Autor Thema: Brustkrebs - Hormontherapie  (Gelesen 6606 mal)

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Jutta

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Brustkrebs - Hormontherapie
« am: 28. Mai 2008, 20:33 »
Hormontherapie und Brustkrebs – Deutsche Daten jetzt publiziert – Keine Entwarnung

Mittwoch, 28. Mai 2008

Köln – Eine Hormontherapie (HT) über mehr als fünf Jahre erhöht das Brustkrebsrisiko; es sinkt jedoch relativ rasch nach dem Absetzen wieder auf Normalwerte. Dieses Ergebnis der bevölkerungsbasierten deutschen Fall-Kontroll-Studie MARIE (Int J Cancer, DOI 10.1002/ijc.23655) stimmt weitgehend mit den großen Untersuchungen aus dem Ausland überein. Anders als in der Women´s Health Initiative (WHI) ist aber nicht nur die Kombinationsbehandlung, sondern auch die reine Estrogentherapie mit einem erhöhten Mammakarzinomrisiko verknüpft.

MARIE steht für Mammakarzinom-Risikofaktoren-Erhebung, bei der die Daten von 3.464 Frauen mit histologisch gesichertem Brustkrebs und 6.657 Kontrollen im Alter zwischen 50 und 74 Jahren verglichen wurden. Die Erhebung (von 2002 bis 2005) fand in Hamburg und der Region Rhein-Neckar unter der Leitung von Wilhelm Braendle und Jenny Chang-Claude statt. Alle neu erkrankten Patientinnen mit invasiven und In-situ-Mammakarzinomen wurden in strukturierten Interviews befragt.

Fazit der MARIE-Studie

    * Eine mehrjährige Hormontherapie (HT) nach der Menopause steigert das Brustkrebsrisiko.
    * Eine kontinuierlich kombinierte HT lässt das Risiko stärker ansteigen als eine zyklisch kombinierte HT
    * Das Brustkrebsrisiko ist am niedrigsten bei reiner Estrogentherapie.
    * Fünf Jahre nach Absetzen der HT besteht kein erhöhtes Risiko mehr.

Knapp 3.800 Frauen hatten nie Hormone eingenommen, rund 6.300 gaben an, eine HT – überwiegend mit Tabletten – durchgeführt zu haben (68 Prozent der Fälle, 60 Prozent der Kontrollen), 3.800 wandten sie aktuell an (47 beziehungsweise 33 Prozent). In dieser Gruppe war das Brustkrebsrisiko am stärksten erhöht: Die Wahrscheinlichkeit für ein Mammakarzinom lag mit einer Odds Ratio (OR) von 1,73 deutlich höher als bei Frauen nach Absetzen einer HT (OR 0,98) oder „hormonnaiven“ Frauen (OR 1,37). Die Inzidenz stieg mit der Dauer der Therapie bis zu einem Intervall von 15 Jahren und fiel dann wieder ab. Fünf Jahre nach Absetzen war das Risiko nicht mehr erhöht, auch bei Frauen mit über zehnjähriger Hormoneinnahme.

Diese Ergebnisse weisen für Braendle eindeutig darauf hin, dass die HT die Proliferation bestehender Mammakarzinomen beeinflusst und sie nicht initiiert. Deshalb erwartet er nach dem Rückgang der Inzidenz in den Krebsregistern aufgrund der gefallenen Verordnungszahlen für die Zukunft – mit einer gewissen Latenzzeit – auch wieder einen Anstieg.

Deutliche Unterschiede zeigten sich bei der Analyse nach dem
Typus der HT: Bei kombinierter Gabe errechnete sich ein höheres Risiko als unter Estrogen-Monotherapie (OR 1,99 versus 1,15); die kontinuierlich-kombinierte Einnahme schnitt dabei – vermutlich bedingt durch die höheren Hormondosen –  schlechter ab als die zyklische (OR 2,10 versus 1,64).

Aufgeschlüsselt nach dem Typ des Gestagens in der Kombination zeigte sich dies sowohl in Norethisteronacetat- als auch bei Levonorgestrel-Derivaten in einer höheren Inzidenz invasiver ductaler und lobulärer Karzinome, das Risiko war bei Progesteron-Abkömmlingen geringer (OR 2,27 versus 1,47).

