Autor Thema: Jugendliche erblich depressiv, aber .....  (Gelesen 2651 mal)

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Werner

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Jugendliche erblich depressiv, aber .....
« am: 18. November 2008, 09:34 »

http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=081118004

   Depressionsgefahr bei Jugendlichen auch erblich bedingt

   Zusammenspiel von Umweltfaktoren und Veranlagung entscheidend


   Mailand (pte/18.11.2008/06:15) - Ein Forscherteam des Istituto
   Scientifico E. Medea http://www.emedea.it und der Università Vita-Salute
   San Raffaele http://www.unisr.it hat nachgewiesen, dass das
   Zusammenwirken von genetischer Veranlagung und Umwelteinflüssen bei
   Verhaltensstörungen in der Pubertät eine wichtige Rolle spielt. Durch die
   Interaktion beider Faktoren werde das Depressionsrisiko bei Jugendlichen
   deutlich verschärft.

   "Bisher haben sich die Bemühungen der Wissenschaftler auf die getrennte
   Untersuchung von Erb- und Umweltfaktoren beschränkt," erklärte
   Projektleiter Massimo Molteni. "Wir haben zum ersten Mal das
   Zusammenspiel beider Einflüsse unter die Lupe genommen." Als Probanten
   dienten insgesamt 607 italienische Jugendliche im Alter zwischen zehn und
   vierzehn Jahren. Unter ihnen wurde ein als Child Behaviour Checklist 6-18
   bekannter Fragebogen verteilt, der bestimmte Erscheinungsformen von
   Emotionen und Verhaltensweisen von Kindern und Heranwachsenden
   untersucht.

   Zur Definition der genetischen Komponente wurden mit Einwilligung der
   Eltern DNA-Proben aus dem Mundspeichel der Jugendlichen entnommen.
   Analysiert wurden Polymorphismen der Seroton-Transporter-Gene PPH2 G-703T
   und 5-HTTLPR. Aus dem Datenabgleich ergab sich, dass Genvariationen und
   problembehaftete Familiensituationen wie geschiedene Eltern oder Tod
   eines Elternteils nicht nur Häufigkeit und Schwere der Depressionen
   erhöhen, sondern beim Zusammentreffen beider Faktoren das Problem noch
   weiter verschärfen.

   "Die Ergebnisse dieser Studie könnten den Weg für eine vorbeugende
   Behandlung von Jugendlichen unter Verwendung gezielter Massnahmen wie
   Gentransfers und Pharmazeutika öffnen", meint Molteni abschliessend. Die
   Einzelheiten der Untersuchung sind in der Fachzeitschrift "The Journal of
   Child Psychology ans Psychiatry" veröffentlicht. (Ende)