Autor Thema: Prostatakrebs, Blasenkrebs, Latenzzeit, Berufserkrankung, Vorsorge, Nachsorge  (Gelesen 7876 mal)

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Dietmar E.

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Liebe Teilnehmer an den Treffen in Tirol, Salzburg, und gestern am Praterstern!

Auf Grund der Gruppengröße hatten wir ein sehr breit gefächertes Spektrum an (Uro)Themen, deshalb dauerte es jedes Mal und wie immer einige Stunden (bis ihr mich ausgequetscht hattet, hihi).

Aber etwas möchte ich bei euch und allen Lesern richtigstellen bzw. unterstreichen:

Die Latenzzeit bei Blasenkrebs ist lt. der hochangesehenen Charitee in Berlin sogar ...........
http://www.krebsforum.at/forum/index.php/topic,1420.msg3624.html#msg3624 , da heißt es:
Bemerkenswert: In manchen Fällen dauert es 30 bis 50 Jahre bis nach dem Kontakt mit dem Karzinogen der Krebs auftritt (Latenzzeit). Tatsache ist: Das Risiko von Rauchern, einen Blasentumor zu bekommen, ist viermal höher als das von Nichtrauchern.

Ein weiterer Bericht im Forum spricht von durchschnittlich 24 Jahre:
http://www.krebsforum.at/forum/index.php/topic,1398.msg4559.html#msg4559

Was heißt das?
Du warst mit hübschen 20 Jahren Friseurin, beim Haare färben, als Kellnerin Passivraucherin, oder als Tischler oft im Lackier-/Spritzraum, oder als Dachdecker oder Asphaltierer tätig. Dein Blasenkrebs entstand eventuell. Wenn er zwischenzeitlich musekelinvasiv ist, dann .......! Ich hoffe nicht, und das solltest du baldigst feststellen lassen


Interessant auch für die Mitleser hier im Forum:
"Prof. Dr. Otto: In jüngster Zeit gibt es vermehrt Hinweise darauf, dass es angeborene Risikofaktoren gibt, an einem Harnblasenkrebs zu erkranken. Diese angeborenen genetischen Risikofaktoren kann man heute durch einen einfachen Wangenabstrich bestimmen. Es gibt also einen ersten Ansatz der genetisch bedingten Frühdiagnose. Anwendbar nur bei Verwandten aus dem engsten Familienkreis an Krebs Erkrankter."
Sowie: die "Chemo" mittels "Elektro Motive Drug Application (EMDA)." Eine "Wiedergeburt" laut http://www.krebsforum.at/forum/index.php/topic,4.0.html

Schaut euch auch die gute Zusammenfassung an, Broschüre: http://www.lilly-pharma.de/fileadmin/media/lilly/broschueren/pm040153.pdf

Und weil ich gerade dabei bin, jeder Fünfte bekommt neben Prostatakrebs auch Blasenkrebs, und umgekehrt,
sowie jeder vierte Blasenkrebs ist eine Berufserkrankung, müsste eine Berufsrente z. B. von der AUVA bekommen.



Berufserkrankung:


Immer wieder wurde von Teilnehmer(innen) gesagt, ich habe früher beruflich in verrauchten Räumen gearbeitet, oder ich war Friseurin, Kraftfahrer, Lackierer, Tischler, Asphaltierer, Dachdecker, Maler, Drucker, Gummiverarbeiter, Kunststoffarbeiter, Arbeiter der chemischen, pharmazeutischen und Farbstoffindustrie (siehe hier den erschreckenden Bericht von glaublich Bayer), usw. .....
Menschen, die in den genannten Bereichen tätig waren oder innerhalb ihres Berufes Stoffen ausgesetzt waren, die sicher oder möglicherweise mit einem erhöhten Krebsrisiko verbunden sind, können bei Erkrankung an Blasenkrebs einen Antrag auf Anerkennung als Berufserkrankung stellen (Infos: unter http://www.krebsforum.at/forum/index.php/board,354.0.html und Hilfe durch kontakt@krebsforum.at). Eine Erkrankung kann nach wenigen Jahren oder auch erst nach einigen Jahrzehnten auftreten.

Gerade deswegen ärgert mich das Nichtrauchverbot in Gaststätten, wo die Gewerkschaft der Wirtschaft mit einem Schandlohn (verbesserter Kollektivvertrag) die tödliche Belastung des Passivrauchens abgekauft hat! Jeder der einmal stationär auf einer Uro war, denkt bei so viel Leid ganz anders!


Oft war das Thema Vorsorge, Nachsorge.

Ohne Gewähr auf Vollständigkeit, bitte fragt einen Arzt, die Vorsorge:

Prostatakrebs:
Abtasten durch Urologen, ggf. Ultraschall und PSA-Feststellung (VOR dem Abtasten, vorher 5 Tage keinen Geschlechtsverkehr, kein Radfahren, keine belastende Sportart, Trinken gleicher Mengen, selbes Labor), ist bei der Vorsorge - je nach Alter - üblich und falls unbedenklich auch ausreichend.
Eventuell verlangt er dann noch weitergehende Untersuchungen, meist schmerzlos, so ein CT-Abdomen.
Wenn "unklare Verhöltnisse": werde zum mündigen Patienten, informiere dich unter http://www.krebsforum.at/forum/index.php/board,100.0.html
und http://www.krebsforum.at/forum/index.php/board,334.0.html und bei unseren monatlichen Treffen!

Blasenkrebs:
Siehst du Blut im Harn, ist es 5 vor 12. Kann nichts bedeuten, aber ich würde raschest einen Urologen aufsuchen.
Ansonsten "Blutsuche im Harn" mit Streifentest, ggf. Wiederholung(en) und Medikamente, ggf. Ultraschall.
Ähnlich der Nachsorge nach Blasenkrebs (im Detail alles hier im Forum: Auf der Hauptseite bei "Suche im Forum" das Suchwort eingeben, dann kommen die farbmarkierten Beiträge!):
nach Streifentest die
Harnkultur und
(Spontan)Harnzytologie (aber richtig!),
NMP22 Tumormarker (aber richtig!),
FISH-Test,
Ultraschall,
Fluoreszenzzystoskopie (keinesfalls nur Weißlicht, sondern Blaulicht mit Hexvix: bis zu 40 % mehr Tumore erkennbar als normal), mit Spülzytologie
Die Therapie und Nachsorge
hängt dann eindeutig von der Art des Tumors, sowie weiteren Parametern ab, die dir der Urologe gerne erklärt.

Wünsche allen ein schönes Wochenende!

Wir sehen uns bald schon im Westen (Anmeldungen erforderlich, bitte jetzt schon)
und in 4 Wochen am Praterstern,
gegenüber vom Österr. Normungsinstitut (als Tischlermeister und Gerichtssachverständiger war ich viele Jahre dort bei der Normenerstellung mit tätig) im Restaurant Heine, Heinestr. 39.

Liebe Grüße

Dietmar Erlacher

PS: "Wunschthemen für Kurzreferat mit  Diskussion, werden bereits angenommen!




« Letzte Änderung: 08. Juni 2008, 13:07 von Dietmar E. »
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

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