Autor Thema: Forschung bei der Chemotherapie  (Gelesen 14181 mal)

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Josef

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Forschung bei der Chemotherapie
« am: 17. Juni 2008, 23:30 »

Wissenschaftler überwinden Chemotherapie-Resistenz in Krebszellen
Dienstag, 17. Juni 2008

Würzburg – Die Resistenz von Hautkrebszellen gegen eine Chemotherapie im Tiermodell überwunden haben Wissenschaftler um Margarete und Michael Schön vom Rudolf-Virchow-Zentrum und der Hautklinik der Universität Würzburg und Göttingen. Ihre Ergebnisse haben sie im Journal of the National Cancer Institute veröffentlicht (2008; 100: 862-875).

Die Wissenschaftler suchten nach einem Blocker für einen speziellen Signalweg in den Zellen, von dem bekannt ist, dass er nicht nur bei der Entstehung von Krebs eine Rolle spielt, sondern auch eine Chemotherapie-Resistenz auslöst: den NF-kappa-B-Weg.

In ihren Experimenten behandelten sie Tiere, die an Lungenkrebs erkrankt waren, mit einer Substanz namens KINK-1 und einem Zytostatika wie Doxorubicin, allein und mit einer Kombination aus dem Zytostatikum und KINK-1. Nur eine kombinierte Gabe war erfolgreich.

Sie konnte die Bildung von Metastasen merklich reduzieren. Der neue Wirkstoff fungiert also nicht selbst als Chemotherapeutikum, sondern hilft, die Zellen wieder empfindlicher zu machen für das zusätzlich verabreichte Zytostatikum.

„Unsere Ergebnisse liefern einen erfolgreichen Ansatz, der ein wichtiger Baustein in der Krebstherapie werden kann. Der NF-kappa-B-Weg ist in vielen Krebsarten vorhanden, daher müsste die Therapie sehr universell funktionieren. Unsere bisherigen Studien zeigen außerdem eine sehr hohe Verträglichkeit“, sagte Schön. Die Wissenschaftler wollen jetzt die Übertragbarkeit auf andere Krebsarten prüfen. © hil/aerzteblatt.de

http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=32736

» Journal of the National Cancer Institute

» Rudolf-Virchow-Zentrum der Universität Würzburg

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Re: Forschung bei der Chemotherapie
« Antwort #1 am: 22. September 2008, 13:57 »

Warum Chemotherapien manchmal nicht wirken

Ein das Erbgut schädigendes Gift kann die Zellen des einen Menschen zerstören, die eines anderen aber unbeschadet lassen. Das entdeckten US-Forscher. 48 Gene im Erbgut entscheiden darüber, wie menschliche Zellen auf ein Gift reagieren. Die Entdeckung soll bei der Entwicklung von Chemotherapien gegen Krebs helfen.

Quelle: Massachusetts Institute of Technology
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Tanja

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Krebs: Neue Therapien statt Chemo
« Antwort #2 am: 01. Oktober 2008, 15:57 »

Bereits 50 Prozent der Krebspatienten leben länger als fünf Jahre – dank neuer Medikamente und Therapiekonzepte.

Arzt mit Patientin Ein Drittel des Rückgangs der Krebs-Sterblichkeit ist auf den Einsatz innovativer Medikamente zurückzuführen. DruckenSendenLeserbrief
Müdigkeit und Husten machten Louise Melinder, 32, einer Lehrerin aus Schweden, im Frühjahr 2007 zu schaffen. "Bronchitis" war die erste Diagnose, "Lungenentzündung" die zweite. Im Juli 2007 entdeckten die Ärzte einen aggressiven Lungentumor, der sich bereits ausgebreitet hatte: "Ich war immer Nichtraucherin."

Eine Operation war nicht möglich. Chemotherapie war zunächst erfolgreich – doch sechs Wochen danach begann der Tumor wieder zu wachsen. Seit März erhält Melinder eine "zielgerichtete Therapie": Ein kleines Molekül, das ein Enzym der Krebszellen – und damit ihr Wachstum – hemmt. Der Tumor schrumpfte, bis heute wirken die Tabletten.

