Autor Thema: Gebärmutterhalskrebs, weitere Infos  (Gelesen 12424 mal)

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Dietmar E.

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Gebärmutterhalskrebs, weitere Infos
« am: 01. Mai 2007, 14:11 »

Women’s Health: Die Herausforderung annehmen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) umgrenzte das Thema in den frühen 1990er Jahren, als klar wurde, dass es in Hinblick auf Diagnose und Behandlung von mehr als der Hälfte der Weltbevölkerung, nämlich der Frauen, viele offene Fragen gibt. Die Symptome von Frauen sind subtiler und werden häufig übersehen. Dies kann fatale Folgen haben -  etwa bei Herzkrankheiten, die heute weltweit zur Todesursache Nummer 1 bei Frauen geworden sind. Deshalb engagiert sich Roche Diagnostics aktiv bei der Verbesserung der Gesundheit von Frauen und hat die grössten Gesundheitsgefahren für Frauen auf der ganzen Welt  ins Visier genommen: Herzerkrankungen, Krebs, Osteoporose und Infektionskrankheiten. (mehr)

http://www.roche.com/de/home/media/med_background-info/med_backgr-women.htm
Gebärmutterhalskrebs
http://www.roche.com/de/economics_womens_health_d.pdf
•   Gebärmutterhalskrebs und HPV (humanes PapillomaVirus)
PDF, 64 KB
•   Screening-Richtlinien für HPV und Gebärmutterhalskrebs
PDF, 70 KB
•   Gebärmutterhalskrebs und HPV (humanes Papillomavirus) - Häufig gestellte Fragen
PDF, 76 KB
•   PCR – Eine Pionierleistung der Wissenschaften von Roche Diagnostics
PDF, 82 KB
•   Video in Englisch: Interview on benefits of the HPV test that helps in the early detection of cervical cancer
 


"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

christina62

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Re: Gebärmutterhalskrebs, weitere Infos
« Antwort #1 am: 13. Mai 2007, 19:46 »

Hilft DNA-CHIP GEBÄRMUTTERHALSKREBS BESIEGEN?

ALTHOFEN/KREMSMÜNSTER, O.Ö. Die oberösterreichische Firma "Greiner Bio-One” entwickelte in Freistadt einen Bio-Chip mit dem man Papillomavireninfektionen in sehr frühem Stadium diagnostizieren kann. Was bringt der Chip? Der "Blickpunkt Mittelkärnten" befragten die Gynäkologin Dr. Birgit Trippolt-Ulrich aus Althofen.

Lore P. (84) begleitete vor 40 Jahren zufällig ihre Schwester zum Frauenarzt. Widerwillig ließ sie sich überreden, sich auch untersuchen zu lassen. Laut Gynäkologen war es Null vor Zwölf. Durch die sofortige Operation des Gebärmutterhalskrebses war aber eine vollständige Heilung noch ohne zusätzliche Strahlentherapie möglich. Seither ist Lore P. eine schlechte Einkommensquelle für Mediziner.

"Gebärmutterhalskrebs wird von einigen Hochrisiko-Papillomaviren verursacht. Man schätzt, dass 80 Prozent der Frauen zwischen 15 und 35 Jahren und der Großteil ihrer männlichen Geschlechtspartner mit Nieder- und/oder Hochrisiko-Papillomaviren infiziert sind”, erklärt die Althofner Gynäkologin Dr. Birgit Trippolt-Ulrich.

Viele Niederrisiko-Papillomaviren bildeten im Genitalbereich jedoch "nur” warzenartige Zottengeschwulste aus gefäßhaltigem Bindegewebe. Die meisten Patienten ließen sich diese Hautanhänge weglasern.

"Wegen der Gefährlichkeit der Hochrisiko-Papillomaviren sollen alle Frauen ab der Aufnahme sexueller Aktivitäten alle Jahre einen Muttermundabstrich machen lassen. Unter dem Mikroskop und bei der Untersuchung des Zellabstrichs ist eine gefährliche Infektion meistens rechtzeitig zu erkennen. In einem frühen Stadium reicht auch fast immer eine geringfügige Abtragung des oberflächlichen Gewebes für eine vollkommene Heilung ohne die Gebärfähigkeit zu verlieren”, erklärt Trippolt-Ulrich.