„Insgesamt scheint jedoch die spezifische  Gestagenkomponente weniger wichtig zu sein als die Gesamtdosis“, kommentieren die Autoren. Braendle betont deshalb, bei Verordnungen immer die niedrigste mögliche Dosis zu bevorzugen.

Eine Anpassung der Dosis ist den Daten zufolge gerade bei schlanken Frauen sinnvoll: Die Aufschlüsselung des Risikos nach Body-Mass-Index bestätigte vorausgegangene Studien, nach denen adipöse Frauen (BMI >30 kg/m2) unter einer HT ein signifikant niedrigeres Risiko laufen als normalgewichtige oder schlanke Patientinnen (OR 1,17 versus 1,46 bei BMI <22,5).

„Um die Sicherheit der Hormongabe zu erhöhen, ist bei den leichtgewichtigen Frauen deshalb besonders auf eine möglichst niedrige Dosierung zu achten. Die Industrie bietet dafür entsprechende Fertigpräparate an. Bei Monopräparaten ist es auch möglich, Tabletten zu teilen. Gele erleichtern die individuelle Anpassung“, erklärt Braendle die praktischen Konsequenzen.

Die Daten der deutschen Erhebung zum Brustkrebsrisiko unter HT bestätigen damit im Großen und Ganzen die aus England und den USA erhobenen Zusammenhänge, weisen aber auch fassbare Unterschiede auf: Die Inzidenz von Mammakarzinomen stieg in der deutschen Untersuchung auch bei Estrogen-Monotherapie, ebenso wie in der englischen Million Women Study und der französischen E3N-Studie – im Gegensatz dazu stehen die Resultate der WHI-Studie, in deren Monoarm kein erhöhtes Brustkrebsrisiko ermittelt wurde.

Eine Erklärung hierfür steht ebenso aus wie für die Frage, ob und warum unterschiedliche Gestagentypen das Risiko beeinflussen. Aufschluss hierüber erwartet Braendle vom zweiten Teil der laufenden Studie des BMBF, in der die Auswirkungen der HT auf Genexpressionsmuster geprüft werden.

aerzeblatt.de

International Journal of Cancer

hilde

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Nach Abschluss einer Antiöstrogentherapie bei hormonempfindlichem Brustkrebs im Frühstadium kann auf einen Aromatasehemmer umgestellt werden. Der Wechsel zahlt sich selbst dann aus, wenn er mit einiger Verzögerung erfolgt.
 
So wurden im Rahmen einer Studie Patientinnen mit frühem hormonempfindlichem Brustkrebs nach Beendigung einer fünfjährigen Antiöstrogentherapie zunächst mit einem Scheinmedikament (Placebo) behandelt. Erst mit einer Verzögerung von durchschnittlich fast drei Jahren erhielt ein Teil der Frauen auf eigenen Wunsch dem Aromatasehemmer Letrozol. Doch auch der späte Beginn dieser zusätzlichen Behandlung brachte Erfolg: Gegenüber Frauen, die keine Therapie mit dem Aromatasehemmer durchführen wollten, traten in den Folgejahren bei den mit diesem Arzneimittel Behandelten weniger Rückfälle in der ursprünglich erkrankten Brust, weniger Tochtergeschwülste in .......... http://www.ueberleben-mit-brustkrebs.de/brustkrebs/klinische_studien/content-184107.html


Sissi

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Brustkrebs - Hormontherapie: geringe Dosis, kurze Dauer!
« Antwort #2 am: 13. Juni 2008, 16:56 »


BOSTON (hub). Die langfristige Einnahme von Hormonen in der Postmenopause erhöht das Schlaganfallrisiko geringfügig. Kurze Therapiedauer und niedrige Dosis können die Schlaganfallrate deutlich senken.

Eine Auswertung der Daten der Nurses’ Health Study mit über 120 000 Frauen kommt zu dem Ergebnis: Frauen mit reiner Östrogentherapie haben eine 1,4-fach erhöhte Schlaganfallrate. Bei Frauen mit einer Östrogen-Gestagen-Kombi ist die Rate um das 1,3-Fache erhöht - verglichen mit Frauen ohne Hormontherapie.

