Autor Thema: Melanom und Lymphknoten  (Gelesen 5843 mal)

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Geri

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Melanom und Lymphknoten
« am: 17. August 2008, 21:14 »
13/08/08

Regression eines dünnen Melanoms alleine kein ausreichender Grund für eine Sentinel-Lymphknoten-Biopsie

MONTREAL (EGMN) – Die Regression eines dünnen Melanoms sollte laut einer retrospektiven Studie nicht das einzige Kriterium sein, um eine Biospie des Sentinel-Lymphknotens zu rechtfertigen.

Bei Fehlen anderer anerkannter Prädiktoren eines hohen Risikos für Beteiligung des Sentinel-Lymphknotens (SLN) sei eine Regression alleine unzureichend, sagte Dr. Pierre-Luc Dion. Weitere etablierte Risikofaktoren sind eine Breslow-Dicke über 1 mm, Clark-Level IV oder V sowie eine Ulzeration der Läsion.

Die Prognose ist mit dünneren Melanomen generell besser. Die Identifizierung jener Minderheit von Patienten mit dünnen Melanomen, die ein hohes Risiko für Metastasen haben, bleibe jedoch eine klinische Herausforderung.

„Es gibt eine laufende Debatte darüber, ob die Regression für die Patienten eine gute oder schlechte Nachricht bedeutet. Einige denken, dass sie eine Immunantwort gegen Tumorzellen darstellt; andere wiederum sagen, sie könnte zu einer Unterschätzung der tatsächlichen Dicke führen“, sagte Dr. Dion auf der Jahrestagung der Canadian Dermatology Association.

In der Literatur herrscht kein Konsens. Eine Studie zu 65 dünnen Melanomen mit Regression ergab bei nur zwei Läsionen (drei Prozent) ein positives SLN-Biospieresultat (Ann. Surg. Oncol. 2003;10:558-61). In einer anderen Studie hatte nur ein Patient von 344 mit dünnen Melanomen (durchschnittliche Breslow-Dicke 1,1 mm), die eine histologische Regression gezeigt hatten, eine positive SLN-Biopsie (Ann. Surg. Oncol. 2008;15:316-22).

Andere Wissenschaftler haben die Ansicht geäußert, dass eine Tumorregression bei dünnen Melanomen ein höheres Risiko einer Beteiligung der Wächterlymphknoten beinhaltet (Br. J. Dermatol. 2003;149:662-3).

Dr. Dion und seine Kollegen werteten 693 Patienten aus, die an Melanom-Kliniken des Centre Hospitalier Universitaire de Québec–L’Hôtel-Dieu de Québec in Saint-Nicolas und Québec City behandelt woren waren. Alle Patienten unterzogen sich zwischen 1996 und 2007 einer Sentinel-Node-Biopsie. Die mediane Breslow-Dicke betrug 2,28 mm und das Durchschnittsalter war 55 Jahre.

Insgesamt 653 Patienten hatten eine Läsion über 1 mm Größe. Ihre Prognose wurde mit der einer Gruppe aus 40 anderen Patienten mit dünneren Melanomen und Regression verglichen. Die Regression wurde durch einen Pathologen bestimmt, der in Mehrfach-Schnitten eine mindestens 15-prozentige Reduktion der Läsionsgröße ermittelte.

Keiner der Patienten mit Regression hatte einen positiven Lymphknoten, verglichen mit 146 (22 Prozent) in der Kontrollgruppe. Dies lege nahe, dass die Regression alleine kein verlässlicher Prädiktor sei, sagte Dr. Dion von der Klinik in Saint Nicolas.

Einer der 40 Patienten hatte eine vollständige Regression. Weitere sechs Patienten in dieser Gruppe entwickelten ein In-situ-Melanom. Die mediane Breslow-Dicke der verbleibenden 33 Patienten betrug 0,6 mm. Während eines durchschnittlichen Follow-up von fast vier Jahren, kam es bei zwei Patienten zu einem Rezidiv, darunter ein Lokalrezidiv und eine In-transit-Metastase, sagte Dr. Dion.

http://www.univadis.de/medical_and_more/de_DE_News_Article_Medical?profileAOI=11&profileAOIName=Onkologie&articleItemId=53efb40b678b0e617b11a02c9a2b7f0b

Tanja

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Re: Melanom und Lymphknoten
« Antwort #1 am: 11. August 2013, 22:42 »



06.08.2013    Ursprungstumor nicht feststellbar   


   Sind bei schwarzem Hautkrebs Lymphknoten befallen, ohne das der Ursprungstumor ermittelt werden kann, hat das keine Auswirkungen auf die Prognose [mehr...]


http://www.krebsgesellschaft.de/news_detail,4063,,235406,detail.html