Autor Thema: Krebs ist ..........  (Gelesen 29566 mal)

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admin

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Krebs ist ..........
« am: 22. April 2007, 21:40 »

Was ist Krebs?

Die Entstehung von Krebs ist ein komplexer und vielschichtiger Prozess, dem vielfältige, multifaktorielle Ursachen zugrunde liegen. Krebs wird heute als eine Erkrankung des Erbmaterials von Zellen angesehen. Kanzerogene* bewirken eine bleibende Veränderung des Erbmaterials – wenn Reparaturmechanismen ausgeschaltet oder ineffektiv sind.

Diese Veränderung der Erbinformation wird bei der Zellteilung auf die Tochterzellen übertragen. Es entstehen Zellen, die eine genetische Mutation (Veränderung) tragen. Diese Veränderung kann dazu führen, dass „Krebs-gene“, so genannte Onkogene, aktiviert bzw. Suppressorgene inaktiviert werden.

Im gesunden Gewebe funktionieren Onkogene als Wachstums-stimulatoren (Signal für Wachstum), Suppressorgene (Bremse) als Wachstumshemmer, wobei ein Gleichgewicht dieser Funktionen ein geregeltes Zellwachstum garantiert.

Die Störung dieser Kontrollgene führt zu einer gesteigerten Zellvermehrung (Proliferation). Es gibt Hinweise, dass Krebs klonalen Ursprungs ist, d.h. von einer (Progenitor-) Ursprungszelle ausgeht, die mehreren Insulten (Noxen, 3-7 Mutationen) ausgesetzt sein muss, damit die Zelle die Eigenschaft der Malignität, wie Invasivität und Metastasierung erlangt.

Bei dieser Mehrschritt-Kanzerogenese spielt der Zeitfaktor eine wesentliche Rolle. Die Tat-sache, dass Krebserkrankungen im Alter drastisch zunehmen kann auch dadurch erklärt werden, dass es viele Jahre dauert, bis die zahlreichen Veränderungen (Mutationen) sich in einer malignen Entartung von Zellen und schließlich als Krebserkrankung manifestieren.

Gerade die Erkenntnisse der letzten Jahre zeigen, dass Lifestyle-Faktoren wie falsche Ernährung, Bewegungsmangel, Tabak- und Alkoholkonsum ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Krebs-entstehung spielen.

  * Kanzerogene (krebserregende Substanzen): unter anderem chemische Substanzen,
    Strahlen, Viren, Inhaltsstoffe des Tabakrauchs und der Nahrungsmittel (-Zubereitung),
    UV-Licht, Infektionen.

Bitte achten Sie auf die 7 Krebs-Verdachtszeichen:
•   Warzen und Muttermale, die sich verändern
•   Andauernder Husten oder Heiserkeit
•   Regelmäßig anhaltende Schluck-, Magen-, Darm- oder Verdauungsbeschwerden, Blut im Stuhl
•   Neu entstandene Knoten oder Verdickungen unter der Haut sowie in Brust und Hoden
•   Ungewöhnliche Monatsblutungen oder Ausfluss
•   Nicht heilende Wunden und Geschwüre
•   Geringe Mengen von Blut im Urin, Störungen und Schmerzen beim Urinieren 
Sollten diese Veränderungen auftreten, gehen sie unverzüglich zu Ihrem Arzt!

Krebsformen
"Krebs" ist die Bezeichnung für eine Erkrankung, die durch ungebremstes Wachstum von entarteten körpereigenen Zellen und deren Ausbreitung im Organismus gekennzeichnet ist. Es ist gleichzeitig der Sammelbegriff für die verschiedensten Arten bösartiger Zellwucherungen, die in allen Regionen des Körpers entstehen können. Die Bezeichnung "Krebs" stammt vom griechischen Arzt Hippokrates, der die auf andere Gewebe übergreifenden Tumore mit den Zangen eines Krebses verglich.



Und was ist .......

Viele Fragen - viele Antworten!

Bitte was habt ihr an Aufklärung hierüber? Vielleicht: wann spricht man von Tumor oder Krebs, bzw. gutartig oder bösartig, maligne oder ....... Zellen, .........


 


admin

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Krebs ist ... Früherkennung ist ...
« Antwort #1 am: 29. April 2007, 13:36 »
Krebs ist ... Früherkennung ist ...


AKH (Allg. Krankenhaus Wien):

Wie entsteht Krebs?

.....• Entwicklung bösartiger Zellen
.....• Unkontrolliertes Wachstum der Tumorzellen
.....• Aussaat ("Metastasierung") von Tumorzellen

Als Früherkennung wurde - in direkter Anlehnung an die Empfehlungen der American Cancer Society - die Entdeckung einer Abnormalität in einer asymptomatischen oder symptomatischen Einzelperson aufgefasst, während Screening die systemische Suche nach einer Erkrankung in einer definierten Population bedeutet hätte.

Bei der Erstellung der Empfehlungen zur Früherkennung maligner Erkrankungen wurden folgende Prämissen besonders beachtet:

    * Es musste als gesichert gelten, dass die Untersuchung medizinisch effektiv in Hinblick auf eine Früherkennung der Krebserkrankung ist, um die Morbidität und/oder Mortalität positiv zu beeinflussen,
    * die durch die Untersuchungen erzielten Vorteile sollten gegenüber den Risken überwiegen, und
      die Untersuchungen selbst praktikabel und durchführbar sein.

Somit liegt nun eine für Österreich gültige allgemeine Empfehlung für die Mindesterfordernisse einer Früherkennung maligner Erkrankungen bei Einzelpersonen vor, von der wir wiederum hoffen, dass sie auf ähnliche Akzeptanz wie die vorhergehenden Publikationen dieser Arbeitsgemeinschaft stoßen und unser aller Arbeit im Sinne einer Standardisierung der Vorgangsweise für die sich uns anvertrauenden Menschen erleichtern wird.

(Univ. Prof. Dr. Christoph Zielinski, Univ.Prof. Dr. Michael Krainer, Univ.Ass.Dr. Thomas Brodowicz,
Koordinatoren des Arbeitskreises und des wiss. Komitees der ESO-Wien)

(Übersicht der Krebsarten, Genetische Testung, Tumormarker, wiss. Gesellschaften:
siehe krebszentrum.at/Vorsorge)

Dietmar E.

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Krebs ist ... lt. Roche
« Antwort #2 am: 01. Mai 2007, 14:43 »

http://www.health-kiosk.ch/de/start_krebs.htm

Was ist Krebs

Die Bezeichnung "Krebs" steht für eine Gruppe ganz unterschiedlicher bösartiger Erkrankungen, die eines gemeinsam haben: die unkontrollierte Teilung von Zellen eines Organs oder Gewebes. Eine Anhäufung von Krebszellen wird als Tumor bezeichnet. Als Folge seines unkontrollierten Wachstums zerstört er das umliegende gesunde Gewebe. Verbreitet über das Blut oder das Lymphsystem können in anderen Organen Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, entstehen.

Wie schnell ein Tumor wächst, hängt von der Geschwindigkeit ab, mit der die Zellen sich teilen. Es gibt Tumore mit Zellen, die sich sehr schnell teilen, während andere nur langsam wachsen. Die Blutversorgung spielt dabei eine entscheidende Rolle, da das Blut Nährstoffe und Sauerstoff zu den Zellen transportiert, was wiederum das Wachstum fördert. Einige Tumore können bewirken, dass weitere Blutgefäße aus den benachbarten Bereichen in den Tumor wachsen. Dies bewirkt eine bessere Versorgung der Tumore mit Nährstoffen und Sauerstoff und sie wachsen entsprechend schneller.

Wie entsteht Krebs?

