Autor Thema: Helicobacter pylori positiv und Magenkrebs  (Gelesen 6568 mal)

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Gitti

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Helicobacter pylori positiv und Magenkrebs
« am: 17. August 2008, 20:15 »

THE LANCET 01.08.08
 
Ausrotten von Helicobacter pylori positiv bei Magenkrebs Die Ausrottung des Bakteriums Helicobacter pylori aus dem Magen postoperativer Magenkrebs-Patienten kann die Chancen auf einen Neuausbruch der Erkrankung weit gehend verringern, folgern die Autoren eines aktuellen Artikels.

Nahezu alle nicht mit dem Herzen verknüpfte Magenkrebserkrankungen entwickeln sich auf Grund einer mit Helicobacter pylori infizierten Magenschleimhaut. Daher hat die Weltgesundheitsorganisation WHO diese Bakterien als Gruppe-I-Karzinogen für Magenkrebs eingestuft. Obwohl die Entfernung des H. pylori in Tierversuchen einen vorbeugenden Effekt gegenüber Magenkrebs hatte, blieben Studienergebnisse beim Menschen widersprüchlich. Manche Studien zeigten eine vorbeugende Wirkung, während andere nachwiesen, dass die Ausrottung der Bakterien keinen signifikanten Rückgang in der Häufigkeit von Magenkrebs zur Folge hatte. Dr. Mototsugu Kato und Dr. Masahiro Asaka von der Hokkaido University Graduate School of Medicine in Japan und Kollegen von der Gast Study Group starteten eine randomisierte kontrollierte Studie an 544 Patienten, um den möglichen vorbeugenden Effekt einer H.-pylori-Ausrottung auf die Entwicklung eines metachronen Magenkrebses nach der Operation zur Entfernung eines frühen Magenkarzinoms zu untersuchen. Metachroner Krebs ist ein Karzinom, das sich nach der Operation eines ersten Krebses entwickelt, jedoch nicht aus diesem ersten Krebs hervorgeht, das heißt, er entwickelt sich an anderer Stelle im Magen neu.

Alle Patienten wurden erneut untersucht und planten, sich einer endoskopischen Therapie zu unterziehen oder den Nachsorgeuntersuchungen nach Resektion im Anschluss an eine endoskopische Therapie zu folgen. Patienten mit frühem Magenkrebs erhielten per Zufallsverfahren entweder eine H. pylori ausrottende Therapie (272 Patienten) oder keine Behandlung (272). Die antibiotisch behandelte H.-pylori-Gruppe erhielt für die Dauer einer Woche zweimal täglich 30 Milligramm Lansoprazol, 750 Milligramm Amoxicillin und 200 Milligramm Clarithromycin; die Kontrollgruppe erhielt die Standardbehandlung, jedoch keine zusätzlichen Maßnahmen zur Entfernung der Bakterien. Die Patienten wurden dann nach 6, 12, 24 und 36 Monaten endoskopisch untersucht, um festzustellen, ob sich neuer Krebs an anderer Stelle im Magen entwickelt hatte.

Die Forscher stellten fest, dass sich nach einem Nachuntersuchungszeitraum von drei Jahren bei 9 Patienten der H. pylori-Gruppe und bei 24 Patienten der Kontrollgruppe ein metachroner Krebs entwickelt hatte. Insgesamt verringerte sich das Risiko eines solchen Krebses in der H.-pylori-Gruppe um etwa zwei Drittel gegenüber der Kontrollgruppe. In der H.-pylori-Gruppe hatten 19 Patienten (7 Prozent) Durchfall und 32 (12 Prozent) weichen Stuhl.

