 Menschen pro 100.000 Einwohner, am häufigsten zwischen 30 und 40 Jahren, an einem hepatozellulären Karzinom.



Welche Aufgaben hat die Leber?


Die Leber ist das zentrale Stoffwechselorgan des Körpers. Im Magen und Dünndarm wird die aufgenommene Nahrung in ihre verwertbaren Bestandteile zerlegt und vom Blut aufgenommen. Das Blut fließt dann von den Verdauungsorganen zur Leber. Diese verarbeitet die mit dem Blut transportierten Nährstoffe zu Energielieferanten (z. B. Glukose) um.

Außerdem produziert die Leber die Gallenflüssigkeit, welche vor allem für die Fettverdauung im Dünndarm wichtig ist. Ein Teil der Galle wird in der Gallenblase gespeichert.

Die Leberzellen, die das funktionstüchtige Lebergewebe bilden, sind eine Art Filterstation des Körpers.

Für den Körper giftig wirkende Substanzen können so beseitigt oder umgebaut werden, dass sie dann entweder mit dem Blut über die Niere oder auch direkt mit der Gallenflüssigkeit über den Darm ausgeschieden werden. Damit erfüllt die Leber die wichtige Funktion der Entgiftung des Körpers. Bei einer fortgeschrittenen Leberzirrhose findet sich z. B. ein Anstieg des giftigen Ammoniaks als Ausdruck der verminderten Entgiftungsleistung.

Wichtig für eine ungestörte Leberfunktion sind zum einen intakte Leberzellen, zum anderen die gute Passierbarkeit der Leber für das aus dem Verdauungstrakt zuströmende Blut.


Ursachen und Risikofaktoren von Leberkrebs


Man kennt einige Risikofaktoren, die das Auftreten eines Leberzellkarzinoms begünstigen. So entstehen die meisten bösartigen Lebertumoren auf dem Boden einer Leberzirrhose. Die Leberzirrhose ist eine Erkrankung, bei der das normale Lebergewebe durch verschiedene Ursachen zerstört und durch Bindegewebe ersetzt wird. Durch anhaltende Schädigung verhärtet die Leber und schrumpft.

Ein erhöhtes Risiko für Leberkrebs besteht bei langjährigem Alkoholkonsum, nicht ausgeheilten Hepatitiden (Leberentzündungen), insbesondere Hepatitis B oder C, sowie wenn man an der Stoffwechselstörung Hämochromatose leidet, bei der vermehrt Eisen im Gewebe eingelagert wird. Der hauptsächlich in Afrika vorkommende Schimmelpilz Aspergillus flavus wächst auf Getreide, Erdnüssen und anderen Nahrungsmitteln bei feuchtem Klima. Sein Gift, das Aflatoxin B1, begünstigt ebenfalls die Entstehung von Leberkrebs.

Kontrovers diskutiert man den Einfluss anderer Gifte auf die Bildung eines Leberzellkarzinoms. Bei Androgenen (männlichen Geschlechtshormonen), oralen Kontrazeptiva (Anti-Baby-Pille) oder Röntgenkontrastmitteln vermutet man eine Leberkrebs fördernde Wirkung, die allerdings wissenschaftlich nicht eindeutig bewiesen ist.



Welche Beschwerden verursacht ein Leberkarzinom?


Häufig führen uncharakteristische Beschwerden den Betroffenen zum Arzt, manchmal treten im Frühstadium eines Leberkarzinoms auch gar keine Symptome auf. Oft klagen die Patienten über einen Druckschmerz im rechten Oberbauch, der gelegentlich von Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen begleitet ist. Manchmal werden auch bestimmte Speisen nicht mehr vertragen (z. B. fettige Speisen, Obst oder Alkohol).

Eine rasche Gewichtsabnahme oder ein plötzlicher Leistungsknick mit Müdigkeit, Fieber, Abgeschlagenheit und Schwäche sind allgemeine Zeichen, die bei einer Krebserkrankung vorkommen und deshalb auf jeden Fall Anlass zur weiteren Abklärung geben.

