Autor Thema: Infos zu Speiseröhrenkrebs  (Gelesen 36009 mal)

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Infos zu Speiseröhrenkrebs
« am: 29. April 2007, 13:23 »

Speiseröhrenkrebs entsteht meist durch Rauchen und/oder Alkoholkonsum.
Also ungesunde Genussmittel, schädigende, welche tunlichst zu meiden sind!



S P E I S E R Ö H R E N K R E B S

Dieser wird auch Ösophaguskarzinom genannt, ist recht selten. Es handelt sich um eine bösartige Zellwucherung im Bereich der Speiseröhre, die meist von der Schleimhaut ausgeht. In 80 bis 90 Prozent der Fälle besteht ein Zusammenhang mit häufigem Genuss hochprozentigen Alkohols in Kombination mit Tabakrauch. Am häufigsten tritt Speiseröhrenkrebs zwischen 50 und 60 Jahren auf. Da die Speiseröhre sehr dehnbar ist, treten Symptome wie Schluckbeschwerden und starke Gewichtsabnahme erst bei bereits fortgeschrittener Erkrankung auf. Die Diagnose wird mithilfe einer Spiegelung (Endoskopie) gestellt, bei der auch Gewebeproben zur weiteren Untersuchung entnommen werden (Biopsie). Um die Ausbreitung des Speiseröhrenkrebses genau beurteilen zu können, sind weitere Untersuchungen notwendig.
Die besten Heilungsaussichten bietet eine vollständige chirurgische Tumorentfernung bei einer Operation. Unterstützend wird mit Strahlentherapie oder einer kombinierten Strahlen- und Chemotherapie therapiert. Die Prognose des Ösophaguskarzinoms ist ungünstig, da der Tumor oft erst sehr spät entdeckt und behandelt wird.
Definition
Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) ist eine bösartige Zellwucherung (Karzinom) ausgehend von der Schleimhaut der Speiseröhre (Ösophagus).
Anatomie
Die Speiseröhre ist ein schlauchförmiger Muskelstrang zwischen Mund und Magen. Sie dient dem Nahrungstransport und wird in mehrere Abschnitte unterteilt:
•   Zervikaler Ösophagus: Abschnitt der Speiseröhre, der im Hals vom Kehlkopf bis zum Eintritt in den Brustkorb verläuft
•   Oberer thorakaler Abschnitt: etwa sechs Zentimeter langer Abschnitt vom Eintritt in den Brustkorb bis in Höhe der Luftröhrengabelung
•   Mittlerer thorakaler Abschnitt: von der Höhe der Luftröhrengabelung bis zur Hälfte der Entfernung zum Mageneingang (etwa sechs Zentimeter lang)
•   Unterer thorakaler Abschnitt: untere Hälfte des Ösophagus zwischen der Höhe der Luftröhrengabelung und dem Mageneingang (etwa acht Zentimeter lang)
Die Innenseite der Speiseröhre ist mit einer Schleimhaut – ähnlich wie in der Mundhöhle – überzogen. Beim Schlucken ziehen sich die Muskelringe der Speiseröhre der Reihe nach von oben nach unten zusammen und befördern die Nahrung auf diese Weise zum Magen.
 
Anatomie der Luftröhre

Ursachen

Die genauen Ursachen von Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) sind bisher nicht vollständig geklärt. Es sind jedoch einige Faktoren bekannt, die das Risiko, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken, deutlich erhöhen.
Bekannte Risikofaktoren sind:
•   Alkohol in konzentrierter Form
•   Rauchen
•   heiße Getränke
•   scharf gewürzte Speisen
•   Nitrosamine (Giftstoffe)
•   Aflatoxine (Giftstoffe)
•   Betelnüsse
•   Barrett-Syndrom (krankhafte Veränderung der unteren Ösophagusschleimhaut)
In Westeuropa sind 80 bis 90 Prozent der Fälle von Speiseröhrenkrebs auf Tabak und (hochprozentigen) Alkohol zurückzuführen. Insbesondere die Kombination der beiden Genussgifte stellt einen entscheidenden Risikofaktor dar.

Weitere Gefahrenquellen sind Krebs erregende (karzinogene) Substanzen in der Nahrung. Hierzu zählen die Nitrosamine – chemische Verbindungen aus Nitrit (Salpeter, Pökelsalz) und in den Nahrungsmitteln vorkommenden Aminen (Eiweißstoffen). Sie entstehen bei hohen Temperaturen, z.B. beim Backen oder Grillen von gepökelten Nahrungsmitteln. Nitrosamine können aber auch im Magen aus besonders nitratreichen Lebensmitteln wie z.B. Spinat oder Kopfsalat gebildet werden. Aflatoxine sind Stoffwechselprodukte von bestimmten Schimmelpilzen in der Nahrung. Betelnüsse werden in einigen Weltregionen von großen Teilen der Bevölkerung als Genussmittel gekaut und verursachen eine Reihe von Krebserkrankungen, insbesondere im Mund- und Speiseröhrenbereich.

Ausbreitung von Speisröhrenkrebs

Speiseröhrenkrebs entwickelt sich vorwiegend aus der Speiseröhren-Schleimhaut und breitet sich zunächst entlang der Speiseröhrenwand aus.
Etwa 90 Prozent der Ösophaguskarzinome sind so genannte Plattenepithelkarzinome, d.h. sie weisen unter dem Mikroskop Ähnlichkeit mit Hautgewebe (Plattenepithel) auf. Sieben Prozent sind so genannte Adenokarzinome, die unter dem Mikroskop eher einem Drüsengewebe ähnlich sehen.
Ist der Speiseröhrenkrebs von der Schleimhaut bis in die tieferen Schichten der Speiseröhrenwand vorgedrungen, so breitet er sich häufig weiter in die Umgebung der Speiseröhre aus (Infiltration). Dabei können benachbarte Organe wie die Luftröhre oder die Bronchien vom Krebs befallen und geschädigt werden.
Über die zahlreichen Lymphwege der Speiseröhrenwand können sich Tochtergeschwüre (Metastasen) in den Lymphknoten von Hals (zervikal), in der Schlüsselbeingrube (supraclavikulär), in der Umgebung der Speiseröhre zwischen den beiden Lungenflügeln (mediastinal) und in der Umgebung des Magens (perigastrisch) ausbreiten. Welche Lymphknotenregion betroffen ist, hängt vor allem von der genauen Lage des ursprünglichen Tumors ab.
Als Fernmetastasen werden alle Metastasen außerhalb der genannten Lymphknoten in der Umgebung der Speiseröhre bezeichnet. Fernmetastasen sind beim Speiseröhrenkrebs in nahezu jedem Organ möglich. In Lunge und Leber sind sie jedoch besonders häufig.
Barrett-Syndrom
Als Barrett-Syndrom (Zylinderzellmetaplasie, Endobrachyösophagus) wird die Umwandlung von normaler Schleimhaut der Speiseröhre (Plattenepithel) in eine Form ähnlich der Magenschleimhaut (Zylinderepithel) bezeichnet. Die Ursache ist ein chronisches Zurücklaufen (Reflux) von aggressiver Magensäure in die Speiseröhre und die dadurch verursachte chronische Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis). Da das Barrett-Syndrom mit einem ca. 125-fach erhöhten Krebsrisiko einhergeht, sollten bei dieser Erkrankung regelmäßige Speiseröhrenuntersuchungen durchgeführt werden.
Symptome
Beschwerden treten beim Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) oft erst dann auf, wenn die Erkrankung schon weit fortgeschritten ist. In fast allen Fällen sind Schluckbeschwerden der erste Anlass, einen Arzt aufzusuchen. Knapp die Hälfte der Betroffenen berichtet außerdem über Gewichtsverlust. Da die Speiseröhre ein dehnbares Organ ist, entwickeln sich Schluckstörungen oft schleichend und werden erst nach mehreren Monaten, wenn der Tumor bereits größer ist, deutlich bemerkt.
Die Nahrung kann sich vor einem Tumor, der die Speiseröhre einengt, stauen. Dann kann ein Druckgefühl auftreten. Mitunter wird die in der Speiseröhre aufgestaute Nahrung einige Zeit nach der Mahlzeit hochgewürgt, was mit einem Gefühl der Erleichterung verbunden sein kann. Diese Beschwerden sind meist bei flüssiger oder weicher Nahrung wie Suppen oder Brei geringer. Schmerzen beim Schlucken treten nur in 20 Prozent der Fälle auf.
Diagnose
Schluckstörungen (Dysphagie) und Gewichtsverlust legen die Vermutung auf ein Ösophaguskarzinom nahe. Starker Alkohol- und Tabakkonsum sowie die schleichende Entwicklung der Beschwerden stützen diesen Verdacht.
Um den Verdacht auf Speiseröhrenkrebs auszuräumen bzw. zu bestätigen und die Krebsart sowie ihre Ausbreitung für die Festlegung der besten Therapie zu bestimmen, sind mehrere Untersuchungsverfahren möglich.
