Autor Thema: Chemotherapie bei ........  (Gelesen 5966 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Richi

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 627
  • Geschlecht: Männlich
Chemotherapie bei ........
« am: 03. Juni 2008, 13:03 »

THE LANCET   16.05.08

Chemotherapie verbessert weder Überlebensrate noch Lebensqualität bei Asbestmesotheliom-Patienten

Eine zur aktiven Symptomkontrolle (ASC) zusätzlich verabreichte Chemotherapie scheint bei Asbestmesotheliom-Patienten weder die Überlebensrate noch die Lebensqualität zu verbessern, folgern die Autoren eines aktuellen Artikels.

Das maligne Pleuramesotheliom (MPM) ist eine Krebserkrankung des die Lungen umgebenden schützenden Rippenfells, die meist zum Tod führt. Die Häufigkeit nimmt weltweit zu – in Großbritannien stieg die Sterblichkeitsrate zwischen den Jahren 1968 und 2000 um das Zwölffache an; im Jahr 2005 wurden nahezu 2000 Todesfälle registriert. Diese jährliche Todesrate wird nach Schätzungen bis zum Jahr 2013 einen Spitzenwert von etwa 2200 erreichen. Ähnliche Sterblichkeitsraten finden sich in den USA und Westeuropa. Die Häufigkeit des Rippenfellkrebses ist unmittelbar mit Produktion und Verwendung von Asbest verknüpft, und während in den USA und Westeuropa die Sterblichkeitsraten ihren Höhepunkt erreichen, wird sich die Epidemie in den folgenden Jahrzehnten in Richtung jener Länder verschieben, die Asbest immer noch herstellen oder in großen Mengen verwenden, beispielsweise Russland, China, Kanada, Kasachstan, Brasilien, Simbabwe, Indien und Thailand.

Richard Stevens und Professor Mahesh Parmar von der Medical Research Council (MRC) Clinical Trials Unit sowie Kollegen starteten die von der Cancer Research UK finanzierte randomisierte MS01-Studie, die 409 MPM-Patienten aus 76 britischen und zwei australischen Zentren umfasste. 136 Patienten wurden per Zufallsverfahren ausschließlich der aktiven Symptomkontrolle ASC zugeordnet. Weitere 137 Patienten erhielten eine kombinierte ASC/MVP-Chemotherapie (vier Zyklen mit Mitomycin, Vinblastin und Cisplatin im dreiwöchigen Turnus), und die verbliebenen 136 Patienten erhielten ASC und eine Vinorelbin-Chemotherapie (innerhalbvon 12 Wochen eine Injektion Vinorelbin wöchentlich). Nachuntersuchungen erfolgten alle drei Wochen bis zur 21. Woche nach der zufälligen Behandlungszuordnung, danach jede achte Woche. Nur unzureichend ansprechende Patienten konnten ergänzt werden, um eine gesonderte Bewertung der beiden Chemotherapien zu ermöglichen; sie wurden daher zusammengefasst und mit den ASC-Patienten mit Blick auf den unmittelbaren Therapieerfolg Gesamtüberlebensrate verglichen.

Zum Zeitpunkt der Analyse waren .............. http://www.thelancet.de/artikel/953020

frühling

  • Gast
Re: Chemotherapie bei ........
« Antwort #1 am: 03. Juni 2008, 20:23 »
Hallo Richi

