Autor Thema: Lupus  (Gelesen 8393 mal)

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Geri

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Lupus
« am: 17. August 2008, 21:07 »
14/08/08

Lupus-bezogene neuropsychiatrische Manifestationen sind häufig und treten tendenziell früh im Krankheitsverlauf auf

DESTIN, Florida (EGMN) - Neuropsychiatrische Manifestationen eines systemischen Lupus erythematodes treten bei mehr als 80 Prozent der Patienten im Krankheitsverlauf auf und können für die solche Patienten versorgenden Ärzte eine besondere Herausforderung darstellen.

Derartige Manifestationen könnten nicht nur schwer von infektiösen oder anderen nicht-immunologisch vermittelten Prozessen zu unterscheiden sein, sondern in Abwesenheit einer serologischen Krankheitsaktivität oder anderer systemischer Manifestationen auftreten, erklärte Dr. Robin L. Brey bei einer von der Virginia Commonwealth University veranstalteten Rheumatologen-Konferenz.

“Die Herausforderung in der Versorgung von Patienten, die über irgendeine neuropsychiatrische Manifestation klagen, liegt für uns [...] eigentlich zu allererst und vor allem darin zu bestimmen, ob sie in Zusammenhang mit Lupus steht", sagte Dr. Brey, die als Medizinprofessorin und Ko-Dekanin für die Forschung am University of Texas Health Science Center in San Antonio tätig ist.

Das American College of Rheumatology hat Falldefinitionen für eine Reihe neuropsychiatrischer Lupus-Manifestationen entwickelt, unter anderem zerebrovaskuläre Erkrankungen, kognitive Störungen, Kopfschmerzen, Bewegungsstörungen und viele andere mehr. Auf Grundlage dieser Falldefinitionen ist gezeigt worden, dass die Prävalenz dieser Manifestationen bei Erwachsenen zwischen 14 und 80 Prozent liegt. Kopfschmerzen beispielsweise treten bei bis zu 61 Prozent der Patienten auf.

Es gibt eine Kontroverse darüber, ob Kopfschmerzen auf diese Liste gehören, da sie sowohl bei Patienten mit als auch bei solchen ohne Lupus häufig auftreten, doch Studien lassen darauf schließen, dass Migräne mit Aura mit besonderer Wahrscheinlichkeit eine neuropsychiatrische Manifestation von Lupus darstellt - was besonders vor dem Hintergrund von Belang sei, dass in einigen Studien ein Zusammenhang zwischen Migräne mit Aura und einem erhöhten Schlaganfallrisiko beobachtet wurde, und ein wichtiger Faktor für die Beurteilung in der allgemeinärztlichen Praxis bei der Behandlung von Lupus-Patienten sei, erklärte Dr. Brey.

Andere Lupus-bezogene Manifestationen laut ACR-Falldefinition sind Anfälle, die bei bis zu 18 Prozent der Erwachsenen mit Lupus auftreten, sowie kardiovaskuläre Erkrankungen (treten bei bis zu 8 Prozent der erwachsenen Patienten auf) und Psychosen, die bei bis zu 5 Prozent der erwachsenen Patienten vorkommen. Kranielle Neuropathien und Bewegungsstörungen kommen nur selten vor, nämlich bei 2 Prozent beziehungsweise 1 Prozent der Patienten im Erwachsenenalter, wie Dr. Brey erklärte.

Kinder, die an Lupus leiden, zeigten auch neuropsychiatrische Manifestationen, wie man festgestellt habe, und sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen träten diese früh auf, betonte sie.

Studien zeigen, dass zwischen 28 und 40 Prozent der Erwachsenen und 11 Prozent der Kinder zum Zeitpunkt der Lupusdiagnose solche Manifestationen aufweisen, wobei bis zu 26 Prozent der Kinder innerhalb des ersten Jahres nach Diagnosestellung neuropsychiatrische Manifestation zeigen.

Zu den häufigsten Beschwerden gehören solche, die mit einer kognitiven Dysfunktion zusammenhängen. Ein subkortikales Muster von Beschwerden aus Beeinträchtigungen komplexer Aufmerksamkeit, kognitiver Vearbeitungsgeschwindigkeit und Gedächtnisleistung werde als kognitive Ineffizienz bezeichnet und könne für die Patienten sehr störend und für die Ärzte sehr mühsam zu behandeln sein, erklärte sie.

