Autor Thema: Infos zum Lungenkrebs  (Gelesen 18457 mal)

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Infos zum Lungenkrebs
« am: 22. April 2007, 19:43 »

Vorweg:
Ich freue mich, dass es seit kurzer Zeit eine SHG Lungenkrebs gibt. Ich hoffe, der Leiter meldet sich bald mit Informationen für Betroffene, Angehörige, Interessierte. Unsere Infos bekam er bei der Konstituierung der Lungenkrebsselbsthilfegruppe vor ca. 4 Monaten.
Weiters verweise ich auf Berichte zum "RAUCHEN" in verschiedenen Bereichen dieses Forums. Sicher, ich habe es "leicht", habe als Spitzensportler (und nachher) nie geraucht. Doch bitte, fangt nicht, hört auf, mit dem Rauchen!



L U N G E N K R E B S - Bronchialkarzinom

Lungenkrebs, fachlich korrekt als Bronchialkarzinom bezeichnet, ist ein bösartiger Tumor der Bronchien.
Ursachen
– Rauchen (mehr als 80% aller Tumore treten bei Rauchern bzw. Ex-Rauchern auf)
– Belastungen durch Asbest, Teer, Radon, Nickel

Epidemiologie

Die Inzidenz liegt bei 60/100.000/Jahr und 1/3 aller Krebstodesfälle treten beim Mann auf.


Stadien Bronchialkarzinom

T   Primärtumor
T x   positive Zytologie (d.h. Tumorzellen bei diagnostischen Eingriffen nachgewiesen)
T 1   Tumordurchmesser <3cm
T 2   Tumordurchmesser >3cm, Ausbreitung in Hilusregion, viszerale Pleura, partielle Atelektase (d.h. Lungenabschnitte teilweise nicht mit Luft gefüllt)
T 3   Ausbreitung in Brustwand, Zwerchfell, Herzbeutel, mediastinale Pleura; totale Atelektase
T 4   Ausbreitung in Mittelfell, Herz, großen Gefäßen, Luftröhre, Speiseröhre
N   regionale Lymphknoten
N 1   peribronchiale und ipsilaterale hiläre Lymphknoten (i.e. lokale Lymphknoten, die in der gleichen Lungenhälfte wie der Tumor liegen)
N 2   ipsilaterale mediastinale Lymphknoten (Erklärung siehe oben)
N 3   kontralaterale mediastinale Lymphknoten (i.e. Lymphknoten, die im Bereich der anderen Lungenhälfte liegen), Skalenus- oder supraklavikuläre Lymphknoten (i.e. Lymphknoten, die um das Schlüsselbein angeordnet sind)
M   Fernmetastasen
M 0   Fernmetastasen nicht nachweisbar
M 1   Fernmetastasen nachweisbar

Metastasierung

– Lymphknoten
– Leber
– Nebennieren
– Gehirn
– Knochen
– Knochenmark

Genetik
möglicherweise genetische Faktoren beteiligt

Histologie
4 Haupttypen des Bronchialkarzinoms (BC):
– Plattenepithelkarzinom
– Adenokarzinom (bei Nichtrauchern und Frauen überwiegend)
– großzelliges BC (ebenso wie Mischtumoren relativ selten)
– kleinzelliges BC

Nach dem biologischen Verhalten und der Effektivität der Chemotherapie Einteilung in das kleinzellige BC und in die Gruppe der nicht-kleinzelligen BC (Plattenepitel-, Adeno-, großzelliges Ca).

Kleinzelliges BC

Durch besonders aggressives biologisches Verhalten gekennzeichnet (bei etwa 2/3 der Patienten bereits zum Zeitpunkt der Diagnose Metastasen vorhanden).
Prinzipiell gutes Ansprechen des kleinzelligen BC auf Strahlen- oder Chemotherapie.

Nicht-kleinzelliges BC

– in frühen Stadien: Operation
– im Stadium III: Chemo- plus Strahlentherapie, Operation bei ausgewählten Patienten
– im Stadium IV: systemische Chemotherapie, Strahlentherapie bei Bedarf

Symptome
– Husten
– Hämoptysen
– Dyspnoe
– Thoraxschmerzen

Folgende Zeichen weisen meist auf ein fortgeschrittenes Krankheitsstadium hin:

– Fieber bei tumorbedingter Retentionspneumonie
– obere Einflussstauung (Vena-cava-superior-Syndrom) bei zentral sitzendem BC
– supraklavikuläre Lymphknoten
– Heiserkeit bei Ummauerung des N. recurrens
– starke Schmerzen bei Infiltration des Zervikalplexus bei Pancoast-Tumor
– Dyspnoe bei massivem, tumorbedingtem Pleuraerguss
– Gewichtsabnahme
– ferner auch paraneoplastisches Syndrom, wie z.B. Cushing-Syndrom

Im Einzelfall führen Schmerzen bei Skelett-, Ikterus bei Leber- oder neurologische Störungen bei Hirnmetastasen zur Diagnose.

Diagnostik

Für alle therapeutischen Maßnahmen exakte histologische Diagnose und Tumorstadium notwendig. Ziel aller Bemühungen ist daher deren Sicherung (s. diagnostische Stufenpläne). Führt auch eine Wiederholungs-bronchoskopie nicht zur eindeutigen Diagnose, müssen weitere diagnostische Maßnahmen erfolgen (in Abhängigkeit von der Lokalisation der Tumormanifestationen, z.B. Pleuralbereich, peripheres Lungengewebe, hilär/mediastinal).

Diagnose des Primärtumors

– Röntgen Thorax in 2 Ebenen
– CT des Thorax und des Abdomens (Leber, Nebennieren)
– weitere radiologische Untersuchungen je nach klinischer Situation
– Bronchoskopie (endo- und evtl. transbronchiale Biospie, Bürstenzytologie)
– Sputumzytologie (am besten nach Bronchoskopie oder induziert)
– videoassistierte offene Lungenbiopsie
– Lungenfunktion für etwaige Operationen
– Laboruntersuchungen: BSG, Blutbild, Elektrolyte, Nierenfunktionsparameter, LDH, Gamma-GT, AP, Bilirubin
– Tumormarker

Differentialdiagnose
Beim peripher gelegenen röntgenologisch nachgewiesenen Rundherd oft schwierige Differentialdiagnose hinsichtlich einer Metastase eines extrapulmonal gelegenen Primärtumors oder eines Tuberkuloms.
Bei mehr flächenhaften Infiltrationen im Einzelfall Abgrenzung von Metastasen gegenüber Pneumonie (Retentionspneumonie durch Tumor?), Lungeninfarkt, Tuberkulose, Sarkoidose schwierig.


