Autor Thema: Asbest - Pest - Krebs  (Gelesen 27278 mal)

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Dietmar E.

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Asbest - Pest - Krebs
« am: 22. Mai 2008, 08:45 »
Asbest,
sollte man eigentlich anders schreiben, nämlich Aspest!
Die Pest war früher eine schreckliche, fast nicht eindämmbare Erkrankung.
Asbesterkrankungen gab und gibt es auch sehr viele und die Betroffenen erfahren oft nicht,
was der Auslöser ihrer Erkrankung war, geschweige dass dies als Berufserkrankung anerkannt wurde/wird.
Wer denkt schon DARAN, wenn er beruflich manchmal dabei war, wenn Bremsklötze/Bremsbeläge ausgetauscht wurden.

Dieser Tage habe ich etliche Tiroler KrebspatientInnen kennengelernt, auch Hans aus dem schönen Tirol. Er hat leider ein  Pleuramesotheliom, siehe
http://www.krebsforum.at/forum/index.php/topic,474.new/boardseen.html#new

Hans kämpft mit allen Mitteln um sein Leben, wie ein Mountenbiker der einen Berg (Patscherkofel/Innsbruck) erklimmt. Auch seine Familie, seine Verwandten und Bekannten stehen voll zu iohm, helfen ihm alle.

Ich wünsche dir Hans, dass die eine oder andere Therapie dein Leben verlängert, sei es die Chemo, die Bestrahlung, die Operation, bzw. Therapien durch Heilpraktiker im nahen Bayern bzw. Südtirol.

Alles Gute Hans!


Toxische Miniröhrchen – Asbest-Erkrankungen durch Nanotechnologie

Edinburgh – Nanotubuli, mikroskopisch kleine Röhrchen, gelten als Hoffnungsträger einer neuen Technologie des 21. Jahrhundert. Doch einige Forscher erinnert das Aussehen dieser Wunder der Miniaturisierung sehr an eine der größten industriellen Fehlentwicklungen des 20. Jahrhunderts, nämlich an Asbestfasern.

Tatsächlich zeigen tierexperimentelle Studien in Nature Nanotechnology (2008: doi: 10.1038/nnano.2008.111), dass Nanotubuli in der Pleurahöhle Granulome induzieren, die Vorstufe des Mesothelioms sind, deretwegen Asbest heute weltweit verboten ist.

Von ihrer chemischen Zusammensetzung her sind Nanotubuli harmlos. Sie bestehen komplett aus Kohlenstoff, dem häufigsten Element der Biosphäre und des menschlichen Körpers und daher ungefährlich. Entdeckt wurden sie eher zufällig 1991 von einem japanischen Wissenschaftler, der Kohlenstoffelektroden einer stärkeren Energie ausgesetzt hatte und die feinen Röhrchen dann unter dem Mikroskop erspähte.

Seither beschäftigt sich ein ganzer Forschungsbereich, die Nanotechnologie, mit den ultraleichten Röhrchen oder anders geformten Mikroteilchen, die zwar leicht wie Kunststoff sind, dabei aber die Härte von Stahl haben. Es wurden verschiedene Herstellungsverfahren entwickelt. Dennoch steckt die Industrie noch im Anfang, die Produktion von Nanoröhrchen liegt eher im Bereich von wenigen Gramm, während die Weltproduktion von Asbest 1976 mehrere Millionen Tonnen pro Jahr erreichte.

Asbest war wegen seiner Feuerfestigkeit in mehr als 3.000 Produkten von Bremsbelägen über Nachtspeicheröfen bis zu Dachplatten enthalten. Wie die Nanoröhrchen besteht es ausschließlich aus unbedenklichen Elementen, im Wesentlichen aus Silizium und Sauerstoff (Silikat). Gefährlich wird es durch seine Form. Asbest bildet kleine Fasern, die in die Lunge eingeatmet die Clearingfunktion der Makrophagen überfordern. Diese Abwehrzellen werden von den spitzen Fasern geschädigt und sterben ab. Es kommt zur Bildung von Granulomen, die später zum Ausgangspunkt eines Karzinoms werden können, beispielsweise eines Pleuramesothelioms.

Die gleichen Granulome könnten auch durch Nanotubuli induziert werden, wie die Forschergruppe um Ken Donaldson von der Universität Edinburgh zeigt. Die Wissenschaftler injizierten ihren Mäusen vier verschiedene Substanzen in den Pleuraraum. Kurze Nanotubuli von etwa 5 µm Länge, längere Nanotubuli von 20 µm Länge, Asbestfasern oder kleine Kohlenklümpchen (Kontrollgruppe). Die Tiere der Kontrollgruppe und jene, denen kurze Nanoröhrchen injiziert wurden, blieben gesund. Die Exposition mit langen Nanoröhrchen hatte indes die Bildung der gleichen Granulome zur Folge wie die Asbestexposition.

Genau genommen, beweist das Experiment die Schädlichkeit der Nanoröhrchen nicht. Zum einen fehlt der Nachweis, dass es langfristig zur Bildung von Mesotheliomen kommt. Zum anderen kann die Art der Exposition – die Injektion in den Pleuraraum – kritisiert werden. Offen ist, ob die unter normalen Umständen zu erwartende inhalative Exposition die gleichen Schäden auslöst. Hierzu liegen noch unpublizierte Ergebnisse von einer Forschergruppe der North Carolina State University in Raleigh/USA vor. Die dortige Gruppe um James Bonner soll, wie der New Scientist berichtet, nach der Inhalation von 40 µm langen Nanotubuli keine entzündlichen Reaktionen in der Lunge beobachtet haben.