Ein tastbarer Tumor im rechten Oberbauch oder eine Wasseransammlung im Bauch (Aszites) deuten auf eine bereits fortgeschrittene Erkrankung hin.


Diagnostik


Um herauszufinden, ob es sich um einen bösartigen Tumor handelt, oder ob andere Erkrankungen für die Beschwerden verantwortlich sind, ist es notwendig, eine Reihe von Untersuchungen zu veranlassen. Im Hinblick auf die Therapie und die Prognose ist es auch wichtig festzustellen, um welche Krebsart es sich handelt und wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Des Weiteren muss herausgefunden werden, wo genau der Tumor sitzt.

Oft haben die Betroffenen bereits seit vielen Jahren eine Leberzirrhose, oder sie berichten über eine durchgemachte Hepatitis-Infektion. Nach einer ausführlichen Befragung (Anamnese) und einer gründlichen körperlichen Untersuchung nimmt der Arzt Bluttests vor. Dabei kann er Hinweise auf entzündliche Reaktionen finden sowie die Nierenfunktion und die Aktivität der Leber beurteilen.

Tumormarker sind spezielle Eiweißstoffe, die von einem bösartigen Tumor in großer Menge gebildet und im Blut nachgewiesen werden können. Bei Leberzellkarzinomen ist vor allem das AFP (Alpha-Fetoprotein), ein embryonales Tumorantigen, erhöht. Tumormarker sind allerdings nicht sehr spezifisch, da sie zum einen auch bei Gesunden (das AFP z. B. vor allem in der Schwangerschaft) vorkommen und andererseits ihre Abwesenheit eine Krebserkrankung keinesfalls ausschließt.

Mit einer Ultraschalluntersuchung (Sonografie, ggf. einer Farbduplex-Sonografie) des Bauchraumes kann man die Leber und die anderen inneren Organe wie die Nieren, die Gallenblase, die Bauchspeicheldrüse, die Milz und teilweise auch den Magen und Darm darstellen. Die Untersuchung ist wenig aufwändig, nicht schmerzhaft und nicht belastend. Tumoren und Zysten können häufig schon im Ultraschall entdeckt werden. Auch Bauchwasser (Aszites), das im Rahmen entzündlicher, herz- oder leberbedingter Schäden und auch bei Krebserkrankungen entsteht, lässt sich im Ultraschall gut nachweisen.

Erhärten diese Untersuchungen den Verdacht auf Leberkrebs, werden weitere bildgebende Verfahren wie die Computertomografie (CT) und die Kernspintomografie (MRT) durchgeführt. Mit ihrer Hilfe sind Schichtaufnahmen des gesamten Körpers möglich. Die genaue Lokalisation des Tumors, seine Beziehung zu den Organen in der Nachbarschaft, ein möglicher Befall von Lymphknoten und eine Streuung in andere Organe können damit gut beurteilt werden. Diese Informationen sind wichtig für die Wahl der anschließenden Therapie.


Behandlung

Kuratives Therapieziel: Heilung des Patienten

Ein Leberzellkarzinom kann nur durch eine Operation geheilt werden. Leider befinden sich bei der Diagnosestellung viele Betroffene mit Leberkarzinom schon in einem sehr weit fortgeschrittenen Stadium, in dem eine Heilung nicht mehr möglich ist.

Das Ziel einer Operation ist, das vom Krebs befallene Gewebe vollständig zu entfernen. Dabei wird bis in das gesunde Gewebe hinein geschnitten. Bei einem vom übrigen Gewebe gut abgegrenzten, lokalisierten Tumor reicht manchmal eine so genannte Leberteilresektion aus, bei der nur der befallene Leberlappen entfernt wird.

Eine vollständige Entfernung der Leber (Hepatektomie) verspricht am ehesten eine Chance auf Heilung. Anschließend ist eine Lebertransplantation erforderlich, denn ohne Leber kann man nicht leben. Dazu benutzt man die Organspende eines hirntoten Menschen, in seltenen Fällen kommen auch Lebendspenden von nahen Angehörigen in Frage. Eine Lebertransplantation bietet gegenüber der operativen Entfernung des Tumors den Vorteil, dass die gesamte durch die Zirrhose vorgeschädigte Leber entfernt und damit das Risiko für das erneute Auftreten des Leberkrebses stark gesenkt wird.