Impfung und DNA-Chip
"Ein wesentlicher Schritt im Kampf gegen den Gebärmutterhalskrebs ist jedoch die Impfung! Ich rate unbedingt dazu, dass sich jedes Mädchen ab dem 9. Lebensjahr, aber möglichst vor dem ersten Intimkontakt, impfen lässt”, ist Trippolt-Ulrich überzeugt. Das Serum für die drei Teilimpfungen gegen wesentliche Warzenstämme koste zwar bis 30. Juni 2007 465 Euro, doch es könne damit viel künftiges Leid verhindert werden.

Ein weiterer Hit sollte ab März 2007 der DNA-Diagnose-Chip "PapilloCheck®” zum Nachweis von 18 Hochrisiko-Papillomaviren in den Zellabstrichen oder in Biopsiematerial von Patientinnen werden. Dabei handelt es sich sozusagen um eine Überführung von Papillomaviren als potentielle Täter mittels Gentest. Laut der oberösterreichischen Herstellerfirma "Greiner Bio-One” könne bei einem negativen Testergebnis zu 98 Prozent für die folgenden fünf Jahre eine chirurgisch zu behandelnde Erkrankung ausgeschlossen werden.

Für den Test werden aus den Körperzellen der Krebsabstriche oder Biopsieproben der Patientinnen im Labor Desoxyribonukleinsäuren (DNA) herausgelöst. Nach einem speziellen Verfahren wird die Erbsubstanz eventuell vorhandener Papillomaviren bis zum Überschreiten der Nachweisgrenze vermehrt und dabei mit einem Fluoreszenzfarbstoff markiert. Die Probe wird nun auf den Chip aufgebracht. Auf dem DNA-Diagnose-Chip "PapilloCheck®” sind künstlich synthetisierte DNA-Moleküle fixiert, an die sich nur eventuell vorhandene Papillomaviren-DNA anlagert. Alle anderen DNA-Moleküle werden ausgewaschen und in einem Zweifarblaserscanner werden vorhandene, fixierte Papillomaviren-DNA-Stränge gemessen und den einzelnen, mit diesem Test nachweisbaren Papillomavirentypen zugeordnet.

Der DNA-Diagnose-Chip "PapilloCheck®” wurde in der Mühlviertler Tochterfirma "Lamda" der Firma "Greiner bio-one” von Mikrobiologen Dr. Florian Winner und seinem Team in den vergangenen vier Jahren entwickelt. Wie "Greiner Bio-One”-Geschäftsführer Ing. Franz Konrad bekannt gab, ist die neue Testmethode schon in der EU zugelassen. Ende März wird ein medizinisches Labor in Linz, O. Ö., das erste Analysengerät mit der neuen Papillomatestmethode in Betrieb nehmen. Die Material- und Personalkosten für eine Untersuchung werden etwa 70 Euro betragen.


Quelle:http://www.blickpunkt.cc/?siid=49&ARid=1099
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christina62

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Re: Gebärmutterhalskrebs, weitere Infos
« Antwort #2 am: 17. Mai 2007, 20:57 »

Gebärmutterkrebs: Wächterlymphknoten können helfen

Bei der Operation zunächst nur große, so genannte Wächterlymphknoten zu entfernen und auf Streuung zu untersuchen, ist bereits von Brustkrebs-Operationen bekannt und mittlerweile ein standardisiertes Verfahren. Ziel einer neuen Studie war es nun, dieses Operationsverfahren bei Patientinnen mit Gebärmutterkrebs auf Sicherheit zu testen. Sie ergab, dass auch hier die Entfernung von Wächterlymphknoten bei der Suche nach möglichen Streuungsherden des Tumors hilfreich sein kann und unter Umständen unnötig große Eingriffe durch dieses Operationsverfahren verhindert werden könnten.

zur weiteren Information
Pubmed: Int J Gynecol Cancer. 2007 Mar 26
“Sentinel lymph node in endometrial cancer.”