Unklar ist auch noch, ob Menschen überhaupt in nennenswerter Weise mit den Nanotubuli exponiert werden. Aufgrund der hohen Produktionskosten dürfte deren Verbreitung auf absehbare Zeit sehr begrenzt bleiben. Eine Gefährdung bestünde in erster Linie während der Produktion, doch der in den High-Tech-Firmen aus Produktionsgründen erforderliche extreme Staubschutz dürfte die Exposition in Grenzen halten.

Nach Plausibilitätsüberlegungen wären nur spitze lange Nanoröhrchen bedenklich, nicht aber eine Vielzahl von anderen Produkten, in denen die Kohlenstoffverbindungen zu anderen Formen (etwa die Fußballmoleküle oder Fullerene) verarbeitet werden.

Wo Nanoröhrchen eingesetzt werden, lässt sich mangels Deklarationspflicht kaum nachweisen. Nur wenige Hersteller, etwa von Tennisschlägern oder Fahrradteilen, geben die Verwendung von Nanotubuli an. Die aktuelle Studie könnte dazu führen, dass die Hersteller hier noch zurückhaltender werden als bisher. © rme/aerzteblatt.de

21.5.08 - http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=32441

» Pressemitteilung des Project on Emerging Nanotechnologies (Sponsor der Studie)

» Wikipedia zu Kohlenstoffnanoröhre

» Labor Ken Donaldson

» Labor James Bronner

» Bericht des New Scientist
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Gitti

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Asbest - Pest - Krebs
« Antwort #1 am: 22. Mai 2008, 11:23 »
Hallo Dietmar,
ja ich weiß auch, dass diese kleinen, nein kleinsten Asbestfasern TEUFLISCH sind.
Im Falle von Hans finde ich dessen Eintreten gegen den Krebs super! Sicher wird er schulmedizinisch begleitend einiges tun, oder?
Mann/Frau darf sich nur nicht aufgeben, sonst hat der tödliche Schmarotzer Krebs schon gewonnen!
Auch ich wünsche dir Hans, mit Familie, viel Kraft und noch eine möglichst lange, lebenswerte Zeit.
Da du lt. deinen Beiträgen entsprechend gefestigt wirkst,
ich aber auch nicht weiß ob es deine Situation überhault direkt betrifft .......


Chemotherapie ohne Wirkung bei Asbestmesotheliomen
   Weiterer Anstieg der Erkrankungen befürchtet

   Behandlungen mit Chemotherapie, die das
   Leben von Patienten verlängern und den Leidensdruck verringern sollen,
   wirken bei mit Asbest in Zusammenhang stehenden Krebserkrankungen nicht.
   Zu diesem Ergebnis ist eine Studie unter der Mitwirkung der Medical
   Research Council Clinical Trials Unit http://www.mrc.ac.uk gekommen.
   Asbestmesotheliome sind normalerweise nicht heilbar. Manche Experten
   haben daher laut BBC bisher auf eine Behandlung mit einer Chemotherapie
   gesetzt. Details der Studie wurden in The Lancet veröffentlicht.

   Laut Studie erkannten hunderte befragte Patienten in der Chemotherapie
   keine Vorteile. Nicholas Vogelzang vom Nevada Cancer Institute
   http://www.nevadacancerinstitute.org geht davon aus, dass eine andere
   Kombination von Medikamenten besser wirken sollte. Trotz gesetzlicher
   Kontrollen sterben allein in Großbritannien rund 2.000 Menschen an
   Mesotheliomen. Die jahrzehntelange Verzögerung zwischen dem Kontakt und
   dem Eintreten der Erkrankung lässt befürchten, dass die Anzahl der
   Erkrankungen noch für mindestens ein halbes Jahrzehnt ansteigen wird. Die
   Behandlung von Mesotheliomen zielt prinzipiell auf eine Verringerung der
   Symptome ab und soll das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen.
   Empfehlungen gehen ganz allgemein dahin, dass Steroide und
   Strahlenbehandlungen eingesetzt werden.

   An der aktuellen Studie nahmen 409 großteils aus Großbritannien stammende
   Patienten teil. Alle erhielten die Standardbehandlung. Ein Teil erhielt
   zusätzlich eine Chemotherapie. Die Auswirkungen auf das Krankheitsbild
   wurden in der Folge verglichen. Mit Chemotherapie behandelte Patienten
   lebten etwas länger. Die Wissenschaftler um Richard Stephens warnen
   jedoch, dass diese Ergebnisse kein statistischer Beweis seien und in die
   Irre führen könnten. Durch die Chemotherapie verbesserte sich die
   Lebensqualität der Patienten nicht. Laut Stephens belege diese Studie als
   eine der wenigen in diesem Bereich, wie schwer Mesotheliome zu behandeln
   sind. Verantwortlich dafür ist hauptsächlich, dass sie sich auf der
   Innenseite der Lunge bilden.
   London, 16.5.08

« Letzte Änderung: 22. Mai 2008, 15:30 von Gitti »

frühling

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Re: Asbest - Pest - Krebs
« Antwort #2 am: 23. Mai 2008, 11:40 »
Hallo Dietmar !

Danke für deinen Besuch, hat mich sehr gefreut dich kennen zu lernen, ich denke du bist ganz ein wertvoller Mensch der mit Krebspatienten wunderbar umgehn kann. Ich finde es ganz toll, das du dieses Krebsforum gegründet hast, leider schreiben hier nur ganz selten Betroffene, meist nur Angehörige.
Das Gespräch mit dir hat mir wieder viel positives gebracht und ich verspreche dir weiterhin gegen den heimtückischen Krebs zu kämpfen. Ich bin gern bereit anderen Betroffenen Typs zu geben, wie man trotzt aussichtsloser Situation noch einige lebenswerte Monate genießen kann. Ich hab jetzt 11 Monate hinter mir und werde den Kampf nicht soooooooo schnell aufgeben !
Lg.
Hans

Dietmar E.