Stark erhöhtes Risiko: Raucher, Exraucher (mehr als 20 Zigaretten pro Tag über 20 Jahre)
Prophylaxe

Rauchen als Hauptursache gilt als erwiesen;
daher wichtigste Prophylaxe: kein Zigarettenabusus, frühzeitige Raucherentwöhnung!

Epidemiologisch entscheidet
die Dauer der Einwirkungszeit und die kumulative Dosis inhalativer Noxen.


Therapie

Die Therapieempfehlungen entsprechen dem aktuellen Stand der Medizin und werden bei Bedarf, mindestens jedoch ein Mal pro Jahr überarbeitet bzw. aktualisiert.
Für die medikamentöse Therapie werden vom Autor in der Regel nur die Substanzgruppen bzw. Substanzen angegeben.

Kleinzelliges Bronchialkarzinom

Bei weit überwiegender Zahl der Patienten mit kleinzelligem BC ist Chemotherapie indiziert.
Stadium "Limited disease"

Zahlreiche Kombinationstherapien (s.u.) sprechen innerhalb weniger Tage an und erzielen in ca. 60-80% Remissionen. Cisplatin/Etoposid wird als Standard angesehen.
Bei Patienten mit limitierter Erkrankung wird im Allgemeinen lokal nachbestrahlt, wobei die Behandlung in Kombination mit Chemotherapie möglichst früh erfolgen sollte.
Primär operierte Patienten müssen zwingend 4–6 Zyklen einer adjuvanten Chemotherapie erhalten.
Stadium "Extensive disease"
Chemotherapie ebenfalls sehr effektiv, auch wenn Langzeitremissionen selten sind. Wie im Stadium "Limited disease" profitiert die Mehrzahl der Patienten von der Chemotherapie (Dauer der Chemotherapie 4-6 Zyklen). Über die Strahlentherapie des Primärtumors wird individuell entschieden. Schmerzende und/oder frakturgefährdete Knochen- bzw. Hirnmetastasen sind eine Indikation für Strahlentherapie.
"Limited disease"   "Extensive disease"
Begrenzung auf den ipsilateralen Hemithorax
± ipsilaterale supraklavikuläre Lymphknoten
± Atelektase
± Rekurrensparese
± Pleuraerguss ohne maligne Zellen   Befall beider Thoraxhälften
± Pleuraerguss mit malignen Zellen
± Vena-cava-superior-Syndrom
± extrathorakale Metastasen
Wahl der Chemotherapie

Zahlreiche Zytostatika sind beim kleinzelligen BC effektiv. Im Allgemeinen Kombination aus 2–3 der effektiven Einzelsubstanzen.
Wegen der Besonderheiten und Risiken der verschiedenen Chemotherapieformen s.a. entsprechende Fachliteratur. Die angegebenen Protokolle sollten nur von onkologisch erfahrenen Ärzten durchgeführt werden.

Nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom

Stadien I-II

Operation

In den lokal begrenzten Stadien durch Operation echte kurative Chance; im Stadium I und II immer anstreben! Selbst im Stadium IIIA im Einzelfall Operation versuchen.
Postoperative 4-Zyklen-Chemotherapie, die die Heilungsrate steigert
Bei mediastinalem Lymphknotenbefall eventuell postoperative lokale Nachbestrahlung in Erwägung ziehen.
Ist in den Stadien I–IIIA aus allgemein internistischen oder technischen Gründen eine Operation nicht möglich, ebenso wie in Stadium IIIB: primäre Strahlentherapie. Hierdurch zumindest bei Teil der Patienten längeres Überleben
Beim Auftreten von Metastasen (Stadium IV) meist keine kurative Chance mehr, doch palliative Chemotherapie und weitere palliative Maßnahmen.

Palliative Maßnahmen

In der Mehrzahl der fortgeschrittenen Fälle vorrangig.
Bei Obstruktionen kann Lasertherapie ± lokale Bestrahlung im After-Loading-Verfahren segensreich sein. Laser auch erfolgreich in der Behandlung von Hämoptysen.
Wichtig ist palliative Strahlentherapie bei Skelett- und Hirnmetastasen sowie intrathorakalen Raumforderungen.

Weitere Therapiemaßnahmen


Effiziente Schmerztherapie durch Verabreichung stark wirksamer Analgetika, z.B. Morphin (siehe auch Schmerznetz Österreich/Tumorschmerzen).
Bei Dyspnoe Heim-Sauerstoffgerät hilfreich.

Nachsorge

Nach dem Auftreten einer malignen Erkrankung und der häufig entstehenden Notwendigkeit der Verabreichung einer nachfolgenden adjuvanten Therapie werden üblicherweise die Patienten einer Reihe von Nachsorgeuntersuchungen unterzogen, die darauf abzielen, ein Tumorrezidiv, und v.a. auch ein Zweitkarzinom, frühzeitig zu erkennen.
Der Sinn dieser Untersuchungen liegt darin, nach einer möglichst frühzeitigen Diagnostik und/oder dem Auftreten von Spätkomplikationen entsprechende Schritte setzen zu können, um die Lebensdauer der Patienten möglichst zu verlängern.