Ein Drittel des Rückgangs der Krebs-Sterblichkeit zwischen 1995 und 2003 ist auf den Einsatz solcher innovativer Medikamente zurückzuführen, erklärten Mediziner am Wochenende auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Medizinische Onkologie in Stockholm. Bis 2012 werden 50 neue Präparate zugelassen. "Die neuen Therapien können derzeit die Heilungschance um fünf bis zehn Prozent erhöhen und bei den anderen Patienten die Lebenszeit manchmal um Monate, manchmal um Jahre verlängern", so Onkologe Univ.-Prof. Heinz Ludwig, Wilhelminenspital Wien.

Risiko reduzieren

Ein bekanntes Beispiel ist der Antikörper Trastuzumab (Herceptin) für Frauen mit einer besonders aggressiven Brustkrebsform: "Wir können damit heute das Risiko des Wiederauftretens des Tumors um 40 Prozent reduzieren", sagt Mondher Mahjoubi, medizinischer Direktor für Onkologie bei Roche: "Vielleicht benötigen wir in einigen Jahren keine Chemotherapie mehr, sondern setzen nur mehr verschiedene zielgerichtete Medikamente hintereinander ein. Es ist noch zu früh zu sagen, dass Krebs zu einer chronischen Erkrankung wird – aber es geht in diese Richtung."

"Es gibt eine Aufbruchsstimmung", betont auch Onkologe Ludwig: "Trotzdem können wir viele Patienten noch nicht so behandeln, wie wir uns das wünschen würden. Von einer langen Treppe haben wir erst die ersten Stufen erklommen."

    * » Analyse: Onkologie-Medikamente "leistbar"

Heimischer Erfolg

Einen internationalen "Schrittmachereffekt" hat eine spektakuläre Studie aus Österreich ausgelöst: Das Osteoporosemedikament Zoledronat kann bei Frauen mit einem hormonabhängigen Brustkrebs die Rückfallhäufigkeit um 36 Prozent senken. Diese Daten hat die Studiengruppe für Brust- und Dickdarmkrebs (ABCSG) erstmals Anfang Juni in den USA präsentiert. "Es gibt jetzt weltweit etliche Studiengruppen die klären wollen, woran das liegt und diese Frage zum vorrangigen Ziel ihrer Studie gemacht haben", sagte ABCSG-Präsident Univ.-Prof. Michael Gnant von der Uni-Klinik für Chirurgie der MedUni Wien in Stockholm: "Vielleicht wird man in fünf Jahren solche Osteoporose-Medikamente auch bei anderen Tumoren einsetzen."

Artikel vom 15.09.2008 15:06 | KURIER | Ernst Mauritz

Tanja

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Krebs: Chemotherapien bald unnötig?
« Antwort #3 am: 01. Oktober 2008, 15:58 »

Die Zukunft spricht für die "zielgerichtete Therapie". Die Überlebensraten der Betroffenen sind stark gestiegen.

Ein Arzt Jeder dritte Mensch erkrankt an Krebs. DruckenSendenLeserbrief
Die Zukunftsvision: Eine medikamentöse Krebstherapie ohne die Verwendung der relativ toxischen traditionellen Chemotherapeutika. Stattdessen könnten die Patienten in einigen Jahren eventuell Kombinationen von Arzneimitteln der sogenannten "zielgerichteten Therapie" - speziell monoklonale Antikörper und kleine Moleküle ähnlicher Wirkungsweise - bekommen. Von dieser Hoffnung sprach der Chef der Onkologie-Chef des Schweizer Pharmakonzerns Roche, Mondher Mahjoubi, am Rande der Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO) in Stockholm.

Der Hintergrund: Jeder dritte Mensch erkrankt an Krebs. Allein bei rund einer Million Frauen wird pro Jahr ein Mammakarzinom diagnostiziert. In Europa sind das 370.000 Fälle pro Jahr, in den USA 240.000. In den vergangenen Jahren haben sich die Überlebensraten bei bösartigen Erkrankungen deutlich erhöht. Das ist - vor allem in den vergangenen Jahren - zu einem nicht unbeträchtlichen Teil der Effekt der modernen "zielgerichteten Therapie", bei der Medikamente ganz spezifisch auf spezielle Angriffspunkte von bösartigen Zellen ausgerichtet wurden, welche die Tumorbiologie-Spezialisten zuvor im Labor identifiziert hatten.
25 Monate länger leben

Beispiele dafür: Zwischen 1985 und 2005 verdreifachte sich die durchschnittliche Überlebenszeit von Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs (Metastasen) von zwölf auf 36 Monate. Zwischen 1999 und 2003 verdoppelte sich die Überlebenszeit von Lungenkarzinom-Kranken in einem späten Stadium von fünf auf zehn Monate. Bei metastasiertem Dickdarmkrebs verfünffachte sich die durchschnittliche Überlebenszeit von fünf auf 25 Monate.