Krebs ist eine multifaktorielle Erkrankung, d.h. die Entstehung kann, muss aber nicht, durch mehrere oder alle der folgenden vier Faktoren ausgelöst werden: Umwelt, genetische Veranlagung, zur Verfügung stehendes Gesundheits-System, Lebensstil

Risikofaktoren sind erwiesenermaßen:

•   Lebensstil und Ernährung: fettreiche Nahrung, Tabak- und Alkoholgenuss
•   Genetische Ursachen, vererbbare Risikofaktoren (hereditäre Prädisposition)
•   Gutartige Vermehrung der Drüsenläppchen und des Bindegewebes (proliferative Mastopathie)
•   Virusinfektionen
•   Störungen des Immunsystems

Gene und Krebs

In jüngster Zeit konnten bei Brustkrebs zwei Tumorgene BRCA1 und 2 gefunden werden. BRCA ist hierbei die Abkürzung für Breast Cancer (Brustkrebs). Frauen mit der Mutation in BRCA1 oder BRCA2 haben ein um 85% erhöhtes Risiko an Brustkrebs zu erkranken.

Bei bis zu 30% aller Darmtumore liegt ein familiäres Risiko zugrunde. Beim familiären Risiko unterscheidet man zwischen dem erblichen Darmkrebs und einer familiären Häufung von Darmkrebs. Erblicher Darmkrebs macht in etwa 7–10% aller Darmkrebsfälle aus. In den anderen Fällen mit familiärem Risiko sind die genauen genetischen Ursachen der familiären Veranlagung noch unbekannt.

Eine genetische Veranlagung oder erbliche Faktoren für maligne Lymphome sind bisher nicht nachgewiesen. Bei einigen Non-Hodgkin-Lymphomen hat man jedoch Veränderungen an den Chromosomen entdeckt, die im Laufe des Lebens erworben werden. Es handelt sich dabei also nicht um vererbbare Faktoren, sondern um neue und nur im Lymphgewebe aufgetretene Anomalien.
Diagnose, Überwachung

Nachweismethoden für eine Krebserkrankung sind
:
•   Blutzellausstrich unter dem Mikroskop (Blutbild)
•   Bluteiweiß- und Immunglobulinbestimmung (Antikörper)
•   Blutkörperchen-Senkungsgeschwindigkeit (Blutsenkung)
•   Suche nach Virusinfektionen (Virusserologie)
•   Mikroskopische Untersuchung des Lymphknotengewebes
•   Untersuchung von Knochenmarkproben oder Proben innerer Organe (Biopsie)
•   Untersuchung des Nervenwassers aus dem Zwischenwirbelraum (Lumbalpunktion)
•   Spiegelung der Bauchhöhle (Endoskopie)
•   Zytogenetische Untersuchung der Chromosomen (Gen-Nachweis auf Chromosomen mittels Fluoreszenzmikroskopie)
•   Ultraschall, Computertomographie oder Kernspintomographie
Moderne immundiagnostische Methoden ermöglichen eine genaue Klassifizierung der Krebszellen mit Hilfe spezifischer Antikörper-Reaktionen. Diese Untersuchungen erlauben Therapieprognosen mit bestimmten Medikamenten und helfen so, die Heilungschancen zu verbessern.

Krebsbehandlungen
•  Bei einer operativen Tumorentfernung wird das komplette tumorbefallene Organ und meist große Bereiche des umliegenden Gewebes entfernt.
•  Bei einer Strahlentherapie wird das befallene Gewebe mit einer erhöhten Strahlendosis örtlich begrenzt behandelt. Meist in Kombination mit anderen Methoden werden elektromagnetische Strahlung und auch Teilchenstrahlen eingesetzt.
•  Bei einer Chemotherapie besteht die medikamentöse Behandlung aus verschiedenen chemischen Substanzen, sogenannte Zytostatika, die das Wachstum der Krebszellen verhindern oder die Tumorzellen abtöten.
•  Hormone üben eine wachstumsfördernde Wirkung auf Zellen aus. Bei einer hormonellen Behandlung kann durch Wegnahme des hormonellen Wachstumsreizes das Tumorwachstum gestoppt bzw. deutlich reduziert werden.
•  Mit einer Immuntherapie wird die Aufmerksamkeit des Immunsystems gegenüber Krebszellen gestärkt. Typische Substanzen sind Interferone, Interleukine und monoklonale Antikörper

Prävention – Vorbeugung

Verhaltensweisen, mit denen jeder Einzelne sein Erkrankungsrisiko reduzieren kann:
•   Nicht Rauchen
•   Moderater Alkoholkonsum
•   Vermeidung von Übergewicht
•   Täglicher Verzehr von frischem Obst und Gemüse sowie ballaststoffreichen Getreideprodukten
•   Vermeidung übermässiger Sonnenbestrahlung
•   Für Frauen: Regelmässiges Abtasten der Brust
•   Regelmässige Vorsorgeuntersuchungen vom Arzt durchführen lassen

Wissenswertes

•   Krebs keine eigentliche Krankheit, sondern ein Oberbegriff für mehr als hundert verschiedene Formen bösartiger maligner Erkrankungen ist?
•   ein Drittel der 10 Millionen weltweit neu diagnostizierten Krebserkrankungen verhindert und ein weiteres Drittel erfolgreich behandelt werden könnten, wenn sie früher erkannt und behandelt werden würden?
•   gemäss Schätzungen der WHO in den nächsten zwanzig Jahren, mit 10 Millionen Todesfällen und 15 Millionen Neuerkrankungen pro Jahr zu rechnen ist?
•   Krebs 12% der Todesursachen weltweit ausmacht?
•   im Jahr 2000 weltweit mehr als 1,2 Millionen Brustkrebserkrankungen diagnostiziert wurden?
•   1990 das Gen für vererbbaren Brustkrebs (BRCA1) auf Chromosom 17 entdeckt wurde?
•   zur Vorsorge bei jedem Mann über 50 Jahren jährlich die Prostata untersucht werden sollte?
•   die bemerkenswertesten Errungenschaften der Neuzeit spezifische Diagnoseverfahren sind, die es ermöglichen, den Tumor zu charakterisieren und eine auf den Tumor zugeschnittene Therapie anzuwenden?

"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Jutta

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Krebs ist ..........! Aber was heißt .........? Abkürzungen .........
« Antwort #3 am: 11. September 2007, 21:35 »

Geht es euch auch so?

Da steht was, aber, was heißt das?

Es ist kein Rezept mit lateinischschöner Arztschrift.

Aber was bedeutet es?


Viele Fragen zu Abkürzungen werden beantwortet auf:


http://www.curado.de/startseite/ueber-curado/abkuerzungsverzeichnis/

Dietmar E.

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Krebs ist ..........
« Antwort #4 am: 04. November 2007, 00:19 »

In den letzten Wochen haben Mitbetroffene sich bemüht, die Freigabe zu
einer äußerst interessanten Arbeit zu bekommen.
Sicher, es braucht gute Vorkenntnisse, um da mit zu halten. Aber einige von euch
haben dies schon gezeigt. Somit:


Die Biochemie der Tumorzelle

Ein Tumor kann zu einer Krebserkrankung führen
Fachbeitrag von Dr. Isolde Riede- Kainrath

aus "Der freie Arzt Nr. 9/07"

Tumore entstehen in unserem Körper durch das unkontrollierte Wachsen von Zellen. Viele Tumore entstehen im Laufe unseres Lebens im Körper, doch nur wenige davon können zu einer Krebserkrankung führen. Hierbei sind mehrere Faktoren involviert und ausschlaggebend:

Der vollständige Artikel ist hier als Download im PDF-Format verfügbar. (313kb)
http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?t=2535
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Werner

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Krebs: gutartig - bösartig ..............
« Antwort #5 am: 06. Januar 2008, 00:18 »


    Gutartige Tumore sind kein Krebs:

Sie sind nur selten lebensbedrohlich. Meist können gutartige Tumore entfernt werden und wachsen nur selten nach.
Zellen von gutartigen Tumoren streuen nicht in die benachbarten Gewebe oder in andere Körperbereiche aus.
 


    Bösartige Tumore sind Krebs:

Sie sind im Allgemeinen schwerwiegender als gutartige Tumore und können lebensbedrohlich sein.
Bösartige Tumore können oft entfernt werden, aber es kann sein, dass sie nachwachsen
 

Dietmar E.