Dein Beitrag über Chemotherapie bei ( MPM ) Patienten ( Rippenfellkrebs ) ist für mich sehr interessant, da ich selbst ein Betroffener bin. Kurz zu meiner Vorgeschichte:
Bei mir wurde Anfang Juli 2007 diese Diagnose erstellt, leider schon im fortgeschrittenen Stadium T3N3Mx, somit wurde eine OP ausgeschlossen.
Über eine Punktion wurden mir einige Liter Flüssigkeit abgezogen, in weiterer Folge wurde ich verklebt, darauf hin begann man mit Chemo ( Cisplatin und Alimta ), 4 Zyklen in Abstand von je vier Wochen. Ich hab diese Therapie teilweise ganz schlecht vertragen, die Lebensqualität war in dieser Zeit schon sehr eingeschränkt, hab es Dank meiner enormen Kämpfernatur aber tapfer durchgestanden.
Bei einer darauffolgenden CT - Untersuchung wurde festgestellt, das sich die Tumore etwas verkleinert haben, was mir persönlich einen enormen Auftrieb gab um weiter gegen diesen heimtückischen Krebs zu kämpfen.
Ich machte laut Empfehlung des Krankenhauses nach sechs Wochen zwei weitere Zyklen mit Casplin und Alimta, die mir leider meine Lebensqualität weiter absinken ließ.
Eine weitere CT - Untersuchung ergab eine flächendeckende Ausbreitung der Tumore, worauf hin ich natürlich allen Mut verloren hatte.
Ich wollte aber trotz allem nicht aufgeben und begann auf anraten eines Freundes eine Immuntherapie wöchentlich zwei mal in Garmisch.
Diese Therapie baute meinen Körper und somit meine Lebensqualität enorm auf.
Ich hab vor einen Monat mit einer weiteren Second - Line Chemotherapie mit Gemcitabine und Avastin begonnen, die ich auch halbwegs gut vertrage.
Ob diese Chemo mir tatsächlich was bewirkt kann wahrscheinlich niemand voraussagen, ich wär für jeden Hinweis über gute Typs dankbar, vileicht hat schon jemand mit dieser Chemo Erfahrung gemacht.
Lg.
Hans

Werner

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 866
  • Geschlecht: Männlich
Asbesterkrankungen
« Antwort #2 am: 04. Juni 2008, 10:19 »
Servus Hans,

deine Beiträge sind äußerst interessant, aber um so mehr bedauerlich. Auch ich habe in einer 10 Euro Werkstätte mit Leihboxen öfters Reparaturen gemacht, wo links und rechts an Bremsklötzen und Beläge gearbeitet wurde.

Gibt es eigentlich eine Art SHG dafür? Weiß Dietmar vielleicht etwas?

Jedenfalls freue ich mich über deinen Lebensmut und nehme an, dass dich deine Familie und die Bekannten dabei stark unterstützen, mach weiter so!

Alles Gute!

Gruß Werner

frühling

  • Gast
Re: Chemotherapie bei ........
« Antwort #3 am: 04. Juni 2008, 11:23 »
Servus Werner !

Mach dir bitte keine Gedanken, da du auch damit gearbeitet hast, der Prozentsatz dass daran tatsächlich jemand erkrankt ist sehr sehr gering.
Ich war halt der Pechvogel den es erwischt hat.
Mir wurde seit Oktober 2007, also drei Monate nach Ausbruch der Krankheit zu 100% Berufskrankheit anerkannt.
Das schlimme an der brutalen Krankheit ist, dass es erst nach 20 bis 30 Jahren ausbricht, wo es dann für eine Heilung zu spät ist.
Ich denke es wäre enorm wichtig bei solchen Personen die mit Asbest gearbeitet haben in regelmäßigen Abständen CT - Untersuchungen zu machen.
Ich war ja auch regelmäßig alle zwei Jahre Gesunden -Untersuchung,wobei nie was festgestellt wurde. Man sieht das leider nur im CT.
Ich möchte nicht, dass hier im Forum  Panik entsteht, aber mir ist es ein persönliches Anliegen, dass Berufskollegen die mit diesen scheusslichen Asbest gearbeitet haben früh genug zur Untersuchung gehen, denn im Frühstadium ist es meistens heilbar.
Ich werde weiterhin kämpfen, mir Ziele setzten und jeden lebenswerten Tag genießen, so lang es noch geht.
Lg.
Hans