Die Autoren folgern: "Die Ergebnisse unserer Studie deuten an, dass eine Behandlung zur Ausrottung von H. pylori das Risiko der Entwicklung eines neuen Magenkarzinoms bei jenen Patienten verringert, die eine entsprechende Vorgeschichte haben und daher mit dem Risiko weiterer Magenkrebserkrankungen leben müssen. Wir denken, dass unsere Daten zu jenen aus vorangegangenen Studien beitragen, die einen ursächlichen Zusammenhang zwischen einer H.-pylori-Infektion und Magenkrebs nachweisen, und dass sie auch eine H.-pylori-Ausrottung zur Vermeidung der Entwicklung eines Magenkrebses unterstützen."

In einem begleitenden Kommentar bemerkt Dr. Nicholas Talley von der Mayo-Klinik im US-amerikanischen Jacksonville: "In vielen Ländern dient die Darmspiegelung der Überprüfung kolorektaler Karzinome, obwohl direkte Hinweise bezüglich des Nutzens gegenüber den Risiken aus veröffentlichten randomisierten Studien nicht verfügbar sind. Heutzutage sterben weltweit immer mehr Menschen an Magenkrebs, und es gibt eher Hinweise auf eine Verringerung der Sterblichkeit durch die Entfernung der H.-pylori-Bakterien als durch eine Darmspiegelung. Den Magenkrebs durch diese Ausrottung zu vermeiden, sollte in Hochrisikogebieten Vorrang haben."

Quelle: Kazutoshi Fukase and others. Effect of eradication of Helicobacter pylori on incidence of metachronous gastric carcinoma after endoscopic resection of early gastric cancer: an open-label, randomised controlled trial. Lancet 2008; 371: 392

www.thelancet.com 

Geri

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Re: Helicobacter pylori positiv und Magenkrebs
« Antwort #1 am: 25. November 2008, 23:44 »
25/11/08,12:00, Aerzte_Zeitung
Erneuter Beweis: Eradikation von H. pylori schützt vor Magenkrebs

HOKKAIDO (ikr). Die Eradikation von Helicobacter pylori kann bei mit diesem Keim infizierten Patienten Magenkrebs vorbeugen. Einen erneuten Beweis dafür haben japanische Forscher mit einer Studie geliefert, in der sie mehr als 500 Patienten mit einem Magenfrühkarzinom behandelt haben.

Bei den Patienten - überwiegend Männer - war entweder die Erstdiagnose mit bevorstehender endoskopischer Resektion gestellt, oder sie befanden sich in der Verlaufskontrolle nach endoskopischer Resektion. 272 der insgesamt 544 H.-pylori-infizierten Patienten mit Magenfrühkarzinom erhielten eine Eradikationsbehandlung, und zwar eine Woche lang jeweils zweimal täglich 30 mg Lansoprazol, 750 mg Amoxicillin und 200 mg Clarithromycin (Lancet 372, 2008, 392). Die 272 Patienten aus der Kontrollgruppe bekamen die Standardtherapie, aber keine Antibiotika.

Die Patienten wurden http://www.univadis.de/medical_and_more/de_DE_Medizin_Detail?articleItemId=b34e91e78545deb07b0e241ac237cd30

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Helicobacter pylori und Magenkrebs
« Antwort #2 am: 22. August 2010, 22:30 »

21.08.2010

http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/311792.html 

Bakterien an der Schwachstelle treffen

Vitaminmangel macht auch Krankheitserregern zu schaffen

Das Magenbakterium Helicobacter pylori muss Vitamin B6 produzieren, um chronische Entzündungen auslösen und aufrechterhalten zu können. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forscherteam um Richard Ferrero von der Monash University in Melbourne. Helicobacter pylori siedelt sich im Magen an und kann dort Magengeschwüre und verschiedene Arten von Magenkrebs verursachen. Der nun entdeckte Zusammenhang könnte zur Entwicklung gänzlich neuer Antibiotika beitragen, die verhindern, dass die Bakterien selbst Vitamin B6 herstellen.

Solche Antibiotika seien besonders deshalb günstig, weil sie auf die Vitamin-B-Versorgung beim Menschen keinen Einfluss hätten.