Leider ist dies in vielen Fällen nicht möglich, da im Fall eines Rezidives bei einer Vielzahl von Tumoren nicht mehr an Heilung gedacht werden kann. (siehe krebszentrum.at/Nachsorge)

Beginn der Nachsorge

Abschluss der Primärtherapie eines malignen Tumors

Positionierung

Routinevorgehen (außerhalb klinischer Studien), Ausnahmen nach ärztlicher Einschätzung und risikoadaptiert selbstverständlich möglich

Beendigung

Beendigung der hier aufgelisteten Routinenachsorge, gefolgt von Neuevaluierung mit situationsadaptiertem Vorgehen und der Einleitung entsprechender diagnostischer Maßnahmen bei klinisch manifester Metastasierung
Nachsorge Bronchialkarzinom
Maßnahme   1. Jahr   2.-3. Jahr   >4. Jahr
Anamnese   vierteljährlich   halbjährlich   jährlich
Thoraxröntgen   3 Monate postop.,
dann halbjährlich   halbjährlich   jährlich
Labor, Sonographie, Bronchoskopie, CT   bei klinischem Verdacht



Dietmar E.

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Lungenkrebs,versch. Ursachen, Nr.1 ist aber Rauchen
« Antwort #1 am: 19. Mai 2007, 22:57 »

Wie Schadstoffe der Lunge zusetzen, 17.04.07
   
Täglich filtert die Lunge eines Menschen so viel Luft, wie ein Heißluftballon enthält. Dabei kommt die Schleimhaut mit allen in der Luft befindlichen Schadstoffen in Kontakt.
   

Anstieg der chronischen Atemwegserkrankungen durch Rauchen und Umweltbelastungen    

Zigarettenrauch, Luftschadstoffe und häufige Infektionen schaden der empfindlichen Schleimhaut in der Nase und in den Bronchien - die Flimmerhärchen werden zunehmend in ihrer Funktionsweise beeinträchtigt. Die Schadstoffe gelangen daraufhin umso tiefer in die Lungenwege, die Schleimhaut produziert als Reaktion auf die Reizung mehr Schleim. Die Flimmerhärchen werden durch zu viel Schleim überfordert und/oder der Schleim ist zu klebrig und behindert dadurch die Arbeit der Flimmerhärchen. Die Folge ist Husten, der die Atemwege mit Gewalt befreit.

Rauchen
Das Rauchen verursacht die größten Schäden an der Lunge. Neun von zehn Lungenkrebserkrankungen gehen auf das Rauchen zurück Die mehr als 4.000 chemischen Substanzen, die beim Abbrennen der Zigaretten bei 800 Grad entstehen und inhaliert werden, verursachen nachweislich Kurzatmigkeit, verstärken Asthmaerkrankungen, erhöhen die Infektanfälligkeit und führen zu Lungenkrebs und chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen. Unter den Schadstoffen finden sich Ammoniak, Blausäure, Kohlenmonoxid, Formaldehyd, Dioxine und Furane sowie das radioaktive Polonium-210. Bei 50 der 4.000 Stoffe ist nachgewiesen, dass sie krebserregend sind.
Dass Nikotin abhängig machen kann, ist jedem bekannt; dass das im Rauch enthaltene Ammoniak das Abhängigkeitspotenzial noch verstärkt, schon viel weniger. Ammoniak sorgt für den - der Tabakindustrie seit Jahrzehnten bekannten - "Heroin-Effekt" und bewirkt den berühmten "Nikotin-Kick": Der Anteil des freien Nikotins wird stark beschleunigt freigegeben. Ammoniak entsteht durch die Verbrennung von dem Tabak beigemengten Zusatzstoffen wie Zucker oder Kakaopulver. 600 bis 800 solcher Zusatzstoffe werden dem Naturtabak beigemischt, und so ist in jeder Zigarette ein wahrer Chemiecocktail: Glyzerin hält z. B. den Tabak länger frisch, spezielle Salze sorgen dafür, dass die Zigarette durchgehend glimmt. Sie sind für sich gesehen harmlos, können aber giftig und zum Teil krebserregend werden, wenn sie mit der Zigarette verglühen. Vanillin, Honig, Menthol und Lakritz überdecken zudem den strengen Geschmack des Rohtabaks - die milder schmeckende Zigarette versüßt auch Jugendlichen und Frauen den Konsum.
Frauen befinden sich bei den Folgekrankheiten des Rauchens auf der Überholspur: Die Todesursachen aufgrund von Krebserkrankungen von Bronchien und Lunge haben sich in den Jahren 1984 bis 2003 um 92 Prozent erhöht. 1984 verstarb eine von 25.000 Frauen an den Folgen von Krebserkrankungen der Atemwege, im Jahr 2003 war es bereits eine von 4.347. Und noch nie haben so viele Jugendliche geraucht und so früh damit begonnen: Österreich hatte europaweit bei 15-jährigen Rauchern in den 90er-Jahren eine der höchsten Zuwachsraten.

Passivrauchen
Raucher gefährden durch ihre Sucht nicht nur sich selbst. Alle Personen, die sich in ihrer Nähe aufhalten, werden durch den »Nebenstromrauch « mitbetroffen und inhalieren die von der glimmenden Zigarette abgegebenen Giftstoffe.
Mittlerweile gilt es als bewiesen: Passivrauchen gefährdet die Gesundheit - Experten schätzen, dass in Deutschland rund 1.000 Menschen, in Österreich bis zu 100 jährlich an Lungenkrebs erkranken, weil sie dem Passivrauch anderer ausgesetzt sind. In einer der umfassendsten prospektiven Studien zum Passivrauchen (EPIC, European Prospective Investigation Into Cancer and Nutrition, veröffentlicht im Februar 2005 in der renommierten wissenschaftlichen Zeitschrift British Medical Journal) waren die Daten von 123.000 Studienteilnehmern aus Europa analysiert worden. Die Probanden hatten entweder noch nie in ihrem Leben geraucht oder seit zehn Jahren keine Zigarette mehr angerührt - jedoch berichteten sie, dass sie häufig passivem Rauch ausgesetzt waren. Nach sieben Jahren waren von diesen Nichtrauchern 97 an Lungenkrebs erkrankt, 20 hatten Karzinome der oberen Atemwege, wie z. B. Kehlkopfkrebs, entwickelt, und 14 starben während des Beobachtungszeitraums an chronisch obstruktiver Lungenerkrankung.
Nicht einmal verstärktes Lüften kann das Problem beseitigen: Damit das Krebsrisiko der Passivraucher auf ein akzeptables Maß verringert werden könnte, müssten 50 Kubikmeter Luft pro Sekunde ausgetauscht werden - das käme einem Sturm gleich.