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Krebs wegen ......... und dann ........
« Antwort #6 am: 26. Januar 2008, 22:04 »

Lese gerade etwas Nachvollziehbares und tippsle:

"Täglich reparieren unsere Körperzellen "Fehler", die, blieben sie unbemerkt,
eine Reihe von Fehlfunktionen zur Folge hätten.

Solche fehlerhaften Zellprogramme gehen auch Krebserkrankungen voraus,
die vorwiegend fehlgesteuerte Wachstumstregulationen bestimmter Zellen nach sich ziehen.

Was unser Körper nicht ,mehr aus eigener Kraft korrigieren kann, braucht unterstützende Maßnahmen. Das
können vor allem medikamentöse Therapien, aber auch Lebensstiländerungen,
Ernährungsumstellung und begleitende Sportprogramme sowie
psychotherapeutische Gespräche sein.

Mit der Diagnose Krebs passiert zumeist ein gravierender Einschnitt im Leben eines Menschen.
Besonders in dieser Phase kann Information sehr hilfreich sein, wieder Boden unter den Füßen
spüren zu können und als mündiger Patient aus der Fülle an Behandlungsmethoden
aktiv zu wählen und mitzubestimmen.

Selbstverständlich können und sollen .......... die regelmäßige Vorsorge und dadurch gegebene Chance der Früherkennung immer noch am besten."

Dr. Paul Neumann
Medizin in der Praxis
"Sie leben mit Krebs"
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Werner

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Tumor, Krebs ist ..........
« Antwort #7 am: 17. März 2008, 22:33 »
Tumor

Starke Schwellung von Gewebe, zum Beispiel durch Wucherung von Zellen. Man unterscheidet gutartige und bösartige Tumoren.


Krebs


Unkontrolliertes Wachsen von Körperzellen, hat bei Nicht-Behandlung sehr oft tödliche Folgen. Krebserkrankungen führen in der Regel zu Tumoransiedlungen, die in das normale Gewebe ein- dringen. Im weiteren Verlauf bilden sich häufig Metastasen.


Tumor: Gutartig oder bösartig?

 
Der Begriff "Tumor" ist "wertfrei".

Tumor ist ein allgemeiner Begriff für eine örtlich begrenzte Zunahme des Gewebevolumens, ein Geschwulst. Das kann z. B. auch ein örtliches Ödem (Flüssigkeitsansammlung) sein oder eine Schwellung, die durch eine Entzündung entsteht. Im engeren Sinne wird der Begriff Tumor aber für das unkontrollierte Wachstum körpereigener Zellen angewandt. Ein Tumor kann gutartig oder bösartig sein. Der Begriff selbst ist "wertfrei".

 
Gutartige Tumore bilden keine Metastasen.
Gutartige oder benigne Tumore sind Geschwulste, die nicht über die Gewebegrenzen hinauswachsen. Sie können zwar sehr groß werden, aber sie wachsen nicht in benachbarte Gewebe hinein und bilden auch keine Tochtergeschwulste (Metastasen).

 
Bösartige Tumore bilden Metastasen und zerstören Gewebe.
Bösartige oder maligne Tumore dagegen wachsen über die Gewebegrenzen hinaus. Sie wachsen in die umgebenden Gewebe hinein und zerstören die örtlichen Strukturen. Außerdem siedeln sie mit dem Blutstrom oder der Lymphflüssigkeit Tochtertumore in andere Körperregionen ab. Diese bösartigen Tumore werden dann allgemein als Krebs bezeichnet.

 
Maligne und benigne Tumore sind sehr vielfältig und können sich auch individuell unterschiedlich ausprägen. Dennoch gibt es einige Charakteristika, die für bösartige Tumore gelten können und andere, die eher bei gutartigen Tumoren zutreffend sind. Die nachfolgende Tabelle versucht, einige dieser Kriterien zusammenfassend und vereinfachend darzustellen.

 
Gutartige (benigne) Tumore sind gekennzeichnet durch:

langsames Wachstum.
exakte Tumorgrenzen z. B. durch eine Hülle oder Kapsel.
Das umgebende Gewebe wird nicht zerstört, sondern nur verdrängt.
Der Tumor dringt nicht in Blutgefäße ein.
Der Tumor bildet keine Metastasen.
Unter dem Mikroskop sind vollständige Zellen erkennbar.
Nach der operativen Entfernung ist der Betroffene in der Regel geheilt.
Bei gutartigen Tumoren spricht man nicht von einer Krebserkrankung. Beispiele für gutartige Tumoren sind:

Adenome: Polypen der Darmschleimhaut
Hämangiom: Blutschwamm in der Leber
Lipom: Fettgewebewucherung unter der Haut
 

Bösartige (maligne) Tumore zeigen folgende Kriterien:

oft schnelles Wachstum
unklare oder gar keine Tumorbegrenzung
Der Tumor wächst in das umgebende Gewebe hinein und zerstört es.
Der Tumor dringt in Blutgefäße ein.
Der Tumor bildet Metastasen.
Unter dem Mikroskop sind unreife Zellen erkennbar.
Der Tumor tritt auch nach einer Operation oft wieder auf, oder das Tumorgewebe kann nicht vollständig entfernt werden. Deshalb ist meistens eine ergänzende Behandlungen, z. B. Chemo- und/oder Strahlentherapie und ständige Kontrollen notwendig.
 

 

Dietmar E.

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Karzinom - Krebs - Tumore
« Antwort #8 am: 22. März 2008, 22:01 »

Willkommen bei www.Karzinom.at

Karzinom - Krebs - Tumore

Eine für Patienten und Angehörige sehr bedrückende Krankheit stellt der Krebs dar. Dabei unterschiedet man aus medizinischer Sicht in der Regel nach der Entstehung. Daraus ergibt sich die Gruppe der Karzinome, bei denen es charakteristisch ist, dass sie sich direkt im Drüsengewebe des betroffenen Organs bilden.

Insgesamt rechnet man den Karzinomen 80 Prozent aller bösartigen Tumore an. Die bekanntesten Karzinome sind das Bronchialkarzinom, das Gallenblasenkarzinom, das Korpuskarzinom, aber auch das Zervixkarzinom, das Hepatozelluläre Karzinom und das Hodenkarzinom. Ebenso bekannt ist jedoch auch das Kolonkarzinom, das Larynxkarzinom, das Magenkarzinom, das Mammakarzinom, sowie das Nierenkarzinom. Aus medizinischer Sicht sollte man seine Aufmerksamkeit aber auch dem Pharynxkarzinom, dem Prostatakarzinom, dem Schilddrüsenkarzinom und dem Pankreaskarzinom beziehungsweise dem Adenokarzinom zuwenden.

Wichtig ist, dass die Karzinome relativ früh entdeckt werden, so dass man schnellstmöglich mit den notwendigen Behandlungen ansetzen kann. Früherkennungsmaßnahmen sollte man deswegen immer in Anspruch nehmen.

 
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Evi

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Krebs: Eine vermeidbare Krankheit
« Antwort #9 am: 25. April 2008, 23:48 »

Prävention bei Krebs bietet erhebliche Möglichkeiten

“Das Potenzial Krebs zu vermeiden ist erheblich”, stellte Professor Claus Leitzmann, Universität Gießen, anlässlich des 45. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) am 13. und 14. März 2008 in Bonn, fest.

Leitzmann präsentierte den neuen Bericht des World Cancer Research Fund (WCRF-Report), der auf der Auswertung von rund 7.000 Krebsstudien basiert. Ein Fazit ist: Jeder kann täglich selbst dazu beitragen, sein persönliches Krebsrisiko zu senken. Zwar lässt sich nicht jede Krebsform verhindern, da etwa fünf Prozent genetische Ursachen haben. Aber 90 Prozent der Krebserkrankungen sind umweltbedingt, davon gelten zu je einem Drittel Tabakrauch und falsche Ernährung als Auslöser. Bei der Bekämpfung von Krebs steht die Prävention im Vordergrund, denn etwa jeder zweite Krebspatient stirbt. Insgesamt sind die Zahlen erschreckend: Jährlich erkranken weltweit elf Millionen Menschen an Krebs. In Deutschland trifft die Diagnose pro Jahr etwa 400.000 Menschen. Krebs ist damit nach wie vor Todesursache Nummer zwei nach den Herz-Kreislauferkrankungen.