Stefan Frings, der bei Roche für die Entwicklung des monoklonalen Antikörpers Bevacizumab ("Avastin") verantwortlich ist, mit dem man mittlerweile als Zusatz zu Chemotherapien Dickdarm-, Brust-, Lungen-und Nierenkarzinome behandelt: "Dieser monoklonale Antikörper verhindert einerseits durch die Hemmung des Blutgefäßwachstumsfaktors VEGF die Neubildung von Blutgefäßen bei Tumoren ab einem Durchmesser von ein bis zwei Millimetern, andererseits stabilisiert er die Blutversorgung so, dass Chemotherapeutika besser wirken."

Das Ergebnis: Die zusätzliche Gabe dieses Arzneimittels zu einem herkömmlichen Zytostatikum erhöhte bei Lungenkrebs-Patienten die durchschnittliche Überlebenszeit von 10,3 Monate auf 12,3 Monate. Beim aktuellen ESMO-Kongress werden ähnliche Resultate aus einer anderen Studie präsentiert. Die Zeit bis zum Fortschreiten der Erkrankung stieg um 33 Prozent.

Noch besser sind die Resultate bei Brustkrebs. Frings: "Da verdoppelte 'Avastin' zusätzlich zu Taxanen (Klasse von Chemotherapeutika, Anm.) die Zeit bis zum Fortschreiten der Erkrankung." Zu einem größeren Rückgang des Tumors kam es bei 63 Prozent statt sonst bei nur 44 Prozent.
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Artikel vom 12.09.2008 08:16 | apa | big

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Chemotherapie - Gedächtnislücken
« Antwort #4 am: 11. Februar 2010, 18:24 »
11.02.2010
e   
   
   Krebstherapie und das "Chemobrain" - Wenn Gedächtnislücken nur scheinbar groß sind

Viele Krebspatienten klagen nach einer Chemotherapie über Einschränkungen ihrer geistigen Fähigkeiten, vor allem über Konzentrations- oder Gedächtnisprobleme. Mittlerweile wurden solche Beeinträchtigungen auch objektiv nachgewiesen: Sie sind eher mild und treten nur bei einem Teil der Patienten auf. Allerdings zeigte sich immer wieder, dass der subjektive Eindruck kognitiver Störungen nichts mit objektiv nachweisbaren Defiziten zu tun hat: Die Patienten, die über "Chemobrain" klagen, schneiden in Gedächtnis- und Konzentrationstests weder besser noch schlechter ab als andere Patienten.

In einer groß angelegten Untersuchung mit über 100 Brustkrebspatientinnen wurde diese Diskrepanz jetzt unter die Lupe genommen. Ein Forscherteam um Dr. Kerstin Hermelink von der Frauenklinik der Universität München berücksichtigte viele Einflussfaktoren, die einen Zusammenhang zwischen subjektiv empfundenen und objektiv nachweisbaren kognitiven Störungen überdecken könnten. Sie untersuchten auch, ob sich nachweisbare Veränderungen der geistigen Leistungsfähigkeit in subjektiven Einschätzungen widerspiegeln. Das Ergebnis blieb das gleiche: kein Zusammenhang. Patientinnen, die von Beeinträchtigungen ihrer geistigen Fähigkeiten berichteten, litten aber vermehrt unter Depressivität und neigten allgemein zu negativen Gefühlen. "Die subtilen kognitiven Einschränkungen, die sich durch Tests nachweisen lassen, werden offenbar von den Betroffenen im Allgemeinen überhaupt nicht bemerkt", erklärt Studienleiterin Hermelink. Der subjektive Eindruck von "Chemobrain" dagegen beruht meistens auf pessimistischen Selbsteinschätzungen, die vor allem bei depressiven Patientinnen häufig sind." (Psycho-Oncology online, 5. Februar 2010)