Dieses Muster ähnelt dem, das bei der HIV-Demenz beobachtet wird: Viel mehr Energie als normal ist zur Ausübung kognitiver Funktionen notwendig. Einige Wissenschaftler glaubten, dass dies zu der Fatigue beiträgt, an der viele Lupus-Patienten leiden, meinte sie.

Zu den Risikofaktoren für die Entwicklung einer Lupus-bezogenen kognitiven Dysfunktion gehören eine hispanische Abstammung, höhere Depressions-Scores, höhere Scores im Bezug auf Schädigungen und akute Krankheitsaktivität, durchgehende Anwendung von Prednison und beständig positive Antiphospholipid- und Anti-ribosomale Antikörper. Zu den Auswirkungen neuropsychiatrischer Manifestatioen können eine verminderte Lebensqualität und eine verstärkte Lupus-bezogene Organschädigung gehören - beide sind mit solchen Manifestationen im Erwachsenenalter in Verbindung gebracht worden.

Die Mortalität kann bei Personen mit solchen Manifestationen ebenfalls erhöht sein. In einer Studie lag die Mortalität bei Kindern mit Lupus, die neuropsychiatrische Manifestationen aufwiesen, über 20 Jahre gesehen bei 45 Prozent, verglichen mit 17 Prozent bei denjenigen ohne derartige Manifestationen.

Mögliche neuropathologische/pathophysiologische Erklärungen für neuropsychiatrische Manifestationen bei Lupus-Patienten schließen Mikroangiopathien, das Vorliegen von Autoantikörpern, die intrathekale Produktion proinflammatorischer Zytokine, Atherosklerose, Komplementaktivierung in den Blutgefäßen des Gehirns und Verlust der Integrität der Blut-Hirn-Schranke ein, erklärte Dr. Brey.

Wie bei vielen anderen klinischen Manifestationen von Lupus gebe es auch hier zahlreiche mögliche Ursachen. Und wenn man die unterschiedlichen Manifestationen bedenke, so sei auch kein einzelner Diagnosetest sensitiv oder spezifisch für Lupus-bezogene neuropsychiatrische Manifestationen, ergänzte sie.

“Tatsächlich ist ein individueller Ansatz nötig, und es hängt wirklich nicht von den Beschwerden ab, mit denen der Patient kommt", erklärte sie.

Zu einer angemessenen Beurteilung für die klinische Versorgung gehörten immunserologische Tests, Hirnbildgebung und neurophysiologische, psychiatrische und neuropsychologische Untersuchungen, sagte sie.

Eine Infektion müsse aber immer als mögliche Ursache für die Symptome in Betracht gezogen werden, Lupus sei nicht immer dafür verantwortlich, fügte sie hinzu.

Die Behandlungen gleichen denen bei anderen schweren Lupusmanifestationen und können aus Kortikosteroiden, Azathioprin, Cyclophosphamid und Mycophenolatmofetil bestehen. Symptomatische Behandlungen - abhängig von der Manifestation - könnten ebenso hilfreich sein, wie etwa bei Kopfschmerz, Anfällen und Schlaganfall; diese schienen sowohl bei Lupus-Patienten als auch bei Patienten ohne Lupus zu funktionieren. Auch nicht-medikamentöse Behandlungen könnten von Nutzen sein, wie Stress-Management, eine Veränderung der Lebensgewohnheiten, Psychotherapie und kognitive Rehabilitation.

Ein besseres Verständnis der Ursachen, Risikofaktoren und ethnischen Unterschiede bei Lupus-bezogenen neuropsychiatrischen Manifestationen sei dringend notwendig, bevor gezielte Therapien für diese Manifestationen entwickelt werden könnten, erklärte sie.

http://www.univadis.de/medical_and_more/de_DE_News_Article_Medical?profileAOI=20&profileAOIName=Psychiatrie&articleItemId=8b30424810f31f8753a314a8136b0174
« Letzte Änderung: 17. August 2008, 21:07 von Geri »

Geri

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20/08/08,18:50, Elsevier Von Sharon Worcester

Sowohl eine Magnetresonanztomografie als auch eine18-Fluorodeoxyglucose-Positronen-Emissionstomografie in Ruhe zeigten laut einer Präsentation auf einer von der Virginia Commonwealth University ausgerichteten Rheumatologie-Konferenz bei Patienten mit neu diagnostiziertem Lupus häufig anatomische Auffälligkeiten des Gehirns.