“Die Empfehlungen zur Krebsvorbeugung haben sich nicht wesentlich geändert, sondern wurden durch den WCRF-Report noch mal bestätigt und unterstrichen”, so Leitzmann: – Rauchen Sie nicht. – Bleiben Sie so schlank wie möglich mit einem Body-Mass-Index (BMI) im Bereich von 21 bis 25. – Seien Sie täglich für mindestens 30 bis 60 Minuten körperlich aktiv. – Essen Sie nur wenig energiedichte Lebensmittel (mit einem Kaloriengehalt von über 225 kcal pro 100 Gramm) und meiden Sie zuckerhaltige Getränke. – Essen Sie vor allem pflanzliche Lebensmittel.
Greifen Sie fünfmal am Tag zu Obst und Gemüse und bevorzugen Sie Vollkornerzeugnisse. – Reduzieren Sie den Konsum von rotem Fleisch und Fleischwaren auf maximal 500 Gramm pro Woche. – Trinken Sie maximal ein bis zwei Gläser Alkohol pro Tag. – Begrenzen Sie Ihren Salzkonsum auf unter fünf Gramm pro Tag. Nahrungsergänzungsmittel werden zur Krebsvorbeugung nicht empfohlen.

Evi

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Re: Krebs ist .......... "ein spanisches Dorf"
« Antwort #10 am: 02. Juni 2008, 00:02 »

Geht es dir auch oft so?

Was heißt das nun wieder, und niemand hat Willen und Zeit zur Aufklärung!


Recht hilfreich ist für mich DAS Krebs Lexikon

http://www.curado.de/extras/lexikon/?p1=2&p2=7&il=a


Kennst du auch für uns hilfreiche Seiten zu Krebs, egal wie speziell?

Gemeinsam sind wir STARK!

Dietmar E.

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Krebs ist ..........
« Antwort #11 am: 06. Juni 2008, 11:05 »
Servus Evi,

danke für den Tipp, deine Beiträge, dein Email.

Ja, durch die Fülle ist es oft schon schwierig, den "Wunschbeitrag" zu finden.
Deshalb: Hauptseite, re. oben Suchwort bei "Suche im Forum" eingeben, und
farbmarkierte Beiträge lesen!

Auch ich habe wieder was gefunden:

Fachbegriffe erklärt von A bis Z, speziell Uro:

Abdomen   Unterbauch; Teil des Körpers, die Bauchspeicheldrüse, Magen, Darm, Leber, Gallenblase und andere Organe enthält
 
Adenokarzinom   Krebs mit Ursprung in den Zellen, die Drüsen bilden, z. B. Bronchien, Magen, Milchdrüse usw.
 
Adjuvante Therapie   Behandlung, die auf die Erstbehandlung folgt, z.B. Chemotherapie nach einer Operation
 
Allgemeinanästhesie   Vollnarkose; bei der Allgemeinanästhesie schläft der Patient
 
Anamnese   Krankheitsgeschichte
 
Antiandrogen   Arzneimittel, das die Wirkung von männlichen Sexualhormonen blockiert
 
Anus   After; Öffnung am unteren Teil des Rektums, durch die feste Ausscheidungsprodukte den Körper verlassen
 
Anästhesie   Narkose; Herbeiführung von Schmerz- und Bewusstlosigkeit durch bestimmte Arzneimittel
 
Areola   Brustwarzenhof; das Areal pigmentierter Haut um die Brustwarze
 
Asbest   Natürliches Material aus winzigen Fasern; werden die Fasern eingeatmet, setzen sie sich in der Lunge fest und können Krebs auslösen.
 
Aspiration   Entfernen angesammelte

usw. unter ........

http://www.hexal-onkologie.de/fachbegriffe/index.php


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hilde

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Krebserkrankungen in Oberösterreich
« Antwort #12 am: 13. Oktober 2008, 15:21 »


Nicht mehr ganz neu dieser Bericht, aber ...........


Es informieren Sie:    
Dr. Otto PJETA    Präsident der Ärztekammer für OÖ

Univ.-Prof. Dr. Christian VUTUC
Dr. Peter NIEDERMOSER
   Vorstand der Abteilung für Epidemiologie der Med. Univerisität Wien
Vizepräsident der Ärztekammer für OÖ

Zweithäufigste Todesursache

In Österreich, wie auch in anderen Industriestaaten, sind Krebserkrankungen die zweithäufigste Todesursache, nur übertroffen von den Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Krebserkrankungen stellen das größte Bedrohungspotential für die Bevölkerung dar; 41% aller Österreicher bezeichnen Krebs als eine sehr bedrohliche Krankheit, gefolgt von Unfällen mit 38% und Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit 36%.

Enorme Fortschritte

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden enorme Mittel für die Krebsforschung bereitgestellt, die zur Aufdeckung der wichtigsten und bedeutendsten Krebsursachen geführt haben und damit Wege zur Prävention eröffneten. Fortschritte wurden auch auf dem Gebiet der Diagnose (Erfassung in einem früheren Stadium) und der Therapie erzielt, was sich wiederum auf die Sterberate ausgewirkt hat. Kam die Diagnose Krebs vor Jahren noch in den meisten Fällen einem Todesurteil gleich, so bestehen heutzutage, ob der Fortschritte in der modernen Medizin, bei einigen Karzinomen im Falle einer Früherkennung gute bis sehr gute Heilungschancen.

ÖBIG-Studie: unvollständiges Bild

Dienlich im Kampf gegen den Krebs sind hierbei Studien, basierend auf statistischem Material. An ihnen lässt sich auch ein Teilerfolg – nämlich sinkende Mortalitätsraten – ablesen. Bedauerlicherweise können Statistiken auch falsch interpretiert werden oder sie analysieren nur einen Teilbereich, was ein unvollständiges Bild ergibt. Anzuführen wäre hier die ÖBIG-Studie. In ihr wurde festgestellt, dass im stationären Bereich von OÖ 16% weniger Leistungen pro Krebspatient erbracht werden, dass die Krebsinzidenz (Häufigkeit) über dem Bundesdurchschnitt liegt - vor allem beim Mamma- und Prostatakarzinom - und dass ein höherer Anteil an Patienten mit metastasierendem Karzinom zum Arzt kommt. Anzumerken ist hierbei, dass die ÖBIG-Studie nur den stationären Sektor betrachtet hat. „Auf den ersten Blick wird der medizinischen Landschaft in Oberösterreich kein gutes Zeugnis ausgestellt. Eine aktuelle Studie von der Abteilung für Epidemiologie der Medizinischen Universität Wien widerlegt dies aber“, sagt Ärztekammerpräsident Dr. Otto Pjeta.

Indikator für Erfolg: Mortalitätsraten

Bei dieser Studie wurde der Erfolg im Kampf gegen den Krebs in Oberösterreich mittels Trendanalysen ausgewählter Krebserkrankungen untersucht und mit den übrigen Bundesländern verglichen. Der Schwerpunkt lag dabei auf den Mortalitätsraten, da sie der beste Indikator für einen Erfolg in der Krebsbehandlung sind. Im Gegensatz zur Inzidenz wird die Sterbequote nicht durch Früherkennung und –erfassung, bessere Diagnoseverfahren und Meldegenauigkeit beeinflusst. Zudem zeichnet sich die Statistik für Todesursachen in Österreich ob ihrer hohen Obduktionsrate durch eine sehr hohe Qualität aus.