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christina62

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Re: Gebärmutterhalskrebs, weitere Infos
« Antwort #3 am: 17. Mai 2007, 20:58 »

Gebärmutterkrebs: Bestimmte Schmerzmittel können helfen


Ein Charakteristikum von Krebserkrankungen ist die so genannte Angiogenese, ein Einsprossen von neuen Blutgefäßen in den Tumor. Dieser Vorgang wird von Vermittlerstoffen, den Prostaglandinen gesteuert, die wiederum durch den Einfluss bestimmter Enzyme, der COX-1 und COX-2, gebildet werden. Eine aktuelle Studie ergab, dass bestimmte Schmerzmittel, die vor allem COX-2 hemmen, bei der Behandlung von Krebserkrankungen wie zum Beispiel dem Gebärmutterkrebs hilfreich sein können, indem sie die Versorgung des Tumors mit Nährstoffen verhindern.

zur weiteren Information
Pubmed: Clin Exp Med. 2007 Mar;7(1):6-10
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Jutta

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Gebärmutterhalskrebs, "nachträgliche" Impfung?
« Antwort #4 am: 16. Mai 2008, 22:09 »
08.05.2008   (Koh)

Neue Strategie gegen Gebärmutterhalskrebs

Das Deutsche Krebsforschungszentrum und die spanische Firma Chimera Pharma SL unterzeichnen ein exklusives Lizenz- und Kooperationsabkommen zur Entwicklung eines therapeutischen Impfstoffs gegen Gebärmutterhalskrebs. Die Vakzine soll Frauen vor einer Krebserkrankung schützen, die bereits mit humanen Papillomviren infiziert sind, und darüber hinaus bereits vorhandene Krebsvorstufen heilen.

Impfen gegen Gebärmutterhalskrebs – dieser Durchbruch der präventiven Medizin kommt Frauen seit dem Jahr 2006 zugute. Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum haben maßgeblich zur Entwicklung des weltweit ersten gezielt gegen Krebs entwickelten Impfstoffs beigetragen. Das Serum verhindert die Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) und schützt Frauen vor Gebärmutterhalskrebs, der gefährlichen Spätfolge dieser Erkrankung. Die Impfung bietet sicheren Schutz, wenn die Immunisierung vor den ersten Sexualkontakten und damit vor einer ersten Infektion mit HPV erfolgt. Wünschenswert wäre jedoch, auch bereits infizierte Frauen vor der Krebserkrankung zu schützen und gleichzeitig frühe Krebsvorstufen heilen zu können. Das ist wichtig, denn etwa 70 Prozent aller Menschen stecken sich einmal im Leben mit Papillomviren an.

Im Deutschen Krebsforschungszentrum haben Dr. Angel Cid-Arregui, Prof. Harald zur Hausen und Kollegen einen vielversprechenden Kandidaten für einen solchen "therapeutischen Impfstoff" gegen die beiden Virustypen HPV16 und HPV18 entwickelt. In Untersuchungen an Mäusen schützte ein Prototyp der Vakzine die Tiere vor der Entwicklung von Krebs. Die auf Impfstoffe spezialisierte spanische Firma Chimera Pharma SL hat nun die Rechte für eine weltweite Vermarktung der Substanz erworben und gleichzeitig ein Kooperationsabkommen mit dem Krebsforschungszentrum unterzeichnet, um den Impfstoff weiter zu verbessern.

Um das Immunsystem auf Papillomvirus-infizierte Zellen aufmerksam zu machen, nutzte Angel Cid-Arregui einen Trick. Er verknüpfte E7, ein Papillomvirus-Protein, das von den infizierten Zellen dauerhaft produziert wird, mit einem Eiweiß des Hepatitisvirus, das zwei äußerst günstige Eigenschaften mitbringt: Es lagert sich spontan zu leeren, virusähnlichen Gebilden zusammen – auch wenn es mit dem Papillomvirus-Anhängsel ausgestattet ist. Der zweite Vorzug: Die leeren Hepatitisvirus-Hüllen regen das Immunsystem des Menschen hervorragend an – und lenken es damit gegen die E7-produzierenden Zellen. Zusätzlich transportieren die Virus-Hüllen weitere Proteine, die das Immunsystem stimulieren.

Mit dem therapeutischen Impfstoff könnten wir Gebärmutterhalskrebs unabhängig vom Infektionsstatus der Frau vermeiden. Damit schließen wir eine wichtige Lücke, die heute noch bei der Vorbeugung dieser Erkrankung besteht", erklärt Cid-Arregui.

