Autor Thema: Mit gentechnischen Antikörpern gegen Blutkrebs und ........  (Gelesen 2520 mal)

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Dietmar E.

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15.8.08

Deutsche Wissenschafter haben laut eigenen Angaben eine neue experimentelle Blutkrebs-Therapie aus einem gentechnisch hergestellten Antikörper entwickelt. Der neue Antikörper soll das körpereigene Immunsystem dazu bringen, den Krebs zu bekämpfen. Das schreiben Forscher von der Universität Würzburg im amerikanischen Wissenschaftsmagazin «Science». Bei einer Studie mit 38 Patienten mit der Blutkrebsart Non-Hodgkin-Lymphom hätten 11 angesprochen, erläuterte Patrick Baeuerle von der Biotech-Firma Micromet. Sie hat den Antikörper entwickelt.

Bei der höchsten Dosierung, die bei 7 unheilbar kranken Patienten getestet wurde, habe der Antikörper sogar in allen Fällen angesprochen. Das sei sehr ungewöhnlich, sagte Baeuerle. Von einer Heilung könne man aber noch nicht sprechen. Die Therapie sei bei den bisherigen Dosierungen insgesamt gut verträglich geblieben. «Ganz sicher sehen wir nicht die klassischen Nebenwirkungen einer Chemotherapie», sagte Baeuerle. Die meisten Patienten bekämen bei der Behandlung aber Fieber und Schüttelfrost wie beim Beginn einer Grippe. Das lasse jedoch nach ein paar Tagen nach.

Der neue Antikörper namens Blinatumomab hat laut Baeuerle zwei Greifarme. Mit dem einen hakt er sich an den Tumorzellen fest, mit dem anderen fängt er sogenannte T-Zellen, die im Körper normalerweise entartete Zellen bekämpfen sollen. Bei Krebs hätten diese Killer-T-Zellen jedoch die Fähigkeit verloren, den Tumor zu erkennen. Deshalb könne das Immunsystem den Tumor nicht bekämpfen. «Was wir tun, ist, dass wir diesen T-Zellen wieder eine Brille aufsetzen.» Indem die Antikörper die T-Zellen nahe an den Tumor heranführten, würden diese wieder aktiviert, gegen den Krebs vorzugehen. Man heile also mit den eigenen Immunzellen.

Seit Dezember laufe auch eine Studie mit Patienten mit akuter aggressiver Leukämie, erklären die Forscher. Dort könnten aber noch keine Ergebnisse veröffentlicht werden. Eine weitere Studie mit einem neuen Antikörper, der T-Zellen einfängt, habe bei Patienten mit Magen-, Darm- und Lungenkrebs begonnen.


"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)