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Asbest - Pest - Krebs
« Antwort #3 am: 04. Juni 2008, 14:05 »
Asbesterkrankungen - Vorsorge/Früherkennung/Diagnostik


Anmerkung: siehe auch  http://www.krebsforum.at/forum/index.php/topic,1761.msg4558/topicseen.html#msg4558



Servus Hans,

Hochachtung zu deiner Einstellung und Dank zu gleich!

Es ist nur sehr bedauerlich, dass zwar über die Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer, Gewerbepolizei, Arbeitsinspektorrat, Arbeitsmedizin, Arbeits- und Sozialversicherung etc., und mit Hilfe der Lieferantenunterlagen von Asbestfirmen sehr wohl eine (ziemlich) flächendeckende Erfassung von Verarbeitern und Arbeitern möglich ist, aber ......... wahrscheinlich schreckt man vor dem Aufwand und den Kosten, vor allem anschließend.
 
Aber wie viel Leid bei den Betroffenen, den Ehepartnern, den Kindern, den Verwandten und Bekannten erspart werden könnte, wie hoch der nicht eintretende volkswirtschaftliche Schaden für die Gesellschaft wäre, daran denkt ............ (niemand!)?

Vielleicht greift doch "jemand" das Thema auf, am ehesten jemand aus der Politik, oder die Arbeiterkammer.

Auch Blassenkrebs hat eine unglaublich lange Latenzzeit von durchschnittlich rund 25 Jahren, vom Erkennen bis zum Feststellen durch die Ärzte, siehe
http://www.krebsforum.at/forum/index.php/topic,1420.msg3624.html#msg3624
als Übertrag von der bekannten Klinik Charite, Berlin,
mit der Feststellung:
Ursachen
Die Ursachen von Blasenkrebs können unterschiedlich sein. Neben genetischen Störungen kommen vor allem krebserregende Stoffe (Karzinogene) aus der Umwelt als Verursacher in Betracht.
Bereits 1895 beobachtete man, dass Arbeiter nach dem Umgang mit Anilinfarben Harnblasentumore bekamen. Weitere industrielle Krebsauslöser (Karzinogene) sind verschiedene Benzidine, chlorierte aliphatische Kohlenwasserstoffe sowie verschiedene Aldehyde, die in der Farb-, Gummi- und Textilindustrie verwendet werden. Durch berufsbedingte Einflüsse werden schätzungsweise rund 20 Prozent aller Blasentumore verursacht. Die Liste der Berufe, in denen mit diesen Stoffen gearbeitet wird, ist lang: Automobilarbeiter, Maler, LKW-Fahrer, Berufe in der Leder- und Papierverarbeitung, Metallarbeiter, Maschinisten, Schlosser, Ärzte, Friseure, Dentallaboranten und Kosmetiker, um nur einige zu nennen. "Bemerkenswert: In manchen Fällen dauert es 30 bis 50 Jahre bis nach dem Kontakt mit dem Karzinogen der Krebs auftritt (Latenzzeit). Tatsache ist: Das Risiko von Rauchern, einen Blasentumor zu bekommen, ist viermal höher als das von Nichtrauchern."

Wenn aber ein ähnliches Denken vorherrscht wie: http://www.krebsforum.at/forum/index.php/topic,945.msg2184.html#msg2184
"In solchen besonders risikoreichen Produktionsbereichen, so hatte noch 1977 der damalige Toxikolge der Hoechst AG, Johannes Loskant,
empfohlen,
sollten die Arbeitsplätze “wenn möglich bevorzugt mit älteren Arbeitnehmern besetzt werden” - weil die wegen der langen Latenzzeiten, ihren Krebs nicht mehr erleben können.
So bleiben auch die Statistiken sauber.", dann ..........


Und ACHTUNG:

Jeder Vierte Blasenkrebskranker bekommt Prostatakrebs, und auch umgekehrt!

Und jeder vierte Blasenkrebs ist berufsbedingt!
(siehe Studien hier im Forum!)


Dir lieber Hans weiterhin so eine gute Kämpfernatur, alles erdenklich Gute,
und der Ruf schallt 500 km zu dir, mit: "Bisch a Tirola, bisch a Mensch"!

Liebe Grüße aus Wien,

Dietmar
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

frühling

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Re: Asbest - Pest - Krebs
« Antwort #4 am: 04. Juni 2008, 15:11 »
Servus Dietmar !

Ja leider wird über diese schreckliche Krankheit in der Öffentlichkeit viel zu wenig gesprochen,entweder hat man von der bitteren Wahrheit Angst oder man will einfach totschweigen, dass sich diese meist tödliche Krankheit in den nächsten Jahren leider auch bei uns vermehrt ausbreiten wird.
Wie du schon richtig sagst,man könnte den Betroffenen und Angehörigen viel Leid ersparen. Warten wir ab, vileicht meldet sich hier im Forum doch noch der eine oder der andere der was bewegen kann.
Ich bin auch gerne bereit Betroffenen nützliche Hinweise zu geben, wie man mit dieser schlimmen Krankheit umgehn kann.
Ich bin so zu sagen ein lebendes Beispiel, dass man trotzt aussichtsloser Lage damit doch noch einige zeit lang halbwegs lebenswert genießen  kann.

Dietmar ich hoffe dir geht es mit deiner Krankheit einigermaßen gut, ich wünsche dir alles Gute und weiter so viele fleißige Benützer im Forum, das ist wirklich eine ganz ganz tolle Sache. gratuliere

Unter den Motto:" a echter Tiroler gibt nit so schnell auf "

Liebe Grüße aus Tirol

Hans

Werner

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Asbest - Pest - Krebs
« Antwort #5 am: 04. Juni 2008, 18:20 »
Servus Hans,

bitte kennst du einen Verein oder eine SHG für Asbesterkrankte
in Österreich?