Auf bestimmte Karzinome beschränkt

Die Studie stützt sich hierbei auf Daten der Statistik Austria.
Aufgrund der Datenmenge wurde die Auswertung auf • Krebserkrankungen insgesamt • Lungenkrebs • Dickdarmkrebs (Kolon + Rektum) • Prostatakrebs
• Brustkrebs (nur Frauen) • Eierstockkrebs und • Gebärmutterhalskrebs beschränkt. Einige dieser Tumorformen zählen zu den häufigsten Krebserkrankungen und prägen somit die Gesamtentwicklung.

Aufschlussreiche Daten

Die Studie von Univ.-Prof. Dr. med. Christian Vutuc, ao. Univ.-Prof. Dr. rec. soc. oec. Thomas Waldhör sowie ao. Univ.-Prof. Dr. med. Gerald Haidinger liefert sehr aufschlussreiche Daten über die Krebsinzidenzen (Zeitraum 1983 bis 1999) und Mortalitätsraten (1980 bis 2002) in OÖ im Vergleich zu Österreich.
So wurde im Jahr 1999 bei den Männer 18,3% und bei den Frauen 16,78 % aller in Österreich neu erfassten Krebserkrankungen in Oberösterreich diagnostiziert. Die Rangfolge der Tumorerkrankungen stimmt in Oberösterreich mit jener in Österreich überein.

Inzidenz bei Männern geringfügig höher

Aus diesen Zahlen kann aber keine Aussage über eine unterschiedliche Häufigkeit abgeleitet werden. Die altersstandardisierten Raten der Zeitreihen zeigen aber, dass bei Männer die Inzidenzrate für Krebserkrankungen insgesamt in Oberösterreich geringfügig höher ist als jene in Österreich.

Lungenkrebs bei Männern nahm stärker ab

Vergleicht man die Tumorerkrankungen von 1983 bis 1999, so sind zwei Tumorerkrankungen besonders augenfällig: In Oberösterreich hat die Häufigkeit von Lungenkrebs bei den Männern seit Anfang der 90er-Jahre etwas stärker abgenommen als in Österreich insgesamt. Bei Frauen liegt die Inzidenz im gesamten Zeitverlauf deutlich niedriger. In OÖ erkrankten jedoch im gesamten Zeitverlauf deutlich mehr Menschen an Magenkrebs, wobei die Abnahme stärker ausgeprägt ist als im gesamten Bundesgebiet. Die Ursachen liegen wahrscheinlich in der Veränderung der lokal-spezifischen Ernährungsgewohnheiten.

Niedrigere Krebssterberate

Insgesamt weist OÖ von 1980 bis 2002, sowohl bei Männern als auch bei Frauen, eine etwas niedrigere Krebssterblichkeit auf als Österreich. So hat die Mortalitätsrate bei Männern gegenüber 1980 um 21,8 Prozent abgenommen (Rest-Österreich: 17,7%). Bei den Frauen sind die Abnahmen mit 15,5 % gegenüber 1980 gleichgroß.

Weniger Tote beim Prostatakarzinom und Dickdarmkrebs

Positiver als im übrigen Österreich ist auch die Entwicklung beim kolonrektalen Karzinom – in Oberösterreich ist die Inzidenz ab 1991 zwar geringfügig höher, es sterben aber weniger Männer an Dickdarmkrebs. Und obwohl die Inzidenz beim Prostatakrebs über dem Bundesdurchschnitt liegt, ist die Sterblichkeit bei oö. Männern niedriger.

Inzidenzraten bei Brustkrebs gleich

Weitgehend übereinstimmende und gleich verlaufende Inzidenzraten zeigen sich beim Brustkrebs (die ÖBIG-Studie hatte für OÖ eine höhere Inzidenzrate festgestellt), Eierstockkrebs und Gebärmutterhalskrebs (bei den zwei letztgenannten Tumorformen basieren die Raten auf kleinen Fallzahlen und sind damit stärker jährlichen Schwankungen unterworfen).

Bessere Lebensaussichten bei Brustkrebs

Bei der Studie wurden für Brustkrebs bevölkerungsbezogene 5-Jahres-Überlebensraten für Frauen (Diagnosezeitraum 1988-1992 und 1993-1997) für Oberösterreich und Österreich berechnet. In OÖ. haben Patientinnen (Diagnose 1993 - 1997) mit 90% eine deutlich höhere 5-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit als der Bundesdurchschnitt mit 84%.

Jedes Menschenleben zählt

Nun ist statistisches Material frei von Emotionen, dahinter verbergen sich aber Menschenschicksale. Vergleicht man die Prozentzahlen beim Brustkrebs, so haben in Oberösterreich 6 % Frauen, das sind bei 100 Prozent sechs Frauen, die besseren Lebensaussichten.

Besseres therapeutisches Management

„Warum die Sterblichkeitsrate bei bestimmten Krebserkrankungen in OÖ geringer ist, kann in einer besseren Erfassung von Krebsfällen in einem therapeutisch günstigeren Stadium und/oder in einem besseren therapeutischen Management, einschließlich Nachsorge liegen“, sagt Univ.-Prof. Dr. Christian Vutuc. „Insgesamt verläuft der Trend bei Krebserkrankungen in OÖ etwas günstiger, verglichen mit dem Rest von Österreich.“ Neben der günstigeren Entwicklung der Inzidenz können auch positive Einflüsse aus dem kurativen (heilenden) Bereich als Ursache angeführt werden, die jedoch an Hand der Daten nicht einzelnen Sparten zugeordnet oder quantifiziert werden können.

Gängige Erkenntnis

„Es ist jedoch eine gängige Erkenntnis, dass dort, wo die Früherkennung besonders gut funktioniert, also intensiv nach dem Krebs gefahndet wird, auch mehr Erkrankungsfälle entdeckt werden“, betont Ärztekammerpräsident Dr. Otto Pjeta. „Die Daten sprechen nicht nur für die exzellente Früherkennung in Oberösterreich, die das Um und Auf einer erfolgreichen Krebsbehandlung sind, sondern auch für die gute therapeutische Betreuung seitens der oö. Ärzte.“

Gitti

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Zehn Irrtümer über Krebs
« Antwort #13 am: 09. November 2008, 11:05 »

Zehn Irrtümer über den bösartigen Krebs

Von Elke Bodderas 7. November 2008

http://www.welt.de/wissenschaft/medizin/article2688882/Zehn-Irrtuemer-ueber-den-boesartigen-Krebs.html

Elf Millionen Menschen erkranken jährlich auf der ganzen Welt an Krebs, etwa acht Millionen sterben jedes Jahr daran. Aber: Viel zu viel Unsinn ist über bösartige Tumore im Umlauf – Legenden, die sich hartnäckig halten und die sogar tödlich sein können. Hier sind die zehn gefährlichsten.

Kein Krebs ist wie der andere, die Krankheit ist komplex – Ursache und Wirkung sind sogar für Fachleute schwer zu verstehen. Kein Wunder, dass zu der Krankheit viele Missverständnisse kursieren, die teilweise sogar lebensgefährlich sind, wie eine Befragung von 30.000 Personen aus 29 Ländern zeigt. Verblüffend: Jede Nation pflegt ihre eigenen Krebslegenden. Viele Menschen – vor allem die in den Industrieländern – überschätzen den Einfluss der Umwelt. Stattdessen ignorieren sie, dass sie es zu einem gewissen Grad selbst in der Hand haben, ob sie krank werden oder nicht. In den Entwicklungsländern halten die meisten Menschen Krebs sogar für einen Schicksalsschlag. „Dieser Fehlglaube ist besorgniserregend, da er Menschen davon abhält, zur Vorsorge zu gehen“, so die Internationale Union gegen Krebs (UICC).