Kinder im blauen Qualm
Noch viel mehr als die Gesundheit Erwachsener leidet die von Kindern, die häufig Zigarettenrauch ausgesetzt sind. So ist der plötzliche Kindstod unter Säuglingen drei- bis viermal häufiger bei rauchenden als bei nicht rauchenden Eltern.
Kinder, die dem Zigarettenrauch Erwachsener täglich mehrere Stunden ausgesetzt sind, haben ein mehr als dreifach erhöhtes Risiko als Erwachsene Lungenkrebs zu bekommen im Vergleich zu Kindern, die in einer rauchfreien Umgebung leben dürfen. Auch eine Verringerung der Zeit der Belastungen für das Kind bringt da nicht viel: Tägliches Mitrauchen für kurze Zeit erhöht das Risiko immer noch auf das Doppelte, und wenn sie sich nur an einigen Tagen der Woche im Qualm aufhalten, besteht immer noch ein 1,5faches Risiko.
Daran ändert sich auch nicht viel, wenn die rauchenden Eltern auf das Kind Rücksicht nehmen und vor die Tür rauchen gehen. Das haben Wissenschafter der San Diego State University herausgefunden. Sie untersuchten die Ablagerungen in Teppichen, Möbeln, Staub, Vorhängen und Kleidern - überall fanden sie die winzigen Rauchpartikel, die beim Abbrennen der Zigaretten entstehen und mit denen die Kleinen unweigerlich in Berührung kommen, wenn sie den aufgewirbelten Staub einatmen.
Der einzige Weg, die eigene Lunge gesund zu erhalten und die Gesundheit der Mitmenschen und Kinder zu schützen, besteht darin, mit dem Rauchen aufzuhören.

Umweltbelastungen
Neben dem Rauchen sind vor allem die Schadstoffe, die aus Schornsteinen und Auspuffrohren in die Atemluft eingebracht werden, für die deutliche Zunahme an Asthma, chronischem Husten und Lungenkrebs verantwortlich.
Luftschadstoffe aus dem Straßenverkehr wie Stickoxide und Schwefelabgase reizen die Schleimhaut und machen sie anfällig für Infektionen. Laut einer Dreiländerstudie (Frankreich, Schweiz, Österreich) der Weltgesundheitsorganisation gab es allein durch diesen Luftverschmutzer im Jahr 1996 in Österreich 2.400 Todesfälle durch Herz-Lungen-Erkrankungen, 20.600 Bronchitisfälle bei Kindern, 15.000 Asthmaanfälle bei Kindern und 1,3 Millionen Tage mit eingeschränkter Aktivität bei Erwachsenen.

Ozon
Luftschadstoffe bewirken, dass an heißen und sonnigen Tagen vermehrt bodennahes Ozon entsteht. Das flüchtige Reizgas dringt tief in die Lunge ein und ruft dort Entzündungen hervor. Etwa jeder Fünfte ist empfindlich auf Ozon, je nach Konzentration und Dauer der Belastung kann es Kopfschmerzen, Atemschmerzen und Lungenfunktionsstörungen verursachen. Vor allem Kinder sind durch Ozon gefährdet - bei asthmakranken Kindern können bereits Ozonwerte unterhalb der erlaubten Grenzwerte zu Atemschäden führen. Deshalb ist es an heißen und sonnigen Sommertagen besser, über die Mittagszeit in Innenräumen zu bleiben und körperliche Anstrengungen zu meiden.

Feinstaub

Im Winter und Frühling sorgt die Belastung mit "Feinstaub" für Schlagzeilen. Der feine Staub aus winzigen Partikeln mit einem Durchmesser unter 10 µm (10 Mikrometer entsprechen zehn Millionstel Meter oder ein Hundertstel Millimeter) aus Dieselruß, fein zermalmtem Streusplitt, Straßen-, Bremsscheiben- und Gummiabrieb, aus Verbrennungsprozessen in der Industrie, aus dem Hausbrand oder dem Abbrennen abgeernteter Felder - und auch der Zigarettenrauch gehört in diese Kategorie - belastet zunehmend die Atemluft. Die winzigen Partikel haben eines gemeinsam: Mit jedem Atemzug gelangen Millionen davon in die Lungen. Ultrafeine Staubteilchen, die nur 0,1 µm (ein Zehntausendstel Millimeter) messen, werden bis in die letzten Lungenbläschen transportiert und von dort nur sehr langsam oder gar nicht wieder entfernt. Sie können durch die hauchdünne Schicht hindurch in die Blutbahn gelangen - und so in alle Körperorgane. Der Feinstaub kann sich auch in der Wand der Lungenbläschen festsetzen und dort Entzündungen verursachen. Asthma- und Bronchitissymptome verstärken sich dadurch, das Lungenkrebsrisiko steigt.
Der Dieselruß wird dabei Asthmapatienten mit einer Pollenallergie besonders gefährlich, weil die Pollenallergene an den Rußpartikeln haften bleiben und mit diesen verstärkt eingeatmet werden. An Tagen mit besonders hohem Feinstaubgehalt in der Luft werden deshalb Notfallambulanzen häufiger frequentiert und sterben mehr Menschen an den Folgen von Asthma und COPD als an unbelasteten Tagen. Weil besonders Autofahrer vom Dieselruß betroffen sind, raten Umweltmediziner, an Tagen mit großer Feinstaubbelastung das Auto stehen zu lassen. Auch der Einbau eines Aktivkohlefilters kann die Belastung für die Wageninsassen verringern.
Besser wäre es freilich, wenn die Verkehrsbelastung reduziert werden könnte - in der österreichischen Stadt Graz etwa konnte durch Einführung der City-Maut die Feinstaubemission durch den Verkehr um 24 Prozent gesenkt werden.

