Autor Thema: EU sagt: Werbeverbot für Arzneimittel  (Gelesen 2615 mal)

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Tanja

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EU sagt: Werbeverbot für Arzneimittel
« am: 11. Juni 2008, 08:13 »
EU-Gesundheitsminister halten an Werbeverbot für Arzneimittel fest

Brüssel/Luxemburg - Die Gesundheitsminister der Europäischen Union (EU) haben sich in Luxemburg dafür ausgesprochen, das EU-weite Werbeverbot für verschreibungspflichtige Arzneimittel aufrechtzuerhalten. Zugleich forderten sie die Europäische Kommission auf, zu definieren, wo genau die Grenze zwischen Werbung und Information verlaufen soll und Qualitätsstandards für die Patienteninformation einzuführen.

Die Brüsseler Behörde will im Herbst einen Vorschlag zur Überarbeitung der EU-Arzneimittelrichtlinie vorlegen. Die Kommission plant der Industrie zu erlauben, direkte Patienteninformationen für verschreibungspflichtige Arzneimittel bereitstellen zu dürfen.

Die Minister machten in Luxemburg deutlich, dass es in erster Linie Aufgabe von Ärzten und Gesundheitsbehörden sei, Patienten über neue Arzneimittel aufzuklären. Die Sitzungsteilnehmer waren mehrheitlich der Ansicht, dass die Pharmahersteller hierfür die nötige Unabhängigkeit fehle.

Die Bundesregierung befürchtet zudem, dass eine Lockerung des Informationsverbots Patienten dazu verleiten könnte, vermehrt teure Arzneimittel nachzufragen. „Dies könnte die finanzielle Nachhaltigkeit der Gesundheitssysteme gefährden“, so Marion Caspers-Merk, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium.

Caspers-Merk äußerte zudem Zweifel am Mehrwert einer neuen EU-weiten Regelung, da die bestehenden gesetzlichen Strukturen genügend Spielraum für eine verbesserte Patienteninformationen böten.

10.6.08,  © ps/aerzteblatt.de,  http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=32657