Frauen unter 50 Jahren haben kaum ein erhöhtes Schlaganfallrisiko, nehmen sie die Hormone für weniger als fünf Jahre ein (Arch Int Med 168, 2008, 861). Bei Frauen von 50 bis 54 Jahren ist statistisch mit zwei zusätzlichen Insulten auf 10 000 Frauen pro Jahr Hormontherapie zu rechnen, so die Forscher von der Harvard-Uni.

Zwischen dem Schlaganfallrisiko und der Dosis an - konjugierten - Östrogenen war der Zusammenhang eng: Die Risikofaktoren lagen bei 0,9 (0,3 mg/d), 1,5 (0,63 mg/d) und 1,6 (1,25 mg/d). Die Autoren raten zu niedrigen Dosen bei kurzer Therapiedauer.

http://www.univadis.de/medical_and_more/de_DE_Medizin_Detail?articleItemId=803ecda1a6f44aeb3e6bf2743264aa24

Dietmar E.

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Brustkrebs - Hormone nicht Ursache aber Wachstumsförderer von Krebs
« Antwort #3 am: 08. November 2008, 16:04 »
07.11.2008

Hormone nicht Ursache aber Wachstumsförderer von Krebs

Bei Rabenauer Gesundheitsforum Strategien gegen Wechseljahre-Beschwerden im Mittelpunkt

LONDORF (dge). "Hormone im Klimakterium? Nein, danke...?". Ungefähr um das 50. Lebensjahr herum trifft es jede Frau, die Wechseljahre setzen ein. Soll man hier die einhergehenden Beschwerden mit Hormonen behandeln oder nicht - zu diesem Thema referierte im Rahmen des Rabenauer Gesundheitsforums Prof. Dr. Dr. Hans-Rudolf Tinneberg, Direktor der Frauenklinik Gießen. Kopfschmerzen, Ängste, Durchblutungsstörungen, Spannungsgefühle, Schwindel, Reizbarkeit, Nervosität, Schlaflosigkeit, Schwitzen, Hitzewallungen und depressive Verstimmungen begleiten viele Frauen durch die Zeit des Klimakteriums. Manche trifft es mehr, manche weniger. Ernst zu nehmen sind die Beschwerden auf jeden Fall und von "sich anstellen" kann hier keine Rede sein.
Verursacher sind die Hormone, genauer gesagt deren Rückgang. Der Vorrat an östrogen-produzierenden Eizellen ist erschöpft. Östrogene, stellte Tinneberg fest, machen froh, fit und sorgen für Freude an der Sexualität.

Im weiblichen Körper sind sie zuständig für die Entwicklung zur Geschlechtsreife, der Brust und Schambehaarung sowie den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Zudem wirken sie sich auf Knochen, Muskeln, Haare, Haut, Stoffwechsel und Nervensystem aus. Fällt ihre Produktion weg, kommt es häufig zu den oben genannten Beschwerden. Auch das Hormon Testosteron vermindert sich während der Menopause. Damit einher gehen eine Verminderung des sexuellen Verlangens, eine abnehmende Erregbarkeit und eine abgeschwächte Lebensenergie sowie ein verminderter Muskeltonus.

Hinzu kommt bei einigen Frauen der Verlust oder die Ausdünnung der Schambehaarung, trockenes und brüchiges Kopfhaar und eine trockene Haut. Es tut sich also eine ganze Menge in der Zeit der Wechseljahre. Die durchschnittliche Lebenserwartung von rund 80 Jahren bei Frauen bedeutet, dass sie nach den Wechseljahren 30 Jahre in einer Hormonmangelsitutiation leben.

In der Vergangenheit hat die Medizin dem mit der Verabreichung von Hormonen, vorwiegend einer Östrogen-Gestagen-Kombination, entgegengesteuert. Vor einigen Jahren veröffentlichte jedoch das Magazin-Spiegel eine Studie, die unter vielen Frauen Verunsicherung und teilweise auch Panik auslöste und dazu führte, dass die Hormonpräparate nicht mehr eingenommen wurden. Die Studie der World Health Initiative (WHI) hob unter anderem ein erhöhtes Brustkrebsrisiko durch die Einnahme von Hormonpräparaten hervor.