Ösophagoskopie
Mithilfe eines etwa einen Zentimeter durchmessenden, flexiblen Instruments (Endoskop) können die Schleimhaut der Speiseröhre betrachtet und ggf. kleine Proben aus auffälligen Bereichen entnommen werden. Diese Proben sind für die Sicherung der Diagnose und die Bestimmung der Krebsart notwendig. Außerdem kann die Ösophagoskopie Aufschluss darüber geben, in welcher Höhe der Speiseröhre die Schleimhaut betroffen ist, ob mehrere Herde in der Schleimhaut vorliegen und ob die Speiseröhre eingeengt ist. In manchen Fällen kann ein Tumorknoten, der in die Speiseröhre vorragt und die Nahrungspassage behindert, bei dieser Untersuchung gleich entfernt werden.
Röntgenuntersuchung
Die Röntgenaufnahme des Brustkorbs dient der Suche nach einem größeren Krebsknoten in der Umgebung der Speiseröhre und nach Tochtergeschwüren in der Lunge (Lungenmetastasen).
Kontrastmitteldarstellung der Speiseröhre
Bei einer Röntgendurchleuchtung der Speiseröhre können, während ein breiförmiges Kontrastmittel geschluckt wird, die Lage, Form und Beweglichkeit der Speiseröhre sowie Einengungen und Undichtigkeiten aufgrund des Tumors beurteilt werden (Ösophagusbreischluck).
Computertomographie
Eine Computertomographie (CT) des Brustkorbs und evtl. auch des Halses lässt die Ausdehnung des Ösophaguskarzinoms in die Umgebung der Speiseröhre sowie den Befall von Lymphknoten und Lunge exakt erkennen.
Endosonographie
Bei einer speziellen Form der Ultraschalluntersuchung, der Endosonographie, werden die Speiseröhrenwand und ihre Umgebung mit einem schlauchförmigen Instrument von der Speiseröhre aus untersucht.
Magnetresonanztomographie (MRT)
Bei der Magnetresonanztomographie (MRT) handelt es sich um eine Schichtbilduntersuchung, welche mitunter den Tumor besser von gesundem Gewebe abgrenzen kann als andere Methoden. So kann die Tumorausbreitung innerhalb der Speiseröhrenwand und in der Umgebung noch exakter bestimmt werden. Eine Strahlenbelastung entsteht durch die Magnetresonanztomographie nicht.
Bronchoskopie
Eine Sichtuntersuchung der Luftröhre kann mit einem schlauchförmigen optischen Instrument (Bronchoskop) durchgeführt werden. Dabei können Schleimhautveränderungen der Luftröhre und der nachfolgenden großen Bronchien erkannt und ggf. Proben für eine mikroskopische Untersuchung gewonnen werden (Biopsie). Wenn Atemprobleme bestehen, kann bei dieser Untersuchung durch eine teilweise Entfernung von eingewachsenen Tumorknoten Erleichterung verschafft werden.
Krankheitsstadium
Die Einteilung von Speiseröhrenkrebs erfolgt nach seinem feingeweblichen Aussehen unter dem Mikroskop und nach seiner Ausbreitung im Körper.
Bei der Stadieneinteilung (Staging) wird der Ursprungstumor bezüglich seiner Ausdehnung in die Tiefe der Speiseröhrenwand, nach der Anzahl befallener Lymphknoten seiner Umgebung und dem Befall weiter entfernt liegender Organe (Fernmetastasen) in der TNM-Klassifikation eingeteilt.
"T" beschreibt die Größe des ursprünglichen Krebses (Primärtumor):
•   Tx = Primärtumor kann nicht beurteilt werden
•   T0 = kein Anhalt für einen Primärtumor
•   Tis = Carcinome in situ: kleinste Stufe; der Tumor liegt ganz oberflächlich, ohne in tiefere Schichten der Speiseröhrenwand einzuwachsen
•   T1 = Tumor wächst in mittlere Wandschichten ein
•   T2 = Tumor wächst in äußere Wandschichten ein
•   T3 = Tumor wächst außerhalb der Speiseröhre in Nachbarstrukturen ein
"N" beschreibt den Befall von Lymphknoten (Lymphknotenmetastasen) in der Umgebung des Tumors:
•   Nx = Lymphknoten können nicht beurteilt werden
•   N0 = Keine Lymphknotenmetastasen vorhanden
•   N1 = Lymphknotenmetastasen vorhanden
"M" beschreibt den Befall entfernt liegender Organe (Fernmetastasen):
•   Mx = kann nicht beurteilt werden
•   M0 = keine Fernmetastasen
•   M1 = Fernmetastasen
Krankheitsstadien werden nach der TNM-Klassifikation eingeteilt:
•   Stadium 0: Tis, N0, M0
•   Stadium I: T1, N0, M0
•   Stadium IIA: T2 oder T3, N0, M0
•   Stadium IIB: T1 oder T2, N1, M0
•   Stadium III: T3, N1, M0, T4, jedes N, M0