Immer mehr Menschen überleben eine Krebserkrankung - nach einer Zeit intensiver, oft sehr belastender Therapie werden sie wieder in ihren Alltag entlassen. Die Erwartungen der Betroffenen und ihrer Umgebung sind nun oft groß: Die Leistungsfähigkeit soll schnell wieder hergestellt sein, die Rollen in Beruf und Familie endlich wieder ausgefüllt werden. Das aber gelingt vielen Patienten auch dann nicht, wenn es ihnen körperlich längst wieder gut geht. Sie stellen fest, dass sie vergesslich und zerstreut sind, für alles länger brauchen als früher und schon bei kleinen Problemen aufgeben müssen, dass ihnen merkwürdige Verwechslungen, Irrtümer und Fehler aller Art passieren - ihre geistigen Fähigkeiten scheinen nicht mehr dieselben zu sein wie vor der Erkrankung. Die meisten Betroffenen machen dafür die Chemotherapie verantwortlich und sprechen von "Chemobrain".

Wissenschaftler bestätigen den Eindruck der Patienten: Eher milde Einschränkungen geistiger Funktionen wie Gedächtnis, Konzentration und Denken lassen sich bei einem Teil der Krebspatienten tatsächlich nachweisen - allerdings finden sich subjektive empfundene und objektiv nachweisbare Störungen der geistigen Fähigkeiten nicht bei denselben Patienten. Diese merkwürdige Beobachtung wurde in sehr vielen Studien an Patienten mit unterschiedlichen Krebserkrankungen und Behandlungen immer wieder gemacht - und meistens "wegerklärt": Die verwendeten Tests seien nicht genau genug und zu wenig alltagsnah, um die Beschwerden der Patienten auch erfassen zu können. Allerdings wurden mit den Tests ja tatsächlich Störungen geistiger Funktionen gefunden, nur eben bei den "falschen" Patienten, nämlich überwiegend bei denjenigen, die gar nicht darüber klagten.

Ein Forscherteam um Dr. Kerstin Hermelink von der Frauenklinik der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und Professor Karin Münzel vom Lehrstuhl Neuropsychologe hat die Diskrepanz zwischen objektiven und subjektiven Störungen geistiger Funktionen jetzt eingehend untersucht. Die Wissenschaftlerinnen vermuteten, dass der Zusammenhang zwischen wahrgenommenen und nachweisbaren Einschränkungen geistiger Funktionen durch den Einfluss anderer Faktoren, sogenannter Confounder, verdeckt sein könnte. In ihrer Längschnittstudie COGITO - kurz für "Cognitive Impairment in Therapy of Breast Cancer" - an der über 100 Brustkrebspatientinnen aus fünf bayerischen Kliniken und hämato-onkologischen Praxen mitwirkten, berücksichtigten sie den Einfluss von Depressivität und der Neigung zu negativen Gefühlen wie Schuld- und Schamgefühlen oder Ärger, sowie einer Reihe anderer Faktoren wie zum Beispiel der Intensität der Chemotherapie.

Trotzdem zeigte sich keinerlei Zusammenhang zwischen objektiven und subjektiven Störungen geistiger Funktionen. Patientinnen, die von Beeinträchtigungen ihrer geistigen Leistungsfähigkeit berichteten, neigten schon vor Beginn der Krebstherapie eher zu negativen Gefühlen und waren depressiver als andere Patientinnen, aber ihre Testergebnisse unterschieden sich nicht von denen der Frauen, die keine Beeinträchtigungen bei sich festgestellt hatten. Auch die Intensität der Chemotherapie beeinflusste den subjektiven Eindruck kognitiver Beeinträchtigung, während sie für die Testergebnisse keine Rolle spielte. Veränderungen der Testergebnisse von Untersuchung zu Untersuchung spiegelten sich nicht in Veränderungen der subjektiven Einschätzung wieder.

Hermelink schließt daraus, dass Depressivität, die Neigung zu negativen Gefühlen und eine sehr toxische Chemotherapie mit vielen Nebenwirkungen zu pessimistischen Einschätzungen der eigenen geistigen Leistungsfähigkeit führen - ganz unabhängig davon, ob nachweisbare Störungen aufgetreten sind oder nicht. Die nachweisbaren Einschränkungen geistiger Funktionen dagegen sind mild und werden von den Betroffenen im Allgemeinen nicht bemerkt. "Diese Ergebnisse zeigen, dass die meisten Studien zum Thema Chemobrain gar nicht das nachgewiesen haben, worüber die Patienten klagen", sagt Hermelink.