Wie Hans-Rudolf Tinneberg ausführte, verursachen Hormonpräparate nicht den Krebs, sind folglich nicht der Auslöser einer Erkrankung. Allerdings fördern sie das Wachstum eines vorhandenen Tumors und sollte in diesem Fall abgesetzt werden, um das Risiko einzugrenzen. Um die Beschwerden der Wechseljahre zu lindern, gibt es derzeit keine Alternative zur Hormonersatztherapie, stellte Tinneberg weiterhin fest. Hormone können als Tabletten eingenommen werden oder als Pflaster, Gel oder Spray über die Haut. Letzteres schont die Leber und kommt direkt über die Haut in den Blutkreislauf.

Aber man kann auch selbst ein wenig zum Wohlbefinden beitragen. Gegen die lästigen Hitzewallungen kann es schon helfen, auf Hitze auslösende Getränke wie Kaffee oder Tee zu verzichten. Gesunde Ernährung, Sport, Entspannungsübungen und viel Bewegung an der frischen Luft tun ein Übriges. Hormone - nein, danke? So viel wie nötig und so wenig wie möglich, rät der Gynäkologe Tinneberg. Sein Fazit: Wenn es zur Verbesserung der Lebensqualität erforderlich und sinnvoll ist, dann gerne.
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Evi

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Re: Brustkrebs - Hormontherapie
« Antwort #4 am: 05. Februar 2009, 12:53 »
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=090205013

   pte090205013
   Medizin/Wellness, Forschung/Technologie

   Erhöhtes Krebsrisiko durch Hormonersatztherapie
   Bei fünf Jahren Einnahme verdoppelt sich das Risiko jährlich

   Stanford (pte/05.02.2009/10:30) - Neue Beweise für einen Zusammenhang
   zwischen der Hormonersatztherapie und einem erhöhten Brustkrebs-Risiko
   haben Wissenschaftler der Stanford University http://www.stanford.edu
   gefunden. Das Team um Marcia Stefanik wies nach, dass das Risiko nach
   Beendigung der Therapie deutlich sank. Die Krebsexpertin Valerie Beral
   von der Oxford University sagte, dass der 50prozentige Rückgang der
   Hormonersatztherapie in den vergangenen Jahren wahrscheinlich bis zu
   1.000 Erkrankungen im Jahr verhindert habe. Eine andere Gruppe von
   Experten argumentiert, dass der Rückgang auf andere Faktoren
   zurückzuführen sei. Die Interpretation der aus dem Jahr 2002 stammenden
   Women's Health Initiative-Studie http://www.nhlbi.nih.gov/whi war immer
   wieder Gegenstand heißer Debatten. Sie hat die Einnahme von Östrogen und
   Progestin mit Brustkrebs in Zusammenhang gebracht. Details der aktuellen
   Studie wurden im New England Journal of Medicine http://content.nejm.org
   veröffentlicht.

   Die Kombination von Östrogen und Progestin bleibt laut BBC in
   Großbritannien die am häufigsten verschriebene Hormonkombination. Die
   kalifornischen Wissenschaftler gehen davon aus, dass die neuen
   Forschungsergebnisse der Debatte über einen Zusammenhang zwischen der
   Hormonersatztherapie und Brustkrebs ein Ende setzen werden. Nachdem im
   Amerika nach 2002 eine Abkehr von der kombinierten Therapie stattgefunden
   hatte, sank die Anzahl der Brustkrebserkrankungen. Für viele ein Zeichen,
   dass der Zusammenhang wirklich besteht. Andere argumentierten, dass die
   Verringerung der Anzahl der Mammografien bei Frauen, die die Behandlung
   beendeten, zur Senkung beigetragen habe.

   Für die aktuelle Studie wurden nicht nur 15.000 Frauen der
   Original-Studie weiter beobachtet, die alle 2002 aufgefordert wurden die
   Behandlung einzustellen, sondern auch die Daten der Frauen ausgewertet,
   die ursprünglich nicht beteiligt waren und diesen direkten Rat nicht
   erhalten hatten. In der ersten Gruppe war die Anzahl der Erkrankungen in
   den fünf Jahren nach 2002 viel höher und sank dann sehr deutlich. Die
   Anzahl der Diagnosen verringerte sich innerhalb von zwölf Monaten um 28
   Prozent. Bei diesen Frauen wurden vor und nach 2002 ungefähr gleich viele
   Mammographien durchgeführt. Viele Frauen der zweiten Gruppe entschieden
   sich ebenfalls die Einnahme zu beenden. Dem Rückgang um 50 Prozent
   entsprach 2002 und 2003 ein Rückgang der Erkrankungen von 43 Prozent. Die
   Frauen dieser Gruppe, die die Therapie fortsetzten, verfügten über ein
   höheres Krebsrisiko. Die Frauen, die fünf Jahre lang weitermachten,
   verdoppelten ihr Brustkrebsrisiko jedes Jahr. Laut Stefanik liegen damit
   überzeugende Beweise dafür vor, dass die Kombination dieser beiden
   Hormone zu Brustkrebs führen kann. "Frauen nehmen diese Hormone ein und
   innerhalb von fünf Jahren ist ihr Brustkrebs-Risiko deutlich erhöht. Sie
   beenden die Einnahme und innerhalb eines Jahres ist das Risiko wieder im
   normalen Bereich." (Ende)

Sissi

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Re: Brustkrebs - Hormontherapie
« Antwort #5 am: 13. Februar 2009, 16:22 »

12/02/09,12:00, Aerzte_Zeitung

Krebsrisiko sinkt rasch nach HRT-Ende

LOS ANGELES (ikr). Das während einer Hormonersatztherapie (HRT) erhöhte Brustkrebsrisiko geht schon bald nach Absetzen der Hormone zurück. Das hat jetzt eine neue Auswertung von Daten der WHI-Studie ergeben. Der Effekt war unabhängig von der Häufigkeit der Mammografien bei den Frauen.

In der Studie erhielten 7854 Frauen täglich eine HRT mit 0,625 mg eines konjugierten equinen Östrogens plus 2,5 mg Medroxyprogesteronacetat. 7533 Frauen bekamen Placebo. Die Studie war im Sommer 2002 nach 5,6 Jahren Laufzeit vorzeitig abgebrochen worden, weil mit der HRT zu viele unerwünschte Wirkungen auftraten, etwa eine erhöhte Brustkrebsrate (JAMA 288, 2002, 321). So gab es im letzten Jahr vor Studienende in der HRT-Gruppe 48 Mammakarzinome, in der Placebo-Gruppe 31.

Nach Absetzen der Hormontherapie ging die Brustkrebsrate rasch zurück: Im ersten Jahr wurden in der ehemaligen HRT-Gruppe nur noch 34 Mammakarzinome diagnostiziert im Vergleich zu 27 in der Placebo-Gruppe (NEJM 360, 2009, 573). Im zweiten Jahr waren es 28 versus 19 und im dritten Jahr nur noch 17 versus 14 Mammakarzinome. Das Ergebnis war unabhängig von der Nutzung der Mammografie zur Brustkrebsfrüherkennung. Diese war in beiden Gruppen ähnlich. Auch in Bezug auf Risikofaktoren für Brustkrebs wie Alter bei der ersten Menstruation oder beim Beginn der Menopause sowie Alkoholkonsum unterschieden sich die Gruppen kaum.

http://www.univadis.de/medical_and_more/de_DE_Medizin_Detail?articleItemId=78af4a0806744b930e671f3255cae603

Richi

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Re: Brustkrebs - Hormontherapie
« Antwort #6 am: 28. Februar 2009, 11:22 »

Medizin Tibolon erhöht Rezidivrisiko nach Brustkrebs

Amsterdam – Die Behandlung klimakterischer Beschwerden mit dem synthetischen Steroidhormon Tibolon erhöht das Risiko von Rezidiven eines Mammakarzinoms. Dies ergab eine randomisierte Studie des Herstellers in Lancet Oncology (2009; 10: 135-146). Sie unterstreicht die bestehende Kontraindikation bei Brustkrebspatientinnen.

http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=35487