Belastung in Innenräumen

Die meiste Zeit verbringen wir in Innenräumen - aber auch dort können sich die Atmungsorgane nicht immer erholen: Hausstaub, Formaldehyd aus Möbeln und Kosmetika, Schimmelpilzsporen in zu feuchten Räumen und der Zigarettenrauch setzen der Lunge auch zu Hause zu und können zu Überempfindlichkeits- und allergischen Reaktionen der Bronchien führen - Heuschnupfen und Asthma sind häufige Folgen (Immunsystem). Wer unter diesen Krankheiten leidet, sollte erwägen, seine Wohnung zu sanieren und mögliche Allergenquellen zu beseitigen.
      
   

"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Gitti

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Lungenkrebs - und jetzt?
« Antwort #2 am: 01. November 2007, 13:29 »

Leben mit Lungenkrebs


Hilfe im Kampf gegen Lungenkrebs

Nicht gleich die Flinte ins Korn werfen - Die Kampagne „Der zweite Atem – Leben mit Lungenkrebs“ unterstützt Lungenkrebspatienten

Die Diagnose „Lungenkrebs“ trifft Patienten und Angehörige oft aus heiterem Himmel und löst einen großen Schock aus. Für die Beteiligten tut sich plötzlich eine Vielzahl von existentiellen Fragen und Problemen auf. Bei vielen Krebsarten können sich die Erkrankten in ihrer schwierigen Situation an gut funktionierende Informations- und Selbsthilfenetzwerke wenden. Für Lungenkrebspatienten fehlt ein solches Angebot dagegen weitgehend. Auf dem Krebsaktionstag des 27. Deutschen Krebskongresses in Berlin stellte sich die Kampagne „Der 2. Atem – Leben mit Lungenkrebs“ vor, die diese Lücke schließen will.

„Jetzt handeln – gemeinsam!“ lautete das Motto des Krebsaktionstages, der im Rahmen des 27. Deutschen Krebskongresses in Berlin stattfand. Der Aktionstag richtete sich gleichermaßen an Betroffene wie Nichtbetroffene, denn Krebs ist kein Einzelschicksal: Über 425.000 Menschen in Deutschland erkranken jedes Jahr an Krebs. Nahezu jeder wird oder wurde mit dieser Krankheit schon konfrontiert - ob im Familien- oder Freundeskreis, der Nachbarschaft oder dem Arbeitsumfeld.

In Podiumsveranstaltungen, Seminaren, Gesprächen mit Experten, Ausstellungen sowie an Informationsständen wurde über Krebs, seine Vermeidung und Früherkennung informiert, sowie mögliche Beratungsangebote aufgezeigt.

Ein Schwerpunktthema des onkologischen Forums war der Lungenkrebs, der neben Brust-, Darm- und Prostatakrebs zu den häufigsten Tumorerkrankungen der westlichen Indrustrienationen gehört. In Deutschland erkranken jährlich etwa 40.000 Menschen an Lungenkrebs, der in über 85 % der Fälle auf das Rauchen zurückzuführen ist. Männer erkranken dreimal so oft wie Frauen. Die Erkrankung tritt überwiegend zwischen dem 55. und 70. Lebensjahr auf. Da Lungenkrebs im Frühstadium selten Beschwerden verursacht, wird er meist erst in fortgeschrittenem Stadium entdeckt, in dem die Heilungschancen ungünstig sind. Den Betroffenen bleibt nach dem Befund in vielen Fällen nur eine kurze Lebensspanne, so dass es kaum krankheitsspezifische Netzwerke für diese Patienten gibt.

Lungenkrebs öffentlich bekannt machen
Die von Hoffmann-La Roche unterstützte Kampagne „Der 2. Atem – Leben mit Lungenkrebs“ will diesen Misstand beheben. Lungenkrebspatienten und ihren Angehörigen soll nach der Diagnose Hilfestellung gegeben und über umfangreiche Information Ängste genommen werden. Zusätzlich wird auf mögliche Hilfsangebote hingewiesen, die den Umgang mit der Erkrankung erleichtern sollen.
Der Leitspruch der Aktion „Der zweite Atem“ steht für den Atem, den Sportler bei Höchstleistungen aufbringen müssen. Dieses Bild soll die Betroffenen ermutigen, es mit ihrer Erkrankung aufzunehmen und ihr Leben wieder aktiv zu gestalten.

Die Kampagne „Der zweite Atem“ besteht aus mehreren Bausteinen:
Die Internetseite www.lungenkrebszentrale.de bietet detailliertes Wissen über Ursachen bis zur Therapie des Lungenkrebses. Darüber hinaus können sich Interessierte hier Broschüren und einen Film zum Thema bestellen. Ein weiteres Element der Kampagne sind bundesweite Informationsveranstaltungen, in denen Lungenkrebs in all seinen Facetten näher gebracht werden soll. Eine solche Veranstaltung fand auf dem Krebsaktionstag statt.

Ehemaliger Sportstudio-Moderator Dieter Kürten setzt sich gegen Lungenkrebs ein
Dieter Kürten
Moderiert wurde die Informationsveranstaltung „Der zweite Atem – Leben mit Lungenkrebs“ von Dieter Kürten, dem Schirmherr der Kampagne. Kürten ist den überwiegend männlichen Lungenkrebspatienten als Sport-Journalist und ehemaliger Moderator des ZDF-Sportstudios wohlbekannt. Er führte in der Veranstaltung durch Gespräche mit Experten, Betroffenen und Angehörigen. Kürten betonte, dass neben all der Schulmedizin vor allem der Mensch im Visier behalten werden solle.

Zur Einführung wurden Ausschnitte aus dem Patienteninformationsfilm „Der zweite Atem“ gezeigt. „Die Idee des Films ist, allen Patienten Informationen zum Lungenkrebs zugänglich zu machen“, erläuterte der an der Veranstaltung teilnehmende Initiator des Films, PD Dr. med. Jens Ulrich Rüffer, Psychoonkologe im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie der deutschen Krebsgesellschaft in Köln. Der Film ermögliche es den Patienten, sich in häuslicher Atmosphäre mit der Krankheit vertraut zu machen. „Zusammen mit Verwandten den Film zu sehen klärt Vieles“, sagte Rüffer.