Auch wenn Beschwerden über einen Verlust geistiger Leistungsfähigkeit nach einer Chemotherapie meistens nicht auf nachweisbaren Schädigungen beruhen, sollten sie dennoch unbedingt ernst genommen werden, betont Hermelink. "Natürlich können subjektive und objektive Einschränkungen geistiger Funktionen bei individuellen Patienten gemeinsam auftreten, auch wenn kein genereller Zusammenhang besteht. Und subjektive Einschränkungen der geistigen Fähigkeiten stellen für ohnehin schon sehr belastete Patienten eine weitere Belastung dar und sollten deshalb behandelt werden. Allerdings hilft es niemandem, das Problem zu simplifizieren und hinter Beschwerden von Krebspatienten über Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme grundsätzlich Schädigungen durch die Chemotherapie anzunehmen. Im Gegenteil - das kann Erwartungen und Ängste wecken, die den subjektiven Eindruck von Chemobrain eher noch fördern."

Publikation:
"Two different sides of 'chemobrain': determinants and nondeterminants of self-perceived cognitive dysfunction in a prospective, randomized, multicenter study";
Kerstin Hermelink, Helmut Küchenhoff, Michael Untch, Ingo Bauerfeind, Michael Patrick Lux, Markus Bühner, Juliane Manitz, Veronika Fensterer, Karin Münzel;
Psycho-Oncology online, 5. Februar 2010,
DOI: 10.1002/pon.1695
http://litbot.doccheck.com/de/cont_40.php?page=1&abstractid=20127909


Josef

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Bald Alternative zur Chemotherapie
« Antwort #5 am: 03. Dezember 2010, 12:02 »

Chlorophyll: Zehnmal wirksamer gegen Krebs als Chemotherapie

Dieser Text wurde veröffentlicht am 29.11.2010 um 12:07 Uhr Drucken Sie diese Seite

(Zentrum der Gesundheit) - Warum Chlorophyll und damit grüne Pflanzen Krebs heilen können. Neueste Forschungen des Linus-Pauling-Insituts der Oregon State University lassen vermuten, dass natürliche Substanzen wie etwa der grüne Pflanzenfarbstoff Chlorophyll oder Selen aus Knoblauch und der Paranuss im Kampf gegen Krebserkrankungen eine möglicherweise viel bedeutendere Rolle spielen könnten, als man bislang angenommen hatte.

........................http://www.zentrum-der-gesundheit.de/chloropyllin-ia.html?et_cid=19&et_lid=640890
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Jutta

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Chemotherapie greift Knochenmark nicht mehr an
« Antwort #6 am: 11. Mai 2012, 19:35 »


Stammzellen-Schild schützt Krebspatienten - Chemotherapie greift Knochenmark nicht mehr an

Tumor: Studie mit Hirnkrebs-Patienten zeigt neuen Ansatz


Seattle (pte022/10.05.2012/11:00) - Ein Schild aus Stammzellen könnte den Körper vor den schädigenden Folgen einer Chemotherapie schützen. Darauf weisen erste Ergebnisse einer Studie des Fred Hutchinson Cancer Research Center http://fhcrc.org hin. Bei der Chemotherapie werden Medikamente eingesetzt, die die sich rasch teilenden Krebszellen abtöten sollen. Betroffen kann aber auch gesundes Gewebe und auch das Knochenmark sein. Für die in Science Translational Medicine http://stm.sciencemag.org veröffentlichte Studie wurden gentechnisch veränderte Stammzellen für den Schutz des Knochenmarks eingesetzt. Laut Susan Short von Cancer Research UK http://cancerresearchuk.org handelt es sich dabei um einen völlig neuen Behandlungsansatz.

Einsatz von körpereigenen Stammzellen

Der Körper bildet im Inneren der Knochen permanent neue Blutkörperchen. Das Knochenmark reagiert jedoch äußert empfindlich auf eine Chemotherapie. Diese Behandlung führt dazu, dass weniger weiße Blutkörperchen gebildet werden. Damit steigt das Risiko einer Infektion. Auch die Anzahl der roten Blutkörperchen verringert sich.

