Autor Thema: Antikörpertherapien, Allgemeines  (Gelesen 18488 mal)

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hilde

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Antikörpertherapien, Allgemeines
« am: 15. August 2008, 19:44 »
Antikörpertherapien

Abschließend stellte Priv.-Doz. Dr. Ralf-Dieter Hofheinz, Oberarzt an der III. Medizinischen Klinik, zielgerichtete molekulare Krebstherapien vor, die seit etwa zehn Jahren die klassischen Chemotherapien ergänzen.

Antikörpertherapien können heute bei jeder zweiten Krebsart angewendet werden, so zum Beispiel bei bestimmten Formen von Darm- und Brustkrebs. Die Antikörper werden in den meisten Fällen als Infusion verabreicht; doch kommen mittlerweile bei bestimmten Krebsarten - wie der chronischen myeloischen Leukämie sowie dem Leber- und Nierenzellkarzinom - auch Tabletten mit ebenso viel versprechenden Ergebnissen zum Einsatz.

 Vortrag Antikörpertherapien, Priv.-Doz. Dr. Ralf-Dieter Hofheinz

http://www.klinikum-mannheim.de/fileadmin/VerzeichnisPR/TagDerGesundheitsforschung/2008VortragHofheinz.pdf

(Dateigröße 8,4 MB)
« Letzte Änderung: 15. August 2008, 19:47 von hilde »

admin

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Krebs: Gentherapie lässt Tumore verschwinden
« Antwort #1 am: 27. April 2010, 01:11 »
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=100422010

Krebs: Gentherapie lässt Tumore verschwinden

Erste Tests bei Hautkrebs erfolgreich

Glasgow (pte/22.04.2010/10:00) - Wissenschaftler der Strathclyde University http://www.strath.ac.uk haben offenbar einen Durchbruch bei der Behandlung von Krebstumoren mittels Gentherapie erzielen können. Das Forscherteam um Christine Dufès hat ein Verfahren identifiziert, mit dem sich Gene ohne das gesunde Gewebe zu beschädigen in schwer erreichbare Tumore transportieren lassen.

Bei Labortests mit dieser auf Suchen und Zerstören basierenden Therapie verschwanden bei Hautkrebs 90 Prozent der Tumore völlig. Derzeit untersucht das Team die Wirksamkeit des neues Verfahrens bei anderen Formen der Krankheit. Details der Forschungsergebnisse wurden im Journal of Controlled Release http://www.sciencedirect.com/science/journal/01683659 veröffentlicht.

Plasmaprotein Transferrin

Derzeit können die meisten Gentherapien bei Tumoren nicht eingesetzt werden, ohne das umgebende gesunde Gewebe zu schädigen. Die Wissenschaftler untersuchten neue Möglichkeiten mit Hilfe des Plasmaproteins Transferrin, das Eisen durch das Blut transportiert. Trägerproteine für Transferrin werden bei Krebserkrankungen häufig in großen Mengen nachgewiesen.

Bei ersten Tests mit Hautkrebszellen zeigte sich, dass die Behandlung zu einer raschen und anhaltenden Rückbildung der Tumore über einen Zeitraum von einem Monat führte. Eine Toxizität konnte in diesem Zusammenhang nicht nachgewiesen werden. In 90 Prozent der Fälle verschwanden die Tumore vollständig.

Viel versprechende Tests

Dufès erklärte, dass die ersten Tests sehr viel versprechend gewesen seien. Die Tumore zum Verschwinden bringen zu können, sei für die Wissenschaftler ein großer Durchbruch gewesen. Vor allem, da es derzeit keine Gentherapie dieser Art auf dem Markt gebe. Bis jetzt hätten die Wissenschaftler nur Laborversuche bei einer Krebsart durchgeführt. Weitere Einsatzmöglichkeiten werden laut BBC erforscht. (Ende)

Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Michaela Monschein
email: monschein@pressetext.com
Tel. +43-1-81140-0


Tanja

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Antikörper "anders" gesehen
« Antwort #2 am: 15. Juni 2010, 09:00 »
Meldung vom 15.06.2010
Rubrik: Medizin
Vielseitige Helfer
Antikörper sind Abwehrtruppen und Krankenpfleger in einem http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/311312.html


und speziell:
http://www.krebsforum.at/forum/index.php/topic,2144.msg9923.html#msg9923
« Letzte Änderung: 15. Juni 2010, 09:01 von Tanja »

Geri

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Maßgeschneiderte Antikörper zur Tumorabwehr
« Antwort #3 am: 04. April 2011, 00:59 »
01.04.2011   
   
   Maßgeschneiderte Antikörper zur Tumorabwehr

Zur Behandlung von Tumorerkrankungen verwenden Mediziner häufig im Labor hergestellte Antikörper, die spezifisch an Krebszellen binden. Diese sogenannten therapeutischen Antikörper locken spezialisierte Zellen des Immunsystems zum Tumor, damit diese ihn attackieren und abtöten. Die Antikörper selbst dienen dabei als Anker für die Immunzellen an der Krebszelle. Besonders wirksam bei der Aktivierung der Immunzellen sind neu entwickelte Antikörpervarianten – sogenannte bispezifische Antikörper. Ein Kieler Forscherteam um Prof. Dr. Martin Gramatzki und Dr. Matthias Peipp arbeitet daran, solche Antikörper weiter zu optimieren und auf den Einsatz in der Therapie vorzubereiten.


