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Jutta

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Infos für ..........
« am: 15. Juli 2008, 17:31 »
Neues über den Fuchsbandwurm

Beeren-Essen ungefährlich?

Wer ungewaschene Beeren aus dem Wald isst, lebt riskant und läuft Gefahr, einen Fuchsbandwurm zu kriegen (Alveoläre Echinokokkose). Das wurde jahrelang gesagt. Doch inzwischen sind Wissenschaftler auf ganz andere Infektionswege aufmerksam geworden.

Forschungsergebnisse zum Fuchsbandwurm
Dass man sich mit ungewaschenen Waldbeeren einen Fuchsbandwurm einhandeln könnte, ist eine These aus den 50er Jahren. Man fand den Zusammenhang damals plausibel – ohne ihn weiter zu überprüfen. Erst mit Einführung einer Meldepflicht für Fuchsbandwurmerkrankungen wurde der Infektionsweg näher untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass viele Erkrankte gar keine ungewaschenen Waldbeeren gegessen hatten.
Stattdessen gaben sie an, mit einem Hund oder eine Katze im Haus zu leben. Folgerichtig halten Wissenschaftler die Haustierhaltung mittlerweise für den entscheidenden Faktor.

Der Übertragungsweg
Der Fuchsbandwurm durchläuft einen bestimmte Entwicklungszyklus. Er lebt im Darm eines Fuchses, der mit seinem Kot Eier des Bandwurmes ausscheidet. Diese Eier nimmt eine Maus beim Fressen auf und wird damit zum Zwischenwirt, in dem sich Larven des Bandwurmes entwickeln. Dann kommt im Normalfall wieder der Fuchs ins Spiel. Er frisst die durch Krankheit geschwächte Maus – so dass der Kreislauf von vorne beginnen kann. Es kann allerdings passieren, dass nicht der Fuchs, sondern ein Hund die befallene Maus erwischt und dann in unmittelbarer Nähe des Menschen Bandwurm-Eier ausscheidet. In Katzen kann sich der Bandwurm nur schlecht entwickeln. Deshalb scheinen sie das geringere Problem zu sein.
Ist ein verwurmtes Tier im Haus, steigt das Infektionsrisiko für den Menschen, da unbemerkt Bandwurm-Eier an die Hände und in den Mund geraten können.

Gute Vorsorge
Man sollte Haustiere – vor allem Hunde – regelmäßig mit dafür geeigneten Medikamenten entwurmen. Experten empfehlen dies mindestens alle drei Monate zu tun.

Man sollte sich nicht von Hunden im Gesicht herumlecken lassen.

Man sollte sich die Hände waschen, wenn man das Fell von Hunden oder Katzen berührt hat – spätestens unmittelbar vor dem Essen.

Man sollte sich die Hände waschen, wenn man in einem Garten gearbeitet hat, in dem Hunde oder Füchse möglicherweise Spuren hinterlassen haben.

Beeren aus dem Wald zu erhitzen oder zu waschen empfiehlt sich nach wie vor. Es kann immer etwas daran hängen, was man nicht so gerne im Mund haben möchte. Wer sich einmal der Freude hingegeben hat, Blaubeeren direkt vom Strauch zu essen, geht aber aller Wahrscheinlichkeit nach kein hohes Risiko ein.

Risikoabschätzung
Das Risiko einer Infektion ist ohnedies vergleichsweise gering. In Deutschland werden pro Jahr kaum mehr als ein bis zwei Dutzend Fälle gemeldet. Trotzdem empfiehlt sich Hygiene, denn für den Menschen ist der Fuchsbandwurm gefährlich. Die Larven des Wurmes nisten sich vor allem in der Leber ein und bilden dort geschwulstartige Strukturen, die die Leberfunktion stören und unbehandelt zum Tod führen können. Eine Operation ist in vielen Fällen nicht möglich. Medikamente halten die Krankheit in Schach, bringen aber keine Heilung.

Weitere Informationen:
http://www.echinococcus.uni-wuerzburg.de/echinococcus/beschreibung/
Konsiliarlabor für Echinokokkose

http://www.uni-ulm.de/echinokokkose/
Arbeitsgemeinschaft Echinokokkose

http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/E/Echinokokkose/Echinokokkose.html
Robert-Koch-Institut