Gruß Werner

frühling

  • Gast
Re: Asbest - Pest - Krebs
« Antwort #6 am: 04. Juni 2008, 19:42 »
Servus Werner !

Ich hab bis jetzt in Österrreich leider noch nichts gefunden, ich glaube für Asbesterkrankte gibt es noch keine SHG.

Lg.

Hans

Dietmar E.

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Re: Asbest - Pest - Krebs
« Antwort #7 am: 09. Juni 2008, 22:58 »

Zeitbombe Asbest - Nachsorgeaktion


Die Früherkennung von Asbestschäden kann Leben retten, zumindest aber Lebensqualität verbessern. Vor allem ältere Menschen können Asbestopfer sein. - Informationen zum Weitersagen

Asbest wurde in Europa bis etwa 1990 intensiv eingesetzt. Damals sind viele Beschäftigte in vielen Branchen mit Asbest in Berührung gekommen. Die meisten sind heute bereits in Pension. Sie wissen oft nicht, dass eine - auch lange zurückliegende - Asbestexposition gefährlich sein kann. Nicht selten tritt die Krankheit erst zwanzig bis vierzig Jahre nach der Exposition auf. Früherkennung hilft den Betroffenen in jeder Hinsicht.

Dazu Ursula Dolezal-Berger, Projektleiterin der Asbest Nachsorge: "Schätzungen gehen davon aus, dass in Österreich rund 100.000 Personen beruflich mehr oder weniger intensiv mit Asbest gearbeitet haben. Sie alle sollten sich Gewissheit verschaffen, ob für sie dadurch ein Gesundheitsrisiko besteht. Die Kosten für die Nachsorgeuntersuchungen trägt die AUVA."

Zusammen mit dem Beruflichen Bildungs- und Rehabilitationszentrum (BBRZ) ist die AUVA seit 2003 bemüht, asbestbedingte Erkrankungen durch Screening-Untersuchungen frühzeitig zu erkennen. Dazu hat man 60.000 ehemals asbestexponierte ArbeitnehmerInnen angeschrieben, aber nur 5.081 nahmen bisher die kostenlose und völlig schmerzfreie Nachuntersuchung in Anspruch. Bei 781 Untersuchten wurde eine Berufskrankheit anerkannt, also pleurale Veränderungen (510 Fälle), Asbestose (184 Fälle), Mesotheliom (61 Fälle), Lungenkarzinom (56 Fälle) und Kehlkopfkrebs (1 Fall). Stand per 30. April 2008

Asbest wurde bis 1990 außer im Gewerbe (Bauarbeiter, Dachdecker, Kfz-Mechaniker, Elektriker, Schlosser, Installateure, Isolierer, Maler und Anstreicher etc.) vor allem auch in der Industrie eingesetzt. Aufgrund der Wirtschaftsstruktur ist in Oberösterreich besonderer Handlungsbedarf gegeben, und so übernahm dieses Bundesland auch eine Vorreiterrolle. Beratungszentren gibt es außer in Linz auch in Vöcklabruck, Kapfenberg, Graz, Klagenfurt, Innsbruck und Wien.

Info-Service

Über die Hotline 0820 820 100 können kostenlose Informationstermine vereinbart werden.
Wir ersuchen unsere Leser und Leserinnen,
auch ihre Bekannten und Verwandten
mit dieser Serviceeinrichtung vertraut zu machen!


05.06.2008

http://www.sicherheitsmagazin.at/servlet/ContentServer?pagename=X02/Page/Index&n=X02_0.a&cid=1209561513219


Jeder der angemeldet ist,
kann hier tieferstehend die (private) Anlage über 4 Seiten herunterladen, nur 37 kB

« Letzte Änderung: 09. Juni 2008, 23:02 von Dietmar E. »
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Jutta

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Asbestgefahr bei Scientology
« Antwort #8 am: 13. Juni 2008, 09:54 »
Das Totenschiff der Sekte
Asbestgefahr auf dem Scientology-Schulungsdampfer "Freewinds"
Frank Nordhausen

Es ist nur ein paar Wochen her, dass ein neues Tom-Cruise-Sekten-Video im Internet auftauchte. Man sieht den Hollywoodschauspieler bei seinem glamourösen Geburtstagsfest in der Karibik 2004. Cruise feiert auf einem Kreuzfahrtschiff mit Hunderten von Freunden von der Scientology-Sekte. Als er auf die Bühne klettert und mit der Geburtstagsband einen Boogie singt, fällt der Scientology-Chef David Miscavige vor Begeisterung fast vom Stuhl. Dann ist der Song vorbei, und Tom Cruise ruft mit vibrierender Stimme in den Saal: "Das ist der beste Geburtstag, den ich jemals, jemals, jemals hatte. Ich meine, einfach der beste jemals!"

Es könnte auch der gefährlichste gewesen sein. Denn der Fest-Dampfer war die "Freewinds", seit 22 Jahren im Besitz von Scientology, mit Heimathafen auf der niederländischen Karibikinsel Curacao. Vor drei Wochen rückten dort Hafenpolizisten und Gesundheitsbeamte an, um die Menschen von Bord zu holen und das riesige Schiff zu versiegeln.

Höchste Erlösung

Ein Verdacht war Gewissheit geworden. Proben von Wandverkleidungen enthielten besorgniserregende Mengen von blauem Asbest, der gefährlichsten Art des krebserregenden Stoffes. Das 150 Meter lange Schiff ist nach Angaben der Hafenbehörde von Curacao "extrem verseucht" mit dem tödlichen Blauasbeststaub, der durch die Klimaanlage in jeden Winkel gelange. Obwohl der Kapitän das vermutlich wusste, habe er das 40 Jahre alte Schiff im Trockendock überholen lassen und die Gesundheit der Arbeiter aufs Spiel gesetzt.