•   Stadium IV: jedes T, jedes N, M1
Therapie
Die Behandlung des Speiseröhrenkrebses (Ösophaguskarzinom) hat Aussicht auf vollständige Heilung, solange keine Fernmetastasen vorhanden sind und der Primärtumor sich noch nicht sehr weit ausgedehnt hat. Im Zentrum der Therapie stehen die Operation und die Strahlentherapie.
Operation
Eine Heilung mit vollständiger operativer Entfernung aller Tumorzellen wird bei etwa 40 bis 60 Prozent der Fälle angestrebt. Ob eine Operation möglich ist, hängt von Sitz und Ausdehnung des Tumors ab.
Im Rahmen der Operation (transthorakale Ösophagektomie) werden sowohl Brustkorb als auch Bauch eröffnet und der betroffene Teil der Speiseröhre mit den umgebenden Lymphknoten entfernt. Das nun fehlende Stück Speiseröhre wird meist durch den hochgezogenen Magen ersetzt. Befindet sich der Krebs am Übergang der Speiseröhre zum Magen oder hat er Teile des Magens erfasst, so kann auch eine Entfernung des Magens nötig sein. Die fehlenden Speiseröhrenabschnitte und der Magen werden dann durch ein Stück Darm ersetzt.
Die Operation des Ösophaguskarzinoms ist ein aufwändiger und großer Eingriff. Die Sterblichkeitsrate liegt derzeit bei fünf bis zehn Prozent. Nach der Operation können in der Regel keine großen Nahrungsmengen auf einmal aufgenommen werden, sodass mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt werden müssen.
Chemotherapie
Die Kombination von Strahlentherapie mit Chemotherapie (Radiochemotherapie) kann bei großen Tumoren eingesetzt werden, um diese vor einer Operation zu verkleinern (neoadjuvante Therapie). In Einzelfällen wird durch diese Kombination auch ohne Operation eine Heilung erzielt.
Die Radiochemotherapie zur Linderung von Beschwerden eingesetzt werden, wenn eine Operation nicht möglich ist.
Lasertherapie
Tumorknoten, die das Schlucken behindern, können unter Sichtkontrolle mit einem Ösophagoskop per Laserlicht entfernt werden. Dabei wird die oberflächliche Schicht verdampft. Diese Behandlung wirkt sofort, hat jedoch den Nachteil, dass sie nur die Tumoroberfläche erreicht und der Knoten aus der Tiefe rasch wieder nachwächst. Die Behandlung muss daher regelmäßig wiederholt werden. Eine Kombination mit der Brachytherapie kann die Behandlungsintervalle deutlich verlängern.
Nur in seltenen Ausnahmen und bei sehr kleinen Tumoren im Anfangsstadium kann die Lasertherapie eine Heilung erreichen.
Photodynamische Therapie
Die photodynamische Therapie ist ein alternatives, in Erprobung befindliches Verfahren zur Behandlung von kleinen Tumoren (T1 oder T2) ohne Lymphknotenmetastasen (N 0) und ohne Fernmetastasen (M 0). Bei dieser Methode wird ein Medikament verabreicht, welches das Gewebe extrem lichtempfindlich macht. Drei Tage nach Gabe der Substanz wird der Tumor mit Laserlicht behandelt. Eine Nebenwirkung des Medikaments ist eine vorübergehend gesteigerte Sonnenempfindlichkeit der Haut.
Stent
In vom Tumor befallene Speiseröhrenabschnitte kann ein Kunststoffröhrchen bzw. ein feines Maschendrahtröhrchen mit Kunststoffüberzug, der so genannte Stent, eingesetzt werden. Dieser dichtet die Speiseröhrenwand z.B. bei tumorbedingtem Leck ab oder erhält die Speiseröhrenpassage für Speichel und Nahrung aufrecht. Stents dienen nicht der Tumorheilung, sondern lindern ausschließlich die Beschwerden und vermeiden Komplikationen.
PEG (Perkutane Endoskopische Gastrotomie)
Bei der perkutanen endoskopischen Gastrotomie (PEG) wird eine dünne Schlauchverbindung durch die Bauchdecke in den Magen eingebracht. Dieser kleine (minimal-invasive) Eingriff ermöglicht die Ernährung ohne Schluckbeschwerden. Der implantierte PEG-Schlauch ragt etwa 20 Zentimeter aus der Haut des Oberbauchs heraus und kann vom Patienten selbst mit flüssiger Nahrung befüllt werden. Außen wird der Schlauch mit einem Stöpsel verschlossen und für die Umwelt nicht sichtbar unter der Kleidung getragen.
Die PEG dient der Sicherung der Lebensqualität (Körpergewicht, Körperkraft, Mobilität, selbstbestimmte Ernährung). Wenn notwendig, sollte daher ihre Durchführung nicht zu lange hinausgezögert werden.
Prognose

