Autor Thema: Krebs und Übergewicht  (Gelesen 5027 mal)

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Tanja

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Krebs und Übergewicht
« am: 29. April 2007, 15:51 »
Bei Dicken macht Krebs fette Beute

Sinnvoll und simpel: Krebsvorsorge durch Normalgewicht

Dass dick sein Herz und Kreislauf schadet, ist keine neue Nachricht. Aber dass Übergewicht eine direkte Ursache von Krebs sein kann, ist eine neue Erkenntnis. Dabei scheint der „Bierbauch“ oder „Schwimmring“ um die Hüften für viele Menschen nur ein lästiges oder rein ästhetisches Thema zu sein. Falsche, unachtsame Ernährung erhöht das Risiko für eine spätere Tumorerkrankung weiß die weltweite Krebsforschung, wie unlängst auch Prof. Dr. Günter Emons und Dr. Thomas Hawighorst von der Universitätsfrauenklinik Göttingen veröffentlichten.

58 Prozent der Männer und 41 Prozent der Frauen in Deutschland sind ihrer Schätzung nach übergewichtig - weltweit geht man von über einer Milliarde Menschen aus. Bei fast allen Krebsarten zeigt sich mehr oder weniger deutlich ein Zusammenhang mit Übergewicht. Nach Erkenntnissen des Göttinger Forscherteams sind 3 bis 4 Prozent aller Tumorerkrankungen wohl direkt auf Übergewicht zurück zu führen. Auch eine aktuelle EU-Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass pro Jahr ca. 37.000 Krebsneuerkrankungen in Europa auf Adipositas und fast ebenso viele auf Übergewicht zurückzuführen sind.

Die "American Cancer Society" beobachtete 900.000 Amerikaner und stellte eine allgemeine Erhöhung der Todesrate durch Krebs um 52 Prozent bei übergewichtigen Männern und um 62 Prozent bei übergewichtigen Frauen fest. Die Forscher kamen zum Schluss, dass über 90.000 Todesfälle pro Jahr in den Vereinigten Staaten vermeidbar wären, wenn diese Gruppe ein normales Körpergewicht aufweisen würde. Tobias Pischon, Mediziner am Deutschen Institut für Ernährungsforschung bringt es auf den Punkt: „Umweltfaktoren und hier vor allem die Ernährung spielen eine wesentliche Rolle bei der Krebsentstehung”. Und selbst die Weltgesundheitsorganisation WHO statuierte schon vor vier Jahren, dass sich ein Drittel aller Krebserkrankungen in industrialisierten Ländern durch falsche Ernährung erklären ließen.

Das Körperfett spielt bei der Tumorentstehung eine wichtige und besondere Rolle. Fettgewebe speichert nämlich nicht nur Energie, sondern produziert und verändert Hormone auch derart, dass ein Krebswachstum gefördert wird. Krebsprävention heißt demnach ganz einfach: Senkung des Übergewichts!

Übergewicht ist letztendlich fast immer die Folge des Verzehrs kalorienreicher, fetter und zuckerreicher Nahrungsmittel und zu geringer körperlicher Aktivität. EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition, Potsdam 1994-2006), die weltweit bisher größte wissenschaftliche Studie über die Zusammenhänge zwischen Krebs und Ernährung, kam zu dem Ergebnis, dass sogar bis zu einem Drittel aller Krebsfälle auf falscher Ernährung beruhen und weist auf die schützende Wirkung von Obst und Gemüse hin. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) plädiert im Rahmen ihrer „5-am-Tag“-Initiative dafür, möglichst 400 Gramm Gemüse und etwa 250 Gramm Obst über den Tag verteilt zu verzehren. Die darin enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe sind nicht nur ein Schutzschild gegen Krebs, sondern stärken darüber hinaus auch das Immunsystem und das Herz; können den Cholesteringehalt senken und zudem Arteriosklerose und Herzkrankheiten vorbeugen.