Er hat aber auch Tausende Sektenjünger gefährdet, die in den vergangenen Jahren Gäste und Arbeiter auf der "Freewinds" waren. Das Schiff bietet Platz für 500 Besucher und ist der einzige Ort, an dem Scientology ihre teuersten "Auditing"-Kurse anbietet, die zum Erlösungslevel Operierender Thetan Stufe 8 führen. Wer dieses Ziel erreicht, wird angeblich wie Superman, unverletzlich, unsterblich, Meister seines Schicksals. Jeder Prominente der Sekte wie Tom Cruise, Katie Holmes, John Travolta oder Juliette Lewis und alle, die es bei Scientology zu etwas gebracht haben, landen früher oder später auf der "Freewinds", je öfter, je teurer, je besser. Auch kostspielige Erholungsreisen für Scientologen werden offeriert. Hochglanzbroschüren versprechen ihnen eine "Umgebung, wie man sie nirgendwo sonst in diesem Universum findet". Für den Psychokult ist die Zwangsstilllegung des Kreuzfahrers daher ein Finanzdesaster, vom Imageproblem ganz zu schweigen. Im Internet schreiben Kritiker bereits vom "Totenschiff" der Scientology.

Statt die erhoffte Erleuchtung zu gewinnen, könnten sich die Elitejünger den tödlichen Lungen- oder Mesothelioma-Krebs zugezogen haben. "Sie müssen sich ernsthaft Gedanken um ihre Gesundheit machen", sagt die Scientology-Beauftragte des Hamburger Senats, Ursula Caberta. Sie weist darauf hin, dass in den 1990er Jahren regelmäßig "Clear-Deutschland-Wochen" für deutsche Top-Scientologen auf der "Freewinds" stattfanden. "Sie sollten zügig zum Arzt gehen", sagt Caberta. "Es war unverantwortlich von der Scientology-Führung, die Mitglieder einer Gefahr auszusetzen, die ihr seit Jahren bekannt war."

Bereits 2001 enthüllte der ehemalige Scientologe und Architekt Lawrence Woodcraft im Internet die Asbestverseuchung des Luxusdampfers. "Asbest wurde auf dem ganzen Schiff herumgeweht wie ein heimtückischer blauer Todesstaub", schrieb er. Nach dem Kauf durch die Sekte 1986 hatte er den Umbau zum "Auditingschiff" geleitet und dabei überall Asbest entdeckt: unter der Farbe der Stahlwände, im Röhrensystem, hinter den Kajütendecken. Damals habe er die Scientology-Leitung auf die Verseuchung des Schiffs hingewiesen. Doch man habe ihm geantwortet, dass es nur mit Operierenden Thetanen der höchsten Stufen fahren werde, die keine Krankheiten bekommen könnten.

"Das habe ich als Scientologe damals akzeptiert", erklärte Woodcraft; er wurde nicht einmal rebellisch, als sich externe Handwerkerfirmen weigerten, auf dem Asbestdampfer zu arbeiten. Die meisten Renovierungen führten dann Scientology-Arbeiter durch. "Weil sie Scientologen waren, waren die Asbestfasern kein Problem mehr." Mit bloßen Händen und ohne jeden Schutz seien Asbestverkleidungen entfernt worden, wenn sie im Weg waren. "Nach dem Umbau sah das Schiff toll aus, aber hinter den Abdeckungen hatte man den Asbest hängen gelassen, der weiter zerbröselte und zerfiel." Und da ein Schiff auf der Fahrt dauernd vibriert, sei permanent Asbeststaub freigesetzt worden.

"Brücke zum Lungenkrebs"

Scientology bezeichnet ihr Kursprogramm als "Brücke zur totalen geistigen Freiheit". Schon nach Woodcrafts Enthüllungen nannten amerikanische Sektenkritiker die "Freewinds" sarkastisch eine "Brücke zum Lungenkrebs". Scientology aber stritt ab, dass es überhaupt ein Problem gab und pries die "Freewinds" in ihren Broschüren weiterhin als Schiff "mit den höchsten Sicherheitsstandards" an. Jetzt reagierte die Sektensprecherin Karin Pouw aus Los Angeles auf die Vorwürfe mit einer ausweichenden Stellungnahme: "Die Freewinds überprüft regelmäßig die Luftqualität an Bord und erfüllt stets die US-Vorschriften." Das Wort Asbest erwähnte sie nicht. Das Schiff werde wie vorgesehen renoviert. Eine Scientology-Zeitschrift schrieb: "Es gibt keine und hat nie eine Situation gegeben, in der Asbest auf der Freewinds freigesetzt worden ist." Aber die Sekte hat bereits gebuchte Kreuzfahrten wieder abgesagt.

Falls eine Dekontaminierung der "Freewinds" überhaupt möglich ist, würde sie nach Angaben von Versicherungsexperten einige Millionen Dollar kosten und viele Monate dauern. Kritiker wundern sich seit langem, wie häufig "hochtrainierte" Scientologen in relativ frühem Alter zwischen 45 und 55 Jahren an Krebs sterben - nach der Lehre Hubbards ist das eigentlich unmöglich. Sie ermuntern jetzt ehemalige Scientologen, die an Lungenkrebs erkrankt sind, Entschädigungszahlungen einzuklagen. Das könnte für Scientology richtig teuer werden

------------------------------

Auf See

Marine-Fan war der Scientology-Gründer L. Ron Hubbard schon, als er der US-Navy im Zweiten Weltkrieg diente. Deshalb tragen leitende Scientologen Marineränge und Fantasieuniformen. Hubbard erhob sich selbst zum "Commodore", sein Nachfolger David Miscavige nennt sich "Captain".

Sea Organization heißt die paramilitärische Elitetruppe, die Hubbard 1967 gründete, nachdem er aus Steuergründen drei Schiffe gekauft hatte. Der "Sea Org" gehören rund 5 000 Leute an. Sie sind für die höheren Kurse zuständig - auf der "Freewinds", aber auch in Scientology-Luxushotels in Florida.