Die Folgen sind Kurzatmigkeit und Müdigkeit. Laut den Wissenschaftlern sind diese Nebenwirkungen ein großes Hindernis beim Einsatz der Chemotherapie. Häufig muss die Behandlung gestoppt, verzögert oder in einem geringeren Ausmaß durchgeführt werden. Die Experten haben versucht, dass Knochenmark von drei Patienten mit Glioblastomen zu schützen.

Laut Jennifer Adair, eine der Autorinnen der Studie zielt diese Therapie gleichzeitig auf die Tumorzellen und die Zellen des Knochenmarks ab. Das Knochenmark wird geschützt und die Tumorzellen sind der Chemotherapie ausgesetzt. Den Patienten wurde Knochenmark entnommen. Stammzellen, die Blutkörperchen produzieren, wurden isoliert. Mit Hilfe eines Virus wurden die Zellen mit einem Gen infiziert, das die Zellen gegen die Chemotherapie-Medikamente schützte. In einem nächsten Schritt wurden die Zellen den Patienten wieder eingesetzt.

Überlebenszeit verlängert sich deutlich

Der leitende Wissenschaftler Hans-Peter Kiem betont, dass die auf diese Weise behandelten Patienten besser mit der Chemotherapie zurechtkamen und unter keinen negativen Nebenwirkungen litten. Alle drei Patienten überlebten länger als die zwölf Monate, die bei dieser Art von Krebs durchschnittliche Überlebenszeit. Ein Patient lebte auch 34 Monate nach der Behandlung noch.

(Ende)

http://www.pressetext.com/news/20120510022

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Chemotherapie kann zur Resistenz führen
« Antwort #7 am: 06. August 2012, 22:05 »



Chemotherapie kann zur Resistenz führen
Schädigung der DNA führt zu falschen Reaktionen im Körper
Spritze: Chemotherapie normalerweise hilfreich


Seattle (pte005/06.08.2012/10:15) - Die Chemotherapie kann sich selbst durch das Verursachen einer falschen Reaktion bei gesunden Zellen untergraben. Damit ist laut einer Studie des Fred Hutchinson Cancer Research Center http://fhcrc.org auch erklärt, warum es bei Patienten zu einer Resistenz gegen die Behandlung kommen kann. Die Chemotherapie verliert vor allem bei Patienten mit sekundären Tumoren ihre Wirksamkeit. Das Team um Peter Nelson schreibt in Nature Medicine http://nature.com/nm , dass die Chemotherapie für die Wundheilung zuständige Zellen rund um die Tumore dazu bringt, ein Protein zu produzieren, das dem Krebs dabei hilft, sich gegen diesen Angriff zu wehren.

Rolle der Fibroblasten wichtig

Fran Balkwill von Cancer Research UK http://cancerresearchuk.org betont, dass in einem nächsten Schritt eine Möglichkeit gefunden werden muss, diesen Vorgang zu blockieren, berichtet die BBC. Rund 90 Prozent der Patienten mit soliden Karzinomen wie bei Brust-, Prostata-, Lungen- und Darmkrebs entwickeln eine Resistenz. Die Krebserkrankung breitet sich aus. Daher erfolgt eine Behandlung normalerweise in Abständen, damit der Körper nicht überfordert wird.

Diese Zeitabstände ermöglichen es den Tumorzellen aber auch sich wieder zu erholen und resistent zu werden. Für die aktuelle Studie konzentrierten sich die Wissenschaftler auf die Fibroblasten, die normalerweise eine entscheidende Rolle bei der Wundheilung und der Produktion von Kollagen spielen.

Protein Schlüssel bei Resistenzen

Durch die Chemotherapie kommt es zu einer Schädigung der DNA, die dazu führt, dass die Fibroblasten eine bis zu 30 Mal größere Menge des Proteins WNT16B bilden. Das zu viel produzierte Protein begünstigt das Krebswachstum und die Ausbreitung der Krebszellen in das umliegende Gewebe. Schließlich kommt es zu einer Resistenz gegen die Chemotherapie. Es war bereits bekannt, dass dieses Protein eine Rolle bei der Entstehung von Krebs spielt.