Die Ergebnisse legen nahe, dass eine Schädigung des Gehirns bereits früh im Verlauf der Erkrankung auftritt, aber die Ergebnisse dieser Untersuchungsverfahren sind unspezifisch. Das funktionale MRT und andere neuere bildgebende Verfahren könnte bessere Ansätze zur Evaluierung und Nachbeobachtung von Lupus-Patienten mit neuropsychiatrischen Manifestationen sein, erklärte Dr. Robin L. Brey, Professorin für Medizin und stellvertretende Forschungsdekanin am University of Texas Health Science Center in San Antonio.

So wird beispielweise die funktionelle Bildgebung in einer laufenden Pilotstudie eingesetzt, um bei der Identifizierung von Netzwerken zu helfen, die an neuropsychiatrischen Manifestationen bei Lupus beteiligt sind. Die funktionale MRT wird verwendet, Regionen eines erhöhten Sauerstoffverbrauchs zu identifizieren, nachdem Kontrollen, Patienten mit Lupus und eingeschränkter Kognition sowie Patienten mit Lupus und normaler Kognition sich kognitiven Tests einschließlich des räumlichen Arbeitsgedächtnissen unterzogen haben.

„Das ist wie ein Belastungstest für das Gehirn“, sagte Dr. Brey. Das funktionale MRT scheine in diesem Bereich ein hilfreiches Instrument zu sein, erklärte er.

In der Pilotstudie demonstriert das funktionale MRT bei Lupuspatienten mit kognitiver Einschränkung eine graduelle Abnahme der Aktivität in spezifischen Bereichen des Gehirns. Diese Ergebnisse könnten irgendwann einmal dabei helfen, Ursprünge der Pathologie und Surrogat-Endpunkte für Studien zu identifizieren, in denen die Behandlung neuropsychiatrischer Manifestationen von Lupus untersucht wird, sagte sie.

http://www.univadis.de/medical_and_more/de_DE_News_Article_Medical?profileAOI=20&profileAOIName=Psychiatrie&articleItemId=a2555e63fe2d3aeef17c9421de848a81

Dietmar E.

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Lupus
« Antwort #2 am: 21. September 2008, 12:53 »

Lupus erythematodes Netzwerk, Univ. Düsseldorf

Wissen, Vorstellung der Regionalgruppen sowie Forum.

http://www.lupus.rheumanet.org/

z. B.

Beim systemischen Lupus erythematodes ist das Immunsystem aus noch unbekannten Ursachen verändert und bekämpft den eigenen Körper. Die Folge hiervon sind Hautveränderungen, Entzündungen der Gefäße, Gelenke, Nerven, Muskeln oder verschiedener Organe.

Was ist Lupus?
Der systemische Lupus erythematodes zählt zu den sogenannten Kollagenosen; sie kommt weltweit vor; bei Asiaten und Schwarzen etwas häufiger als bei Weißen, unter denen etwa einer von tausend erkrankt.
Bis heute gibt es keine endgültige Antwort auf die Frage, warum sich ein Lupus erythematodes entwickelt. Wissenschaftler gehen davon aus, daß der Lupus von verschiedenen äußeren Einflüssen ausgelöst werden kann, die auf ein empfängliches Immunsystem des Körpers treffen. Aus noch unbekannten Gründen greifen Immunzellen körpereigenes Gewebe an. Es entstehen sogenannte Immunkomplexe, die sich über den Blutkreislauf im ganzen Körper verteilen und in nahezu allen Organen abgelagert werden können. Folge sind Entzündungen in diesen Organen und möglicherweise eine Funktionseinschränkung.

Diskutiert werden verschiedene dabei mitwirkende Faktoren. Der Lupus ist keine Erbkrankheit, aber bestimmte Erbanlagen können die Entstehung der Erkrankung begünstigen. Auch weibliche Geschlechtshormone scheinen in der Entstehung der Erkrankung eine Rolle zu spielen, denn die Mehrzahl der Erkrankungen bricht bei Frauen zwischen dem 18. und 25. Lebensjahr aus. Weibliche Geschlechtshormone in Medikamenten, z.B. die Antibabypille, und auch Infektionen können bei der Auslösung des Lupus eine Rolle spielen und den Krankheitsverlauf ungünstig beeinflussen. Sonnenlicht, vor allem ultraviolettes Licht, kann die Erkrankung aktivieren, deshalb sollten sich die Patienten möglichst vor der Sonne schützen.