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2008/0528/vermischtes/0008/index.html
« Letzte Änderung: 13. Juni 2008, 09:56 von Jutta »

Dietmar E.

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Internationale Asbest-Konferenz der BHI in Wien gestartet

Utl.: Internationale Bau- und Holzarbeiter-Gewerkschaften fordern
weltweites Asbestverbot

Wien (GBH/ÖGB) - Auf Einladung der Bau- und
Holzarbeiter-Internationale (BHI), der österreichischen Gewerkschaft
Bau-Holz (GBH) und der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA)
treffen einander heute und morgen VertreterInnen aus Bau- und
Holzarbeitergewerkschaften in aller Welt bei der Ersten
BHI-Asbestkonferenz.

Die Bau- und Holzarbeiter-Internationale  verfolgt das Ziel, ein
weltweites Verbot aller Arten von Asbest und Asbest beinhaltenden
Materialien durchzusetzen sowie Krankheiten, die durch die Exposition
mit Asbest entstehen, zu bekämpfen.

Bereits im Jahr 2000 rief die BHI eine weltweite Asbestkampagne ins
Leben, die seitdem mit Hilfe der Kooperation der
Mitgliedsgewerkschaften in den verschiedenen betroffenen Ländern
enorm an  Einfluss gewonnen hat. Die vier Aktionsgebiete  der
Kampagne sind:

1.        Ein weltweites Verbot des  Einsatzes von Asbest so schnell
wie möglich zu erwirken. 

2.       Entwicklung und Einsatz alternativer Materialien und
Umwandlung der Asbestzementindustrie

3.       Prävention der Exposition mit bereits eingebautem Asbest

4.       Unterstützung von Asbestopfern

Die Veranstaltung bietet eine Plattform für den Erfahrungsaustausch
und soll helfen, die Zielsetzungen innerhalb der weltweiten Kampagne
weiter voranzutreiben.

Johann Holper, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz, betonte
in seiner Begrüßungsansprache, wie wichtig ein weltweites Verbot von
Asbest für die Betroffenen ist: "Ziel der Kampagne ist es, ein
weltweites Verbot aller Arten von Asbest und Asbest beinhaltenden
Materialien durchzusetzen und so Millionen von arbeitenden Menschen
schlimme Erkrankungen zu ersparen. Denn diese kleine, nadelförmige
Faser Asbest, die sich bei Exposition unabbaubar in der Lunge
festsetzt, entfaltet ihr zerstörerisches Werk auch Jahrzehnte nach
dem Kontakt mit asbesthaltigem Material."

Die Folgen sind schwerste Erkrankungen bis hin zum Lungenkrebs. Die
betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kommen zu einem großen
Teil aus den Bauberufen samt den Baunebengewerben, aber auch aus der
Stein- und Glaswarenerzeugung. Seit dem Jahr 2004 versuchen GBH und
AUVA mit einer österreichweiten Informationskampagne, betroffene
ArbeitnehmerInnen, die oft gar nichts von ihrer Asbestexposition
wissen, für das Thema zu sensibilisieren und sie in den kostenlosen
Lungen-Untersuchungen zu erfassen.

Auf Grund der schweren Erkrankungen durch Asbest, die oft erst
Jahrzehnte nach der Exposition auftreten, erwartet die AUVA ein
Ansteigen der Zahl der anerkannten Berufskrankheiten bis 2010 oder
gar 2020. Im Jahr 2006 gab es allein 109 neue Fälle in jenen beiden
anerkannten Berufskrankheiten, die durch den Kontakt mit Asbest
hervorgerufen werden.

ÖGB, 6. Februar 2008                           Nr. 60

Rückfragehinweis:

   Gewerkschaft Bau-Holz
   Presse und Öffentlichkeitsarbeit
   Mag. Sonja Schmid
   Tel. 01/40147-246
   Fax: 01/40147-314
   E-Mail: sonja.schmid@gbh.oegb.or.at
   www.bau-holz.at
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Josef

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Re: Asbest - Pest - Krebs
« Antwort #10 am: 09. Oktober 2008, 20:47 »
Dienstag, 14. Oktober 2008, 16.05 - 17 Uhr     

Radio WDR 5, Leonardo


Tückische Fasern - Vor 25 Jahre wurde Asbest verboten

Wiederholung: 14. Oktober, ab 22.05 Uhr (WDR 5)

Asbest, die Faser aus Silikat, wurde wie ein Wunder gefeiert. Seit 25 Jahren nun darf Asbest nicht mehr verarbeitet werden wegen der Krebsgefahr.

Es war ein Wunder! Die Faser aus Silikat isoliert gegen Kälte und Hitze, ist leicht und säurefest. Der Dachdecker Ludwig Held war begeistert. Die Platten aus Asbest ließen sich leicht in jede Größe sägen und verarbeiten.

Doch dann kamen die Zweifel. Viele Menschen, die mit Asbest gearbeitet hatten, wurden lungenkrank.
Sie hatten die kleinen Fasern tief eingeatmet.
Seit 25 Jahren, darf Asbest nicht mehr verarbeitet werden.
Ludwig Held ist noch gesund.
Aber er achtet streng auf die Vorschriften, wenn er ein altes Asbestdach saniert.

http://www.lernzeit.de/sendung.phtml?detail=1156514
« Letzte Änderung: 09. Oktober 2008, 20:48 von Josef »
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

Geri

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Asbest - Pest - Krebs bei .............
« Antwort #11 am: 18. März 2009, 19:49 »
Mittwoch, 4. März 2009

Medizin Asbest: Hohes Mesotheliomrisiko bei Bauarbeitern

dpa

London – In Großbritannien wird jeder zehnte Zimmermann, der in den 40er-Jahren geboren ist, an einem durch Asbest induzierten Krebs (Mesotheliom oder Lungenkrebs) erkranken. Dies berichten britische Epidemiologen im British Journal of Cancer (2009; doi: 10.1038/sj.bjc.6604879). Sie sehen auch für andere Bauarbeiter und sogar für deren Angehörige ein erhöhtes Lebenszeitrisiko.