Die UICC hat die gefährlichsten Missverständnisse in ihrer Umfrage enthüllt: Demnach hält jeder Zweite Alkohol für harmlos – und die meisten Menschen glauben, dass reichlich Obst und Gemüse Krebs verhindern kann. Ebenfalls populär ist diese Legende: Wer viel Stress hat, bekommt Tumore. Aber das erhellendste Fazit, das die Umfrage ans Licht bringt, ist zugleich das unbequemste: Wir Menschen fühlen uns vor allem durch Einflüsse bedroht, die wir nicht kontrollieren können. Dass aber das eigene Verhalten entscheidender ist – das wissen die meisten nicht oder wollen es nicht wissen.


Zehn Irrtümer über Krebs

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Im Alter wächst Krebs langsamer: Das ist falsch! Krebszellen wachsen in jedem Alter gleich schnell oder langsam. Das Alter spielt dabei keine entscheidende Rolle. Je älter man wird, desto größer ist allerdings die Chance, Krebs zu bekommen. Tatsache ist, dass das Durchschnittsalter von Frauen zum Zeitpunkt der Krebsentstehung bei 69 Jahren, bei Männern bei 67 Jahren liegt. Auch diese Zahlen unterstreichen den hohen Stellenwert der Früherkennungsuntersuchungen wie zum Beispiel der Mammografie bei Brustkrebs oder der Untersuchung auf Darm- oder Hautkrebs.

Zehn Irrtümer über Krebs
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Die Gefahr ist für Frauen und Männer gleich: Das ist falsch. Männer bekommen statistisch betrachtet drei Mal häufiger bestimmte Formen von Hautkrebs als Frauen. Verantwortlich für das häufige Plattenepithelkarzinom bei Männern ist nicht in erster Linie die stärkere Bestrahlung mit Sonnenlicht. Vielmehr tragen sie weniger Antioxidantien in der Haut. Die Antioxidantien haben jedoch die Funktion, Tumorzellen abzutöten, berichtet ein Team um Tatiana Obersyszyn von der Ohio State University in Columbus. Das bedeutet: Um denselben Hautkrebsschutz zu sichern, müssen sich Männer besser vor Sonnenstrahlung schützen als Frauen. Was viele obendrein nicht wahrhaben wollen: Auch Männer erkranken an Brustkrebs. Weil das Mammakarzinom so spät erkannt wird, sind ihre Überlebenschancen schlecht – sogar schlechter als bei Frauen. Jährlich werden nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) Berlin in Deutschland nur 400 Fälle bei Männern bekannt, während es bei Frauen 43.000 sind.

Zehn Irrtümer über Krebs
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Alkohol führt nicht zu Krebs: In Ländern mit hohem Einkommen wie Österreich, Spanien, Griechenland, Australien und den USA glauben 42 Prozent der Menschen, dass Alkohol ungefährlich ist. In Ländern mit mittlerem Einkommen, etwa der Türkei, Rumänien und Serbien, halten 26 Prozent der Befragten Alkohol für ungefährlich. In Ländern mit niedrigem Einkommen wie Kenia und Nigeria sehen nur 15 Prozent keinen Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Krebs. Richtig ist: Mit steigendem Alkoholkonsum erhöht sich das Krebsrisiko. Zu viel Alkohol kann zu Leber-, Bauchspeicheldrüsen- und Speiseröhrenkrebs führen. Das Krebsforschungszentrum Heidelberg nennt sieben Risiken, die zu Krebs führen – Alkohol kommt gleich an zweiter Stelle. Bei Frauen begünstigt Alkohol die Entstehung von Brust- und Gebärmutterschleimhautkrebs. Der Grund: Durch zu viel Alkohol kann der Körper das Östrogen nicht mehr richtig abbauen. Die hohen Hormonspiegel steigern das Krebsrisiko auch bei Männern. Wichtig: Die Kombination von Alkohol und Rauchen erhöht nicht nur das Risiko für Lungenkrebs. Das Nikotin kann auch Gebärmutterhalskrebs begünstigen!

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Zehn Irrtümer über Krebs
Durch Operation %oder Strahlentherapie verbreitet sich der Krebs erst recht: Strahlen als Therapie genießen in Deutschland ein schlechtes Image, viele nennen sie in einem Atemzug mit Atomkraft und Tschernobyl. Ein gefährlicher Irrtum – immerhin sind die Strahlen inzwischen für 40 Prozent aller Heilungen verantwortlich. In vielen Fällen kann eine Therapie mit Gamma- oder Röntgenstrahlen den Krebs verkleinern, sodass Ärzte den Tumor einfacher entfernen können. Nicht bewiesen ist die Legende, dass sich durch eine OP der Krebs weiterverbreitet. Die Idee stammt unter anderem von dem Chirurgen Julius Hacketal, der in den 70er-Jahren am Beispiel des Prostatakarzinoms die Theorie vom "Haustierkrebs“ im Unterschied zum "Raubtierkrebs“ entwickelte: Haustierkrebse konnten nach seiner Vorstellung durch eine Operation "gestört“ werden und sich dann erst recht bösartig entwickeln. Hacketal trug allerdings dazu bei, dass die Chirurgie sich stark verfeinert hat: Anfangs bestand die Gefahr, durch Schnitte Krebszellen im Körper zu verstreuen. Diese Gefahr wird durch verfeinerte Operationsstrategien deutlich verringert.

http://www.welt.de/wissenschaft/medizin/article2688882/Zehn-Irrtuemer-ueber-den-boesartigen-Krebs.html


Edi

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Körperzelle wird zur Tumorzelle .........
« Antwort #14 am: 27. September 2010, 22:02 »
 27.09.2010   
   
   Umwandlung Körperzelle in Tumorzelle: Fatale Ketten-Reaktion

Was passiert auf molekularer Ebene, wenn sich eine normale Körperzelle in eine Tumorzelle verwandelt? Wissenschaftler vom Biozentrum der Universität Würzburg haben jetzt ein weiteres Detail in dem komplizierten Geschehen aufklären können. Viele Körperzellen sind im Prinzip nichts anderes als miniaturisierte, aber doch höchst aktive Chemiefabriken. Permanent werden in ihnen bestimmte Proteine hergestellt, die an anderer Stelle ihre Aufgaben verrichten und an einer dritten Stelle wieder abgebaut werden. Dieser Prozess ist im Normalfall exakt austariert. Bringt jedoch eine Störung die Abläufe aus dem Gleichgewicht, kann sich die betroffene Zelle unter Umständen zur Tumorzelle verwandeln. Sie wächst und teilt sich dann unkontrolliert weiter.


Eine tragende Rolle in diesem Geschehen trägt ein Protein mit dem wissenschaftlichen Namen „Myc“. „Myc-Proteine sind zwingend notwendig, damit Zellen normal wachsen und sich teilen können“, erklärt Dr. Nikita Popov. Popov ist Nachwuchsgruppenleiter am Lehrstuhl für Physiologische Chemie II der Universität Würzburg; bei seinen Untersuchungen der Myc-Proteine ist ihm jetzt eine wichtige Entdeckung geglückt.

Zellen brauchen Myc – aber bitte nur in einer bestimmten Dosierung. „Wenn zu viel von dem Protein vorhanden ist, teilen sich die Zellen vermehrt und bilden Tumore“, sagt Popov. Dazu kommt es aber normalerweise nicht, weil die Myc-Proteine in der Regel knapp 30 Minuten nach ihrer Synthese von der Zelle selbst wieder zerstört werden.

Und woher weiß die Zelle, dass sie das Protein abbauen muss? Ganz einfach: Weil das Protein sozusagen eine Art Aufkleber erhält mit der Aufschrift: „Bitte abbauen!“. „Dafür lagert sich eine Kette bestehend aus einem anderen Protein namens Ubiquitin an das Myc-Protein. Das ist das Zeichen für bestimmte Enzyme, dass sie hier mit der Arbeit beginnen können“, sagt Popov.

Wie der Wissenschaftler jetzt herausfand, kann es allerdings auch mit diesen Ketten Probleme geben: „Die Bestandteile der Ketten müssen auf eine ganz bestimmte Art und Weise miteinander verbunden sein, damit sie als Zeichen erkannt werden.“ Diese Art von Kette, die zum Abbau führt, wird von einem Protein namens Fbw7 an Myc angeheftet. „Interessanterweise fehlt dieses Fbw7 häufig in menschlichen Tumorzellen“, so Popov.

