Autor Thema: Ginseng, die Wurzel des Lebens  (Gelesen 6016 mal)

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Geri

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Ginseng, die Wurzel des Lebens
« am: 22. Juni 2008, 08:12 »

Schon der lateinische Name ist eine Lobpreisung: Panax ginseng, Allheilmittel Ginseng.
Zu den Krankheiten, die die knollige Wurzel heilen oder lindern soll, zählen Krebs, Diabetes und sogar Impotenz.
Und Ginseng kräftigt den Körper.

Die knollige Wurzel erhielt im Laufe der Jahrtausende viel Lob. Als „Jen Shen“, die Kraft der Erde in der Form eines Menschen, preisen sie die Chinesen seit 5000 Jahren. „Jen Shen“ oder „Ginseng“ - in Korea nennen ihn seine Anhänger „Wurzel des Lebens“. Und selbst der wissenschaftliche Name Panax ginseng ist eine Lobpreisung: Panax heißt Allheilmittel und geht zurück auf die griechische Panakeia, eine Tochter des griechischen Gottes der Heilkunst, Äskulap.

In den letzten Jahrzehnten entwickelte sich Ginseng auch im Westen zum Kassenschlager, denn die Lehren aus dem Reich der Mitte boomen. Anhänger der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), Heilpraktiker, Kräuterkundige und auch viele Schulmediziner sind von der segensreichen Wirkung der Wurzel überzeugt. In zahlreichen Anzeigen oder im Internet wird die „Wunderdroge“ heftig beworben. Zu den Krankheiten, die sie angeblich heilen oder lindern soll, zählen Aids, Diabetes, Krebs, Impotenz, Abwehrschwäche, Haut- und Haarprobleme, Thrombose und ADHS, die Krankheit der „Zappelkinder“. Was bleibt im Lichte der Wissenschaft von den Heilkräften übrig? Welche Wirkung ist nach den Gesetzen der Logik bewiesen, was ist wahrscheinlich, und was gehört ins Fabelreich?

Professor Irmgard Merfort vom Institut für Pharmazeutische Wissenschaften der Universität Freiburg sieht die Stärke des Ginsengs in der vorbeugenden Stärkung des Körpers. Die allgemeine Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit nimmt zu, eine „längere Einnahme hat positive Effekte auf das Immunsystem“. Müdigkeit und Schwächegefühl nehmen ab, und so dient die Wurzel dazu, neue Kräfte zu sammeln. Eine Studie der US-amerikanischen Mayo-Klinik im vergangenen Jahr ergab, dass Ginseng auch bei der Fatigue, der bleiernen Müdigkeit von Krebspatienten, helfen könnte.
Lindert Erschöpfungszustände

Stefan Fey, Oberarzt in der Modellabteilung für Naturheilkunde an der Klinik Blankenstein in Hattingen, betont, dass Ginseng nicht gegen Krebs hilft, aber allem Anschein nach die Folgen der Tumorerkrankung, die schweren Erschöpfungszustände, lindert. Auch die europäische Expertenkommission „European Cooperative on Phytotherapy (ESCOP)“ erkennt einige - jedoch nicht alle - Heilwirkungen an. Das Ziel der Organisation ist es, pflanzliche Präparate nach wissenschaftlichen Kriterien in ihrer Wirksamkeit zu beurteilen. Die Escop ist die europäische Nachfolgeorganisation der nationalen regierungsamtlichen Kommission E, die für pflanzliche Mittel die Zulassung erteilte. „Was die unabhängige Expertenkommission über die Wirkung sagt, hat Hand und Fuß“, erklärt der Mediziner Fey.

Die Kommission hat befunden, dass Ginseng bei Schwächegefühl sowie bei nachlassender Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit hilft und die Abwehrkräfte mobilisiert. In den Wechseljahren stärkt er Frauen bei nervöser Erschöpfung und hellt die Stimmung auf. Auch alte Menschen fühlen sich vielfach gelassener und ausgeglichener.

Die segensreiche Wirkung wird überwiegend den Ginsenoiden zugeschrieben. Diese Inhaltsstoffe haben ein ähnliches Grundgerüst wie manche Hormone, was eine mögliche Erklärung für die Heilkraft darstellt. Pharmazie-Professorin Merfort weist auf weitere Inhaltsstoffe hin, die erst in jüngerer Zeit entdeckt wurden: so genannte Polyacetylene und Polysaccharide. Vor allem die letzteren gerieten „bei neuen Studien immer mehr in den Mittelpunkt, weil sie das Immunsystem stimulieren“.