Als Grundsatz gilt, dass je umfangreicher die Operation des Leberzellkarzinoms und je mehr Gewebe vom Krebs befallen ist, desto mehr Komplikationen können auftreten. Es kann zu Verletzungen von anderen Organen, von Nerven und Blutgefäßen kommen, die Blutungen und Nachblutungen nach sich ziehen können. Blutgerinnsel und Infektionen, vor allem im Bereich der Wunde, sind möglich. Nach der Operation können Verwachsungen im Bauch entstehen. Über die Risiken der Narkose klärt vor der Operation ein Narkosearzt (Anästhesist) auf. Er bespricht mit dem Patienten das individuelle Risiko, um die Narkose entsprechend anzupassen.

Eine Lebertransplantation ist ein sehr großer Eingriff, bei dem es neben den erwähnten allgemeinen Operations-Komplikationen auch zum so genannten Transplantatversagen sowie zur Abstoßung des fremden Organs kommen kann. Vorbeugend werden deshalb Medikamente zur Unterdrückung der Körperabwehr (Immunsuppressiva und Kortikosteroide) verabreicht, die ihrerseits Nebenwirkungen (erhöhte Infektanfälligkeit, Nieren- und Nervenschädigung, Bluthochdruck u. a.) haben.

Man erprobt zur Zeit die Wirkung bestimmter Substanzen (131-Jod-Lipiodol u. a.), die über die Arterien verabreicht werden und die Heilung nach der Operation unterstützen sollen.

Palliative Zielsetzung der Therapie: Verbesserung der Lebensqualität

Meist ist die Erkrankung schon so weit fortgeschritten, dass ein heilender (kurativer) Therapieansatz nicht mehr möglich ist. Als unterstützende Therapiemöglichkeiten stehen dann verschiedene Verfahren zur Verfügung:

    * Perkutane Alkoholinjektion (PEI): Der Sitz des Tumors wird mittels Ultraschall genau festgestellt. Anschließend wird unter Ultraschallkontrolle durch die Haut Alkohol in den Tumor gespritzt. Dieser Vorgang wird im Abstand von einigen Tagen mehrmals wiederholt. Der Alkohol bewirkt, dass das Tumorgewebe abstirbt.
    * Radiofrequenz-Thermoablation (RFTA): Auch hier wird der Sitz des Tumors mittels Ultraschall genau festgestellt. Anschließend wird unter Ultraschallkontrolle durch die Haut eine Nadelelektrode in den Tumor gestochen. Die Elektrodenspitze strahlt Radiofrequenzwellen aus, die das Tumorgewebe auf etwa 110 Grad Celsius erhitzen. Das Gewebe stirbt dadurch ab. Im Gegensatz zur Alkoholinjektion muss dieses Verfahren nur einmal durchgeführt werden.
    * Transarterielle Chemoembolisation (TACE): Bei diesem Verfahren wird in der Leiste eine Beinarterie angestochen und über diese Arterie ein Katheter bis zu der Leberarterie vorgeschoben, die den Tumor mit Blut versorgt. Über diesen Katheter wird ein Zytostatikum (Zellgift, das Krebszellen abtötet) gespritzt. Anschließend wird die Leberarterie mit einem Medikament vorübergehend verschlossen. Das Tumorgewebe stirbt dadurch ab.


Medikamentöse Therapien haben sich beim Leberkrebs bislang als wenig erfolgversprechend erwiesen. Hierzu gehört die Behandlung mit verschiedenen Chemotherapeutika, mit Hormonen oder mit Interferon-alpha.

Eine Immuntherapie mit Thymostimulin wird zur Zeit erbrobt. Weitere Therapiemöglichkeiten (Gentherapie, Hemmung der Blutversorgung des Tumors) befinden sich noch in experimentellen Stadien.