Mit einem Lungenkrebsbefund erfahrene Fachleute aufsuchen
Im Anschluss an den Film befragte Kürten die Experten zu den medizinischen Aspekten von Lungenkrebs. Dr. med. Karl-Matthias Deppermann, Chefarzt der Klinik für Pneumologie in Neuruppin berichtete von den Schwierigkeiten der Diagnosestellung. Da die Symptome von Lungenkrebs wenig spezifisch seien und schleichend verliefen, würden sie lange Zeit übergangen, erklärte Deppermann. Folglich kommen die meisten Patienten erst in fortgeschrittenem Stadium zum Arzt, in denen es schlechte Heilungsaussichten gibt. „Eine effektive Früherkennungsuntersuchung für Lungenkrebs gibt es noch nicht“, merkte Deppermann an, „es wird aber an solchen Verfahren gearbeitet.“ Mögliche Symptome einer Lungekrebserkrankung - wie eine Veränderung eines bestehenden Hustens, eine neu auftretende Heiserkeit, ein sich nicht bessernder Husten - sollten daher ernst genommen und vom Hausarzt abgeklärt werden,“ riet Prof. Dr. med. Frank Griesinger, Oberarzt der Abteilung für Hämatologie/Onkologe der Georg-August-Universität in Göttingen.

Alle Experten waren sich einig, dass es wichtig ist, sich mit der Erkrankung an erfahrene, interdisziplinär arbeitende Fachleute oder spezialisierte Zentren zu wenden. Nur so könne gewährleistet sein, dass eine optimale, auf die speziellen Bedürfnisse des Patienten zugeschnittene Therapie erfolgt. Idealerweise sollte das ganze zur Verfügung stehende Therapiespektrum - Chirurgie, medikamentöse Chemotherapie und Strahlenbehandlung - angeboten werden. Wichtig für eine gute Zusammenarbeit zwischen Patient und Arzt ist zudem, dass der Patient seinem Arzt vertraut.

Zu den aktuellen Therapiemöglichkeiten befragt, sagten die Experten aus, dass diese insgesamt schonender geworden sind. So seien die modernen Chemotherapeutika deutlich besser verträglich und könnten in der Regel ambulant verabreicht werden, bemerkte Griesinger. Die Nebenwirkungen seien weniger stark ausgeprägt und ließen sich mit zusätzlichen Medikamenten, etwa Präparaten gegen Übelkeit oder Blutarmut, gut in den Griff bekommen.

Zielgerichtete Medikamente versprechen Hoffnung in der Lungenkrebstherapie
Dr. med. Ulrich Gatzemeier, Chefarzt des Onkologischen Schwerpunktes im Krankenhaus in Großhansdorf, machte auch jenen Patienten Mut, deren Erkrankung sich in einem fortgeschrittenen Stadium befindet: „Auch bei einem später erkannten Lungenkrebs sollte man nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Denn auch hier gibt es Möglichkeiten, den Verlauf der Erkrankung hinauszuzögern.“

Neue Hoffnungen in der Lungenkrebstherapie versprechen laut Gatzemeier die zielgerichteten Therapeutika, die nur Krebszellen und keine gesunden Zellstrukturen angreifen. Hierbei docken kleine Moleküle an Zelleiweiße von entarteten Zellen an, die an der Entstehung und dem Wachstum von Tumorzellen beteiligt sind. Zu diesen Medikamenten gehört Erlotinib, das den innerhalb der Zelle gelegenen Bereich des Wachstumsfaktor-Rezeptors HER1/EGFR blockiert. In klinischen Studien brachte Erlotinib auch bei fortgeschrittenem Lungenkrebs die Erkrankung zum Stillstand und linderte Symptome, wie Husten und Atemnot. Eine Vielzahl weiterer zielgerichteter Tumortherapeutika befinden sich derzeit in klinischer Erprobung. Gatzemeier berichtete, dass derartige Medikamente zunehmend in bestehende Therapiestandards eingebaut würden. Sie seien keine Wunderpille, stellten aber eine deutliche Bereicherung der Möglichkeiten dar.

Betroffene berichten: Krebs offensiv angehen
Der persönliche Umgang mit der Krebserkrankung aus Sicht Betroffener und Angehöriger war Thema der emotional bewegenden sich anschließenden Gesprächsrunde.
Vom anfänglichen Schock bis zu der Erkenntnis, dass er statt sich in sein Schicksal zu ergeben etwas gegen die Erkrankung tun wolle, schilderte Udo Söffing seine Erfahrungen mit dem Lungenkrebs. Für ihn sei jetzt wichtig, vorwärts zu denken und sich eine gewisse Selbstständigkeit und Mobilität zu erhalten.
Auch Barbara Baysal wurde nach ihrem Lungenkrebsbefund aktiv. Sie gründete die Selbsthilfe Lungenkrebs, Mitglied der Bundesorganisation Selbsthilfe e.V., Universitätsklinikum Charite in Berlin. „Ich wollte nicht einfach jemand in der Statistik sein, die bald stirbt“, sagte Baysal. Sie erzählte von der Stigmatisierung der Lungenkrebspatienten: Raucher seien in den Augen vieler Menschen selbst an ihrer Erkrankung schuld. Baysal berichtete, dass häufig zuerst die Angehörigen die Selbsthilfegruppe aufsuchten und Betroffene dann folgten.
Aus der Perspektive eines Angehörigen beschrieb Fußball-Ikone Uwe Seeler die Krankheit. Er verlor seine 38-jährige Cousine durch Lungenkrebs. Seeler riet jedem, sich nicht aufzugeben, sondern zu kämpfen und die Erkrankung offensiv anzugehen: „Sich selbst zu bedauern ist schlechte Medizin.“

„Zum Umgang mit Krebs gibt es keine Patentrezepte“, so die Meinung des Psychoonkologen Rüffer. Doch die Kommunikation zwischen dem Patient und seiner Umgebung sei wichtig und ein offener Dialog für beide Seiten hilfreich. Auch Sport, beziehungsweise eine angemessene Form von körperlicher Bewegung, könne bei der Bewältigung der Erkrankung gut tun, fügte Rüffer an. Bewegung helfe gegen Depressionen, Schmerzen und Erschöpfung. Abschließend empfahl Rüffer, dass man auch bei einem offensiven Umgang mit dem Krebs in schwachen Stunden Gefühle wie Trauer und Tränen zulassen solle.
Zum Ende der Veranstaltung beantworteten Experten allgemeine Publikumsfragen. Spezielle Fragen konnten nach der Veranstaltung im persönlichen Gespräch mit den Experten geklärt werden, wovon rege Gebrauch gemacht wurde.