Gebärmutterhalskrebs ist weltweit die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen, der jedes Jahr rund 230.000 Patientinnen erliegen. Die beiden Hochrisikotypen HPV16 und HPV18 sind für etwa 70 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich. Allein in Deutschland werden pro Jahr etwa 100.000 Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs behandelt.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum hat die Aufgabe, die Mechanismen der Krebsentstehung systematisch zu untersuchen und Krebsrisikofaktoren zu erfassen. Die Ergebnisse dieser Grundlagenforschung sollen zu neuen Ansätzen in Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen führen. Das Zentrum wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF) e.V.
« Letzte Änderung: 16. Mai 2008, 22:11 von Jutta »

hilde

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Gebärmutterhalskrebs - Nobelpreisträger
« Antwort #5 am: 06. Oktober 2008, 22:14 »

Harald zur Hausen, Entdecker der Papilloma-Viren


Deutscher Krebsforscher erhält Medizin-Nobelpreis

06.10.08 - Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an den deutschen Krebsforscher Harald zur Hausen sowie an die französischen Aidsforscher Françoise Barré-Sinoussi und Luc Montagnier.

Das teilte das Karolinska-Institut am Montag in Stockholm mit. Zur Hausen erhält die Ehrung für die Entdeckung der Papilloma-Viren, die Gebärmutterhalskrebs auslösen. Zur Hausens Entdeckung war nicht zuletzt Grundlage für den inzwischen entwickelten Impfstoff gegen diesen Tumor.

Die beiden französischen Forscher erhalten die Ehrung für die Entdeckung des Aidsvirus. Die höchste Auszeichnung für Mediziner ist in diesem Jahr mit umgerechnet einer Million Euro (10 Millionen Schwedischen Kronen) dotiert.
20 Jahre lang DKFZ-Vorsitzender

Harald zur Hausen (Jahrgang 1936) studierte in Bonn, Hamburg und Düsseldorf Medizin und arbeitete nach seiner Habilitation 1960 am Institut für Mikrobiologie der Düsseldorfer Universität, am virologischen Institut der Kinderklinik in Philadelphia (US-Staat Pennsylvania) und am virologischen Institut der Universität Würzburg.

Von 1983 bis zu seiner Emeritierung im März 2003 war er Vorsitzender und Wissenschaftliches Mitglied des Stiftungsvorstands des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg - und hatte in diesen 20 Jahren erheblichen Anteil daran, dass das DKFZ mittlerweile zu den führenden Instituten der Krebsforschung weltweit zählt.

Überreichung am 10. Dezember

Für seine Leistungen wurde Harald zur Hausen schon vor der Zuerkennung des Nobelpreises mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht, zudem wurden ihm mehrere Ehrendoktor-Würden und im April 2004 das Große Bundesverdienstkreuz verliehen.

Am Dienstag und Mittwoch werden die Träger des Physik- und des Chemie-Nobelpreises benannt. Die feierliche Überreichung findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag von Alfred Nobel.

dpa/me

Evi

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HPV-Viren
« Antwort #6 am: 21. November 2008, 00:36 »
20.11.2008
   
   Weg der HPV-Viren in die Zelle

Mikrobiologen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz haben einen neuen Weg entdeckt, auf dem bestimmte Humane Papillomviren (HPV) in die Körperzelle eindringen. Sie widersprechen damit den bisher gültigen wissenschaftlichen Auffassungen, wie die Viren den Weg in die Zelle finden, und begründen möglicherweise auch neue Ansätze für eine Therapie gegen Erkrankungen wie Gebärmutterhalskrebs. Gegen diese Infektionserkrankung wurde vor kurzem ein Impfstoff entwickelt, eine medikamentöse Therapie steht jedoch bislang nicht zur Verfügung. Die Arbeit der Wissenschaftler vom Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene hat das Fachjournal PLoS ONE veröffentlicht.

Bei der Entstehung einer infektiösen Erkrankung ist es von entscheidender Bedeutung, wie der Erreger es schafft, in die Zelle hineinzukommen, um sich dort zu vervielfältigen. Im Falle der Humanen Papillomviren vom Typ 16 (HPV16), die als gefährlichster Auslöser für Gebärmutterhalskrebs gelten, ging die Wissenschaft seit Mitte der 90er Jahre davon aus, dass das Protein Clathrin den Eintritt der Viren in die Zelle vermittelt. Für den HPV-Typ 31 konnten amerikanische Wissenschaftler zeigen, dass das Protein Caveolin die Viren in die Zelle schleust.

"Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese Eingangswege von HPV16 nicht benutzt werden, sondern dass sie mithilfe tetraspaninreicher Mikrodomänen in die Zelle geschleust werden", teilte Dr. Carsten Lambert vom Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene dazu mit. In ihrer Arbeit zeigen die Wissenschaftler, dass die Infektionsrate zurückgeht, wenn Tetraspanine durch einen Antikörper blockiert oder durch kleine RNA-Moleküle spezifisch depletiert werden. Hier könnte auch eine zukünftige Therapie ansetzen.

Zunächst gilt es jedoch, den Aufnahmeweg näher zu charakterisieren. Es wird vermutet, dass die Krankheitserreger nach der Bindung an einen Primärrezeptor auf einen zweiten, spezifischen Rezeptor übertragen werden. Dieser ist bislang jedoch nicht identifiziert. "Unsere Hypothese ist, dass dieser Sekundärrezeptor mit Tetraspaninen verbunden ist", erklärt Dr. Luise Florin, eine der Autorinnen der Studie. Bekannt ist aus jüngeren Publikationen, dass Tetraspanine auch bei der Immunerkrankung HIV und bei Hepatitis C eine Rolle spielen, dass beispielsweise die Neubildung von HIV-Viren an Tetraspanin-Inseln stattfindet.

In der Tetraspanin-Familie sind bislang 33 Varianten bekannt, die beim Menschen, aber auch bei anderen Säugetieren vorkommen. Ein Molekül durchkreuzt die Zellwand an vier Stellen und reicht so mit zwei Schlaufen in den Zwischenzellraum. Tetraspanine können untereinander interagieren und auch Verknüpfungen zu anderen Transmembranmolekülen herstellen. Dadurch entstehen tetraspaninreiche Mikrodomänen (TEMs), spezifische Mikro-Plattformen innerhalb der Membran. "Wir wollen bei unseren künftigen Arbeiten den sekundären Rezeptor identifizieren, den wir in TEMs vermuten", fasst Luise Florin die künftige Ausrichtung der mikrobiologischen Aufgaben zusammen.

Originalveröffentlichung:
Gilles Spoden, Kirsten Freitag, Matthias Husmann, Klaus Boller, Martin Sapp, Carsten Lambert, Luise Florin (2008) Clathrin- and Caveolin-Independent Entry of Human Papillomavirus Type 16--Involvement of Tetraspanin-Enriched Microdomains (TEMs). PLoS ONE 3(10): e3313. doi:10.1371/journal.pone.0003313

Quelle: Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Josef

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Gebärmutterhalskrebs: HPV: Neue DNA Diagnostik
« Antwort #7 am: 04. Dezember 2010, 01:38 »
Dienstag, 07.12.2010
10:00    HPV: Neue DNA Diagnostik verspricht Fortschritt in der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs und von Karzinomvorstufen
Pressegespräch aus Medizin/Wellness und Forschung/Technologie
Studienergebnisse: 50% aller Gebärmutterhalskarzinome durch herkömmliche Diagnosemethode unerkannt. Neue Screeningmethode könnte durch Früherkennung mehr als 90% aller Zervixkarzinome verhindern. Mit
Prof. Dr. Sepp Leodolter, Prof. Dr. Thomas Szekeres, Prof. Dr. Thomas Schröck; Einleitende Worte von Dr. Andrijka Kashan
Anmeldung: b.puhr@eup.at
Veranstalter    Roche Diagnostics GmbH
Ort    Sky Restaurant
Kärntner Straße 19
Wien 1010
Rückfragen an    Ecker & Partner
Tel.: 01/599 32-31
Kontakt: Barbara Puhr
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

Tanja

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Gebärmutterhalskrebs, metastasierend
« Antwort #8 am: 03. Juni 2013, 20:03 »



Angiogenesehemmer wirkt lebensverlängernd beim metastasierten Zervixkarzinom

Montag, 3. Juni 2013

Chicago – Für Patientinnen mit fortgeschrittenen oder rezidivierten Zervixkarzinomen gibt es wenig effektive Therapieoptionen. Zu den Standards der systemischen Therapie gehören Cisplatin plus Paclitaxel, auch die Kombination mit Topotecan ist zugelassen. Da die Angiogenese bei der Pathogenese des Zervixkarzinoms große Bedeutung hat, werden antiangiogen wirkende Substanzen auf ihre Effektivität bei dieser Tumorentität geprüft.