Unbekannt war bis jetzt allerdings, dass es auch bei der Entstehung einer Resistenz von entscheidender Bedeutung ist. Laut Nelson geht die Krebsbehandlung immer mehr in Richtung sehr spezifischer Therapien, die auf molekularer Ebene auf ganz bestimmte Ziele wie das Krebswachstum abzielen. "Unsere Forschungsergebnisse legen nahe, dass auch die Mikroumgebung des Tumors einen Einfluss auf den Erfolg oder Misserfolg dieser Therapieformen haben kann", so Nelson abschließend.

(Ende)
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Krebs: Vitamin C macht Chemotherapie wirksamer
« Antwort #8 am: 14. Februar 2014, 00:54 »




Krebs: Vitamin C macht Chemotherapie wirksamer

Wissenschaftler fordern großangelegte Untersuchung zur Verifizierung

Im Labor: Vitamin C erleichtert Krebstherapie (Foto: flickr.com/univienna)


Lawrence (pte007/10.02.2014/10:55) - Hochdosiertes Vitamin C erhöht die Wirksamkeit einer Chemotherapie, wie eine Studie der University of Kansas http://ku.edu ergeben hat. Als Injektion könnte Vitamin C daher möglicherweise eine sichere, wirksame und kostengünstige Behandlung bei Eierstockkrebs und anderen Krebsarten ermöglichen. Die Forscher fordern in Science Translational Medicine http://stm.sciencemag.org Studien, die von der Regierung finanziert werden sollen. Pharmafirmen werden diese wahrscheinlich nicht durchführen, da Vitamine nicht patentiert werden können.

Gesunde Zellen bleiben erhalten

In den 1970er-Jahren berichtete der Chemiker Linus Pauling, dass intravenös verabreichtes Vitamin C bei der Behandlung von Krebs wirksam sein kann. Studien, bei denen das Vitamin eingenommen wurde, führten nicht zur gleichen Wirkung. Aus diesem Grund wurde dieser Ansatz nicht weiter verfolgt. Heute ist bekannt, dass der Körper eingenommenes Vitamin C schnell wieder ausscheidet. Laut der Studie wird injiziertes Vitamin C vom Körper aufgenommen und kann Krebszellen abtöten, ohne dass gesundes Gewebe geschädigt wird.

Die Forscher injizierten im Labor Vitamin C in Eierstockzellen. Mäusen wurden ebenfalls Injektionen verabreicht. Zusätzlich erhielten die Injektionen auch Patienten mit einer fortgeschrittenen Krebserkrankung. Die Krebszellen reagierten auf die Behandlung. Gesunde Zellen wurden nicht geschädigt. Die Therapie funktionierte bei Mäusen in Kombination mit Medikamenten, die bei der Chemotherapie eingesetzt werden. Sie führten zu einer Verlangsamung des Tumorwachstums. Eine kleine Gruppe von Patienten berichtete auch, dass das Vitamin C die Nebenwirkungen der Chemotherapie verringerte.

Kaum Interesse von Pharmafirmen

Laut Jeanne Drisko, eine der Autorinnen der Untersuchung, nimmt das Interesse an Vitamin C bei Krebsforschern zu. "Patienten suchen nach sicheren und kostengünstigen Möglichkeiten für die Krebsbehandlung." Die Wissenschaftlerin erklärt, dass intravenös verabreichtes Vitamin C aufgrund erster Forschungsergebnisse über dieses Potenzial verfügt. Die leitende Wissenschaftlerin Qi Chen befürchtet allerdings, dass diese Entwicklung von Pharmafirmen nicht unterstützt werden wird.

(Ende)
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Dietmar E.

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Forschung: Verbesserung der Chemotherapie
« Antwort #9 am: 28. Dezember 2015, 01:06 »



Wie Krebszellen die Immunabwehr austricksen
Foto: Deutsche Krebshilfe

10.11.2015
Neue Erkenntnisse sollen die Wirksamkeit der Chemotherapie verbessern

Frankfurt/M. (Ko) – Wie Krebszellen dem Angriff des Immunsystems entkommen, ergründen derzeit Wissenschaftler der Universität Frankfurt am Main. Im Blickpunkt der Forscher stehen die sogenannten Makrophagen (Fresszellen): Tumoren manipulieren diese so, dass sie das Krebswachstum aktivieren anstatt es zu stoppen. Die umgepolten Makrophagen können sogar die Wirkung einer Chemotherapie beeinträchtigen. Die Forscher suchen derzeit nach Strategien, um den Schutzmechanismus der Tumorzellen auszuhebeln. Langfristiges Ziel ist es, die Wirksamkeit der Chemotherapie medikamentös zu verbessern. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Projekt mit rund 180.000 Euro.