Allgemeine Krankheitserscheinungen

Fast immer fühlen sich die Betroffenen müde, sind nicht mehr so leistungsfähig wie früher, lustlos und wie zerschlagen. Häufig sind leicht erhöhte Temperaturen, unerklärlicher Gewichtsverlust, leichter Haarausfall und Lymphdrüsenschwellungen. Manche sind plötzlich sonnen- und kälteempfindlich oder neigen zu Allergien.

Die Gelenke

Rheumatische Beschwerden gehören zu den häufigsten Krankheitserscheinungen, etwa 90 Prozent der Patienten gehen erstmals wegen Gelenkschmerzen oder Gelenkschwellungen zum Arzt. Gerade in diesen Fällen wird oft zunächst an andere rheumatische Erkrankungen gedacht, meist an eine "chronische Polyarthritis". Hieraus können sich dann Irrwege bei der Behandlung der Patienten ergeben. Aber gerade die Früherkennung eines Lupus als Ursache rheumatischer Beschwerden trägt dazu bei, den Befall innerer Organe rechtzeitig zu erkennen oder zu verhindern.

Die Schmerzen können durch Entzündungen der Gelenke sowie der Sehnen und Muskulatur entstehen. Vor allem morgens fühlen sich die Patienten oft steif. Durch die Entzündung der Gelenke - Mediziner sprechen von "Arthritis" - kommt es zu Gelenkschwellungen, am häufigsten sind hiervon die Finger-, Hand- und Kniegelenke betroffen. Der Gelenkbefall führt im Gegensatz zur chronischen Polyarthritis jedoch nicht zu einer Zerstörung der Gelenke.

Die Haut

Typisch für den Lupus sind schmetterlingsförmige Rötungen auf den Wangen und dem Nasenrücken. Sie können zu Beginn auftreten oder später, oft in aktiven Phasen der Erkrankung. Häufig treten die Hauterscheinungen im Zusamenhang mit einer Sonnenbestrahlung auf. Normalerweise verschwinden die Rötungen ohne Narben zu hinterlassen.
An der Mundschleimhaut zeigen sich eventuell kleine Geschwüre. Bei Kälteeinwirkung kann es zu einer Engstellung der Fingerarterien kommen, wobei dann einzelne oder alle Finger plötzlich weiß werden; dieses Phänomen kommt aber auch bei anderen Krankheiten und selbst bei Gesunden vor.

Neben dem systemischen Lupus gibt es den diskoiden Lupus. Hierbei handelt es sich um einen scharf begrenzten, scheibenförmigen und schuppigen Hautausschlag, der einzeln oder an vielen Stellen auftreten kann. Später verändert sich die Haut an diesen Stellen narbig. Der diskoide Lupus hat eine gute Prognose: Nur selten sind die inneren Organe befallen.

Die Organe

Im Rahmen eines Lupus können die verschiedensten Organe betroffen sein. Am häufigsten treten die folgenden Symptome auf:

    * Im Blut kann es zur Verminderung verschiedener Zellen sowie zum Auftreten bestimmter Antikörper kommen.
    * Es kann zu einer Herzbeutelentzündung (Pericarditis) kommen, bei der sich Flüssigkeit zwischen Herzmuskel und Herzbeutel ansammelt
    * An der Lunge kann sich eine Rippenfell- oder seltener durch die Entzündung kleiner Gefäße eine Lungenentzündung ("Lupuspneumonie") entwickeln.
    * Sind die Nieren beteiligt, spricht man von einer "Lupus-Nephritis". Während viele anderen Nierenentzündungen durch Bakterien ausgelöst werden, entsteht die Lupus-Nephritis durch Ablagerung der Immunkomplexe im Filterapparat und durch Entzündung und Verengung der Blutgefäße in den Nieren. Das Problem dabei ist: Lange Zeit bereitet die Nierenentzündung keine Beschwerden und kann daher nur durch Urin- bzw. Blutuntersuchungen frühzeitig erkannt werden. Entdeckt man diese Entzündung zu spät, kann es zur Einschränkung der Nierenfunktion kommen, letztlich zum Nierenversagen und zur Dialysepflichtigkeit. Wichtig sind daher zur Früherkennung regelmäßige Kontrollen beim Arzt.
    * Auch das Nervensystem kann miterkranken, doch führt dies nur bei wenigen Erkrankten zu Wesens- oder Verhaltensveränderungen.
    * Möglich sind u. a. Depressionen, Konzentrationsstörungen, Krampfanfälle oder Sensibilitätsstörungen.

