Autor Thema: Krebs? Genauer Blick auf die Todesursachen  (Gelesen 4452 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Geri

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 674
  • Geschlecht: Männlich
Krebs? Genauer Blick auf die Todesursachen
« am: 17. August 2008, 21:19 »

Genauer Blick auf die Todesursachen

Mit zunehmenden Erfolgen in der Onkologie sterben immer mehr Patienten einen nicht krebsbedingten Tod. Wie häufig dies der Fall ist und wie viele Todesfälle tatsächlich weder auf den Krebs noch auf die Therapie zurückgehen, zeigt eine Analyse der MA.17-Studie.

Je besser die Therapie ist und je älter die Patienten, desto häufiger sterben diese nach einer Krebserkrankung einen nicht krebsbedingten Tod. Beim Berechnen des Gesamtüberlebens in klinischen Studien stehen diese Todesfälle den krebsbedingten gegenüber. Da das Gesamtüberleben für die Patienten das wichtigste Behandlungsergebnis ist, sind Kollegen aus den USA den Todesfällen in einer großen Kohorte von Brustkrebs-Patientinnen nach endokriner Therapie auf den Grund gegangen.

Für die Todesfallanalyse wurden die Daten von 5.170 Frauen mit einem mittleren Alter von 62 Jahren aus der MA.17- Studie herangezogen. Alle Frauen waren nach einer etwa fünf Jahre dauernden adjuvanten Tamoxifen-Behandlung krankheitsfrei. Sie waren randomisiert worden, entweder den Aromataseinhibitor Letrozol (2.583 Frauen) oder ein Placebo (2.587 Frauen) zu erhalten. Nach median 3,9 Jahren Follow-up war es zu 256 Todesfällen gekommen. 102 wurden als brustkrebsbedingt eingestuft, 50 waren die Folge einer anderen Neoplasie, 100 hatten andere Ursachen und bei vier blieb der Grund unbekannt.
Demnach gingen 60% der Todesfälle nicht auf Brustkrebs zurück; bei den über 70-jährigen Patientinnen waren es 72%, bei den unter 70-jährigen 48%. Zwei Faktoren waren mit der Todesart assoziiert: Eine kardiovaskuläre Erkrankung ging mit einem signifikant erhöhten Todesrisiko für eine andere Ursache einher, und Osteoporose war mit einem signifikant erhöhten Risiko für einen Tod durch eine andere Neoplasie verbunden.

Ein erhöhtes Risiko für einen brustkrebsspezifischen Tod war bei Lymphknotenbefall gegeben, und ein erhöhtes Risiko für einen Tod aufgrund aller übrigen Ursachen mit höherem Alter. Nicht mit Brustkrebs assoziierte Todesfälle waren in dieser Kohorte von Patientinnen, die ihren hormonabhängigen Brustkrebs mindestens fünf Jahre überlebt hatten, häufiger als brustkrebsspezifische Todesfälle. Dies galt vor allem für Frauen über 70 Jahre. Andere mögliche Todesursachen werden für Onkologen bei älteren Frauen mit Brustkrebs daher immer wichtiger.

http://www.medizin-online.de/cda/DisplayContent.do?cid=264018&fid=253428&identkey=CfevGqlU4DgeA96dtz7Mew==