Wie ist die Prognose?


Die Prognose des Leberzellkarzinoms ist zum einen abhängig vom Stadium, in dem sich der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose befindet, von seiner Größe und Ausdehnung, einem möglichen Lymphknotenbefall und Metastasen in anderen Organen.

Auch das Alter und der Allgemeinzustand des Erkrankten sowie mögliche Vorerkrankungen und Begleiterscheinungen (z. B. eine fortgeschrittene Leberzirrhose) können die Prognose und damit die Aussicht auf vollständige Heilung erheblich beeinflussen.

Eine Prognose kann nie mit hundertprozentiger Sicherheit angegeben werden. Je weiter der Leberkrebs zum Zeitpunkt der Diagnose fortgeschritten ist, desto schlechter ist die Prognose.


Wie verhält man sich nach der Therapie?


Direkt im Anschluss an den Klinikaufenthalt wird nach abgeschlossener Therapie meist eine Anschlussheilbehandlung (AHB) empfohlen, um sich zu erholen. Sie findet in einer speziellen Nachsorgeklinik statt, über die der Arzt informiert.

In den ersten Monaten und Jahren nach der Krebserkrankung ist es vor allem wichtig, regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen wahrzunehmen. Nur so können Folgeerkrankungen oder ein Wiederauftreten der Krankheit rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Neben gründlichen körperlichen Untersuchungen, Ultraschalluntersuchungen und der Bestimmung des AFP im Blut werden das allgemeine Befinden und eventuelle Beschwerden oder Probleme des Patienten besprochen.

Für viele Betroffene ist es hilfreich, sich an weitere Einrichtungen zu wenden, um Informationen über ihre Krankheit und Unterstützung bei der Wiedereingliederung in ihren häuslichen Alltag zu finden. Dafür eignet sich neben Selbsthilfegruppen auch die Deutsche Krebshilfe, die über umfangreiches Informationsmaterial und wichtige Adressen verfügt.

Werner

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 866
  • Geschlecht: Männlich
Unsere Leber
« Antwort #1 am: 06. Januar 2008, 00:13 »
Leber - Aufbau,

Funktionen und Schutz unseres Zentrallabors


Ohne unser „Zentrallabor“, die Leber, könnten wir nur wenige Stunden überleben.
Die Leber erledigt Tag für Tag eine Fülle lebenswichtiger Aufgaben. Sie regelt Stoffwechselvorgänge, entgiftet den Körper,
ist am Hormonhaushalt und der Immunabwehr beteiligt und stellt zahlreiche Substanzen her.


Die Leber ist somit gleichzeitig Stoffwechsel- und Speicherorgan, Entgiftungszentrale und chemische Produktionsfabrik.
Wie machen sich Störungen der Leber bemerkbar? Da sich im Inneren der Leber keine Nerven befinden,
verursacht eine kranke Leber keine Schmerzen und Erkrankungen werden oft erst spät erkannt.

Häufig weisen unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Antriebslosigkeit und Konzentrationsstörungen,
Übelkeit, Appetitlosigkeit, Blähungen oder Juckreiz auf eine Erkrankung der Leber hin.
Manchmal ist eine Funktionsstörung auch mit gelblich verfärbter Haut oder gelblichen Augen verbunden.

Den aussagekräftigsten Aufschluss über den Zustand der Leber geben verschiedene „Leberwerte“,
die der Arzt mit Hilfe von Laboruntersuchungen ermittelt.


Jutta

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 957
  • Geschlecht: Weiblich
Leberkrebs, Infos, Vorsorge
« Antwort #2 am: 24. Januar 2008, 00:15 »
Leber - Aufbau, Funktion und Schutz des Organs

Die Leber - Aufbau, Funktionen und Schutz des Organs. Die Leber erledigt Tag für Tag eine Fülle lebenswichtiger Aufgaben. Sie regelt Stoffwechselvorgänge, entgiftet den Körper, ist am Hormonhaushalt und der Immunabwehr beteiligt und stellt zahlreiche Substanzen her. Ohne unser „Zentrallabor“ könnten wir nur wenige Stunden überleben.