Die Therapie

Für die Patienten und ihre Angehörigen ist der Lupus oft beängstigend: Jederzeit kann sich die Krankheit verschlechtern. Die Chancen von Lupus-Patienten, mit ihrer Krankheit ein normales Leben zu führen, haben sich in den letzten Jahren jedoch entscheidend verbessert.
Die Diagnose "Lupus erythematodes" allein ist kein Grund für eine medikamentöse Therapie! Notwendigkeit zur Therapie und Art der Behandlung ergeben sich aus den Krankheitserscheinungen. Individuell angepaßt können entzündungshemmende Mittel (nichtsteroidale Antirheumatika, Steroide) und Langzeittherapien mit Antimalariamitteln oder sogenannten Immunsuppressiva ( Imurek, Endoxan, selten Sandimmun und MTX) eingesetzt werden, um das vermehrt arbeitende Abwehrsystem zu bremsen.

Zu den ergänzenden Therapieformen zählt die Plasmapharesebehandlung, bei der die Antikörper aus dem Blut entfernt werden. Der Erfolg der Behandlung hängt wesentlich vom frühzeitigen Erkennen einer Krankheitsaktivierung und einer Organveränderung ab. Wichtig ist auch die Prophylaxe, dazu gehört das Meiden bestimmter Medikamente oder direkter Sonnenbestrahlung. Psychologische Verfahren wie z.B. ein Schmerzbewältigungstraining oder Teilnahme an speziellen Patientenschulungen sind oft zusätzlich hilfreich.
Bisher ist der Lupus nicht heilbar. Deshalb ist eine regelmäßige ärztliche Überwachung der Patienten erforderlich - idealerweise bei einem Arzt, der Erfahrung in der Betreuung von Lupus-Patienten hat. So kann der Patient lernen, Veränderungen und Besonderheiten seiner Erkrankung richtig zu deuten.


Dr. Rebecca Fischer-Betz (Wissenschaftliche Mitarbeiterin) und
Prof. Dr. Matthias Schneider (Leiter der Rheumatologie am Rheumazentrum der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf,
Beisitzer im Vorstand der LE-SHG e.V.)

Erstellung 1999 | Letzte wisenschaftliche Überarbeitung 2006 | Nächste wissenschaftliche Überarbeitung 2008
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Werner

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Bei Lupus und RA ist eine aggressive Lipidsenkung notwendig
« Antwort #3 am: 25. Dezember 2008, 15:52 »

29/12/08,21:14, Elsevier Von Nancy Walsh

FORT LAUDERDALE, Florida (EGMN) – Bei Patienten mit systemischem Lupus erythematosus und Rheumatoider Arthritis sollte man von einem kardiovaskulären Risiko ausgehen, dass dem von Diabetikern entspricht, und aggressiv gegen die Risikofaktoren - insbesondere Dyslipidämie - vorgehen, wie Experten meinen.

Es sei noch nicht geklärt, ob die erhöhte Inzidenz von koronarer Herzerkrankung (coronary artery disease, CAD) bei Patieten mit Lupus und Rheumatoider Arthritis (RA) ein Resultat rheumatischer Faktoren sei, die http://www.univadis.de/medical_and_more/de_DE_News_Article_Medical?profileAOI=17&profileAOIName=Rheumatologie&articleItemId=88adb62096df9c18cf79ebf64a538522

Evi

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Systemischer Lupus erythematodes
« Antwort #4 am: 17. August 2009, 20:03 »
17.08.2009   
   
   Phase-III-Studie mit Belimumab bei systemischem Lupus erythematodes

Der monoklonale Antikörper Belimumab kann bei Patienten mit systemischem Lupus erythematodes (SLE) signifikante Verbesserungen in der Kontrolle der Krankheitsaktivität erzielen. Dies ergibt sich aus der aktuell vorgestellten Analyse der unveröffentlichten Daten der Studie BLISS-52 (Belimumab in Subjects With Systemic Lupus Erythematosus), nach denen Belimumab im Vergleich zu Placebo eine statistisch signifikant höhere Ansprechrate erreicht hat. Somit ist Belimumab die erste spezifisch für SLE entwickelte Substanz, die auch in der späten Entwicklung mit positiven Ergebnissen aufwarten kann.


