Autor Thema: Krankenhaus vor der Pleite bedroht Patientenversorgung  (Gelesen 1842 mal)

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Dietmar E.

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Krankenhaus vor der Pleite bedroht Patientenversorgung
« am: 03. November 2008, 19:58 »

03.11.2008
   
Gesundheitspolitik   
   
   Krankenhaus-Barometer 2008: Klinikdefizit bedroht Patientenversorgung

Die Krankenhausärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) warnt die Bundesregierung, die Bundesländer und den Deutschen Bundestag vor einer unerträglichen Überbelastung des Krankenhauspersonals in Deutschland. Hintergrund ist das heute vom Deutschen Krankenhausinstitut vorgestellte Krankenhaus-Barometer 2008, nach dem in diesem Jahr jede dritte Klinik finanzielle Defizite ausweisen wird und bundesweit 4 000 offene Arztstellen nicht besetzt werden können. „In Deutschlands Krankenhäusern herrscht Alarmstufe Rot. Die jahrzehntelange Überbewertung der Sparsamkeit hat viele Kliniken in ein chronisches Übermaß an Leistungsintensivierung manövriert, das mit zur Verschärfung des Ärztemangels und der Ärzteflucht ins Ausland beiträgt“, erklärte der 1. Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke.

Der Gewerkschaftsvorsitzende forderte die Politik eindringlich auf, bei den anstehenden parlamentarischen Beratungen zum Gesetzentwurf zur Reform der Krankenhausfinanzierung die Mittel für die stationäre Versorgung deutlicher aufzustocken als geplant. Das von der Bundesregierung in Aussicht gestellte Plus reiche bei weitem nicht aus, um das von den Kliniken ermittelte Defizit zu decken. Henke: „Aus der unterdosierten Finanzspritze muss ein umfassendes Hilfspaket für die Kliniken werden, das den staatlich diktierten Budgetdeckel komplett abschafft, die Tarifentwicklung vollständig refinanziert und konkrete Schritte zur Auflösung des Investitionsstaus und zur Erhöhung der regelmäßigen Investitionsförderung durch die Bundesländer vorsieht.“

Henke erinnerte an die Großdemonstration von Klinikbeschäftigten am 25. September 2008, die mit über 130 000 Teilnehmern als größte Demo in die Sozialgeschichte Deutschlands einging. „Ärzte, Pfleger und alle übrigen Klinikmitarbeiter sind nicht länger in der Lage, das Finanzdefizit mit einem schier übermenschlichen Einsatz zu kompensieren. Patienten haben Anspruch auf eine ausreichende Anzahl an Klinikpersonal, das ausgeruht und motiviert arbeiten kann. Die Politik muss mehr dafür tun, die notwendigen Rahmenbedingungen hierfür zu schaffen.“

"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)