Die US-amerikanische Gynecologic Oncology Group hat in einer prospektiven, rando­misierten Studie untersucht, ob die Zugabe von Bevacizumab zu einer Chemotherapie bei Patientinnen mit metastasierten oder rezidivierten Zervixkarzinomen die Ansprech­raten, das progressionsfreie und das Gesamtüberleben beeinflusst. Die Ergebnisse der vom National Cancer Institute finanziell unterstützten Studie hat Krishnansu S. Tewari von der University of California in Orange, Kalifornien, bei der 49. Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago vorgestellt (Abstract-Nr. 3).

452 Frauen im durchschnittlichen Alter von 47 Jahren wurden zu gleichen Anteilen in vier Prüfarme randomisiert: Sie erhielten  entweder Paclitaxel plus Cisplatin oder Paclitaxel plus Topotecan oder die beiden Regimen jeweils in Kombination mit Bevacizumab. Die mediane Beobachtungszeit betrug 20,8 Monate, die maximale zum Zeitpunkt der Analyse 36 Monate.

zum Thema

    Abstract 1
    Abstarct 3

Die Ansprechraten lagen bei der Kombination von Chemotherapie plus Angiogenese­hemmer bei 48 Prozent, unter Chemotherapie alleine bei 36 Prozent (p= 0,00807). Das Gesamtüberleben betrug median 13,3 Monate unter Chemotherapie und 17,0 Monate unter der Kombination mit dem VEGF-Inhibitor, eine hoch signifikante Risikoreduktion um 29 Prozent (Hazard Ratio 0,71; p = 0,0035).

„Es sind keine neuen unerwünschten Wirkungen aufgetreten“, berichtete Tewari. Die Lebensqualität sei in den Bevacizumabgruppen nicht vermindert gewesen. Die Kombination gelte es, als mögliche künftige Option zu diskutieren.

Ein negatives Ergebnis          http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/54630

Tanja

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Humane Papilloma-Viren im Halsbereich auf dem Vormarsch
« Antwort #9 am: 11. Juni 2013, 00:08 »



07.06.2013
   
   
Humane Papilloma-Viren im Halsbereich auf dem Vormarsch

Humane Papilloma Viren (HPV) können durch Sexualkontakte übertragen werden und in der Spätfolge Tumore verursachen. Nicht jeder HPV-Typ ist gefährlich, doch Hochrisikotypen verbreiten sich zunehmend, immer häufiger durch Anal- und Oralverkehr. "Bei circa 30% der bei uns in der Bochumer Immunologischen Ambulanz untersuchten Patienten können wir eine HPV-Infektion im Halsbereich nachweisen", sagt Prof. Dr. Norbert H. Brockmeyer, Leiter des Zentrums für Sexuelle Gesundheit an der Bochumer Universitätsklinik. Der Fall Michael Douglas macht deutlich, wie brisant die HPV-Infektion sein kann.

Ein Grund für die steigende Zahl von HPV-Erkrankungen, insbesondere im Halsbereich, liegt in den sich ändernden Sexualpraktiken: Durch Oral- und Analverkehr übertragene HP-Viren können Tumore nicht nur am Gebärmutterhals der Frau auslösen, sondern auch im Anal- und Kehlkopfbereich. Daher sind zunehmend auch Männer betroffen. HPV-bedingte Tumore im Halsbereich scheinen allerdings besser auf eine Therapie anzusprechen als Karzinome, die beispielsweise durch Rauchen oder hochprozentigen Alkoholkonsum ausgelöst werden; dennoch stellen sie eine wachsende Gefahr dar.

Infektion ohne Symptome - Prävention ist entscheidend

Ärzte im St. Josef-Hospital in Bochum behandeln und beraten Patienten mit immunologischen Erkrankungen und sexuell übertragbaren Infektionen (STI). Da das HP-Virus sehr leicht übertragbar ist, zählt die HPV-Infektion in Deutschland neben Chlamydien-Infektionen zu der weit verbreitetsten STI. "Wichtig zu wissen ist, dass eine HPV-Infektion - ähnlich wie die meisten STI - symptomlos verläuft. Nur durch regelmäßige Untersuchungen lässt sich daher eine Infektion feststellen", erklärt Brockmeyer, der sich als Präsident der Deutschen STI-Gesellschaft zur Förderung der sexuellen Gesundheit für die Prävention stark macht. Nicht selten entwickeln sich HPV-bedingte Tumore erst 20 oder 30 Jahre nach der Infektion. "Unsere Präventionsbotschaft muss http://www.journalmed.de/newsview.php?id=40833