Autor Thema: Prostatakrebs! Was meint der Pathologe?  (Gelesen 3880 mal)

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Josef

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Prostatakrebs! Was meint der Pathologe?
« am: 12. Juli 2008, 17:47 »
Prof. Susani, vom AKH Wien,

ist weit über die Grenzen Österreichs, ja Europas, bekannt:




Pathologie: Neue Biopsiestandards der Prostata

Der Hauptteil der Prostatakarzinome kann nicht durch einen unterschiedlichen histologischen Typ in verschiedene prognostische Gruppen unterteilt werden, ein Grading-System ist daher von besonders großer Bedeutung.

Die Umstände, unter denen Patienten in den letzten Jahren für eine Prostatabiopsie selektiert werden, haben sich durch die Einführung des PSA-Screening grundlegend geändert. Die technischen Voraussetzungen sind durch Verbesserung der Biopsiemethoden und durch Verwendung dünnerer 18-Gauge-Nadeln verbessert worden. Dadurch haben die Anzahl der Biopsien insgesamt und die Anzahl der Biopsien pro Patienten immens zugenommen. Galt vor einigen Jahren noch die Sextantenbiopsie als Standard, so ist in den letzten Jahren die Zahl entnommener Biopsiezylinder pro Patienten und Biopsiedurchgang auf acht bis zwölf und teilweise weit mehr angestiegen. In gewissen Fällen werden „Saturation Biopsies“ angewandt.

Das Gewebe wird heute unter Ultraschallkontrolle aus definierten Lokalisationen der Prostata entnommen, wobei zahlreiche unterschiedliche Biopsieschemata existieren. Alle diese geänderten Voraussetzungen haben dazu geführt, dass auch die patho-histologische Berichterstattung über jeden Biopsiedurchgang den neuen Voraussetzungen und Anforderungen angepasst werden musste.

Es wird versucht, ein Maximum an Information für den individuellen Patienten bereitzustellen,

um ................ http://www.medical-tribune.at/dynasite.cfm?dssid=4171&dsmid=89896&dspaid=682330

..............  Grading der WHO bedeutet, wo prinzipiell nicht nach dem im Tumor am häufigsten vertretenen Graden beurteilt wurde, sondern nach dem aggressivsten. Diese Tendenz wird jetzt auch im Gleason-Grading berücksichtigt, in dem der tertiäre Gleason-Grad auch bei nur sehr kleinem Tumorvolumen das Grading anhebt. Durch die Graduierung jeder einzelnen Biopsie bei einem Patienten in einem Biopsiedurchgang besteht die Tendenz, dass der aggressivste Tumorgrad für die Therapieplanung herangezogen wird. Die rationale Begründung für die geänderten Empfehlungen beruht auf der Erfahrung, dass das Grading üblicherweise in den Operationspräparaten höher ausfällt als in den vorangegangenen Biopsien. Inwieweit die neuen Vorschriften zu einer Änderung oder Verbesserung in der Übereinstimmung des prä- und postoperativen Gradings führen, wird die Zukunft weisen.

Univ.-Prof. Dr. Martin Susani
Klinisches Institut für Pathologie,
Medizinische Universität Wien

© MMA, CliniCum urologie 1/2008
« Letzte Änderung: 12. Juli 2008, 17:48 von Josef »
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke