Autor Thema: Bestrahlung von gleichzeitig mehreren Organen  (Gelesen 2639 mal)

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Evi

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Bestrahlung von gleichzeitig mehreren Organen
« am: 14. August 2008, 22:35 »

Bei Tumorpatienten mit limitierter Metastasierung ist eine gezielt und lokal eingesetzte Radiotherapie der einzelnen betroffenen Organe erfolgversprechend. Darauf weisen erste Studien hin.

Durch verbesserte Tumordetektion und präzisere Bestrahlungsmethoden ist es inzwischen möglich, mehrere von Krebs betroffene Organe gleichzeitig zu bestrahlen.Diese Methode könnte sich bei Patienten mit limitierte Metastasierung (Oligometastasierung) anbieten, schreiben Prof. Ralph Weichselbaum und Kollegen von der University of Chicago.

In ersten Studien hatten die Forscher 29 Tumorpatienten (Stadium IV) mit ein bis fünf Metastasen (≤10cm) untersucht, die auf andere Therapien nicht ansprachen. Die einzelnen Tumoren wurden lokal bestrahlt - jeweils dreimal mit mindestens zwei Tagen Abstand zwischen den Sitzungen.

Die meisten Patienten sprachen gut auf die Therapie an. 55 Prozent (33) der insgesamt 56 untersuchten Metastasen verschwanden völlig, zwei Tumore (vier Prozent) zeigten zumindest eine Volumenreduktion um 30 Prozent. Lediglich drei Metastasen (5 Prozent) wuchsen trotz der Bestrahlung weiter.
Dosissteigerung im Therapieverlauf

Die Forscher hatten mit niedrigen Strahlendosen begonnen und diese im Verlauf der Behandlung gesteigert. "Die maximalen Bestrahlungswerte für einzelne Organe sind bekannt, doch für die gleichzeitige Therapie mehrerer Organe lagen noch keine Erfahrungswerte vor", berichtet Hauptautor Joseph Salama. Entsprechend niedrig wurde die Eingangsdosis gewählt.

Doch je höher die Dosis desto besser war die Tumorkontrolle. "Dabei gingen die höheren Bestrahlungsdosen bislang nicht mit mehr Nebenwirkungen einher", stellt Salama fest. Alle Patienten litten während der Behandlung an Fatigue, doch nur bei wenigen zeigten sich starke Nebenwirkungen. Dazu gehörten unter anderem starkes Übergeben und Husten.

Die größte Herausforderung sei, die Patienten zu identifizieren, für die die Methode geeignet sei, stellen die Autoren fest. Bislang sei oft schwer festzustellen, inwieweit sich der Tumor bereits ausgebreitet habe und ob sich nicht schon diverse kleine Metastasen gebildet hätten, die nur noch nicht entdeckt seien.

University of Chicago Medical Center