Die Leber ist das schwerste Organ des Körpers. Sie wiegt etwa 1,4 bis 1,8 kg und liegt im rechten Oberbauch unter dem Rippenbogen. Die Leber besteht aus einem großen rechten und einem kleineren linken Lappen, die sich aus Milliarden einzelner Leberzellen (Hepatozyten) zusammensetzen (1). Über die Leberarterie gelangt sauerstoffreiches Blut zur Versorgung der Hepatozyten in die Leber. Die Pfortader ist eine Vene, die das Blut aus Darm, Magen, Milz und Gallenblase in die Leber transportiert. Sie führt der Leber alle mit der Nahrung in den Blutkreislauf gelangten Nährstoffe und Giftstoffe zu. Beide Blutgefäßsysteme verzweigen sich in der Leber in feine Kapillaren, so dass alle mitgeführten Substanzen in die Leberzellen gelangen und dort weiterverarbeitet werden können (1).

Die vielfältigen Funktionen der Leber
Die Leber ist gleichzeitig Stoffwechsel- und Speicherorgan, Entgiftungszentrale und chemische Produktionsfabrik.

Leberstoffwechsel
Die Leber ist eng in die Steuerung des Eiweiß-, Fett- und Kohlenhydratstoffwechsels eingebunden.

    * Stärke und Zucker werden zu Glukose abgebaut, die dann über das Blut im Körper zur Energiegewinnung bereitgestellt wird. Die Leber reguliert den Blutzuckerspiegel und hält ihn unabhängig von der Nahrungszufuhr konstant.
    * Nahrungsfette werden in Fettsäuren und Glycerin zerlegt. Die Leber gewinnt aus den Fetten Energie und produziert aus den Einzelbausteinen Grundgerüste für komplexere Verbindungen wie Cholesterin, Hormone oder Gallensäuren. Überschüssiges Fett wird in Speicherfett umgewandelt.
    * Eiweiße aus der Nahrung werden im Darm und in der Leber in ihre Einzelbestandteile, die Aminosäuren abgebaut und in der Leber zu neuen Eiweißen zusammengesetzt, die der Körper benötigt.

Die Leber als Speicherorgan
In der Leber wird Glukose als Glykogen gespeichert, das bei Energieengpässen schnell in Glukose zurückverwandelt werden kann. Sind die Glykogenspeicher voll, wandelt die Leber Glukose in Fett um. Die Leber dient zudem als Vorratsorgan für Eisen, Kupfer, Zink und Mangan sowie für die Vitamine A, D, E, K, B12 und Folsäure.

Entgiftungszentrale Leber
Die Leber ist das wichtigste Entgiftungs- und Ausscheidungsorgan. Sie filtert Giftstoffe aus dem Blut, die mit der Nahrung aufgenommen wurden oder durch Stoffwechselprozesse im Körper entstanden sind. Die Schadstoffe werden in ungiftige Substanzen umgewandelt und anschließend über die Nieren mit dem Urin oder mit der Gallenflüssigkeit über den Darm ausgeschieden.

Drüsenfunktion der Leber
Die Leber produziert täglich bis zu einem Liter Gallensaft, der zur Fettverdauung benötigt wird und einige Hormone. Außerdem ist sie an der Aktivierung von bestimmten Hormonen (Vitamin D, Schilddrüsenhormone) und am Abbau anderer Hormone (Sexualhormone, Insulin, Wachstumshormon) beteiligt.

Immunfunktion der Leber
Die Leber ist auch in der Immunabwehr aktiv und kann Viren und Bakterien aus dem Darm oder dem großen Blutkreislauf vernichten. Auch die Erkennung und Beseitigung von Tumorzellen gehört zu den Aufgaben der Leber. (2)

Lebererkrankungen
- Fettleber
Zu den häufigsten Lebererkrankungen gehört die Fettleber. Sie entsteht vor allem durch eine zu fettreiche Ernährung und/oder durch übermäßigen Alkoholkonsum.