Doch 9 von zehn Bundesbürgern essen weniger als 250 Gramm Obst und Gemüse pro Tag. Schwer fällt auch – besonders Übergewichtigen – die Umstellung auf eine kalorienbewusste, ausgewogene Ernährung. Eine stoffwechselregulierende Ernährungskur kann der Auftakt zu einem gesünderen Lebensstils sein und dabei helfen, die jetzt nur lästigen überflüssigen Zentimeter und Pfunde wirklich überflüssig zu machen.

Peggy Reichelt
E-Mail: presse@amapur.de
Pressemitteilung 20.03.2007



« Letzte Änderung: 29. April 2007, 15:58 von Tanja »

christina62

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ÜBERGEWICHT UND KREBS
« Antwort #1 am: 27. Mai 2007, 15:41 »

  ÜBERGEWICHT UND KREBS

 
 
Übergewicht zählt zu einem bedeutenden Risikofaktor für Krebs. Einerseits kann allein schon ein Zuviel an Nahrung die Entstehung von Krebs begünstigen, es können aber bestimmte Substanzen für die Krebsentstehung verantwortlich gemacht werden, oder auch das Fehlen von Schutzfaktoren. Die Ernährungsempfehlungen für eine Gewichtsabnahme sind jenen für einen Krebs vorbeugenden Lebensstil sehr ähnlich.


Übergewicht als Risikofaktor für eine Krebserkrankung
Einige Krebsarten treten bei Übergewichtigen öfter auf als bei Normalgewichtigen.

Zu diesen Krebsarten zählen:

Darmkrebs (etwa zweifach erhöht bei BMI von über 30)

Gallengangkrebs (etwa zweifach erhöht)

Nierenkrebs (etwa zweifach erhöht

bei der Frau:

Brustkrebs (rund 1/3 erhöht bei BMI von über 28)

Gebärmutterkrebs (etwa 2-3fach erhöht bei BMI von über 25)

Beim Mann:

Prostatakrebs


Dabei gehören Darmkrebs, Prostatakrebs und Brustkrebs zu den am häufigsten auftretenden Krebsarten. Im Jahr 2001 kam eine von der Europäischen Union geförderte Analyse zu dem Schluss, dass jährlich rund 37.000 Krebsneuerkrankungen in Europa durch Fettleibigkeit (BMI über 30) und weitere 34.800 durch Übergewicht (BMI zwischen 25 und 30) bedingt sind und es wird angenommen, dass etwa ein Drittel der Krebsfälle durch falsche Ernährung verursacht wird.

Die Ursachen für die häufigere Krebsentstehung bei Übergewichtigen (und Fettleibigen) ist noch bei weitem nicht geklärt, doch lassen sich zumindest einige plausible Mechanismen dafür anführen:

Es ist bekannt, dass übergewichtige Mädchen meist viel früher in die Pubertät kommen als normalgewichtige. Bei dicken Frauen setzen die Wechseljahre statistisch später ein. Bei Übergewichtigen Frauen kommt es durch den erhöhten Fettanteil zu einer erhöhten Speicherung von Östrogenen im Fettgewebe. Aber auch Fett selbst produziert Östrogene. So kommt es insgesamt zu erhöhten Östrogenmengen und zu einer verlängerten und verstärkten Einwirkung von Östrogenen auf bestimmte Organe, was vor allem beim Brust- und Gebärmutterkrebs eine besondere Rolle spielen könnte. Gerade Brustkrebs nach den Wechseljahren ist bei dicken Frauen vermehrt zu finden.   

