Autor Thema: EU will Kassenpatienten die medizinische Versorgung im Ausland erleichtern  (Gelesen 3195 mal)

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Gitti

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Montag, 30. Juni 2008

Brüssel – Für Sozialversicherte soll es künftig problemlos möglich sein, sich im EU-Ausland behandeln zu lassen. Dies sieht ein Richtlinienentwurf vor, den die Europäische Kommission am Mittwoch vorlegen will. Das Regelwerk soll den Patienten garantieren, dass sie die Kosten für eine medizinische Versorgung im Ausland von ihrer Kasse zurückerstattet bekommen. Die Höhe der Kosten soll sich nach den im Heimatland geltenden Erstattungssätzen richten. Die Differenz zu etwaigen höheren Auslandskosten müssten die Patienten aus eigener Tasche bezahlen.

Nach den Plänen der EU-Kommission sollen die Versicherten ambulante Behandlungen im EU-Ausland ohne vorherige Genehmigung durch die Krankenkasse beanspruchen können. Krankenhausbehandlungen sollen grundsätzlich ebenfalls spontan in Anspruch genommen werden dürfen. Allerdings sollen die Kostenträger auf einem Genehmigungsvorbehalt bestehen dürfen, wenn sie nachweisen können, dass die Kostenerstattung die finanzielle Stabilität des heimischen Gesundheitssystems gefährdet.

„Die Genehmigungspflicht soll auf das Notwendige begrenzt sein und darf nicht zu einer willkürlichen Diskriminierung führen“, heißt es dazu in dem Gesetzentwurf. Unter einer stationären Leistung versteht die EU-Kommission Behandlungen, die eine Übernachtung in einer ärztlichen Einrichtung erforderlich machen sowie „hoch spezialisierte“ Leistungen. Die Behörde will eine Liste solcher Leistungen erstellen, die für alle EU-Länder verbindlich sein soll.

Die Kommission will außerdem durchsetzen, dass Kassenpatienten künftig ihre Rezepte grenzüberschreitend einlösen können. Auch sollen Patienten von einer engeren Kooperation der Mitgliedstaaten auf dem Gebiet der seltenen Erkrankungen profitieren können. Das Know-how für die Behandlung von Patienten mit bestimmten seltenen Krankheitsbildern soll nach den Plänen der Brüsseler Behörde in Form von so genannten Referenznetzwerken EU-weit zugänglich gemacht werden.

Die EU-Länder sollen sich darüber hinaus verpflichten, in Bereichen wie electronic health oder bei der Kosten-Nutzen-Bewertung von neuen Therapien enger zusammenzuarbeiten. Der Richtlinienentwurf sieht zudem vor, dass die Staaten nationale Kontaktstellen einrichten, bei denen sich die Patienten über die Leistungsangebote und Haftungsansprüche bei Auslandsbehandlungen informieren können.

................ http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=32863

Edi

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Re: EU-Kommission - Keine Kostenexplosion durch Gesundheitspläne
« Antwort #1 am: 02. Juli 2008, 08:52 »



Brüssel – Die EU-Kommission hat Befürchtungen zurückgewiesen, durch ihre Pläne für eine größere Patienten-Mobilität drohe eine Kostenexplosion im Gesundheitswesen. Die geschätzten Zusatzkosten lägen pro Jahr bei 30 Millionen Euro für alle 27 EU-Staaten, sagte ein hochrangiger Kommissionsvertreter am Dienstag in Brüssel. „Das sind Peanuts.“

EU-Gesundheitskommissarin Androula Vassiliou legt am Mittwoch einen Gesetzesvorschlag vor, der Behandlungen im europäischen Ausland erleichtern soll. Die Gesamtkosten für die Versorgung von Patienten im EU-Ausland liegen nach Schätzung der Kommission bei rund zehn Milliarden Euro.

Das ist ein Prozent der Kosten, die alle EU-Staaten zusammen für die Gesundheitsversorgung ihrer Bürger ausgeben. Nach dem Richtlinien-Vorschlag der Kommission müsste eine deutsche Kasse künftig im Regelfall für alle Behandlungen im europäischen Ausland aufkommen. Für Krankenhausaufenthalte sind aber Ausnahmen möglich. © afp/aerzteblatt.de

http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=32891

» aerzteblatt.de (30.06.2008) EU will Kassenpatienten die medizinische Versorgung im Ausland erleichtern