Nikita Popov hat nun herausgefunden, dass ein weiteres Eiweißmolekül namens beta-TrCP genau an dieselbe Stelle der Myc-Proteine Ubiquitin-Ketten anheften kann, die jedoch auf eine andere Art und Weise miteinander verknüpft sind. Während die von Fbw7 gebildeten Ketten zum Abbau führen, werden die von TrCP angehefteten Ketten nicht als Signal zum Abbau erkannt. Dies führt dazu, dass Myc stabilisiert wird, was dafür sorgt, dass die Myc-Konzentration in der Zelle nicht zu stark absinkt.

„Es ist bekannt, dass bestimmte Krebszellen zu viel beta-TrCP produzieren. Das könnte der Grund sein, weshalb sie zu viel Myc in sich tragen und in der Folge entarten“, sagt Popov. Seine neue Erkenntnis zeigt jetzt, dass Ubiquitin-Ketten nicht nur als Abbausignal dienen können. Bei einer bestimmten Art der Verknüpfung können sie auch als „Stopp-Signal“ dienen und den Abbau eines Proteins verzögern. Auf diese Art kann eine normale Zelle ihre Protein-Level regulieren. Kommt dieses Regulationssystem jedoch aus dem Gleichgewicht, beispielsweise durch zuviel beta-TrCP oder zuwenig Fbw7, kann das die fatale Folge haben, dass eine normale Zelle zur Krebszelle entartet.

Über die Arbeit von Nikita Popov berichtet die Fachzeitschrift Nature Cell Biology in ihrer aktuellen Ausgabe.

Ubiquitination of the amino-terminus of Myc by SCFbeta-TrCP antagonizes SCFFbw7-mediated turnover. Nikita Popov, Christina Schülein, Laura A. Jaenicke and Martin Eilers.

Quelle: Julius-Maximilians-Universität Würzburg

hilde

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Krebs ist .......... "Der König aller Krankheiten"
« Antwort #15 am: 21. Februar 2012, 00:35 »



"Der König aller Krankheiten"

Das einzigartige Buch des Krebsforschers Siddhartha Mukherjee

Sendeanstalt und Sendedatum: NDR, Sonntag, 19. Februar 2012

    Video zum Beitrag
   
Siddhartha Mukherjee (Bild: Deborah Feingold)lupe Bildunterschrift: Siddhartha Mukherjee ist Krebsforscher und praktizierender Onkologe in New York. ]
Krebs ist die große Volksangst: Er ist allgegenwärtig, unbesiegbar, mächtig. Vor ihm sind alle Patienten gleich. Zum "König aller Krankheiten" erklärt ihn der New Yorker Onkologe Siddhartha Mukherjee. Er behandelt Krebs, er erforscht ihn und er beschreibt ihn nun: in einer "Biografie".

"Eigentlich sollte das Buch 'Geschichte des Krebses' heißen", erzählt der Wissenschaftler. "Dann habe ich mich für Biografie entschieden, nicht weil ich den Krebs als Person sehe, sondern weil er eine eigene Geschichte hat. Man beginnt durch den Krebs, die Welt zu verstehen."
Krebszellen wachsen für immer weiter

Bildunterschrift: ]
Mukherjee beschreibt Erschreckendes: Jeder zweite Mann und jede dritte Frau in den Industrienationen werden im Laufe ihres Lebens an Krebs erkranken. Dabei nimmt sich diese tödliche Krankheit das Leben zum Vorbild: Unsere Zellen müssen wachsen, damit wir weiterleben. Und sie wissen genau, wann sie aufhören müssen, sich zu teilen. Krebszellen wissen das nicht. Sie wuchern weiter - für immer.

"Tatsächlich sind Krebszellen auf eine gewisse Art unsterblich: Sie teilen sich unaufhörlich. Wir haben Zellkulturen einer Patientin eingelagert", berichtet Mukherjee. "Vor 20 Jahren starb sie an Leukämie. Aber die Krebszellen, die wir von ihr haben, wachsen. Sie wachsen für immer weiter - eine perverse Unsterblichkeit."

Krebs ist keine moderne Zivilisationskrankheit

Buchcover: Der König aller Krankheiten von Siddharta Mukherjee. (Bild: Dumont Verlag)lupe Bildunterschrift: Seit über 5.000 Jahren lebt die Menschheit mit Krebs. Ebenso lange stirbt sie daran. ]
Krebs betreibt eine exzessive Überproduktion. Er scheint in unsere Zeit zu passen, dabei ist er alles andere als eine moderne Zivilisationskrankheit beweist Mukherjee. Schon der Name ist "uralt Antike": Das harte Geschwür - versorgt von Blutbahnen - erinnerte Hippokrates an einen Krebs: Er taufte die Krankheit "Karkinos". Mukherjee beschreibt den Krebs als dunklen Menschheitsbegleiter. Er porträtiert ihn, vereinigt dafür die Patienten aller Epochen, erläutert erlebte und erlittene Medizingeschichte.

Bildunterschrift: ]
Angefangen hat es bei der Perserkönigin Atossa. Schon 500 vor Christus ließ sie sich den schmerzenden Knoten von ihrem Sklaven entfernen. Neben dem Messer gab es lange nur Gegenmittelchen wie Ziegenkot und Blei-Tinktur. 2.000 Jahre siegt fast immer die Krankheit – bis die Mediziner rabiater wurden.

"Ein aggressiver Wettlauf: So wurden etwa mit der Brust auch der Brustmuskel, das Schlüsselbein, die Rippen entfernt, ein grausames Rennen, um den Krebs einzuholen", so Mukherjee. "Und die Frauen flehten die Chirurgen förmlich an, sie so zu operieren. Schrieben Briefe wie: Schont mich nicht! Schneidet, was ihr müsst, auch wenn ihr mich verstümmelt: Ich will nur meinen Körper vom Krebs befreien."

Krebsforschung als Schlachtfeld

Bildunterschrift: ]
Siddhartha Mukherjee zeigt, wie bald nahezu jede Erfindung auch gegen den Krebs angewandt wird: Chemikalien, eigentlich als Giftgase für den Krieg entwickelt - oder die radioaktive Strahlung. Die Krebstherapien des 20 Jahrhunderts begannen oft als Nebenprodukt der Kriegsindustrie. Die Krebsforschung selbst wurde zum Schlachtfeld. Ist es giftig für uns, ist es vielleicht auch giftig für den Feind in uns. Das Waffenzücken, der Kampf begann.

"Patienten benutzen diese Metapher bis heute häufig", so der Onkologe. "Helfen Sie mir mit meinem Kampf! Wird die Chemotherapie meine Krankheit besiegen? Wie wird sie den Tumor angreifen? Es gibt aber auch Patienten die diese Kriegsmetaphern ablehnen: Eine Patientin sagte mir: Kämpfen Sie doch dagegen! Sie sind der Arzt. Ich versuche nur, mich zu heilen."
Immer mehr Menschen erkranken an Krebs

Bildunterschrift: ]
Siddhartha Mukherjee erzählt von einem Menschheitstraum: der besiegte Krebs. Fast jedes Gegenmittel wurde einmal zum Wunder erklärt, zum Heilmittel hochgejubelt. Was blieb, ist die Krankheit. Heute bieten wir alles gegen ihn auf: Wir schneiden, vergiften und bestrahlen den Krebs – lernen ihn in- und auswendig kennen: Humangenetisch. Trotzdem, als würde er uns verhöhnen, steigen die Krebsraten, sagt Mukherjee: "Die Bevölkerung wird immer älter, und Krebs ist eine altersbedingte Erkrankung. Jetzt, wo wir die anderen Krankheiten in Schach halten, sterben wir an ihm. Gegen ihn wird es nie ein Penicilin geben. Er gibt ja Hunderte verschiedene Arten. Ein Heilmittel ist eine absurde Vorstellung."
Krebs als unser dunkler Zwilling

Bildunterschrift: ]
Das ist das unhappy End dieser Biografie, die uns endlich ein Bild dieser Krankheit schenkt: Krebs als unser dunkler Zwilling, der an unserer Seite war und bleibt - weil er zu uns gehört wie das Wachsen und das Älterwerden selbst.