Auch Leptin, Adiponektin u.a. Substanzen, die von Fettzellen (Adipozyten) gebildet werden können, sollen bei der Krebsentstehung eine Rolle spielen. Weiters werden zu hohe Insulinspiegel – etwas, das man häufig bei Übergewichtigen sieht - oder andere Wachstumsfaktoren für die häufigere Entartung von Zellen verantwortlich gemacht. Bestätigt wird dies durch Untersuchungen, welche eine erhöhte Häufigkeit von Brustkrebs bei Frauen mit Diabetes mellitus Typ II zeigen. Eine Studie an Männern mit Diabetes Typ I, welcher mit niedrigen Insulinwerten verbunden ist, zeigte wiederum eine verringerte Häufigkeit von Prostatakrebs.

Bei der Entstehung von Krebs ist fast immer ein Zusammentreffen mehrerer Faktoren erforderlich. Auch wenn eine genetische Veranlagung zu erhöhter Krebsneigung besteht, muss ein weiterer Faktor als Auslöser dazukommen, um Krebs tatsächlich entstehen zu lassen. Die Veranlagung führt dann dazu, dass Reize, die bei normalen Menschen keine Schäden verursachen, bei besonders empfänglichen Menschen Krebs auslösen kann. Solche Reize können Sonneneinstrahlung, Entzündungen, Infektionen oder auch chemische Substanzen sein.

Je mehr an Faktoren zusammentreffen, desto höher ist das Risiko. Bei Übergewicht kann insbesondere die Kombination aus fettreichen aber ballaststoffarmen Speisen mit wenig Bewegung, womöglich noch mit großen Alkohol- und Nikotinmengen, das Krebsrisiko also regelrecht potenzieren.
























Jeder Tag ist ein kleines Leben.



Betreue die Unterforen Brustkrebs, Eierstockkrebs, Gebärmutterhalskrebs

Dietmar E.

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Krebs und Zucker-Glykose
« Antwort #2 am: 30. Juli 2007, 20:25 »
http://www.wz-newsline.de/?redid=167734

30. Juli 2007
Zucker fördert die Tumorbildung
Ernährung: Der Biologe Johannes Coy hat herausgefunden, dass kohlehydratarme Kost den Krebs stoppt.

Vor allem Salat und Gemüse sind die Basis einer kohlehydratarmen Ernährung.
Düsseldorf. Es klingt wie eine Sensation:

Wer sich richtig ernährt, sprich wenig Kohlehydrate zu sich nimmt, kann dem Wachstum von Krebstumoren eindämmen, gar den Krebs besiegen. Das behauptet zumindest der Tumorbiologe Johannes Coy aus Darmstadt.

Er hat eine längst vergessene Theorie von Nobelpreisträger Otto Warburg weiterentwickelt. Schon 1924 hatte der Wissenschaftler festgestellt, dass bestimmte Krebszellen ihre Energie durch Glukose-Vergärung gewinnen. Coy fand jetzt zusätzlich heraus, dass ein bestimmter Eiweißstoff, das Enzym Transsketolase (TKTL1) für diese Vergärung sorgt. Es wird vor allem von aggressiven Krebszellen gebildet. Je mehr TKTL1 desto mehr Zucker wird zu Milchsäure vergoren und desto agressiver wird die Tumorzelle. Die Milchsäure greift das umliegende Gewebe an und sorgt so dafür, dass sich Tochtergeschwülste ausbreiten können.

Eine Chemotherapie hilft nicht immer
„Hat der Krebs also schon gestreut, dann hilft in diesem Fall, sprich wenn das Enzym im Tumor nachgewiesen wurde, keine Chemotherapie“, so Coy. Das gelte für alle Krebsarten. Bislang seien in solchen Fällen die Heilungschancen sehr gering. „Doch mit einer kohlehydratfreien Diät können die Patienten den Krebs buchstäblich aushungern“, sagt der Wissenschaftler. Denn wenn die Zellen keinen Zucker bekämen, können sie sich nicht weiter vermehren. Dass seine Ernährungsform erfolgreich ist, hat er bislang durch Tierversuche belegt. „Zudem gibt es mittlerweile Kranke, deren Überlebenschancen sich durch die Diät verbessert haben. Derzeit läuft eine umfassende Studie an der Uni Würzburg, bzw. der dort ansässigen Frauenklinik an.