Krebstherapien mit Antikörpern sind in der Regel gut verträglich, da durch die Zielgenauigkeit der Antikörper gesundes Gewebe weitgehend verschont bleibt, Tumorzellen hingegen effektiv durch Immunzellen abgetötet werden (Abb.1). Jedoch ist eine Verbesserung der Effektivität nötig, da bisher nicht alle Patienten optimal von einer solchen Behandlung profitieren. In den letzten Jahren haben Wissenschaftler die Wirkungsweise therapeutischer Antikörper in Tierexperimenten sowie durch Ergebnisse klinischer Studien entschlüsselt. Entscheidend dabei sind die Mechanismen durch die Antikörper Immunzellen erfolgreich anlocken und aktivieren. Eine wichtige Rolle spielen insbesondere Moleküle, die an der Oberfläche der Immunzellen sitzen und als Fühler der Zelle fungieren – sogenannte Fc-Rezeptoren.

Die neu entwickelten bispezifischen Antikörper, die im Labor entworfen und hergestellt werden, sind in vielerlei Hinsicht den momentan klinisch eingesetzten, herkömmlichen Antikörpern überlegen. Allerdings können verschiedene Faktoren wie die unterschiedliche Ausprägung von Genen oder die speziellen Bindungseigenschaften der verwendeten Antikörper die Wirksamkeit stark beeinflussen. In dem von der Wilhelm Sander-Stiftung geförderten Projekt entwickeln die Kieler Forscher deshalb neuartige antikörperähnliche Moleküle und untersuchen systematisch deren Funktion bei kritischen Rahmenbedingungen. Mit den gewonnenen Erkenntnissen wollen Prof. Dr. Martin Gramatzki und Dr. Matthias Peipp eine Grundlage dafür schaffen dass, Moleküle für individuelle Anwendungen maßgeschneidert werden können. Dies würde eine deutliche Verbesserung der Therapieansätze mit Antikörpern bedeuten.

Quelle: Wilhelm Sander-Stiftung

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Antikörpertherapien - Indirekter Angriff auf Tumore
« Antwort #4 am: 22. Dezember 2011, 23:17 »

Indirekter Angriff auf Tumore

Forscher der ETH Zürich haben laut Aussendung einen neuen Ansatz gegen Krebs entwickelt, indem sie mit speziellen Molekülen Blutgefäße rund um einen Tumor abtöten und dadurch dessen Nährstoffzufuhr unterbinden. Bei krebskranken Mäusen erzielten die Wissenschaftler bereits Fortschritte, wie aus einer in "Angewandte Chemie International" veröffentlichten Studie hervorgeht.
Bereits heute kommen Antikörper oft unverändert in Krebsmedikamenten zum Einsatz - allerdings sind sie auf diese Weise oft nicht sehr effizient, so die Forscher. Der Trend bei der Entwicklung von Chemotherapeutika würde deshalb dahingehen, die Antikörper zusätzlich zu "bewaffnen", beispielsweise indem man sie an einen zelltötenden Wirkstoff koppelt. Einen solchen speziellen Antikörper haben ETH-Forscher um Dario Neri vom Institut für Pharmazeutische Wissenschaften entwickelt.
Dieses spezifische Molekül richtet sich nicht etwa gegen Krebszellen direkt, sondern greift vielmehr neu gebildete Blutgefäßzellen im Umfeld des Tumors an, wie die Forscher im Fachmagazin berichten. Dadurch wird die Nährstoffzufuhr des Tumors unterbunden und dessen Wachstum gehemmt. Der Ansatz hat den Vorteil, dass sich damit nicht nur eine bestimmte Krebsart bekämpfen lässt, sondern grundsätzlich alle Tumore. Zudem erwarten die Forscher, dass die Krebszellen wegen des indirekten Angriffs weniger schnell Resistenzen gegen die Medikamente bilden.
Bei Mäusen konnten die Zürcher Forscher bereits zeigen, dass ihr Ansatz funktioniert. Wurden krebskranke Mäuse mit dem neuen Molekül behandelt, überlebten sie doppelt so lange wie Mäuse ohne Behandlung. Heilen konnte das Molekül die Tiere allerdings nicht. Es brauche deshalb noch weitere Forschungsarbeit, wird Neri in der Mitteilung zitiert.
apa.at
APA – Austria Presse Agentur, 2011