Autor Thema: Brustkrebs: für junge Frauen bessere Therapie  (Gelesen 3823 mal)

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Jutta

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Brustkrebs: für junge Frauen bessere Therapie
« am: 08. Juni 2008, 19:32 »

Brustkrebs: Bessere Chancen für junge Patientinnen

Studie - Ein spezielles Anti-Osteoporose-Medikament verbessert die Chancen junger Brustkrebspatientinnen, nach einer Krebsoperation dauerhaft gesund zu bleiben, deutlich: Das ist das Ergebnis einer Studie des Wiener Krebsforschers Univ.-Prof. Michael Gnant. Er präsentierte sie jetzt auf dem weltweit wichtigsten Krebs-Kongress in Chicago, USA.

Konkret geht es um Frauen vor dem Wechsel mit einem hormonabhängigen Brustkrebs. Diese bekamen nach der Operation ihres Tumors neben der dreijährigen Antihormontherapie zusätzlich auch das Bisphosphonat Zoledronat. Dadurch verringerte sich ihr Rückfallrisiko (gegenüber einer ausschließlichen Antihormontherapie) um 35 Prozent.

Gitti

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Brustkrebsrezidiv: für junge Frauen bessere Therapie
« Antwort #1 am: 13. Februar 2009, 18:33 »
"Kurier" vom 13.02.2009
Ressort: gesund
Seite: 15
Ausgabe: Wi,Abend,Wi,Morgen

Brustkrebs
"Ein Grund für echten Enthusiasmus"

Österreichische Ärzte machen Schlagzeilen: Donnerstag berichteten das New England Journal of Medicine - die angesehenste Medizin-Fachzeitschrift - und die New York Times über die Ergebnisse der "Studie 12" der Österreichischen Studiengruppe für Brust- und Dickdarmkrebs (ABCSG): Ein Osteoporose-Medikament (Zoledronsäure) kann bei jüngeren Frauen mit einem hormonabhängigen Brustkrebs nach der Operation das Risiko eines Wiederauftretens senken - und zwar um 36 Prozent gegenüber der üblichen Standardtherapie (siehe u.). Auch die Sterblichkeit wird gesenkt. An dieser Studie unter der Leitung des Chirurgen Univ.-Prof. Michael Gnant von der MedUni Wien haben 62 heimische Zentren teilgenommen. 1803 Frauen wurden drei Jahre lang behandelt (sie erhielten sieben Infusionen mit dem Medikament) und danach zwei Jahre beobachtet. "Diese Studie ist ein Grund für echten Enthusiasmus", sagt ein Krebs-Spezialist der US-Mayo-Klinik in der New York Times.

600 US-Berichte

Bereits Juni 2008 gab es ein Aufsehen, als die Daten beim weltgrößten Krebskongress in Chicago erstmals präsentiert wurden. "Seither erschienen 600 Berichte nur in US-Medien, etwa ABC Evening News, CNBC, CNN, CBS und USA Today", so Brigitte Grobbauer von der Studiengruppe. Gnant sieht die "wahre Bedeutung" der Studie darin, dass erstmals gezeigt wurde, dass "schlafende" Tumorzellen erfolgreich attackiert werden können. "Diese schlafenden Zellen verstecken sich im Knochenmark. Mit der Zoledronsäure scheint es gelungen zu sein, das Kleinklima in diesen Bereichen des Knochenmarks so zu beeinflussen, dass die Tumorausbreitung auf verschiedene Weise - etwa durch die Hemmung des Wachstums von kleinen Blutgefäßen - erschwert wird. Der exakte Wirkmechanismus ist noch nicht geklärt."

Möglicherweise könnte in einigen Jahren dieses Konzept auch gegen anderen Krebserkrankungen (z.B. der Prostata) angewandt werden - Studien laufen bereits. "Wir empfehlen diese neue Therapie derzeit bereits für jüngere Patientinnen mit hormonempfindlichem Brustkrebs, weil es dazu die Daten gibt", sagt Gnant. An vielen Spitälern werde sie teilweise auch schon angewandt. "Über die Wirksamkeit bei älteren Patientinnen gibt es zwar erste gute Hinweise, harte Studiendaten werden aber erst in einem Jahr vorliegen." Auch zahlreiche Kollegen Gnants äußerten sich Donnerstag gegenüber dem KURIER euphorisch: "Das ist ein ganz wichtiger Schritt vorwärts, auch wenn noch weitere Studien nötig sind", sagt etwa Univ.-Prof. Christoph Zielinski, Onkologe an der Wiener MedUni.
« Letzte Änderung: 13. Februar 2009, 18:35 von Gitti »

Werner

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Re: Brustkrebs: für junge Frauen bessere Therapie
« Antwort #2 am: 15. März 2009, 10:46 »
Wirksamkeit der Angiogenesehemmung bei Brustkrebs im Frühstadium

Die molekularbiologische oder gezielte Krebstherapie ("Targeted Therapy") ist ein neuer Ansatz in der Behandlung von Krebs, bei dem Krebszellen gezielt angegriffen werden. Eine dieser Therapien ist darauf ausgerichtet, den Tumor auszuhungern, indem das für die Tumorversorgung notwendige Gefäßwachstum blockiert wird (Angiogenesehemmung). Diese Strategie könnte auch erfolgversprechend sein, um nach einer Operation noch vorhandene Krebszellen zu bekämpfen und so Rückfälle zu verhindern.

PD Dr. med. Volkmar Müller erläutert für Patienten und Interessierte zwei neue klinische Studien, welche die Wirksamkeit der Angiogenesehemmung bei Brustkrebs im Frühstadium untersuchen

http://www.krebsgesellschaft.de/brustkrebs_mueller