„Der systemische Lupus erythematodes ist eine schwere chronische Erkrankung, für die es seit Jahrzehnten keine neue Behandlungsoption gibt“, sagt Professor Torsten Strohmeyer, Leiter Forschung und Medizin bei GlaxoSmithKline Deutschland. „Wir untersuchen Belimumab derzeit in klinischen Studien speziell für fortgeschrittene Stadien des SLE. Belimumab könnte für betroffene Patienten einen entscheidenden Fortschritt bedeuten.”


BLISS-52 zeigt Überlegenheit von Belimumab

Die Studie BLISS-52 untersucht bei insgesamt 865 Patienten mit serologisch aktivem SLE (d.h. Nachweis von Autoantikörpern) die Wirksamkeit und Sicherheit von Belimumab plus Standardtherapie versus Placebo plus Standardtherapie. Die Patienten erhielten nach Randomisierung entweder 10 mg/kg Belimumab (n = 290), 1 mg/kg Belimumab (n = 288) oder Placebo (n = 287) intravenös an den Tagen 0, 14 und 28, danach alle 28 Tage über insgesamt 52 Wochen. Zusätzlich wurde allen Patienten die derzeitige Standardtherapie für SLE verabreicht. Primärer Endpunkt der Studie war eine Überlegenheit gegenüber Placebo in Woche 52 (gemäß Intention-to-treat-[ITT-]Analyse).

Die Ergebnisse zeigten eine Ansprechrate für Belimumab plus Standardtherapie von 57,6 % für 10 mg/kg Belimumab, von 51,7 % für 1 mg/kg Belimumab, und von 43,6 % für Placebo (p = 0,0006 bzw. p = 0,011 für 10 mg/kg bzw. 1 mg/kg Belimumab vs. Placebo). Ansprechen war dabei definiert als Verbesserung im SELENA-SLEDAI-Score um mindestens 4 Punkte, keine klinisch bedeutsame Verschlechterung im BILAG-Score und keine klinisch bedeutsame Verschlechterung gemäß dem PGA. Sowohl BILAG als auch SELENA-SLEDAI sind Skalen, mit denen die Aktivität eines Lupus erythematodes beschrieben wird, während mit dem erkrankungsunabhängigen PGA (Physician’s Global Assessment) sämtliche Erscheinungen eines Krankheitsbildes vom Arzt beurteilt werden.


Die Ergebnisse für vorab festgelegte sekundäre Endpunkte umfassen:

Signifikant mehr Patienten erreichten unter Belimumab eine Verminderung im SELENA-SLEDAI-Score von mindestens 4 Punkten in Woche 52: 58,3 % für 10 mg/kg Belimumab, 53,1 % für 1 mg/kg Belimumab, und 46,0 % für Placebo (p = 0,0024 bzw. p = 0.019 für 10 mg/kg bzw. 1 mg/kg Belimumab vs. Placebo).

Die Verbesserung im PGA in Woche 24 war in der Gruppe mit Belimumab 10 mg/kg am stärksten (p = 0,0003 für 10 mg/kg bzw. p = 0,27 für 1 mg/kg Belimumab vs. Placebo). Die ersten Verbesserungen wurden dabei bereits nach 4 bis 8 Wochen beobachtet.
Während der letzten 12 Wochen der Studie konnte bei einem größeren Anteil der Patienten unter Belimumab die durchschnittliche Dosis um mindestens 25 % auf 7,5 mg pro Tag oder weniger vermindert werden (p = 0,053 für 10 mg/kg bzw. p = 0,025 für 1 mg/kg Belimumab vs. Placebo).