Weitere Informationsveranstaltungen der Aktion „Der zweite Atem - Leben mit Lungenkrebs“ finden in den nächsten Monaten in Essen und Leipzig statt.


Gitti

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Re: Infos zum Lungenkrebs
« Antwort #3 am: 07. Oktober 2008, 17:44 »

Jeden Tag sterben in Deutschland durchschnittlich 111 Menschen an einem bösartigen Tumor der Lunge.
Jahrelanges Rauchen war bei 90 Prozent der Männer und 60 Prozent der Frauen die Ursache.

Wie für alle Krebsarten gilt auch bei den Lungen- und Bronchialkarzinomen: Je früher man sie erkennt, desto größer sind die Heilungschancen. „Im Frühstadium verursacht Lungenkrebs aber nur selten eindeutige Beschwerden“, erklärt Robert Loddenkemper, Pneumologe an der Lungenklinik in Berlin-Heckeshorn. Wenn starke Raucher husten, über Atemnot und Schmerzen in den Bronchien klagen, diagnostizieren Ärzte deshalb häufig eine chronische Bronchitis oder Lungenentzündung, selbst wenn der Lungenkrebs schon fortgeschritten ist.

Nichtrauchen-Coach:
Unabhängig für immerAuch aus diesem Grund haben Patienten eine relativ schlechte Prognose: Nur zwölf Prozent der Männer und 14 Prozent der Frauen überleben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts die bösartigen Wucherungen. Jährlich sterben rund 40 640 Menschen an Karzinomen der Lungen und Bronchien. Die meisten von ihnen waren starke Raucher.

Doch auch wer als Nichtraucher häufig Zigarettenqualm einatmet, gefährdet seine Lungen. In deutschen Diskotheken, Kneipen und Zügen ist die Rauchbelastung so hoch, dass Mitarbeiter und Gäste eigentlich Schutzmasken tragen müssten, fanden Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums Ende 2006 heraus. Über 28,5 Millionen Nichtraucher in Deutschland sind in ihrer Freizeit derartig dicker Luft ausgesetzt. Mehr 3300 von ihnen sterben jährlich an den Folgen, zu denen auch Lungenkrebs gehört.

Fachliche Beratung: Robert Loddenkemper, Chefarzt der Lungenklinik in Berlin-Heckeshorn

Richi

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Lungenkrebs und Psychoonkologie
« Antwort #4 am: 26. November 2008, 21:41 »
 
International Psycho-Oncology Society IPOS / 24.11.2008 / 20:53 / OTS0327 5 WA 0780 PRN0010   
"Mandat für Veränderung" von europäischen Krebsspezialisten: Verbesserung der emotionalen Unterstützung und bessere Ressourcen für Patienten mit Lungenkrebs =

   Berlin, November 24 (ots/PRNewswire) -

   - Nur für Medien ausserhalb der USA/des Vereinigten Königreichs

   Ein Zusammenschluss von europäischen Krebsspezialisten forderte
heute die Herbeiführung einer grossen Veränderung bei der
Bereitstellung emotionaler Unterstützung für Patienten mit
Lungenkrebs. Dieser Aufruf erfolgt zusammen mit der International
Psycho-Oncology Society (IPOS), die ein "Mandat für Veränderung"
(Mandate for Change) herausgegeben hat, um die grundlegenden Rechte
für Patienten in Bezug auf ihr emotionales Wohlbefinden und ihre
Lebensqualität hervorzuheben.

   Lungenkrebs ist mit fast 1.000 Todesfällen pro Tag eine der
häufigsten Todesursachen in Europa.(1) Mehr als die Hälfte aller
Lungenkrebspatienten mit fortgeschrittenem Krebs leiden unter
Angstzuständen und Depressionen.(2) Doch einer von dreien gibt an,
nicht die entsprechende emotionale Unterstützung zu erhalten, die
nötig wäre, um mit dieser zehrenden Krankheit entsprechend umgehen zu
können.(3)

   "Das emotionale Trauma, mit Lungenkrebs diagnostiziert zu werden
und die Behandlung über sich ergehen zu lassen, kann ebenso viele
Gefahren für den Patienten in sich bergen wie die Krankheit selbst",
erläuterte Prof. Hellmut Samonigg, Leiter der Klinischen Abteilung
für Onkologie der Universität Graz (Österreich). "Wir brauchen ein
besseres System für die emotionale Unterstützung von Patienten mit
Lungenkrebs, damit wir ihnen dabei helfen können, mit ihrer Krankheit
umzugehen und um ihre Lebensqualität zu verbessern."

   Krebsspezialisten aus ganz Europa haben sich in Berlin getroffen,
um mehr über die jüngsten Erkenntnisse und Einblicke über den Nutzen
der Psychoonkologie in der Pflege von Lungenkrebspatienten zu
erfahren, um einen Aktionsplan zu entwickeln, der die Befürwortung
und Unterstützung von medizinischen Gemeinschaften in ganz Europa
einholen soll, und das "Mandats für Veränderung" zu unterzeichnen.
Das Mandat legt dar, dass alle Lungenkrebspatienten das Recht haben
auf:


    - die Möglichkeit zur Mitwirkung durch die Bereitstellung von
      Informationen über die verschiedenen Möglichkeiten im Anschluss an
      ihre Diagnose
    - Zugang zu Informationen und Ressourcen, die ihren speziellen
      Bedürfnissen entsprechen, die sie konsultieren und auf die sie sich
      beziehen können wann immer sie wollen
    - Zugang zu psychoonkologischer Pflege als Teil ihres fortlaufenden
      Gesundheitsmanagements
    - sichere und effektive Behandlungen, die auch ihre Lebensqualität
      verbessern


   Das "Mandat für Veränderung" ist Teil verschiedener
Veranstaltungen, die im November, dem Monat zur Schaffung von
Aufmerksamkeit für Lungenkrebs, stattfinden. Es stellt die nächste
Stufe im INSPIRE-Programm dar. INSPIRE ist eine weltweite Initiative,
die auf die Unterstützung von Lungenkrebspatienten und deren
Pflegekräfte ausgerichtet ist. Diese sollen unterstützt werden, damit
sie besser mit der Krankheit umgehen können und um deren
Lebensqualität zu erhöhen. INSPIRE wurde im November 2007 ins Leben
gerufen und wird über Subventionen von Roche finanziert.