(Beitrag: Eva-Maria Lemke, Gabriella Spierer)
 
Literatur

"Der König aller Krankheiten"
von Siddhartha Mukherjee
670 Seiten, Hardcover
Dumont Buchverlag, 16.02.2012
ISBN 978-3-8321-9644-8

Originaltitel: "The Emperor of All Maladies. A Biography of Cancer"

Preis: 26 Euro
 

Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 19.02.2012. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.


http://www.daserste.de/ttt/beitrag_dyn~uid,rnrjm3kukqjqzq3l~cm.asp



hilde

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Krebs - Eine Herausforderung für Körper und Seele
« Antwort #16 am: 26. Februar 2012, 14:07 »



Neuer Schwerpunkt
Krebs - Eine Herausforderung für Körper und Seele
Regina Philipp, 03. Februar 2012 10:47

    Artikelbild
    Foto: m.e./www.pixelio.de

    Krebs wird nach wie vor mit Schmerz, Siechtum und baldigem Tod in Verbindung gebracht. Assoziationen, die heute nur mehr bedingt ihre Berechtigung haben.

derStandard.at startet eine neue Serie über Krebs und räumt mit Mythen und Halbwahrheiten auf, die rund um die Erkrankung kursieren

Allgegenwärtig und dennoch tabuisiert: Rund um die Erkrankung Krebs kursieren zahlreiche Mythen und Halbwahrheiten. Das Informationsdefizit ist groß und Aufklärungsarbeit ein diffiziles Unterfangen. Der Wiener Krebstag 2012 leistet dazu in Zusammenarbeit mit der Initiative "Leben mit Krebs" am Samstag im Festsaal des Wiener Rathauses mit einem umfassenden Vortragsprogramm einen wichtigen Beitrag. derStandard.at nimmt den Tag, der gleichzeitig auch Weltkrebstag ist, zum Anlass, sich im kommenden Jahr mit wichtigen Fragen zu diesem Thema auseinanderzusetzen.

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Das Damoklesschwert Krebs schwebt über jedem Menschen, denn laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkrankt jeder dritte Mensch im Laufe seines Lebens daran. Krebskranke bilden also einen Gutteil unserer Gesellschaft, trotzdem trifft die Diagnose jeden Einzelnen davon wie ein Blitz, oft ganz ohne Vorwarnung. "Eine Erkrankung, die so schwer ist, dass sie letztlich zum Tod führen kann, wird von Patienten gegenüber der Umwelt gerne verschwiegen", lautet Christoph Zielinskis mögliche Erklärung für die anhaltende Tabuisierung dieser prominenten Erkrankung. Einen Zusammenhang sieht der Vorstand der Universitätsklinik für Innere Medizin I und Leiter der Abteilung für Onkologie am Wiener AKH hier auch mit der Schuldfrage, die sich Betroffene häufig stellen. "Die meisten Krebsarten, mit Ausnahme derjenigen die man sich durch ein bestimmtes Fehlverhalten tatsächlich selbst zufügt, sind quasi ohne irgendeinen Grund entstanden", betont der Krebsspezialist. Prophylaktische Maßnahmen gebe es, außer nicht zu rauchen und stundenlanges Sonnenbaden zu vermeiden, kaum.

Heilung oder Chronifizierung

Assoziationen wie Schmerz, Siechtum und baldiger Tod scheinen jedoch unumstößlich, dabei haben diese heute nur mehr bedingt ihre Berechtigung. "In den meisten Fällen ist Krebs heute keine Akutbedrohung mehr, sondern vielmehr eine chronische Erkrankung", sagt Gabriela Kornek, Onkologin an der Universitätsklinik für Innere Medizin I in Wien und Präsidentin der Initiative "Leben mit Krebs". Dem medizinischen Fortschritt ist es zu verdanken, dass die Sterblichkeitsrate infolge dieser Erkrankung stetig sinkt und die Lebenserwartung bereits um ein Vielfaches gestiegen ist.

"Früh erkannter Darm- oder Brustkrebs, der chirurgisch entfernt und anschließend chemotherapeutisch therapiert wird, kann heute geheilt werden", serviert Zielinski die erfreulichen Fakten. Bei fortgeschrittenen Erkrankungen mit Metastasierung gelingt in vielen Fällen eine Chronifizierung. Optimismus wäre also in vielen Fällen durchaus angebracht, trotzdem verändert die Diagnose Krebs das Leben der Betroffenen in aller Regel nachhaltig. Geschockt und beherrscht von Angst, sind viele Krebspatienten mit der Fülle an medizinischer Information schlichtweg überfordert. Zwar wäre der Bedarf an Fragen groß, nachgefragt wird in dieser Ausnahmesituation aber trotzdem oft nicht.

Simple Fragen, komplexe Antworten

Die Initiative "Leben mit Krebs" - von Zielinski vor mittlerweile zwölf Jahren ins Leben gerufen - will dieses Informationsdefizit füllen und beantwortet Fragen oder nimmt Fragen vorweg, die Patienten bewegen könnten. "Eines der großen Probleme ist, dass wir es hier mit einer sehr komplexen Erkrankung zu tun haben, wo es auf die simpelsten Fragen keine einfachen Antworten gibt", ortet Zielinski Gründe für zahlreiche Mystifizierungen.

Einfach macht es der Krebs also Patienten und Medizinern nicht. Aufklärungsarbeit ist schwierig und erfordert viel Zeit und Einfühlungsvermögen der Ärzte. Die Therapie ist langwierig und oft mit Einbußen der Lebensqualität der Patienten verbunden. Dinge, die es auch angesichts bestehender Heilungschancen schwer machen, der Erkrankung ihren Schrecken zu nehmen. "Wenn man Krebs in Relation mit Aids setzt, dann wird verständlich, warum die Angst vor Aids in der Bevölkerung deutlich abgenommen hat. Kaum einer stirbt mehr daran, und außer der bloßen Einnahme von Tabletten muss man sich keiner Behandlung unterziehen", zieht Kornek einen Vergleich.

Herausforderung für Körper und Seele

Krebspatienten dagegen müssen Operationen, Chemo- und Strahlentherapien über sich ergehen lassen, die zum Teil mit heftigen Nebenwirkungen verbunden sind. Übelkeit, Mundtrockenheit, Haarausfall und chronische Müdigkeit rücken die Erkrankung oft über Monate in den Mittelpunkt und treiben Betroffene nicht selten in die soziale Isolation.

Die Verletzlichkeit des Körpers und die eigene Endlichkeit zu akzeptieren ist zudem für die Psyche eine große Herausforderung. Dabei ist der Umgang mit der Erkrankung ganz individuell. Zwischen Verdrängung und aktiver Auseinandersetzung sind alle Spielarten der Bewältigung möglich. "Begleitet und unterstützt werden Patienten und auch die Angehörigen von Psychoonkologen", so Kornek. Problematisch ist nur: Die Ressourcen sind knapp und werden immer knapper. Der Weg bis zur Heilung oder Chronifizierung ist lang, mit einem kurzen Aufklärungsgespräch ist es also in aller Regel nicht getan. "Früher sind die Patienten nach sechs Monaten bereits nicht mehr gekommen, heute begleiten wir die Betroffenen oft über zehn Jahre hinweg. Die Zahl der Krebspatienten hat sich dadurch vervielfacht, die personellen Ressourcen leider nicht", resümiert Kornek und sieht hier neben weiteren Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen ebenfalls dringenden Handlungsbedarf.

(derStandard.at, 3.2.2012)

http://derstandard.at/1326504082691/Neuer-Schwerpunkt-Krebs---Eine-Herausforderung-fuer-Koerper-und-Seele