In keinem anderen Land erkranken so viele Menschen an einem Mesotheliom wie in Großbritannien. Im Jahr 2005 starben 1.749 Menschen an diesem Tumor, der zumeist eine Spätfolge der beruflichen Asbestexposition in jungen Lebensjahren ist. Besonders gefährdet sind Menschen, die vor ihrem 30. Lebensjahr beruflich exponiert waren.

Das sind die Geburtsjahrgänge der 40er-Jahre, die während des Asbestbooms in den 60er-Jahren vor allem auf dem Bau den Asbeststäuben ausgesetzt waren. Sie wurden beim Zurechtschneiden der Platten aufgewirbelt, deren Einbau die Feuergefahr in den Gebäuden vermindert. Erst in den 70er-Jahren kam es zu Schutzmaßnahmen und später zum Produktionsverbot der Fasern, die über die Atemwege in die Lungen gelangen, wo sie nicht vom Immunsystem beseitigt werden und nach jahrzehntelanger Latenz ein Krebswachstum induzieren können.

zum Thema

    * Abstract der Studie
    * Pressemitteilung von Cancer UK

Die Stiftung Cancer Research UK hat zusammen mit der Arbeitsschutzbehörde (Health and Safety Executive) eine Fallkontrollstudie veranlasst, deren erste Auswertung jetzt vorlegt. Die Gruppe um den Epidemiologen Julian Peto von der London School of Hygiene and Tropical Medicine hat 622 Mesotheliom-Patienten telefonisch kontaktiert und die Angaben zu der beruflichen Exposition mit 1.420 gesunden Kontrollen verglichen.

Die Ergebnisse sind eindeutig und in ihrem Ausmaß eindrücklich. Zimmermänner der 40er-Geburtenjahrgänge hatten ein 50-fach höheres Risiko, an einem Mesotheliom zu erkranken als Beschäftigen in Berufen mit niedriger Exposition.

Das Lebenszeitrisiko dieser Personen beträgt 1 zu 17. Wenn man annimmt, dass auf jedes durch Asbest induzierte Mesotheliom noch ein Bronchialkarzinom hinzukommen, ergibt dies ein Lebenszeitrisiko von 1 zu 10, heißt es in der Pressemitteilung von Cancer UK.

Neben den Zimmermännern hatten auch Klempner, Elektriker und Maler ein 17-fach erhöhtes Mesotheliomrisiko – Lebenszeitrisiko 1 zu 50. Für andere Bauarbeiter ermittelte die Gruppe um Peto ein 7-fach erhöhtes Risiko – Lebenszeitrisiko 1 zu 125.

Da die Arbeiter die Stäube mit der Kleidung nach Haus transportierten, lässt sich auch für die Verwandten ein 2-fach erhöhtes Mesotheliomrisiko nachweisen. Bei den Männern sind nur 14 Prozent der Erkrankungen (bei Frauen 62 Prozent) nicht durch Asbest induziert.

Die gute Nachricht: Die Anwohner der Baustellen oder der Asbestfabriken haben nach Auskunft der Epidemiologen kein erhöhtes Risiko. Ebenso wenig sind die Bewohner der Häuser, in denen Asbest verarbeitet wurde, gefährdet, solange das Asbest nicht durch Renovierungsarbeiten an die Luft gelangt, wie Cancer UK hinzufügt.

© rme/aerzteblatt.de

farfalla

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Re: Asbest - Pest - Krebs
« Antwort #12 am: 19. März 2009, 04:50 »
Was Haelts ihr davon ?
Pleura- Mesotheliom - Risultati da Google Libridi Christian Manegold, Ch Manegold, MyiLibrary - 2005 - Mesothelioma - 126 pagine
Die Diskussion um das Simian-Virus 40 (SV 40) In humanen Mesotheliomen wurden erstmals 1994 SV40-ähnliche DNA-Sequenzen nachgewiesen (Light 2001). ...
books.google.it/books?isbn=3540230149...Pleura- Mesotheliom - Risultati da Google Libridi Christian Manegold, Ch Manegold, MyiLibrary - 2005 - Mesothelioma - 126 pagine
Die Diskussion um das Simian-Virus 40 (SV 40) In humanen Mesotheliomen wurden erstmals 1994 SV40-ähnliche DNA-Sequenzen nachgewiesen (Light 2001). ...
books.google.it/books?isbn=3540230149...

Es gibt immer mehr Menschen die am Pleuramesotheliom erkranken ohne mit Asbest Kontakt gehabt zu haben, der Virus SV 40 steht unter Verdacht..

Geri

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Re: Asbest - Pest - Krebs
« Antwort #13 am: 19. März 2009, 09:44 »
"Was Haelts ihr davon ?"

Ein wenig verworren dein Beitrag!



Bin kein Wissenschaftler,
verstehe von Virologie schon gar nichts.

Jedenfalls sind tausende Menschen daran erkrankt, gestorben nach argem Leiden, die nachweislich beruflich ständig
eine Disposition mit asbesthaltigen Stoffen hatten.

Schließlich sind auch andere dazu gekommen, Bäcker (Mehl), Landwirte (Getreide, Stroh) und weitere.