- Hepatitis
Durch Virusinfektionen kann sich die Leber entzünden. Je nach dem verursachenden Virus wird die Leberentzündung als Hepatitis A, B, C oder E bezeichnet.

- Leberzirrhose
Aufgrund einer Fettleber oder einer Hepatitis kann es langfristig zur Leberzirrhose kommen. Darunter versteht man die Umwandlung von Lebergewebe in Bindegewebe unter Zerstörung von Leberzellen.

- Leberzellkarzinom
Krebserkrankungen in anderen Organen können zu Tochtergeschwülsten in der Leber führen, den Lebermetastasen. Auch in der Leber selbst kann sich eine Krebserkrankung entwickeln. Das Leberzellkarzinom, in der Medizin auch als hepatozelluläres Karzinom oder HCC (HCC = hepatic cellular carcinoma) bezeichnet, ist die häufigste Form von Leberkrebs (3).

Wie machen sich Störungen der Leber bemerkbar?
Da sich im Inneren der Leber keine Nerven befinden, verursacht eine kranke Leber keine Schmerzen und Erkrankungen werden oft erst spät erkannt. Häufig weisen unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Antriebslosigkeit und Konzentrationsstörungen, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Blähungen oder Juckreiz auf eine Erkrankung der Leber hin. Manchmal ist eine Funktionsstörung auch mit gelblich verfärbter Haut oder gelblichen Augen verbunden. Den aussagekräftigsten Aufschluss über den Zustand der Leber geben verschiedene „Leberwerte“, die der Arzt mit Hilfe von Laboruntersuchungen ermittelt.

Das gefährdet die Leber
In Deutschland ist meist eine zu üppige Lebensweise für Erkrankungen der Leber verantwortlich. Viele von uns essen zu fett, zu süß und zu salzig. Wir rauchen, trinken Alkohol und bewegen uns zu wenig. All das belastet die Leber. Aber auch bestimmte Medikamente, Schimmelpilzgifte (Aflatoxine) in Lebensmitteln oder Zusatzstoffe aus der Nahrungsmittelindustrie können die Leber überlasten.

So schützen Sie Ihre Leber
Durch eine vernünftige Lebensweise können Sie ihre Leber unterstützen und Erkrankungen vorbeugen (4).

    * Achten Sie auf eine gesunde Ernährung. Gemüse, Salate und Obst entlasten mit ihren Ballaststoffen die Leber, weil mit ihnen Giftstoffe aufgenommen und ausgeschieden werden. Reduzieren Sie Ihren Fettkonsum. Eiweiß aus Eiern oder Fleisch verträgt die Leber schlechter als Eiweiß aus Pflanzen und Milchprodukten. Speisen sollten bevorzugt durch Dünsten, Garen oder fettarmes Braten in beschichteten Pfannen zubereitet werden. Röststoffe, die durch scharfes Anbraten entstehen, können der Leber schaden.
    * Ein moderater Alkoholkonsum ist besonders wichtig für den Schutz der Leber. Männer mit einer gesunden Leber vertragen 40 – 60g reinen Alkohol/Tag, das entspricht etwa einem halben Liter Wein oder einem Liter Bier. Frauen dürfen nur die Hälfte trinken, wenn die Leber keinen Schaden nehmen soll. Zudem sollte nur an drei von sieben Tagen Alkohol getrunken werden. Dann können sich die Leberzellen zwischendurch erholen.
    * Trinken Sie täglich mindestens zwei Liter kohlensäurearmes Wasser, Tee, verdünnte Obst- oder Gemüsesäfte. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützt die Entgiftungs- und Ausscheidungsfunktionen der Leber.
    * Bewegen Sie sich ausreichend. Sport sorgt für eine gute Durchblutung der Leber und bringt den Stoffwechsel in Schwung. Außerdem wird beim Schwitzen der Körper auch über die Haut entgiftet.
    * Überprüfen Sie die Leberschädlichkeit aller Chemikalien, mit denen Sie im Haushalt und im Beruf in Kontakt kommen.
    * Gönnen Sie sich ab und zu einen Leberwickel. Dazu legen Sie sich für etwa 20 Minuten eine Wärmflasche oder eine Heizdecke auf den rechten Oberbauch. Durch die erhöhte Temperatur in diesem Bereich laufen Entgiftungs- und Regenerationsprozesse schneller ab.

