Autor Thema: Charité fordert neue Leitlinien bei Gebärmutterhalskrebs  (Gelesen 3297 mal)

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Dietmar E.

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Donnerstag, 26. Juni 2008

Berlin – Neue Leitlinien für die operative Behandlung von Gebärmutterhalskrebs fordert die Berliner Charité. „Eine Operation muss nicht zwangsweise die Entfernung der Lymphknoten bedeuten. Bei vielen Frauen genügt ein weit weniger komplizierter Eingriff“, sagte Achim Schneider von der Klinik für Gynäkologie und gynäkologische Onkologie der Universitätsklinik.

Er beruft sich dabei auf eine Studie seiner Arbeitsgruppe, die Journal of Clinical Oncology erschienen ist. Dabei handele es sich um die weltweit größte Untersuchung zu diesem Thema. Die Wissenschaftler analysierten Daten von mehr als 500 Operationen in 18 Kliniken im Zeitraum von 1998 bis 2006.

Die Studie hat die Aussagekraft des sogenannten Wächter-Verfahrens untersucht. Als Wächterlymphknoten bezeichnet man die dem Tumor nächstgelegenen Lymphknoten. Sie haben das höchste Risiko, ebenfalls von Krebszellen befallen zu sein. Sind sie frei von metastasierenden Zellen, sei davon ausgehen, dass auch weiter entfernte Lymphknoten gesund sind.

Um die Wächterlymphknoten zu finden, spritzten die Wissenschaftler einen Farbstoff und ein radioaktiv markiertes Eiweiß in den Gebärmutterhals, der mit der Lymphe bis zum nächst gelegenen Lymphknoten wanderte. Diese Knoten wurden operativ entfernt und im Labor auf Metastasen untersucht. „Sind hier keine Krebszellen nachweisbar, ist auch von der Entfernung der restlichen Lymphknoten abzusehen“, forderte Schneider. Das gelte zumindest für Tumoren, die kleiner als zwei Zentimeter seien.

Ist der Gebärmutterhals von Krebs befallen, drohen Metastasen im umliegenden Lymphgewebe. Als Standardverfahren werden im Augenblick neben dem Primärherd sämtliche Lymphknoten im Beckenraum entfernt. Die Folgeschäden sind laut Schneider oft gravierend: Neben Empfindungsstörungen, Schmerzen und Schwellungen könnten auch Bewegungsstörungen der Beine auftreten. „Das Wächter-Lymphknotenkonzept kann das vielen Frauen mit Gebärmutterhalskrebs ersparen“, hieß es aus der Arbeitsgruppe. © hil/aerzteblatt.de

Links zum Thema

» Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe/Gynäkologie Charité

» Abstract im Journal of Clinical Oncology
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)