Verständlich, wenn z. B. ein Straßenpolizist erkrankte, der zig Jahre die Luft auf stark frequentierten Straßen
eingeatmet hat, Luft, die von Asbest aus den Bremsklötzen belastet war.

farfalla

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Re: Asbest - Pest - Krebs
« Antwort #14 am: 19. März 2009, 11:54 »
Hallo geri,
inwiefern war meinen beitrag verworren ?
ich bin eine Betroffene, ich habe keine bewussten Kontakt zur Asbest in meinem Leben gehabt, also,...wie alle Andere, ich bin italienerin und wo ich lebe und gelebt habe gibt es so gut wie keine Mesotheliom Kranke, trozdem....werde ich daran sterben !!
Ich entschuldige mich fuer die Schreibfehler, aber das Bedurfnis zu Komunizieren ist groesser als die Hemmung Fehler zu machen und mich zu blamieren...ich hoffe sehr in diesen Forum Menschen kennenzulernen die das gleiche Schicksal durchleben. Bis heute, keine Operation, keine Chemo
bzw. Radiotherapie hat auch nur ein einziger pazient heilen koennen, in Italien sind in drei verschiedene Krankenhaeuser (verona, Rom, Neapel)
Pazienten mit der Metode Di Bella behandelt worden, ohne Nebenwirkungen und mit der Reduzierung der Schmerzen und manche sind nach 4 Jahre
noch am Leben !!!!!  Ich habe seit zwei Monate mit dieser Therapie begonnen,....aber, wenn wir in Kontakt bleiben, werde ich davon berichten und
vielleicht kann auch jemad anders davon profitieren.
Farfalla

Geri

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Re: Asbest - Pest - Krebs
« Antwort #15 am: 19. März 2009, 12:26 »
Hallo Farfalla,
das werde ich mal Dietmar mitteilen, dass er seinen Freund in Tirol informiert.
Es scheint aber, DAS nützt ihm nichts, denn er hat es (eindeutig?) als Berufserkrankung bekommen.
LG. Geri

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Re: Asbest - Pest - Krebs
« Antwort #16 am: 19. März 2009, 12:41 »
Servus Hans,

ich hoffe du hast dich in der Schweiz etwas erholt.

Bist du noch regelmäßig beim Zwerger?

Vielleicht sehen wir uns nächste Woche einmal, späterer Nachmittag in Innsbruck?

Geri sandte mir eine PN.

Falls du hier "dein Thema" noch nicht abonniert hast

http://www.krebsforum.at/forum/index.php/topic,1707.msg8409/topicseen.html#msg8409 ,

gebe ich den Link auch hier hinein: http://www.krebsforum.at/forum/index.php/topic,474.msg7708.html#msg7708

Liebe Grüße

Dietmar

frühling 1

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Re: Asbest - Pest - Krebs
« Antwort #17 am: 20. März 2009, 20:33 »
Servus Dietmar

Ja die zwei Tage in der Schweiz haben mir gut getan, ich war jetzt drei Wochen in Waidhofen an der Ybbs auf Kur, bin gestern heim gekommen, hab mich ganz gut erholt, denn vor sechs Wochen war ich noch im Rollstuhl und bin künstlich ernährt worden und jetzt geh ich schon ein bisschen spazieren und kann wieder alles essen.

Heut war ich beim Zwerger, fahr da wieder jede Woche hin, ich denke das tut mir sehr gut, am nächsten Tag spür ich es am ganzen Körper, ich könnte da " Bäume ausreissen"

Übrigens hab ich endlich wieder meinen alten Kampfgeist bekommen, hätte mir nie erträumt dass ich aus diesen tiefen Loch nach Wien noch mal herraus komme, ich weis selber nicht wo her ich diese Kraft und Energie bekomme??????????????

In 14 Tagen hab ich CT - Untersuchung, ich kann nur hoffen dass alles eine Zeit lang stehn bleibt und nicht so schnell nachwächst.

Ich hoffe dir geht es so halbwegs, wenn in Innsbruck bist könnten wir uns ja mal treffen.

Liebe Grüsse

Hans

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http://www.wdr.de/tv/diestory/sendungsbeitraege/2010/0222/index.jsp

Asbest! Ein Schadstoff kehrt zurück
Ein Film von Inge Altemeier

    * SendeterminMontag, 22. Februar 2010, 22.00 - 22.45 Uhr .
    * WiederholungsterminDonnerstag, 25. Februar 2010, 14.15 - 15.00 Uhr (Wdh.).


Asbest ist seit mehr als einem Jahrzehnt in Deutschland verboten. Doch der giftige Staub kehrt zurück und das offenbar ganz legal.
Warnhinweis Asbest; Rechte: WDR
Dichtungsringe, die Asbest enthalten

In Deutschland werden jährlich Hunderte Millionen Euro in Asbestsanierungen gesteckt. Asbest diente vor allem als Isolationsmaterial in Gebäuden. Auch viele Schulen und Büros sind betroffen. Die krebserregende Faser führt beim Menschen zu einem spezifischen Lungenkrebs, der Asbestose. Weltweit fordert diese Krankheit jährlich mehr als hunderttausend Opfer. Sie ist mittlerweile als Berufskrankheit anerkannt. Trotzdem warten Hunderte noch heute auf die Anerkennung ihrer Erkrankung. Und nun kommt Asbest zurück. Eine Ausnahmegenehmigung erlaubt den Import und Handel von kanadischem Asbest. Auch in China wird das tödliche Mineral noch immer in Produkten wie Thermoskannen und Dichtungsringen verwendet und nach Deutschland exportiert.
Asbestsanierung in Deutschland; Rechte: WDR
Asbestsanierung

die story sucht die Antworten auf die Fragen: Warum gibt es diese Ausnahmegenehmigungen? Wie werden sie kontrolliert und wie wird der Verbraucher geschützt? Die Autorin folgt den Spuren von Kanada und China bis nach Deutschland und fragt bei den Unternehmen nach.

Redaktion: Barbara Schmitz
Autorin:

Inge Altemeier
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