Werner

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 866
  • Geschlecht: Männlich
Die Leber - sitzt dort auch der Tod, wie im Darm?
« Antwort #3 am: 20. September 2008, 14:07 »

Der Tod sitzt auch in der Leber

Eine neue Studie belegt den Zusammenhang von Lebererkrankungen mit Diabetes


Wer sich maßvoll ernährt und regelmäßig Bewegung im Freien in seinen Alltag einbaut, tut damit auch etwas für die Gesundheit seiner Leber.

Eine alte medizinische Weisheit behauptet: Der Tod sitzt im Darm. Angesichts neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse muss dieser Ausspruch um ein weiteres Organ erweitert werden: nämlich die Leber.

Forscher des Tübinger Universitätsklinikums haben in einer Studie herausgefunden, dass der Fettanteil in der Leber ein ganz wichtiger Risikofaktor für Diabetes ist. Die Ergebnisse wurden kürzlich im Fachblatt "Archives of Internal Medicine" veröffentlicht. Die Wissenschaftler unter Leitung von Prof. Hans-Ulrich Häring, Prof. Andreas Fritsche und Privatdozent Dr. Norbert Stefan konnten nachweisen, dass der Zustand der Leber und Diabetes miteinander zu tun haben. Es zeigte sich, dass vor allem diejenigen Patienten, die neben Fettleibigkeit und entsprechender Körperfettverteilung einen hohen Leberfettanteil besaßen, ein hohes Risiko haben, an Diabetes und den Folgen von Gefäßschädigungen zu erkranken. Fettleibige, deren Übergewicht sich vor allem an Bauch und Taille findet, sind dabei besonders gefährdet.

Stutenmilch als Stärkung für die Leber

Ein hoher Fettanteil der Leber ist allerdings kein unabwendbares Schicksal. So kann sich etwa durch nachhaltiges Abnehmen eine Fettleber wieder vollständig erholen. Neben gesunder Ernährung mit möglichst fettarmen Bestandteilen helfen Sport sowie der Verzicht auf Alkohol und auf nicht unbedingt nötige Medikamente. Sanfte Helfer aus der Naturmedizin können ebenfalls unterstützend wirken. So wird etwa Stutenmilch traditionell zur Stärkung der Leber eingesetzt. Im 19. Jahrhundert gab es in Russland viele Stutenmilch-Kurzentren, in denen Menschen mit Leberschäden mit guten Ergebnissen behandelt wurden. Stutenmilch gibt es heute neben der frischen oder tiefgefrorenen Milch auch in Form von Pulver oder als Konzentrat. Am anwenderfreundlichsten sind Stutenmilch-Kapseln, wie sie der österreichische Stutenmilch-Produzent Töchterlehof (www.toechterle.at) anbietet. Die Leber-Aktiv-Kapseln gibt es in einer Kombination aus Vitaminen, Spurenelementen, Aminosäuren und Lecithin.

http://www.pressetreff.de/tab_basis.asp?pressenr=28619s&NL=yes

Gitti

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 1.339
  • Geschlecht: Weiblich
Mehr Leberkrebsfälle
« Antwort #4 am: 06. Januar 2012, 14:38 »


Mehr Leberkrebsfälle

Die MT-Schwerpunkt-Serie „Onkologie für die Praxis“ nimmt sich diesmal der Leber und des hepatozellulären Karzinoms an. Ein Thema mit großer medizinischer Relevanz, denn die Fallzahlen für das hepatozelluläre Karzinom sind im Steigen. Wobei die Risikofaktoren heute doch gut bekannt sind und eine Prävention durchaus möglich ist und Erfolg verspricht.

http://www.medical-tribune.at/dynasite.cfm?dsmid=77069&dspaid=683395