Unser Immunsystem ist mit verschiedenen Zelltypen ausgestattet, um den Körper vor fremdartigen Substanzen und schädlichen Strukturen wie etwa Tumorzellen zu schützen. Makrophagen sind ein unentbehrlicher Teil dieses ausgeklügelten Bollwerks. Auf der Jagd nach Schädlingen verleiben sie sich diese ein und lösen sie in ihrem Zellinneren auf. Makrophagen kommen in zahlreichen Geweben und natürlicherweise auch in Tumoren vor.

Tumorzellen programmieren die schützenden Makrophagen einfach um

Um sich vor dem Angriff der Fresszellen zu schützen, haben Tumorzellen eine clevere Überlebensstrategie entwickelt: Sie manipulieren die Angreifer so, dass diese ihre Anti-Tumorwirkung verlieren. Im Fachjargon wird dies als Makrophagen-Polarisierung bezeichnet. Der Angriffspunkt für diese Strategie sind fettähnliche Substanzen, sogenannte Lipide, die aus den Zellhüllen der Makrophagen stammen. Mit Hilfe eines Enzyms mit dem wissenschaftlichen Namen mPGES-1 verändern Krebszellen die Lipide so, dass diese sogar das Wachstum von Tumoren fördern können.

Wissenschaftler der Goethe-Universität Frankfurt am Main versuchen nun, diesen Schutzmechanismus auszuhebeln. „Laboruntersuchungen haben gezeigt, dass Brusttumoren langsamer wachsen, wenn ihnen mPGES-1 fehlt“, erläutert Studienleiter Professor Dr. Bernhard Brüne, Direktor des Instituts für Biochemie I im Fachbereich Medizin der Goethe-Universität Frankfurt. „Deshalb wollen wir zunächst die molekularen Mechanismen verstehen, die dafür verantwortlich sind, dass das Enzym die Fresszellen in ihrer Anti-Tumorwirkung hemmt“, so Brüne weiter. So sollen beispielsweise die Gene des Schlüsselenzyms mPGES-1 identifiziert werden.

Langfristiges Ziel: die Wirksamkeit der Chemotherapie verbessern

Langfristig könnte sich aus den Erkenntnissen eine neue therapeutische Strategie in der Krebsbekämpfung entwickeln. In dem Forschungsprojekt soll daher auch geklärt werden, ob sich durch eine medikamentöse Hemmung von mPGES-1 die Anti-Tumoraktivität der Makrophagen und die Wirksamkeit einer Chemotherapie verbessern lassen.

„Unser stetiges Ziel ist es, die Krebsbehandlung stetig zu verbessern“, so Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Krebshilfe. „Innovative Forschungsprojekte zu fördern, die zu neuen medizinischen Durchbrüchen in der Krebstherapie beitragen können, ist daher ein Kernanliegen der Deutschen Krebshilfe.“


Hintergrundinformation: Krebsforschung

Fortschritte in der Krebsforschung haben dazu beigetragen, neue und immer wirkungsvollere Therapien gegen Krebs zu entwickeln und bestehende Behandlungsansätze weiter zu optimieren. Diese Erfolge sind auch der Deutschen Krebshilfe zu verdanken – die gemeinnützige Organisation ist der bedeutendste private Förderer der Krebsforschung in Deutschland. In den letzten Jahren investierte die Deutsche Krebshilfe jährlich rund 35 bis 40 Millionen Euro in die onkologische Forschung. Ziel der Forschungsförderung der Deutschen Krebshilfe ist es, im Sinne einer optimalen Patientenversorgung vielversprechende Ergebnisse aus der Forschung schnell und effizient in die klinische Prüfung und Anwendung zu bringen sowie die Überlebenschancen und die Lebensqualität krebskranker Menschen stetig zu verbessern.

http://www.krebshilfe.de/nc/startseite/aktuelle-themen/article/wie-krebszellen-die-immunabwehr-austricksen.html
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