Die 5-Jahres-Überlebensrate beträgt bei einer Krebserkrankung des unteren Speiseröhrenabschnitts etwa 20 Prozent, bei Befall im mittleren Drittel etwa 15 Prozent und ist bei Befall im oberen Speiseröhrendrittel nur gering. Konnte der Speiseröhrenkrebs vollständig entfernt werden und lagen keine Metastasen vor, leben nach fünf Jahren noch 35 Prozent der Patienten. Doch auch wenn der Tumor zunächst besiegt war, kommt es in bis zu 70 Prozent der Fälle zu einem Wiederauftreten (Rezidiv) des Tumors an gleicher Stelle.

Nachsorge
Es gibt beim Speiseröhrenkrebs für eine Kontrolle des Wiederauftretens des Tumors nach der Operation keine festgelegten Zeitpunkte. Die Nachsorgeuntersuchungen richten sich nach den vorliegenden Beschwerden. Vordergründig sollten dabei Schluckbeschwerden aufgrund von Verengungen an der Operationsstelle beseitigt werden.
Rehabilitation
Stationäre Rehabilitationsmaßnahmen nach der Operation sollten ausschließlich in Tumornachsorgekliniken durchgeführt werden, die mit den speziellen Erfordernissen von Patienten mit Speiseröhrenkrebs vertraut sind. Sie dienen der Verbesserung und Sicherung der Lebensqualität auf körperlicher, sozialer, psychischer und beruflicher Ebene. Für alkoholabhängige Patienten gibt es spezielle Krebsrehabilitationskliniken.

Bei allen Betroffenen – operierten wie nicht operierten – ist von einem hohen Grad der Behinderung (GdB) auszugehen. Er beträgt mindestens 80 Prozent, in der Regel 100 Prozent. Schwere körperliche Arbeit ist nur noch in Ausnahmefällen möglich.
Ob Rehabilitationsmaßnahmen im Einzelfall sinnvoll und möglich sind, entscheidet der behandelnde Arzt.
Vorbeugen
Zur Vermeidung von Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) sollten die bekannten Risikofaktoren konsequent ausgeschaltet werden. Dies bedeutet insbesondere, nicht zu rauchen und hochprozentige alkoholische Getränke zu meiden. Cholesterin senkende Medikamente (sog. Statine) sollen einen positiven vorbeugenden Effekt beim Ösophaguskarzinom haben.
Chronisches Sodbrennen sollte immer behandelt werden, weil es zu einer Schädigung der Schleimhaut führen und das Krebsrisiko erhöhen kann. Beim Barrett-Syndrom sollte wegen des erhöhten Risikos eine regelmäßige Untersuchung (Ösophaguskopie) der Speiseröhre erfolgen, um bereits kleine Tumoren bzw. deren Vorstufen zu finden und mit guter Heilungsrate behandeln zu können.
ICD-10-Diagnoseschlüssel
Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu „Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom)”:
Bösartige Neubildung des Ösophagus
Carcinoma in situ der Mundhöhle, des Ösophagus und des Magens
Weitere Infos finden Sie hier:
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zum Thema Krebserkrankungen, indem Sie auch Fragen an einen Experten (Prof. Wust von der Berliner Charité) stellen können.
Quellen:
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): Interdisziplinäre Leitlinie der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie: Oesophaguskarzinom. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 032/008 (Stand: 10/2003)
Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2003
Herold, G: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2007
Poynter, J.N. et al.: Statins and the risk of colorectal cancer. N Engl J Med 2005; 352; 2184-2192 (26.05.2005)
Online-Informationen der Deutschen Krebsgesellschaft: Ösophaguskarzinom (www.deutsche-krebsgesellschaft.de), Stand: 08.02.2007
Stand: Februar 2007


http://www.onmeda.de/krankheiten/speiseroehrenkrebs.html?p=18


Tanja

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Speiseröhrenkrebs
« Antwort #1 am: 27. Dezember 2010, 12:24 »

Nicht neu,
aber immer aktuell!