Beim deutschen Krebsinformationsdienst reagiert man zurückhaltend auf Coys Ergebnisse. Zwar bestätigt man, dass die Suche nach Enzymen wie dem TKTL1 zur Abschätzung des Verhaltens vor Tumorzellen und zur Therapiekontrolle eine große Rolle spielt. Bisher sei aber diese Forschung noch in den Kinderschuhen. Im jetzigen Stadium könne man die Ergebnisse nicht auf die Patienten übertragen.

Fach-Mediziner reagieren zurückhaltend
Auch Professor Mathias Freund von der Gesellschaft Hämatologie und Onkologie äußert sich zurückhaltend. Zwar bestätigt er, dass auch andere Studien zu demselben Ergebnis gelangt sind und die Entwicklung eines Medikamentes zur Hemmung des Enzyms sinnvoll ist. Jedoch könne man aus diesen Befunden nicht den Schluss ziehen, dass eine zuckerarme Diät die Tumorbildung eindämmt. „Das ist reine Spekulation“, so der Mediziner.
Trotz der Skepsis ist sich Coy sicher, dass er auf dem richtigen Weg ist. Und er geht noch einen Schritt weiter. Er glaubt, dass Menschen durch Ernährung auch das Risiko an Krebs zu erkranken, minimieren können. „Man muss sich doch nur die Eskimos anschauen. Die haben sich früher extrem proteinreich und kohlehydratarm ernährt und es gab keine Fälle von Krebs. Erst als sie unsere westliche Ernährungweise übernommen haben, gab es erste Erkrankungen“, so Coy. Er sieht seinen Ernährungsvorschlag aber nur als Ergänzung zu den medizinischen Methoden.
Tipps zur Ernährung
System Die Diät basiert auf hochwertigem Eiweiß und Fett in Form von Fleisch von Tieren, die auf Weiden aufwachsen, Fisch und Ölen. Zudem sollte man viel Gemüse essen. Meiden sollte man kohlehydratreichen Nahrungsmittel, wie Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln und Zucker.
Essbar Es können fast alle Fleischsorten gegessen werden, auch Wild, ebenso können fast alle einheimische Fische und Schalentiere verzehrt werden. Zudem darf jegliches Geflügel zu sich genommen werden. Bei Wurstwaren beschränkt sich die Auswahl auf rohen und gekochten Schinken und Salami. Alle Gemüsesorten sind nutzbar, gleiches gilt für Salat. Außerdem kann man auf Sahne, Quark, Schmand und Buttermilch zugreifen. Folgende Fette darf man essen: Butter, Leinöl, Rapsöl, Hanföl, Tierische Fette. Auch fast alle Käsesorten wie Gouda, Ziegenkäse, Camembert, Schafskäse kann man essen.
Einschränkung Erdbeeren, Heidelbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren dürfen nur verzehrt werden, wenn man an anderer Stelle auf Kohlehydrate verzichtet.
Weglassen Auf folgende Nahrungsmittel sollte man besser verzichten: Melonen, Trauben, Kiwi, Ananas, Rote Beete, Mango, Papaya, Grape Fruit, Karotten, Mandarinen, Pfirsiche, Äpfel, Pflaumen, Aprikosen, Orangen.
Tabu-Lebensmittel Bananen, Weiße Bohnen, Brezeln, Brötchen, Brot, Buchweizen, Chips, Datteln, Erbsen, Feigen, Fertiggerichte, Gebäck, Getreideprodukte, Honig, Kartoffeln, Kuchen, Marmelade, Mehlspeisen, Nudeln, Reis, Rosinen, Salzstangen, Schokolade, Sirup, angedickte Soßen, Süßigkeiten, Zucker.
Getränke Auf Bier sollte man verzichten. Rotwein dagegen ist wegen der sekundären Pflanzenstoffe sogar positiv zu bewerten.
 
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)