   Psychoonkologie ist eine zunehmend an Bedeutung gewinnende
Disziplin im Bereich der Krebsfürsorge, die sich auf die
psychologischen und sozialen Auswirkungen des Krebses sowie dessen
Auswirkungen auf das Verhalten der Patienten und deren Pflegekräfte
konzentriert.

   Informationen zur Psychoonkologie

   Psychoonkologie ist eine zunehmend an Bedeutung gewinnende
Disziplin im Bereich der Krebsfürsorge, welche sich auf die
psychologischen und sozialen Auswirkungen des Krebses sowie dessen
Auswirkungen auf das Verhalten der Patienten und deren Pflegekräfte
konzentriert. Wenn die emotionale Schieflage von Lungenkrebspatienten
vernachlässigt wird, verschlimmert sich oftmals die Gesundheit der
Patienten und deren Lebensqualität. Psychoonkologie unterstützt
Patienten und deren Pflegekräfte dabei, ihre Krankheit zu meistern
und mit den überwältigenden Emotionen umzugehen, die oftmals durch
die Krebsdiagnose und der Krebsbehandlung ausgelöst werden.

   Für ausführlichere Informationen zur IPOS und wie Sie das
wichtige Programm unterstützen können, besuchen Sie bitte:
http://www.ipos-society.org.

   Informationen zur IPOS

   Seit 1984 hat sich die International Psycho-Oncology Society
(IPOS) dazu verpflichtet, die Wissenschaft der psychosozialen
Onkologie und der Verhaltensonkologie weiterzuentwickeln, da sie
sowohl zur Fürsorge für Krebspatienten und deren Familien als auch
zur Vorsorge von Krebs durch gesunde Handlungsweisen beiträgt. IPOS
ist ein Verband mit Einzelmitgliedschaft, der Spezialisten im
Fachbereich Psychoonkologie auf der ganzen Welt dient, und ein
Dachverband für nationale Verbände, die über 5.000
Forschungsfachkräfte und klinische Fachkräfte in mehr als 50 Ländern
vertreten. Psychoonkologische Interessenvertreter sind
multidisziplinär tätig und sind unter anderem Mediziner, Psychologen,
Pflegekräfte, Sozialarbeiter, Fachkräfte im Bereich Rehabilitation,
Epidemiologen, Sozialwissenschaftler und Pädagogen.

   Redaktionelle Hinweise:

   Ein zu dieser Pressemitteilung gehörendes Bild ist bei der
European Pressphoto Agency (EPA) verfügbar. Um es anzusehen, besuchen
Sie bitte https://webgate.epa.eu/ und loggen Sie sich mit dem
Benutzernamen: prnewswire und dem Passwort: guest01 ein.


    Quellenangaben
    ---------------------------------
    (1) IARC. GLOBOCAN 2002. Cancer Incidence, Mortality and Prevalence
        Worldwide (Schätzungen 2002). Zuletzt zugegriffen im Jahr 2007
        (http://www-dep.iarc.fr/).
    (2) Néron S et al. Screening for depressive symptoms in patients with
        unresectable lung cancer. Support Care Cancer 2007. 15.
        Okt.(10):1207-12. Epub 2007 14. Feb.
    (3) Umfrage in Auftrag gegeben von Roche, durchgeführt durch Patient
        Research, 2007.


Rückfragehinweis:
  Informationen Ansprechpartner: Für ausführlichere Informationen zum
  "Mandat für Veränderung" oder zur Vereinbarung eines Interviews mit
  Prof. Hellmut Samonigg kontaktieren Sie bitte: Jamie Keenan,
  Direktwahl: +44-207-397-7077, Mobil: +44-7530-823-302,
  jamie.keenan@resolutecommunications.com; Nicki Sambuco, Resolute
  Communications Resolute Communications, Direktwahl: +44-207-397-7480,
  Mobil:  +44-753-120-7242, nicki.sambuco@resolutecommunications.com



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Lungenkrebs und Infos
« Antwort #5 am: 25. Mai 2013, 23:55 »





   
         
   

Lung cancer is the #1 cancer killer in the US. But the good news is that it doesn't have to be. Fully 90 percent of all lung cancers could be prevented if everyone quit smoking.

To estimate your risk of lung cancer and learn about ways to lower that risk, take a few minutes to answer some questions about your health, background, and lifestyle.
Click on the arrow below to begin the questionnaire:

http://www.yourdiseaserisk.siteman.wustl.edu/YDRDefault.aspx?ScreenControl=YDRGeneral&ScreenName=YDRlung

Gitti

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Infos zum Lungenkrebs
« Antwort #6 am: 01. Juni 2017, 12:48 »
ngenkarzinom oder Bronchialkarzinom genannt, ist eine häufige Krebserkrankung. Jährlich erkranken in Deutschland über 50.000 Menschen an Tumoren der Lunge oder Bronchien. Am häufigsten sind sogenannte nicht-kleinzellige Lungenkarzinome (NSCLC);  sie machen rund 75-80 Prozent aller Bronchialkarzinome aus. Auslöser ist in vielen Fällen das Rauchen. Informieren Sie sich hier über Ursachen, Vorbeugung, Symptome, Diagnose und Therapie von Lungenkrebs.

https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/lungenkrebs.html#nachrichten

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Infos zum Lungenkrebs
« Antwort #7 am: 07. Februar 2021, 19:53 »
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OA. Dr. Maximilian Hochmair