Zur Erinnerung!

PS: Rauchen und Alkohol einschränken bzw. lassen!

2009-06-16 / 11:21:12 / GERD Center of Excellence
Speiseröhrenkrebs: 350 Fälle jährlich, Tendenz steigend Neueste Erkenntnisse: Früher reagieren, anstatt zuzuwarten.

Utl.: Volkskrankheit "Sodbrennen" - rund 2 Mio. Menschen leiden
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Speiseröhrenkrebs auf dem Vormarsch
« Antwort #2 am: 27. August 2012, 21:51 »


Speiseröhrenkrebs auf dem Vormarsch

Montag, 27. August 2012

Hamburg – Auf die Zunahme des sogenannten Barrett-Karzinoms hat die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) hingewiesen. Sein Auftreten habe sich in den vergangenen 20 Jahren versechsfacht. Die Prognose für manifesten Speiseröhrenkrebs ist laut der Fachgesellschaft ungünstig: Fünf Jahre nach der Diagnose liege die Überlebensrate derzeit bei 17 Prozent. Werde die Erkrankung jedoch früh erkannt und behandelt, sei sie in mehr als 90 Prozent der Fälle heilbar.

„Eine Barrett-Schleimhaut liegt durchschnittlich bei bis zu 1,3 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland vor, auch wenn jüngste Berichte eine deutlich höhere Rate annehmen lassen“, sagte Jürgen Hochberger, Vorsitzender der Sektion Endoskopie der DGVS. Besonders betroffen seien Männer über 50 Jahren mit chronischem Reflux und Übergewicht.

„Sie entwickeln in 13 Prozent der Fälle eine Barrett-Schleimhaut. Deren Risiko einen Krebs zu entwickeln ist 40-125fach, und damit im Vergleich zur Normalbevölkerung stark erhöht“, sagte Hochberger, der auch Chefarzt der Medizinischen Klinik III am St. Bernward Krankenhaus in Hildesheim ist. Neben Reflux und Übergewicht sei vitaminarme Ernährung ein wesentlicher zusätzlicher Risikofaktor.

In den vergangenen zehn Jahren haben Ärzte laut der DGVS große Fortschritte darin gemacht, die Krebsvorstufen in Barrett-Schleimhaut und Schleimhautkrebs zu erkennen und mit dem Endoskop zu behandeln.

Derzeit existieren drei verschiedene Verfahren, die alternativ oder ergänzend einsetzbar sind: Die längste Erfahrung besteht heute für die sogenannte Mucosaresektion mit Nachverfolgungszeiträumen bis 15 Jahre. Dabei trägt der Arzt mit der Endoskopschlinge schrittweise Schleimhautstückchen mit bis zu zwei Zentimeter Größe ab. 2003 wurde in den USA darüber hinaus ein sehr wenig Körper eingreifendes Verfahren entwickelt, die sogenannte Radiofrequenz-Ablation oder auch BarrX-Verfahren.

Hierbei veröden Ärzte mittels Strom über einen aufblasbaren zylindrischen Ballon die veränderte Speiseröhrenschleimhaut oberflächlich. Das dritte und jüngste Verfahren ist die Endoskopische Submucosa-Dissektion (ESD). Laut der Fachgesellschaft bieten sie bisher nur wenige Zentren in Europa an. Sie ermöglicht erstmals die röhrenförmige Entfernung der kompletten Schleimhaut mit den Krebsbezirken.

Wesentlicher Vorteil ist, dass der Pathologe anschließend die Schleimhaut als Ganzes unter dem Mikroskop untersuchen und damit eine eindeutige feingewebliche Aussage darüber treffen kann, ob die krankhaften Stellen in der Tiefe und zu den Rändern komplett entfernt wurden. „Durch die restlose Entfernung können wir davon ausgehen, dass die ESD von allen drei genannten Verfahren mit Abstand das geringste Wiedererkrankungsrisiko aufweist“, erklärte Hochberger. Sie sei jedoch das eingreifendste Verfahren, erfordere ein hohes fachliches Können vom Endoskopiker und sei am zeitaufwändigsten. © hil/aerzteblatt.de