Die Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität am Ende der Studie in Woche 52 war signifikant stärker in den Belimumab-Gruppen, obwohl sich nach 24 Wochen noch keine Signifikanz in SF-36 Physical Component Summary (PCS) gezeigt hatte (p = 0,025 für 10 mg/kg bzw. p = 0,027 für 1 mg/kg Belimumab vs. Placebo).

Belimumab erwies sich als gut verträglich, und die Häufigkeit von unerwünschten Ereignissen insgesamt, schweren unerwünschten Ereignissen, Infektionen und Todesfällen war in allen Gruppen ähnlich. Schwere Infektionen traten bei 5,9 % der Patienten unter Placebo und bei 6,1 % der Patienten unter Belimumab auf. Die häufigsten unerwünschten Ereignisse waren Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Infektionen der oberen Atemwege, Harnwegsinfektionen und grippeähnliche Symptome. Bösartige Erkrankungen traten nicht auf.

Der systemische Lupus erythematodes ist eine chronische, teilweise lebensbedrohliche Autoimmunerkrankung. Etwa 5 Millionen Menschen sind weltweit an verschiedenen Formen von Lupus erkrankt, davon 1,5 Millionen in den USA1 und schätzungsweise 16.000 bis 40.000 in Deutschland. (2) Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten, wird aber vor allem bei jüngeren Menschen im Alter von 15 bis 45 Jahren diagnostiziert. Etwa 90% der Erkrankten sind Frauen.

Die Symptome umfassen starke Erschöpfung, schmerzhafte Gelenkschwellungen, unklares Fieber, Hautausschläge und Nierenfunktionsstörungen. Im Krankheitsverlauf kann es zu Arthritis, Nierenversagen, entzündlichen Veränderungen von Herz und Lunge sowie Blutgefäßen, Störungen des zentralen Nervensystems und Bluterkrankungen kommen. Die derzeitigen Standardtherapien beinhalten entzündungshemmende Substanzen, Antimalariamedikamente, Corticosteroide und Immunsuppressiva.


Über Belimumab

Belimumab ist ein vollständig humaner monoklonaler Antikörper und gehört zur neuen Klasse der BLyS-spezifische Inhibitoren, die sich gegen den B-Lymphozyten-Stimulator (BLyS) richten. BLyS ist ein natürlicherweise vorkommender Eiweißstoff, der für die Ausreifung von B-Lymphozyten zu reifen Plasmazellen erforderlich ist. Plasmazellen sind für die Bildung von Antikörpern als erste Abwehrmaßnahme des Körpers gegen Infektionen zuständig. Bei Lupus erythematodes und anderen Autoimmunerkrankungen vermutet man, dass erhöhte Konzentrationen von BLyS zu der Bildung von Autoantikörpern beitragen, also Antikörpern, die gesunde körpereigene Gewebe und Organe angreifen und zerstören. Präklinische und klinische Studien legen nahe, dass Belimumab die Autoantikörper-Konzentration bei SLE vermindern könnte. Wenn die zweite der Phase-III-Studien, deren Ergebnisse Ende des Jahres erwartet werden, diese Daten bestätigen, wird mit einer Einreichung zur Zulassung in Europa in der ersten Hälfte 2010 gerechnet.

Referenzen:
1 http://www.lupusresearchinstitute.org/lupus (letzter Zugriff 20.07.09)
2 http://www.rheuma-liga.de/uploads/cattelaens/publikationen/merkblaetter/poster/dahm/dahm/merkblatt_3.1.pdf (letzter Zugriff 20.07.09)

Quelle: GSK

Gitti

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Lupus Therapien
« Antwort #5 am: 18. Juni 2010, 22:12 »

Freitag, 18. Juni 2010

Medizin Lupus-Nephritis: Tod nach Stammzelltherapie

Toronto – An einer Privatklinik in Thailand ist ein Patient nach der Stammzelltherapie einer Lupus-Nephritis gestorben. Die Pathologen beschreiben im Journal of the American Society of Nephrology (2010; doi: doi:10.1681/ASN.2009111156) eine bisher nicht bekannte Form der Nierenschädigung.

Der Patient starb Presseberichten zufolge an einer Infektion. Er litt an einer Lupus-Nephritis und hatte Injektionen von autologen Stammzellen in die Niere erhalten, die zuvor aus dem Knochenmark des Patienten gewonnen worden waren.

............. http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/41658/Lupus-Nephritis_Tod_nach_Stammzelltherapie.htm