Für Fey ist der Ginseng „sicherlich eine Pflanze mit Zukunft, die uns noch mehr beschäftigen wird“. Wer gesund, geistig rüstig und wohlgemut ist, wen Bakterien und Viren nicht andauernd niederstrecken, der wird auch in der Regel älter. Deshalb „ist es nicht von der Hand zu weisen, dass bei längerer Einnahme ein längeres Leben die Folge sein kann“, sagt Merfort. Die hohe Lebenserwartung der Asiaten mag auch auf der dortigen Beliebtheit des Ginsengs gründen. Die Pharmazeutin weist auf Tierexperimente hin, in denen die Giftigkeit einer Dauergabe von Ginseng überprüft wurde. Die ermittelte geringe Toxizität zeige, dass die Präparate bedenkenlos über längere Zeit eingenommen werden können, sofern die empfohlenen Mengen nicht überschritten werden.
Noch ein großer Schritt

Merfort kennt auch ernst zu nehmende Experimente, bei denen Krebszellen in einer Zellkultur - also außerhalb des Körpers - in ihrem Wachstum gestört wurden durch Ginseng. Das heißt allerdings noch nicht, dass es auch im menschlichen Köper funktionieren kann. Von solchen Versuchen im Reagenzglas, betont die Wissenschaftlerin ausdrücklich, „ist es noch ein ganz großer Schritt, bis man es in der Krebstherapie einsetzen könnte“. Aussagen, dass Ginseng Krebs bekämpfen könne, wertet sie daher als „fahrlässig“. Manche Tumorkranke möchten neben einer konventionellen Krebstherapie mit der „Wurzel des Lebens“ die Körperabwehr zusätzlich stärken. Das soll jedoch nur in Absprache mit dem Arzt geschehen, sagt Merfort, denn „nachteilige Effekte kann man nicht ausschließen“. Es könnte sein, dass gerade die falschen Zellen - die Krebszellen - in ihrem Wachstum angeregt würden.

Merfort sieht die Stärke des Ginsengs in der Vorbeugung: Wer jahrelang sein Immunsystem unterstützt, ist im Allgemeinen eher vor Krebs-Erkrankungen geschützt. Wenn Körper und Geist im Lot sind, ist es auch plausibel, dass sich Haut und Haar verschönern. Dagegen gibt es keine ausreichenden Beweise, dass Ginseng bei nachlassender Manneskraft, Diabetes, Thrombose oder gar Aids hilft, erklärt Merfort. Entsprechende Studien, die oft in der der Werbung für Ginseng-Produkte angeführt werden, erfüllen nicht die wissenschaftlichen Kriterien.

Ginseng ist ein Efeugewächs, seine Heimat sind Gebirge und Wälder in Korea und der Mandschurei. In China bauen Bauern ihn schon seit dem 12. Jahrhundert auf Plantagen an. Vor Jahrzehnten hielt der Ginseng auch Einzug auf mitteleuropäischen Feldern. In Deutschland bauen Farmen die Pflanze in der Mark Brandenburg und bei Waldsrode in Niedersachsen an. Die dortige „Florafarm“ beschäftigt 15 feste Mitarbeiter. Woche für Woche rollen ab Mai die Busse mit Senioren an. Die gesundheitsbewusste Klientel besichtigt die Pflanzungen und lässt sich die Produktpalette präsentieren. Die Geschäftsführerin wirbt mit dem hohen Anteil an Ginsenoiden. Die Wurzel enthalten mindestens vier Prozent der Wirkstoffe, die Extrakte sogar acht Prozent, sagt Gesine Wischmann. Das Deutsche Arzneibuch erkennt Ginseng als Heilpflanze an, wenn er mehr als 1,5 Prozent der Ginsenoide enthält.

Pharmazie-Professorin Merfort rät den Kunden, die Mengen-Angaben auf den Packungen zu vergleichen. „Billigangebote garantieren keine gleichbleibende Qualität“. Viele Schönheitscremes und -wässerchen werben mit Ginseng. Doch laut Gesetz dürfen sie nur winzige Spuren an Wirkstoffen enthalten, sonst würden sie als Arzneimittel betrachtet, die eine Zulassung beantragen müssen. Folglich ist das Etikett Ginseng bei Cremes und dergleichen eher „Kosmetik“.

http://www.ksta.de/html/artikel/1212172854383.shtml


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Re: Ginseng, die Wurzel des Lebens
« Antwort #1 am: 22. Juni 2008, 08:13 »

So wirkt Ginseng


Die Gefahren

Alles was eine Wirkung hat, hat auch eine Nebenwirkung, lautet ein Lehrsatz der Pharmazeuten. Da Ginseng belebt, sollte er nicht bedenkenlos in hohen Mengen für längere Zeit eingenommen werden. Ansonsten drohen Durchfall, Schlaflosigkeit oder Bluthochdruck. Viele Tassen Kaffee oder andere anregende Substanzen können diesen Effekt verstärken. In der Schwangerschaft und Stillzeit darf Ginseng nicht eingenommen werden. Bei Bluthochdruck und Arteriosklerose ist Vorsicht geboten. Wer an Diabetes leidet oder blutverdünnende Medikamente einnimmt, sollte seinen Arzt befragen. Vor einer Operation muss Ginseng abgesetzt werden.

Die Wirkung

Ginseng wirkt . . .

bei Müdigkeit / Schwäche

bei nachlassender Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit

in der Rekonvaleszenz, der Erholungsphase

bei Erschöpfung in den Wechseljahren

bei leichten depressiven Verstimmungen im Alter

Ginseng dient der. . .

allgemeinen Kräftigung

Stärkung des Immunsystems

Quelle: European Cooperative on Phytotherapy (ESCOP)

http://www.ksta.de/html/artikel/1212172854039.shtml