Autor Thema: Blasenkrebs durch ......  (Gelesen 3221 mal)

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Tanja

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Blasenkrebs durch ......
« am: 29. April 2007, 15:46 »

Gonorrhoe (auch Gonorrhö),
umgangssprachlich auch als Tripper bezeichnet, ist eine Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Neisseria entsteht, lt. Wikipedia.



Gonorrhöe als Blasenkrebsrisiko

Boston - Männer, die schon einmal an einer Gonorrhöe erkrankt waren, hatten in einer prospektiven Beobachtungstudie ein zweifach erhöhtes Risiko auf einen bösartigen Blasentumor, wie aus einer Studie im British Journal of Cancer (2007; 96: 169-171) hervorgeht.

Eine Verbindung zwischen Blasenkrebs, der sechsthäufigsten Krebserkrankung bei Männern und der Gonorrhö, der zweithäufigsten sexuell übertragbaren Erkrankung, ist keineswegs abwegig, schreiben Dominique Michaud von der Harvard School of Public Health in Boston und Mitarbeiter. Zwar befallen die Erreger in erster Linie die Schleimhaut der Urethra und nicht die Blase.

Harnverhalt bei der akuten Erkrankung sowie Urethrastrikturen als Spätfolge der Gonorrhö könnten aber den Boden für chronische Infektionen der Blase bereiten, die ein etablierter Risikofaktor für Blasenkrebs sind. Wie auch immer die pathogenetischen Zusammenhänge sein mögen, Tatsache ist, dass bereits zwei frühere Fall-Kontroll-Studien eine Assoziation zwischen Gonorrhö und Blasenkrebs ermittelten, die jetzt durch eine Analyse der Health Professionals Follow-Up Study (HPFS) weiter gestützt wird.

An der HPFS beteiligten sich seit 1986 mehr als 50.000 Amerikaner überwiegend europäischer Herkunft, die regelmäßig befragt und untersucht werden. Im Jahr 1992 erkundigten sich die Interviewer auch nach Geschlechtskrankheiten in der Vergangenheit. An eine Gonorrhö konnten sich 2,9 Prozent erinnerten. Später erkrankten diese Personen fast doppelt so häufig an Blasenkrebs (Relatives Risiko RR = 1,92; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,10-3,33). Für invasive Blasenkarzinome war das Risiko noch höher (RR = 2,42; 1,09-5,38).

Den von den britischen Medien befragten Experten kamen die Ergebnisse recht, liefert die “Krebsgefahr” doch willkommene Argumente, um vor der unterschätzten Geschlechtskrankheit zu warnen. Die Gonorrhö ist durch Antibiotika zwar leicht zu kurieren. Ihre Inzidenz ist aber immer ein Marker die Akzeptanz der Kondombenutzung. Ohne Kondom steigt aber das Risiko auf die weitaus gefährlichere HIV-Infektion, weshalb Epidemiologen die Gonorrhö-Rate im Auge behalten.

© rme/aerzteblatt.de

http://www.nature.com/bjc/journal/v96/n1/pdf/6603510a.pdf
Health Professionals Follow-Up Study
http://www.hsph.harvard.edu/hpfs/
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« Letzte Änderung: 29. April 2007, 15:46 von Tanja »